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«r. 74.

IVlierstU den 21 Juni

1906.

DMMck-LMmg.

Mit dem l- 3uü beginnt ein neues Abonne­ment auf das wöchentlich 3 Mal erscheinende Hersfelder Kreisblatt

mit den Gratisbeilagen

Jllustrirtes Sonntagsblatt"» Wustrirte landwirthschaftl. Beilage"

DasKreisblatt" bringt außer den amtlichen Bekanntmachungen zuverlässige Mittheilungen über Er­eignisse in der politif, Berichte aus dem Kreise und der Provinz. Reichhaltige Nachrichten vermischten In­halts bringen alle sonstigen mittheilenswerthen Ereig­nisse des täglichen Lebens zur Kenntniß der Leser. Daneben werden sorgfältig ausgewählte Erzählungen einen weiteren Theil des Lesestoffes bilden.

MT Die wichtigsten Ereignisse gehen uns durch Telegramme zu und werden wir dieselben nöthigen- falls durch Extrablätter verbreiten.

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die Expedition.

Amtlicher Theil.

Berlin, den 21. Juni 1900.

Nach der Anleitung zur Ausfüllung auf dem Forst- erhebungsblatte (zu 3) sind die Nachweise für die Kran-, Staats- und Staatsantheilforsten durch die forstlichen Centralbehörden zu führen; für alle übrigen Forsten aber haben die Gemeinden und Gutsbezirke als Erhebungs­

(Nachdruck verboten.)

Str tot 11011 SdjloO mit

Kriminal-Novelle von Friedrich Freiherr v. Usedom.

(Fortsetzung.)

Wollen sehen. Ich und der Gehilfe. Er muß Drobert von Gienau mit seinem Gehilfe» und den Jagerburschen holen. Dann sind wir fünf. Dazu die JOunbe. Es geht." Na, gute Geschäfte." Er lachte und kehrte um.

Ärgerlich kam er in den braunen Hirsch zurück. »Nun? fragte Büchler.

Bin ich drum," brummte Seligman»,ber Baron, gesahren""For^hilse, bet6 gesehen hatte, sei zur Stadt

. "®?8 S "ber Pech," lachte Korowsky.Ja, ja, Worbisch ^ 0at "^, ^ gehe noch heute nach

roQ8/ "»einte Korowsky. Er hob gegen die rehp/1^ ^I"0 "^ und wollte noch mit Seligmann

ist Ü'ni? "^ /ich nun den Genoffen zn.Es / 1 Jt °«?b ^ Gute Nacht." Als er ins

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bezirke zu dienen. Hiernach kommen für die Gemeinden pp. die preußischen Krön-, Staats - und Staats- a n l he i l s 0 r st e n bei Ausfüllung der forststatistischen Erhebungsblätter nicht in Betracht.

Es sind Zweifel entstanden, wie solche nicht - preußische Forsten zu behandeln. Wir ersuchen um gefällige Anordnung, daß für eine jede derartige im dortigen Kreise (Oberamte) etwa vorkommende Forst seitens der betreffenden Gemeinden pp., in deren Ge­markung sie belegen, ein formalistisches Erhebungsblatt unter genauer Bezeichnung des Besitzers, auszufüllen ist. Liegen diese Forsten etwa im Bezirke mehrerer Gemein­den pp. so ist von jeder für den betreffenden Flächen- antheil ein besonderes Erhebungsblatt auszufüllen. So­fern in einer Gemeindegemarkung mehrere nicht- preußische Staatsforstbesitze, Staatsantheil- oder Kronforsten vorkommen sollten, muß für jeden derartigen Besitz bezw. Besitzantheil von der betreffenden Gemeinde pp. gleichfalls ein besonderes Erhebungsblatt verwendet werden.

Die Angaben über den Bestand und den Ertrag dieser Forsten sind thunlichst durch Rückfragen bei den betreffen­den Forstverwaltungen festzustellen.

Königl. Preuß. Statistisches Bureau.

An sämmtliche Herren Landräthe (bezw. Oberamtmänner).

* *

Hersfeld, den 25. Juni 1900.

Vorstehendes theile ich den Herren Ortsvorständen des Kreises im Anschluß an das Ausschreiben vom 5. d. Mts. I. I. Nr. 3334 Kreisblatt Nr. 67 zur Beachtung mit.

J. I. Nr. 3810. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Nath.

Bekanntmachung.

Kiel, den 14. April Wilhelmshaven, den 20. April 1900. 1900.

Im Herbst 1901 wird eine größere Anzahl tropen- dienstfähiger Dreijährtg-Fretwilliger für die Besatz­ung von Kiautschou zur Einstellung gelangen.

Ausreise: Frühjahr 1902. Heimreise: Früh­jahr 1904.

Bauhandwerker (Maurer, Zimmerleute, Dachdecker, Tischler, Glaser, Töpfer, Maler, Klempner usw.) und andere Handwerker (Schuhmacher, Schneider usw.) werden bei der Einstellung bevorzugt.

Gleich darauf schlich Döll zum Verwalter.Was be­merkt ?"Ein Fremder ist gekommen."So?"

Die Pauline Korowsky empfing ihn mit dem Rufe:Vater, der Sepp!'Sepp ist Josef! Danke!"

Er ging wieder in sein Zimmer. Um 4 Uhr löschte er sein Licht, verschloß sein Zimmer und huschte oben hinauf. Er hatte einen feinen Ortssinn, fand die Stelle, wo der Knopf lag, trat darauf, stieg die Treppe hinab, zog nun die Blendlaterne heraus, entzündete sie und mani» pulirte mit einem Dietrich an der erwähnten Thür. Er öffnete sie leicht. Er hörte zwei Männer das Schloß verlassen.Sie gehen zur Jagd," lachte er.Ich habe 3^ "

Seine Blendlaterne überflog den Raum, da standen zwei Kisten mit blanken Thalern. Dort eine Stampfe, halb abgetragen und in eine Kiste gepackt, ein kleiner Schmelzofen, Tiegel, Pfannen, Formen.

Eine richtige Falschmünzerwerkstatt," lachte Döll. Nun habe ich dich. Es ist erwiesen. Wenn Erbach nur Glück hat."

Er schloß, stieg die Treppe hinauf und trat in den Rittersaal

Er hatte unten eine galvanische Batterie gesehen und Drähte, die nach oben liefen. Er leuchtete scharf an den Säulen entlang und fand auch hier Drähte. Aha, unten ist die Batterie, hier aber irgendwo der Kontakt. So ist der Lärm erklärlich, denn die Drähte gehen bis an die Rüstungen und Waffen." Er löschte

Die Mannschaften erhalten in Kiautschou neben der Löhnung und Verpflegung eine Theuerungszulage.

Bewerber, von kräftigem und mindestens 1,67 m großem Körperbau, welche vor dem 1. Oktober 1882 geboren sind, haben ihr Einstellungsgesuch mit einem auf vreijährigen Dienst lautenden Meldeschein entweder: dem I. Seebataillon in Kiel: zum Diensteintritt für das III. Seebataillon, oder dem II. Seebataillon in Wilhelmshaven: zum Diensteintritt für das III. Seebataillon und die Marinefeldbatterie, oder der 111. Matrosenartillerie-Abtheilung in Lehe: zum Diensteintritt für das Matrosenartillerie-Detachement Kiautschou (Kastenartillerie) bis spätestens Ende Februar 1901 einzusenden.

Kaiserliche Inspektion Kaiserliche Inspektion der Marineinfanterie. der Marineartillerie.

Nichtamtlicher Theil.

C^tna.

Die wichtigste Nachricht, die heute vorliegt, ist die, daß es der verstärkten Entsatzkolonne nunmehr gelungen ist, Tientsin zu entsetzen. Eine weitere Abtheilung aus­ländischer Truppen, von der man vermuthet, daß es diejenige des Admirals Seymour oder die zuerst ent­sandte Entsatztruppe sei, die von den Chinesen umzingelt war, scheint ebenfalls befreit zu sein, doch ist es hier­bei, wie gesagt, nicht ganz klar, um welche Truppe es sich handelt. Es wird berichtet:

New »A 0 rk, 26. Juni. Eine Depesche des Admi­rals Kempff aus Taku von gestern bestätigt, daß die den Ausländern in Tientsin zu Hilfe gesandte Truppe in Tientsin eingerückt ist. Kempff meldet ferner, die Truppen- abtheilung unter Admiral Seymour sei zehn Meilen von Tientsin entfernt vom Feinde umzingelt.

London, 26. Juni. DieDaily Mail" meldet aus Schanghai: 900 Sikhs und 300 wälsche Füsiliere sind von Hongkong in Taku angekommen und haben sich der Entsatzkolonne für Tientsin angeschloffen. Die neuliche Niederlage der kleinen Entsatzkolonne bei Tientsin war sehr ernst. Die Truppe wurde in einen schlimmen Hinterhalt gelockt. Verschiedene Feldgeschütze und viel Munition mußten im Stich gelassen werden. 180 Russen und Amerikaner wurden getöbtet und verwundet. Nach einer Meldung desDaily Telegraph" aus Schanghai

seine Laterne und stieg hinab, dann schlüpfte er in seine Stube.

Pauline Korowsky aber stürzte um diese Zeit zum Vater hinein:

Vater im Rittersaals geht es wahrhaftig um, ich sah die Fenster eben erleuchtet." Der Alte lag schon im Bett:Du bist nicht recht klug." Pauline ging zürnend in ihre Kammer.

*

*

An jenem Abend saß der Affeffor Bodo v. Falken­hof in dem Salon deö Barons von Draht. Neben ihm auf dem Sofa saß eine junge Dame, Fräulein Veronika von Draht. Links am Tische saß der Baron, rechts die Baronin.

Ja, lieber Sohn," sagte der Baron,das war eine Ueberraschung, als uns Veronika eröffnete, was vorgestern auf dem Balle geschehen. Dem zukünftigen Herrn Staatsanwalt können wir doch unsere Veronika nicht vorenthalten.

Sie stießen an und tranken. Veronika schmiegte sich an den Arm ihres Verlobten.

Lange beredeten sie sich über die Zukunft. Unterdes hatten sich Erbach, fein Rudi, Drobert mit Gehilfen und Jägerburschsn, denen sich die Gendarmen aus Gienau und Worbisch angeschlossen, mit vier Hunden ausgemacht und die Wilddiebe erwartet. Ein Schuß amTrüben See" führte sie aus die Spur.

Gerade metzelte Wolf Korowsky an einem Vierzehn- ender herum, den er aufbrach, als ihnen einenHalt!"