Petroleum-Laternen entstanden sind, wird hierdurch eine seitens des Verbandes öffentlicher FeuerversicherungS- Anstalten in Deutschland erprobte feuersichere Petroleum Laterne von G. Zimmermann zu Stuttgart zur Er- und Beleuchtung von Oekonomie-Räumen hiermit empfohlen.
Diese Lampen haben sich als durchaus zweckmäßig bewährt. Die Herren Ortsvorstände haben auf die Einführung derselben nach Möglichkeit hinzuwirken. I. 3572. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.
Nichtamtlicher Theil.
Berlin, dn 19. Juni.
S e. Majestät der Kaiser ist gestern Nachmittag kurz nach 4 Uhr an Bord der Kaiserlichen Jacht „Hohenzollern" von Helgoland nach Wilhelms- h a v e n abgereist. Dort landete Allerhöchstderselbe heute Vormittag auf der Kaiserlichen Werft und bestieg sodann den Hofzug zur Reise nach Oldenburg.
Ueber die R ei se d i S p o s i ti om e n des Kaise r S wird berichtet: Der Kaiser wird voraussichtlich der Enthüllung und Weihe des vor der Garnisonkirche in Kiel errichteten Christusstandbildc« beiwohnen. Ebenso wird der Kaiser am 25. Juni bei der Enthüllung des Kaiser- Wilhelm-Denkmals an der Einfahrt zum Kaiser-Wilhelm- Canal bei Holtcnau zugegen sein. Am 28. Juni Vormittags findet vor dem Kaiser in Kiel der Gardistenappell auf dem Exerzierplatz des 2. Seebataillons statt. Am selben Tage Nachmittags werden Wettrudern der Fähnriche zur See, Seekadetten und Schiffsjungen im Kieler Hafen stattfinden. Am 2. Juli wird der Kaiser von Travemünde aus, mit seiner Jacht „Hohenzollern" die mehrwöchige Nordlandsreise antreten. Die Kaiserin bleibt bis zur Rückkehr des Kaisers von der Nordlandsreise in Homburg.
(Der Schluß des Landtages.) Beide Häuser des preußischen Landtages sind am Montag durch den Fürsten zu Hohenlohe im Auftrage des Kaisers geschloffen worden, nachdem es in letzter Stunde zwischen dem Abgeordnetenhause und dem Herrenhause noch zu einer Einigung über das Warenhaussteuergesetz und über das Gesetz zur Verhütung von Hochwaffergefahren in Schlesien gekommen, und somit das ganze reiche Arbeitsmaterial der Session erledigt war. Dies erfreuliche Ergebniß war nur unter Verzicht auf weitergehende und einander widersprechende Wünsche beider Häuser des Landtages zu erreichen, und es verdient volle Anerkennung, daß beide Häuser im Interesse des Zustandekommens der Regierungs - Vorlagen diesen Verzicht geleistet haben. Das war der Fall bezüglich der Meinungs-Verschieden- heilen über die Zwecks-Bestimmung im Zwischenkredits- Gesetz bezüglich der Höhe des Umsatzes der der Waarenhaus- Steuer unterliegenden Geschäfte und bezüglich der Wähler- Abtheilungen im Kommunal-Wahlgesetz. Auch der Gesetz-Entwurf, betreffend die Verhütung von Hochwasser- Gefahren in Schlesien verdankt sein Zustandekommen dem Verzicht auf die von einem Theil der Konservativen gestellte Forderung, daß die Regulierung der Wassersäule im Gebiet der obern Oder erst in Angriff genommen werden sollten, nachdem die Regulierung der untern Oder selbst ausgeführt wäre. Die beiden wichtigst-n Vorlagen der Session waren unstreitig die Gemeinde- Wahlrechts-Reform und das Waarenhaussteusc - Gesetz. Wird durch jene die als Begleit-Erscheinung der Steuer- Reform hervorgerufene plutokratische Verschiebung der
Wähler-Abtheilungen beseitigt, so wird die Warenhaus- Steuer die bisher nicht recht faßbaren Großbazare zu einer erhöhten Steuer heranziehen und sich hoffentlich als ein nicht unwesentliches Schutzmittel für den kleineren und mittleren Gewerbebetrieb gegen die Waarenhäuser erweisen. Aus der großen Zahl der ferner zur Verabschiedung gelangten Gesetze sei hier nur an zwei erinnert, die namentlich der ländlichen Bevölkeruns zu gute kommen werden: Das Kleinbahn-Gesetz, in dem die ländlichen Gegenden besonders berücksichtigt wurden, und dasZwischen- kreditsgesetz, das die Bildung des ländlichen Kleiu-Grund- besitzes zu fördern bestimmt ist. So kann der Landtag, ebenso wie der Reichstag auf eine erfolgreiche Session zurückblicken in dem Bewußtsein, die ihm gestellten gesetzgeberischen Arbeiten in einer Form gelöst zu haben, daß sie hoffentlich dem Staate zum Segen gereichen werden.
Wie aus Mainz gemeldet wird, hat der kommandierende General von Lindequist bei Besichtigung der Truppen mitgetheilt, der Kaiser komme Mitte August zur Truppenschau nach Mainz.
Die Fürstin-Mutter Josephine von Hohen- zollern ist am 19. Juni gestorben.
Nachdem der Verband deutscher Köche in einer an den Reichskanzler gerichteten Eingabe, unter Hinweis auf die Ergebnisse der Erhebungen der Kommission für Ar- beitersialistik und einer durch den Verband veranlaßten Umfrage, über die gesundheitsschädlichen Mängel der Einrichtungen in gewerblichen Küchen Klage geführt hatte, sind die Provinzialbehörden in Preußen durch die zuständigen Minister beauftragt worden, die Arbeitsbedingungen der in gewerblichen Küchen (Garküchen, Gast- und Schankwirthschasten) beschäftigten Personen zu untersuchen. Die Untersuchungen werden sich auf die Groß- und Mittelstädte beschränken. Von ihrem Ergebniß wird es abhängen, ob und in welchem Umfange der Erlaß von Vorschriften zum Schutze der Gesundheit der in gewerblichen Küchen beschäftigten Personen herbeizuführen ist.
Heute früh 6 Uhr 10 Minuten trafen, von Venedig kommend, die ersten zurückkehrenden Mitglieder der Sani- tätsabordnungen des D e u t s che u Rothen Kreuzes aus Südafrika wieder in Berlin ein, Es sind dies die Aerzte Dr. Küttner aus Tübingen, Dr. Ringel aus Hamburg, die Schwester Luise Westphal vom Eppen- dorser Krankenhaus, die Pfleger Ackermann, Eckert, Kieß- ling, Mauß und Rächet der Genossenschaft freiwilliger Krankenpfleger im Kriege. Zum Empfang auf dem An- Halter Bahnhof hatten sich der Vorsitzende des Central- komitses der deutschen Vereine vom Rothen Kreuz Kammer- Herr von dem Knssebeck und der Generalsekretär Dr. Lieber eingesunden. Die Mitglieder der Abordnung, welche theilweise selbst an Typhus und Malaria erkrankt waren, erfreuen sich jetzt durch den günstigen Einfluß der Seereise der besten Gesundheit. Augenblicklich sind noch sechs Aerzte, siebe» Shwestern und neun Pfleger vom Deutschen Rothen Kreuz in Südafrika thätig.
Aus der amtlichen Statistik der Streiks im deutschen Reiche für das erste Quartal 1900 ergiebt sich, daß der Streik in 145 Fällen keinen Erfolg hatte, in 67 Fällen einen vollen und in 91 Fällen einen theil- weisen Erfolg. Man sieht auch hier wieder, daß der Streif für die Arbeiter eine zweischneidige Waffe ist.
<£|ina.
Am Sonntag haben zum erstenmal die europäischen Kanonen mit den Chinesen gesprochen: Die Forts von Taku sind von den Truppen der vereinigten Mächte
erstürmt worden. Die heute vorliegenden genaueren U, Depeschen lauten: r01
London, 19. Juni. Das „Reuter'sche Bureau" meldet aus Tschifu von gestern: Die Chinesen legten im 77 Takufluß Torpedos und zogen Truppen von Shankhaikwan zusammen. Die auf dem russischen Admiralschiff ver- sammelten fremden Befehlshaber richteten an die Koni.' Mandanten der Takuforts ein Ultimatum, ihre Truppen bis 2 Uhr Nachmittags des 17. Juni zurückzuziehen. A Darauf eröffneten die Forts am 17. um 1 Uhr nachts unvermutet das Feuer, das von deutschen, russischen, englischen, französischen, japanischen Schiffen £ erwidert wurde und 7 Stunden dauerte. Nach kam- " biniertem Angriff der fremden Kriegsschiffe wurden baun die Forts von Taku genommen. Die Verlust! der Truppen der vereinigten Mächte sind folgende:
Engländer 1 Mann todt, 4 verwundet;
Deutsche 3 Mann todt, 7 verwundet (Mannschaften der „Iltis").
Russen 16 Mann todt, 45 verwundet;
Franzosen 1 Mann todt, 1 verwundet.
Die bei Taku liegenden chinesischen Torpedoboote sind rou genommen worden. „Daily Expreß" meldet aus Schanz- ß0, Hai von gestern: Eine amtliche Nachricht über den Kampf je[( bei Taku besagt: Eine chinesische Granate brächte dar Sä Pulvermagazin des russischen Kanonenboots „Mandschur" fan zur Explosion. Der „Mandschur" flog in die Lust. $tc Mehrere Blaujacken wurden getödtet, viele verwundet. g0 Das britische Kriegsschiff „Algerine" wurde beschädigt, gQ1 zwei Offiziere und vier Mann wurden verwundet. Zwei soll Forts flogen in die Lust; die anderen wurden von den bad internationalen Truppen im Sturm genommen. be§
Aus Taku wird heute berichtet: Die Befestigungen von Taku sind von russischen Truppen besetzt worden; Bit die chinesische Besatzung ist nach dem Norden geflohen, asu nachdem sie alle telegraphischen Verbindungen zerstört und mehrere Dörfer in Brand gesteckt hatten. soe'
Von der deutschen Abtheilung, die nach Peking En entsandt war, liegt keine Nachricht vor. In Tientst» werden die Fremdenniederlassungen von den Chinesen Heu beschossen. ist
Aus Peking ist noch immer keine einigermaßen sichere Nachricht zu haben, zumal der Draht zwischen Mo Tientsin und Taku dicht bei Taku wieder durchschnitten ver ist. Die Madrider „Agence Nationale" veröffentlicht =h allerdings ein Telegramm aus Schanghai vom 18. Juni, ; wonach die Gesandtschaften zweimal nacheinander von den chinesischen Truppen angegriffen, aber diese beide Male von den europäischen Truppen mit großen Ver- rich lüften zurückgeschlagen worden sind. Nach einer weiteren aus Meldung sollen ebenfalls Boxer und kaiserliche Trupp n wai einige Gesandtschaftsgebäude niedergebrannt und einen in Gesandten ermordet haben; er soll in Stücke geschnitten in sein. Welcher Gesandte das sei, werde nicht angegeben, unt man glaube aber, es sei Baron K e t t e l e r. Das Taolai Si( Sheng (chinesisches Telegraphenbureau), von dem die liec Nachricht kommt, weigerte sich, weiteres mitzutheilen. In Koi Petersburg, Paris und Berlin liegen weder auf den em; Auswärtigen Aemtern noch auf den gänzlich ohne Nach- «die richten bleibenden chinesischen Gesandtschaften irgend wic welche Nachrichten vor. Also noch immer völlige Unze- ; 2oi wißheit; voraussichtlich, bis eine verstärkte Truppe sich daf den Weg zur chinesischen Hauptstadt gebahnt hat. Ueber ver weitere Verstärkungen liegen folgende Mel- ‘ 8“ düngen vor: Ein in Manila befindliches amerikanisches in Regiment erhielt Befehl, sich nach Tientsin zu begeben. es Seitens Japans werden neue Truppen nach China ge- vor fandt, vorläufig angeblich 2000 Mann. Am Donnerstag obe sollen britische Verstärkungen von Honkong in Taku an- hat vol
an der Kutschthür mit dem Käppchen in der Hand, wünschte gute Reise und fragte:
„Unb wann dürfen wir den gnädigen Herrn wieder erwarten
.Bald! Adieu!"
Nun fuhren sie ab.
„Unb was beschließen Sie wegen der Spukgeschichte? " fragte Gersheim.
„Noch nichts! Aber ich habe einen Plan; muß sehen, was sich thun läßt! Mein Grundsatz ist : „Nichts übereilen."
„Denke ich auch."
Koch und die KorowskyS triumphierten.
Der Alte meinte:
„Gesagt hat er nichts, aber gepaßt hat es ihm auch nicht, der Lärm nachts."
Korowsky lachte, Pauline aber sagte:
„Ich machs nicht wieder, denn was wir gespielt, ist wahr."
„Nanu?" fragte Wolf.
„Ich habe die weiße Frau gesehen."
„Unsinn."
„Kein Unsinn, ich habe sie gewiß und wahrhaftig gesehen'"
„Das begreife ich nicht." •
„Und ich mache nicht mehr mit'*
„Wird auch kaum nötig sein'"
„Du meinst?"
„Sie haben Angst bekommen! Ich hatte doch recht."
Wollens hoffen."
Der Notar trennte sich von Bodo in der Provinzial- Hauptstadt, Bodo von Falkenhof fuhr mit Karl per Bahn der Hauptstadt zu.
Harte Arbeit erwartete ihn, denn die Schwurgerichtsperiode nahte.
Er fand auch eine Anzeige vor, daß in der Provinzial-
Hauptstadt viel falsches Geld auftauchte. Einen Thaler wollte man von einem Bauern aus Falkenhof in einer Wirtschaft ausgenommen haben. Der Thaler war sehr geschickt gefälscht.
„Hm, Hm, aus Falkenhos? brummte Bodo. „Donnerwetter, ist nicht der Bruder KorowskyS ein Gießer? Himmel, welcher Gedanke."
Er konnte diesen Gedankengang nicht wieder bannen.
Am anderen Tage machte ihm in seinem Bureau auf dem Gerichte der Geheimdelektive Philipp Zülcher seine Aufwartung.
„Sagen Sie mal, Zülcher," begann Bodo, „haben Sie schon von dem falschen Gelde in der Provinzial- Hauptstadt gehört."
„Freilich, Herr Assessor."
„Wollen Sie in der Sache recherchieren."
„Aber sehr gern."
„Man behauptet in dieser Zuschrift, es sei ein falscher Thaler aus Falkenhof in die Provinzialhauptstadt gekommen."
„Nicht möglich."
Er ging an das Akten-Repositorium.
„Lesen Sie diese Akte. Sie handelt von einem gewissen Joseph Korowsky, der wegen Münzdeliktes schon einmal sechs Monate Zuchthaus gehabt hat. Er war neulich wegen eines Vorkommnisses im Zuchthaus als Zeuge vorgeführt.
„Ich verstehe!"
„Er besitzt einen Bruder, Wolf, einen verwegenen Burschen; welcher der Schwiegersohn meines Kastellans Koch im Falkenhofer Schlosse ist."
«Teufel!"
„Sie müssen die Sache aber schlau einleiten, denn der Wolf Korowsky ist ein schlauer Bursche. Er ist vielleicht euch Wilddieb."
„Teufel!"
„Sie müssen sich verkleiden!"
„Ja schon, als was?"
„Der Bursche, so erfuhr ich, soll gelegentlich als Viehhändler reisen"
„Wähle ich diese Maske?"
„Fassen Sie ja Schloß Falkenhof ins Auge, wo er wohnt."
„Es ist gut, Herr Assessor, ich werde sogleich abreisen !"
Am Nachmittag bekam der Assessor noch einen Brief von Gersheim:
„Lieber Herr! Der Verwalter wäre gewonnen. ES ist ein Herr Albert Wedekind. Soll ich ihn gleich nach Falkenhof senden? Geben Sie mir gleich Nachricht ! Ihr
Eugen GerSheim, Dr., Notar.
Bodo antwortete sogleich, Herr Wedekind sei zu engagieren, sodann ein Architekt der Stadt zu beauftragen, um nach Wedekinds Angaben Stallungen zu erbauen; Vieh anzuschaffen sei Wedekinds Sache. Fall« jetzt schon etwas nötig, müsse man sich mit den alten Pferdeställett behelfen. Er werde Koch befehlen, Wedekind im Schlosse Wohnung anzuweisen und ihn zu verpflegen.
Das geschah denn sogleich, wobei Bodo zugleich sagte, Frau Korowsky möge eine Magd engagieren, für sie allein sei die Arbeit allzureichlich.
(Fortsetzung folgt.)___________________
— Ein Jndianerausstand ist in Minnesota ausgebrochen. Die Chippeway-Judianer haben sich 18000 Mann stark auf den Kriegspfad begeben. Die Lage wird als sehr kritisch betrachtet, da die Rothäute mit Repetiergewehren bewaffnet und im Besitze großer Munitionsmengen sind.
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