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Amtlicher Theil.
Hersfeld, den 27. April 1900.
Durch Erlaß des Herrn Ministers des Innern vom 29. März d. J. I d 946 ist die Erhebung einer
Statistik über die Staats- und Gemeindeabgaben sowie über die Kreis-, Provinzial-, Kirchen- und Schullasten in den einzelnen Gemeinden für das Rechnungsjahr 1899 angeordnet.
Der Erhebung liegt die Absicht zu Grunde, für jede einzelne politische Gemeinde bezw. jeden Gutsbezirk und innerhalb ihrer für die etwa bestehenden besonderen Schulgemeinden (Schulsocietäten) bezw. für bestehende Schulverbände die Angaben zu ermitteln, welche in dem Erhebungsformulare „Uebersicht über die Staats- und Gemeindeabgaben sowie über die Kreis-, Provinzial-, Kirchen- und Schullasten" und in der aufgedruckten „Anweisung zur Ausfüllung" näher bezeichnet sind.
Es ist deshalb nur für jede politische Gemeinde bezw. jeden Gutsbezirk ein ErhebungSformular auszufüllen und nach eingehender Prüfung bezw. Berichtigung demnächst einzureichen, nicht • etwa auch ein besonderes Formular für jede Schulgemeinde.
Wie die Ausfüllung des EihebungSformulares im Einzelnen zu bewirken ist, wird durch die Vorschriften der „Anweisung zur Ausfüllung" auf den Seiten 1 und 4 des Formulars näher erläutert. Etwaige Zweifel über die Anwendung dieser Vorschriften sind dem Königlichen statistischen Bureau zur Entscheidung vorzulegen, an welches auch sonstige Rückfragen in der vorliegenden Angelegenheit zu richten sind.
Virginia.
Erzählung von Emil Element.
(Fortsetzung.)
So war's dem Griechen recht. Er trat näher. Ein Arm war herabgesunken, und mit der andern Hand spielte er an seinem Gürtel.
„Diesmal noch will ich das schwere Unrecht, das du mir zugefügt hast, hinnehmen!" — Seine Züge zeigten ein herablassendes Mitleid. ^Jch will dir in dieser schweren Lage meinen Rat nicht entziehen. — Uni btr einen Beweis meiner opferwilligen Bescheidenheit zu geben, verlange ich nur die Hälfte des Betrages, den du, Herrin, für die kleine Tolle noch bekommen kannst!
„Also du meinst, daß wir sie trotz der Narrheit noch werden verkaufen können?"
„Mit Ueberlegung und Geschick, denk' ich, wird es uns noch gelingen."
Bei diesen Worten erheiterte sich das Gesicht Olym- pras. Sie erhob sich und füllte einen silbernen Becher mit bestem Weine.
»Nun, guter Euphronius, trinke diesen edlen Falerner ! Ich verspreche dir, deinen Wunsch zu erfüllen. Die Hälfte des Gewinnes soll dein fein. Sage mir nur schnell, was es mit der Narrheit Cicindellas für eine Bewandtniß hat, und wie wir sie werden verkaufen können!
Die in das ErhebungSformular einzutragenden Angaben haben sich auf das Soll des Rechnungsjahres 1899 (1. April 1899—31. März 1900) zu beziehen.
Den Herren Ortsvorständen des Kreises werden in den nächsten Tagen je zwei Erhebungssormulare (je 1 für die Urschrift und für die Reinschrift) sowie 1 Muster zugehen. Die Ausfüllung des Erhebungsformvlares ist hiernach alsbald mit größter Sorgfaltvorzu- nehmen. Das Muster und das Urschriftformular ist für die Akten zurückzubehalten, während das Rein- schristformular bestimmt bis zum 20. Mai d. J. hierher einzureichen ist.
Zugleich mache ich noch darauf aufmerksam, daß die dem ErhebungSformular ausgedruckte Anweisung zur Ausfüllung wie folgt der Berichtigung bezw. Ergänzung bedarf:
Im 3. Absatz (Seite 1) ist in der 9. Zeile zu lesen: Ersteres hat durch Ausfüllung der Spalten II. 4. a bis d und 5. a bis e aus den Zeilen für die Societäten unter 6 zu erfolgen (statt, wie im Vordrucke, auf der Zeile „Summe C").
2. Dem vierten Absatz ebenda ist nachstehender Satz anzufügen:
Sind 2 oder mehrere politische Gemeinden, welche die Träger der Volksschullast sind, oder Theile von solchen zu einem Schulverbände vereinigt, so sind bei der Gemeinde des Schul orte» unter den Spalten II 4. a bis d und II. 5. a bis e die gesammlen Kosten der Volksschule auf der Zeile A einzutragen und unter der Zeile in ähnlicher Weise, wie im Muster für die Societäten vorgeschrieben ist, die auf die einzelnen Gemeinden entfallenden Beträge für Spalte 5 6 nachzuweisen.
I. I. 2396. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Caflel, den 24. April 1900.
Anläßlich einer Bekanntmachung im Magdeburger Generalanzeiger, durch die von dem Speisehause „The Genttemen-Bär“ in Amsterdam zwei elegante Büffet- damen gesucht wurden, sind Ermittelungen über das genannte Speisehaus angestellt, nach deren Ergebniß an- zunehmen ist, daß es sich nur um eine Stätte der Unzucht handelt.
Ich ersuche, die Polizeibehörden hiervon in Kenntniß zu setzen und sie gleichzeitig anzuweisen, auf derartige
Euphronius schilderte die Anfälle der Sklavin und setzte viel hinzu, um die Gefahr dringender und seine Klugheit größer erscheinen zu lassen.
„Ich habe nichts versäumt, um die Sklavin heilen zu lassen. Ließ Beschwörer und Heilkünstler kommen, — doch leider vergebens! Viel häufiger als sonst stürzt sie auf die Kniee, murmelt in Verzückung und weint, und immer frägt sie nach den Saturnalien. Auch behauptet sie fortwährend, daß alle Menschen Brüder seien. Niemand kann bezweifeln, daß die Sklavin irrsinnig ist."
Olympia saß aufrecht da und schaute mit der größten Spannung zu dem Freigelassenen empor.
„Ich bin der Ansicht, das wir trachten müssen, die Kleine so bald als möglich lo» zu werden. Uns hat man betrogen. Warum sollten wir nicht andere betrügen
Beifällig nickte Olympia mit dem Kopfe.
„Du mußt, Gebieterin, sobald als möglich eines deiner glänzenden Feste veranstalten. Während des Festes wirst du die Sklavin schön geschmückt, mit der Leier im Arme, erscheinen lassen. — Um jeden Preis müssen wir trachten, Ritter Marius Antonius, den reichsten der Pratrizier bei dem Feste zu haben. Er ist so überspannt, für Seltenheiten und für Schönheiten so empfänglich. Ohwe Zweifel wird er sich das unvergleichlich schöne Mädchen aneignen wollen. Besonder» wenn andere Verlangen nach ihr zeigen, wofür du Sorge zu
Bekanntmachungen, durch welche Mädchen unter Anbietung von Stellungen für Holland geworben werden, ihr besonderes Augenmerk zu richten. Im Ermittelungsfalle sehe ich einer bezüglichen Anzeige entgegen, damit eventuell auf diplomatischem Wege das Erforderliche veranlaßt werden kann.
Der Negierungs-Präsident. I. A. Schenk.
An den Herrn Polizei-Präsidenten hier, die Herren Polizeidirektoren zu Hanau und Fulda und an die Herren Landräthe des Bezirks. A. II. 4958.
* * *
Hersseld, den 1. Mai 1900.
Vorstehendes wird den Polizeibehörden des Kreises zur Kenntnißnahme und Nachachtung mitgetheilt.
I. 2784. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Hersseld, den 1. Mai 1900.
Unter den Pferden der Königlichen Kriegsschule dahier ist die Rothlaufseuche ausgebrochen. I. 2794. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, den 1. Mai 1900.
Unter den Schweinebeständen in der Gemeinde Ober- geiS ist die Rothlaufseuche ausgebrochen. I. 2818. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Nichtamtlicher Theil.
Unser Kronprinz.
Der Kronprinz des deutschen Reiches und von Preußen vollendet am nächsten Sonntag sein 18. Lebensjahr. Behütet von der Liebe und Sorge seiner hohen Eltern ist der junge Prinz herangewachsen. Wenn jetzt der Kronprinz volljährig wird und damit das Alter erreicht, mit welchem auch für ihn des Lebens Ernst beginnt, so werden die herzlichsten und aufrichtigsten Glückwünsche aller ihn an der Schwelle des neuen Lebens-Adschnittes begrüßen und in das Gebet ausklingen, daß er seinem Lande und dem deutschen Reiche ein echter und rechter
' tragen hast. — So wird, denk' ich, sich alles auf das Beste machen."
„Ich verstehe, Euphronius! Dein Plan ist wirklich fein erdacht. Lasse gleich alles zu der Festlichkeit vorbereiten !"
III.
Das Abendroth umhüllte noch mit seinem goldigen Lichte die kaiserlichen Pckläste des Mons Palatinuö, den statuengeschmückten Cirkus der Flavier — den Triumphbogen des Titur — und alle die Tempel und Halle» um sie her.
Im Schatten des Kapitales lagen aber schon die andern prächtigen Bauten des römischen Forums.
Vom slavischen Cirkus kommend, bewegte sich eine lebhafte Menge durch das Forum, an den säulengetragenen Vorhallen der Basiliken und Göttertempel vorüber. Die Kampfspiele im Cirkus hatten soeben ihr Ende genommen.
Die Zuschauer entströmten zu Tausenden und Abertausenden den Ausgängen des ungeheuren Gebäudes. Alle biefe Menschen sprachen laut durcheinander. Mit lebhaften Gebärden gaben sie ihre Eindrücke und Urtheile über das eben genossene Schauspiel kund.
Bald war das Forum von dieser Menschenmenge aus allen Ständen des römischen Volkes überstellt. Die zuerst Gekommenen stellten sich unter die Hallen der öffentlichen Gebäude, längs der Via Appia, auf. Sie ließen die später Gekommenen an sich vorüber ziehen, lachten