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Gratisbeilagen rSUuftrirtes Sonnragsblatt" n.Illnftrirte landwirthschaftliche Veilage

A. 43.

Iomitchlis in 12. Avril

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Amtlicher Theil.

Berlin, den 7. März 1900.

Nach § 9 a ber mit dem Erlasse vom 27. Oktober v. I.

II 9408

8800 "

mitgetheilten Dienstanweisung, betreffend

die polizeiliche Behandlung der Fundsachen, ist in dem dort angegebenen Falle abgeliefertes Geld und der Erlös versteigerter Sachen von der Polizeibehörde an die Ge­meinde, und wenn die Polizei-Behörde eine Königliche ist, an die Staatskasse abzuführen. Es sind Zweifel darüber entstanden, was unter dem WorteGemeinde" zu verstehen ist, wenn die Bezirke der Ortspolizeibehörden mit den Gemeindebezirken sich nicht decken, insbesondere, ob damit die Gemeinde des Fundortes oder derjenige Verband gemeint ist, dem die Kosten der örtlichen Polizei- Verwaltung obliegen

Die letztere Ansicht muß für zutreffend erachtet werden.

Der § 9u der Dienstanweisung enthält lediglich eine Anwendung des § 983 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Was insbesondere die vorerwähnte Vorschrift des 8 9 a anlangt, so gründete sie sich auf den § 981 Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Die letztere Bestimmung be­ruhte auf der Erwägung, daß es der Billigkeit entspricht, wenn der Versteigerungserlös der gefundenen Sachen in dasjenige Vermögen fällt, aus welchem die Kosten der zum Schutze der Sachen dienenden Maßregeln bestritten werden. (Motive zum Entwurf eines Bürgerlichen Gesetz­buches Band III S. 389). Soweit daher diese Kosten nicht der einzelnen politischen Gemeinde, sondern einem weiteren Verbände zur Last fallen, liegt es unbedenklich im Sinne des § 981 des Bürgerlichen Gesetzbuches, daß

Ostern des Herzens.

Novellette von Reinhold O r t m a n n.

Clemens Helberg stand am geöffneten Fenster, und seine Brust arbeitete in schweren, beinahe keuchenden Atemzügen. Weich und warm umschmeichelte des Südens linde Frühlingslust seine heiße Stirn; süße, würzige Düfte stiegen von den Blumenbeeten des Gartens zu ihm empor, und ringsumher war ein blendender Geflimmer von goldenem Mittagssonnenscheitt. AlS ein breiter, weißblinkender Streifen leuchtete in der Ferne das Meer; die Umrisse des felsigen Vorgebirges aber verschwommen in bläulichem Dunst, der sie wie ein zarter Schleier umwob.

Clemens Helberg starrte mit leerem Blick in das licb- lidje Landschaftsbild hinaus. Für ihn mußte es seinen Zauber verloren haben, denn die düstere Wolke ver­schwand nicht von seinem Antlitz, und die Falte aus seiner L-tirn schien sich von Sekunde zu Sekunde nur tiefer ein» zugraben.

Er sah alt aus trotz seiner 45 Jahre und krank und gebrochen trotz seiner hohen breitschultrigen Ge- stalt, die ihn noch vor wenig Jahren zu einem Urbild kraftvoller Männlichkeit und zu einem Gegenstand be- wundernden Entzückens für zahllose Frauenaugen gemacht hatte. Die Hand, die ein paar Mal das ergrauende, aber immer noch widerspenstig lockige Haar au« den

auch der Versteigerungserlös dem weiteren Verbände zu- fällt. Ist aber der § 981 a. a. O. in diesem Sinn auszulegen, so gilt das Gleiche von der aus ihm beruhen­den Vorschrift der Dienstanweisung vom 27. Oktober v. JS. daß an der letzteren Stelle unter der Gemeinde nicht die Gemeinde des Fundortes als solche zu ver­stehen ist, kann hiernach keinem Zweifel unterliegen.

Der Minister der Innern. I. V.: gez. Braunbehrens. An den Herrn RegierungS-Präsidenten in Cassel.

* *

Caffel, den 30. März 1900.

Abschrift unter Bezugnahme auf meine Verfügung vom 11. November v. JS. A II 12392 zur Beachtung und weiteren Veranlaffung.

Der Regierungs-Präsident. I. V.: von Bremer. An den Herrn Polizei-Präsidenten hier, die Herrn. Polizei- Direktoren zu Hanau und Fulda und die Herrn Land­räthe des Bezirks.

* *

*

HerSfeld, den 9. April 1900.

Wird den Ortspolizeibehörden des Kreises mit Bezug auf das Ausschreiben vom 8. Dezember 1899 I. I Nr. 7448 Kreisbl. Nr. 145 zur Beachtung mit- getheilt.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer NegierungS-Rath.

HerSfeld, den 5. April 1900.

Der bisherige Bürgermeister Heinrich Kalbfleisch zu Solms ist für einen weiteren achtjährigen Zeitraum, vom 20. ds. MtS. ab beginnend, als Bürgermeister gewählt worden und ist diese Wahl diesseits bestätigt.

A. 1124. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer NegierungS-Rath.

Caffel, den 29. März 1900.

Die Herren Minister für Handel und Gewerbe und des Innern haben durch Erlaß vom 1. d. MtS. bestimmt, daß die Nachweisungen über Streiks oder Aussperrungen für diejenigen Betriebe, die der Aufsich t der Berg­behörden unterstellt sind, von den Berg- revierbeamlen auszufüllen sind. Diesen liegt insbesondere auch ob, die nach den Rundverfügungen vom 6. Juni ! 1899 A II 6440 und 19. Oktober 1899 A II 11747 vorgeschriebene Anhörung beider betheiligten Parteien zu bewirken. Wegen Ausfüllung der Ziffern 13 und 14

Schläfen zurückstrich, war mager und nervös die Hand eines Fiebernden.

Er hatte das Klopfen hinter seinem Rücken nicht gehört, und erst als der Schritt der Eingetretenen im Zimmer laut wurde, wandte er sich nach ihm um.

Ah, Sie sind es, Doktor! Grüß Gott! Gute» Wetter für ihre Patienten, nicht wahr?"

Er hatte sich bemüht, einen heiteren, unbefangenen Ton einzuschlagen, einen Ton, der ihn vielleicht gegen unbequeme Fragen noch seinem Befinden schützen sollte. Der alle Herr aber behielt die Hand, die Clemens Hel­berg ihm gereicht hatte, mit festem Druck in der (einigen und seine klaren, klugen Augen ruhten sehr ernst auf dem blassen, zuckenden Gesicht.

Vortreffliches Wetter, mein lieber Herr Professor, für alle jene, die den ernstlichen Willen haben, ge­sund zu werden; aber so gut oder so schlecht, wie jeder andere für die, welche sich absichtlich zu gründe richten wollen."

Womit natürlich vor allem meine Wenigkeit gemeint ist. Wenn Sie so wenig Ursache haben, mit mir zu­frieden zu sein, liebster Doktor, thun wir dann nicht besser, von amüsantem Dingen zu plaudern, als es meine Gesundheit ist?"

Da ich als Ihr Arzt zu ihnen komme, nein! Sie haben meine Vorstellungen in den Wind geschlagen und haben wieder gearbeitet. Ich lese es auf Ihrem Gesicht und fühle es an ihren fiebernden Pilsen. Wahrhaftig,

der Nachweisungen haben sie sich in allen Fällen mit den Ortspolizeibehörden unmittelbar ins Benehmen zu fetzen. Die Bergrevierbeamten haben die ausgefüllten Nachweisungen alsbald dem Oberbergamte einzureichen.

Unter Bezugnahme auf meine weiteren Verfügungen vom 20. Dezember 1898 A II 12095, und vom 17. November 1899 A II 12817 ersuche ich, die Ortspolizei- behärden hiervon in Kenntniß zu setzen.

Der Regierungs-Präsident. J. V.: von B r e m'e r. An die Herren Landräthe des Bezirks, sowie den Herrn Polizei-Präsidenten hierselbst.

*

*

Hersfeld, den 9. April 1900.

Vorstehendes bringe ich mit Bezug auf die Verfügung vom 28. November 1899 I. I Nr. 7196 (Kreisbl. Nr. 141) zur Kenntniß der Ortspolizeibehörden des Kreises.

I. 2288. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.

Für den Abbruch des alten Hospitalsgebäudes und Stalles und den Neubau eines HoSpitalgebäudeS in Niederaula sollen die Erd- und Maurerarbeiten, Zimmer­arbeiten, Weißbinderarbeiten, Dachdeckerarbeiten und Ab- bruchsarbeiten öffentlich verdungen werden.

Die Pläne, Massenberechnungen und Anschläge sowie die Bedingungen sind auf dem Büreau deS Herrn Kreis­bauinspektors Trimborn in Hersfeld, Nachtigallenstraße, während der Büreaustunden einzusehen.

Versiegelte Offerten sind ebenda bis Sonnabend den 21. d. M t«. abzugeben. Die Oeffnung derselben wird an diesem Tage Vormittags um 11 Uhr vorgenommen werden.

Niederaula, den 9. April 1900.

Der Hospitalsvorstand.

H. Nr. 21. Freiherr von Schleinitz,

Geheimer Regierungs-Rath.

HerSfeld, den 11. April 1900.

Diejenigen Herren Ortsvorstände des Kreises, welche noch mit Einreichung der Voranschläge pro 1900/1901 im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 21. d. M t s. bei Meidung von je 3 Mark Strafe erinnert.

I. A. Nr. 464. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Herr Professor, Sie versündigen sich mit dem, was Sie da thun!

Wirklich, Doktor?" fragte Helberg mit einem kleinen, bittern Lächeln zurück,ich versündige mich?Z^Und an wem?"

Zunächst natürlich an sich selbst. Dann aber auch an der Welt, die berechtigte Forderungen geltend'machen darf gegen ihre großen Künstler und der Sie noch manches schöne Werk schulden!"

"Sie könnten damit nicht so ganz unrecht' haben, Doktor. Ja, ich bin der Welt noch ein Werk schuldig, eine«, das ihr unzweideutig kund giebt, wie tief ich sie verachte. Und gerade, weil ich dieses eine Werk noch vollenden möchte, kann ich mich Ihrem ärztlichen Rat nicht fügen. Sagen Sie mir doch einmal ganz aufrichtig, verehrter Freund, wie lange sie den Daseinsrest schätzen, der mir noch beschieden sein mag."

Sie wollen eine aufrichtige Antwort gut, da ist sie. Ich hege feste Zuversicht, daß Sie völlig ge­nesen könnten, wenn Sie sich jetzt ein paar Monate lang jeglicher Arbeit und alle» unfruchtbaren, aufreibenden Grübelns enthielten. Sie sind reich und unabhängig nichts hindert Sie, für eine kurze Zeit einzig der Sorge um Ihre Wiederherstellung zu leben. Ich sollte meinen, der Preis wäre wohl des kleinen Opfers werth!"

Und wenn mir das Opfer dennoch so groß wäre für den Preis, Doktor? Wenn ich vielmehr ein unwider-