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hersjtldtr meisblatt.
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auf das Hersfelder Kreisblatt mit den Gratisbeilagen „Jllustrirtes Sountagsblatt" »n» „Jllustrirte landwirthschaftl. Beilage" für das zweite Quartal 1900 werden von allen Aaiserlicben Postanstalten, tandbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtlicher Theil.
Berlin, den 15. Februar 1900.
Bekanntmachung.
Di e Zinsscheine Reihe II Nr. 1 biS 20 zu den Schuldverschreibung end erPre »bischen konsolidirten 3'/, °/gigen Staatsanleihe von 1890 über die Zinsen für die Zeit vom I. April 1900 bis 31. März 1910 nebst Erneuerungsscheinen (Anweisungen auf die folgende Reihe) werden vom 1. März 1900 ab von der Kontrolle der Staatspapiere hierselbst, Oranienstraße 92/94, geöffnet Vormittags von 9 bis 1 Uhr mit Ausnahme der Sonn- und Festtage und der letzten drei Geschäftslage jedes Monats, ausgereicht werden.
Die Zinsscheine sind entweder bei der Kontrolle der Staatspapiere am Schalter in Empfang zu nehmen oder durch die Re- gierun gs - Hauptkassen sowie in Frankfurt a. M. durchdieKreiskasse zu beziehen.
Wer die Empfangnahme beiderKontrolle selbst wünscht, hat derselben persönlich oder durch einen Beauftragten die zur Abholung der neuen Reihe berechtigenden Erneuerungsscheine (Zinsscheinanweisungen) mit einem Verzeichniffe zu ü b e r g e b e n , zu welchem Formulare ebenda und in Hamburg bei dem Kaiserlichen Postamte Nr. 1 unentgeltlich zu haben finb. Genügt dem Einreicher eine numerirte Marke als Empfangsbescheinigung, so ist das Verzeichniß einfach, wünscht er eine ausdrückliche Bescheinigung, so ist es doppelt vor- zulegen. Die Marke oder Empfangsbescheinigung ist bei der Ausreichung der neuen Zinsscheine zurückzugeben.
Durch die Post sind die Erneuerungsscheine an die Kontrolle nicht ein zusenden.
Wer die Zinsscheine durch eine der obengenannten Provinzialkaffen beziehen will, hat derselben die Erneuerungsscheine mit einem doppelten Verzeichnisse ein- zureichen. Das eine Verzeichniß wird, mit einer Em- psangSi-scheinigung versehen, sogleich zurückgegeben und ist bei Aushändigung der Zinsscheine wieder abzuliefern. Formulare zu diesen Verzeichnissen sind bei den gedachten Provinzialkassen und den von den Königlichen Regierungen in den Amtsblättern zu bezeichnenden sonstigen Kassen unentgeltlich ,u haben.
Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf es zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn die Erneuerungsscheine abhanden gekommen sind, in diesem Falle ftnb die Schuldverschreibungen an die Kontrolle der StaatSpapiere oder an eine der genannten Provinzialkassen mittels besonderer Eingabe einzureichen.
Hauptverwaltung der Staatsschulden. gez. v. H o f s m a n n, * w
Gaffel, den 24. Februar 1900.
Die vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch mit bem Bemerken veröffentlicht, das, die in derselben bezeichneten Formulare von der hiesigen Regierungs-Haupt-
lasse und den Kreiskassen unseres Bezirks verabreicht werden.
Königliche Regierung, gez. v. Bremer.
Ziegenhain, den 31. März 1900.
Die in Görzhain ausgebrochene Maul- und Klauenseuche ist erloschen. Die angeordneten Sicherheit-maßregeln sind ausgehoben.
Der Königliche Landrath v. Schwertzell.
Eisenach, den 3. April 1900.
In Gerstungen ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Gehöftsperre ist angeordnet.
Großh. Bezirksdirektor Dr. E u ck e n.
Nichtamtlicher Theil.
In striez in SiiHofrita.
Lord Roberts arbeitet weiter mit allen Kräften daran, seine Stellung in Bloemfontein gegen die Bewegungen der Buren zu schützen. Unfähig, eine ausgedehnte Stellung zu halten, hat er im Norden und Osten seine Truppen möglichst nahe an die Stadt herangezogen. Bei Buschmanskop, 12 englische Meilen östlich von Bloem- sontein, befand sich am 3. nur noch berittene Infanterie im Geplänkel mit starken Burenabtheilungen, die sich jenseits der Modder zeigten. Die Hauptgefahr scheint aber jetzt von Süden zu drohen. Es verlautet bestimmt, daß eine Anzahl feindlicher Truppen in der Nähe der Bahnverbindungslinie zwischen Springfontein und Bloem- sontein umherschwärmen. Roberts hat General Gatacre beauftragt, jedem Versuch des Feindes, die Verbindungslinie abzuschneiden, entgegenzutreten. Erschwert wird Roberts Lage noch durch Krankheiten und durch den drohenden Wassermangel. Die zerstörten Wasserwerke bestanden aus einem 250 000 Gallonen Haltenden Becken auf der Spitze des Buschmanskop, aus welchem die Wässer in Röhren von 54 Kilometer Länge mittels natürlichen Gefälles nach Bloemfontein fließen. Die gesammte Anlage hat 2*/a Millionen Mark gekostet. Bloemfontein hat ein großes Refervebasstn, das aus einer natürlichen, ziemlich starken Quelle gespeist wird und unabhängig von der zerstörten Anlage ist. Ob aber das Quellwasser, das für die 20 000 Bewohner Bloemfonteins nicht hinreichte, jetzt für die 40 000 englischen Soldaten genügen wird, ist recht fraglich. Zu alledem kommt die Unsicherheit der angeblich beruhigten Freistaatler. Selbst unter Roberts Augen scheinen sie Fühlung mit ihren Stammesgenossen zu behalten. Der Draht meldet soeben:
Bloemfontein, 5. April. Das Standrecht wurde gestern verkündet. In der Nacht ftnb zahlreiche Bürger unter der Anklage des Einverständnisses mit dem Feinde verhaftet worden. Niemand darf nach 8 Uhr Abends das Haus verlassen. Die Truppen arbeiten mit fieberhafter Ecke an der Anlage von Verschanzungen vor der Stadt. Alle Marinegeschütze fiub auf Anhöhen neben dem die Straßen beherrschenden Fort geschafft. Die Brigaden Knop und Elements sind glücklich eingetroffen. Im Süden stehen feindliche Streiskorps nahe der Stadt.
Einen Begriff von den Schwierigkeiten, mit welchen die Engländer in dem weitläufigen Gelände zu kämpfen haben, geben die Leistungen FrenchS in den letzten Tagen. Während der General gegen den 26. März noch in Thabanchu, 60 Km. östlich von Bloemfontein, gestanden hatte, fand er am 29. März schon wieder in dem Gefecht bei Karee, rund 60 Km. nördlich von Bloemfontein, Verwendung und wurde durch die Umgehung der feindlichen Flanke und daS Feuer der Buren hart mitgenommen. Das glückliche Vordringen der burischen Ostabtheilung brächte ihn aber wieder um die Ruhe, denn bereits am Morgen des 31. mußte er wieder mit dem Rest seiner Kavalleriedivision in einem Gewaltmärsche Broadwood nach den 33 Kilometer östlich gelegenen Wasserwerken zu Hilfe eilen.
Politische Nachrichten.
Berlin, den 5. April.
Se. Majestät derKaiser machte gestern Nachmittag eine Ausfahrt, nahm Abends an einem Diner beim russischen Botschafter Theil und begab Sich heute Morgen nach Potsdam. Hier traf Allerhöchstderselbe um 9 Uhr früh ein und begab Sich nach dem Lustgarten, wo Se. Majestät die Leibkompagnie, die zweite, die fünfte und die neunte Kompagnie des 1. Garderegiments zu Fuß besichtigte. Zum Schluß fand ein Parademarsch des ganzen Regiments statt. Der Besicht'gung wohnten die in Berlin anwesenden fremdländischen Offiziere bei. Sodann begab Sich Se. Majestät der Kaiser nach dem Regimentshaus des 1. Garderegiments zu Fuß und nahm daselbst das Frühstück ein.
Die amtlichen Protokolle über die Sitzungen der Budget-Kommission des Reichstages am 27., 28. und 29. März mit der Tagesordnung: Berathung der Flotten-Vorlage sind kürzlich den Kommissions - Mitgliedern zugegangen. Wo die Natur der Sache es verlangt, wird der Charakter der Vertraulichkeit gewahrt, so daß wichtige Auseinandersetzungen von Negierungs-Vertretern nur mit einem Satze ange- deutet werden. Dagegen werden einige Reden des Schatzsekretärs Frhrn. v. Thielmann, namentlich sofern sie sich auf die Deckungsfrage beziehen, eingehender behandelt. Die über die Steigerung der Reichs-Einnahmen in den letzten Jahren abgegebene Erklärung des Frhrn. v. Thielmann ist dem Protokoll beigelegt. Demnach hat die Ist- Einnahme der Zölle, Steuern und Aversen (ohne Getreide-Zölle und Lotterie-Stempel) betragen 1895/96 613,9 Millionen Mark; 1896/97 647,1 ; 1897/98 670,8; 1898 709,9; 1899, nach Dezember veranschlagt, 744 Millionen Mark. Mit Getreidezöllen und Lotterie-Stempel belief sie sich auf 733, 796,9 800, 855, 866 Millionen Mark. Die andern Reichs-Einnahmen zeigen gleichfalls bedeutende Steigerungen.
Der Kaiser hat dem Oberbürgermeister von Köln folgendes Telegramm geschickt: »Es soll auf Meinen Befehl in diesem Frühjahr eine Torpedoboots-Division den Rhein hinauffahren. Dieselbe hat Ordre, Köln an- zulaufen und vom Meere einen Gruß zu überbringen. Im empfehle sie den gastfreien, lebensfrohen Bürgern Kölns. Alaaf. Köln!" Der Oberbürgermeister sandte alsbald ein Dank-Telegramm ab, daß Köln sich freue, die Division begrüßen zu können, sie sei eines guten Empfanges sicher.
Der Kronprinz erhält bis zu seiner Einstellung in das 1. Garde-Regiment, die an seinem Geburtstage, am 6. Mai, erfolgen wird, täglich mehrere Stunden Unterricht in der Taktik, Waffenlehre, Artillerie- und Ingenieur-Wissenschaft und andern im Lehrplan der Kriegsschulen vorgeschriebenen militärischen Wissenschaften.
DaS preußische StaatSministerium hat beschlossen, die R e a l g y m n a s i a l - A b i t u r i e n t e n z u m in e d i - z i nischen Studium zuzulassen. Die Bekanntmachung der vei änderten Bestimmungen über die ärztliche Prüfung steht unmittelbar bevor.
Die Bestimmungen über die Vornahme einer Volkszählung am 1. Dezember 1900 sind nunmehr vom Bundesrath getroffen. Im allgemeinen entsprechen sie den Anordnungen früherer Jahre. Außer der ortS- anwesenden Bevölkerung werden diesmal auch die Personen, welche sich am l. Dezeniber 1900 aus deutschen Seeschiffen in fremden Häfen oder in Fahrt befinden, gezählt. Die Ausführung dieser Zahlung erfolgt durch da» kaiserliche statistische Amt, ferner wird diesmal, eine Statistik der Blinden und Taubstummen mit der Volkszählung vereinigt werden. Die land- und forstwuth- schaftlichen Aufnahmen sollen auch eine Zahlung der Obstbäume enthalten; ferner sollen Ermittelungen statt- finden über Besitzstand, Ertrag, Bestand und Betriebsarten der Forsten. Zur Ermittelung des im Jahre 1.100 gewonnenen Honigs wird empfohlen, in den Viehstands- schätzungS-Bezirken Bienenzüchter-Bereine heranzuziehen.