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Amtlicher Theil.
5 rsfelb, den 1. April 1900.
Hinsichtlich des Fischerei-Betriebes bringe ich nachstehende B stimmungen in Erinnerung.
Nach der Verordnung vom 8 August 1887 (Ges. Samml. S. 441) ist der Betrieb der Fischerei von Samstag Abend 6 Uhr bis Sonntag Abend 6 Uhr verboten. (Wöchentliche Schonzeit.) °
Ferner ist der Betrieb der Fischerei während der Zeit vom 15. Oktober Morgens 6 Uhr bis 14 Dezember Abends 6 Uhr (Winterschonzeit) in sämmtlichen Neben- gewässern der Fulda und Werra, mit Ausnahme der Haune von ihrem Einfluß in die Fulda an bis zum | Einfluß der Bieder, nur mit ausdrücklicher Genehmigung ' des Regierungs-Präsidenten zulässig.
In der Fulda und Werra, sowie in der Haune von ihrem Einfluß in die Fulda an bis zum Einfluß der Bieder, ist während der Zeit vom 10. April Morgen» 6 Uhr bis zum 9. Juni Abends 6 Uhr (Frühjahrsschonzeit) die Fischerei nur an 3 Tagen jeder in die Schonzeit sollenden Woche, von Montag Morgen 6 Uhr be- ginnend und Donnerstag Morgen 6 Uhr schließend, gestattet, doch darf gemäß der RegierungS-Polizei-Ver- ordnung vom 12. März 1890 (Amtsblatt Seite 57) in der Fulda und Werra auch während der Frühjahrsschonzeit in der Zeit von Montag Morg-n 6 Uhr bis Donnerstag Abend 6 Uhr die Fischerei nicht betrieben werden, soweit nicht der RegierungS-Präsident im Einzelnen gewerbsmäßigen Fischern oder solchen Fischern, welche die Fischerei in einer größeren Gewässer- strecke rationell betreiben, Ausnahmen gestattet.
I- 1711. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.
• Eine Spielschuld.
Erzählung von M. C o l l i n S.
(Fortsetzung.)
Ü Einen Augenblick zögerte Jack, dann fragte er be« sorgt :
»Sie ist doch nicht krank?"
„Nein, so eigentlich krank nicht, aber sie welkt wie eine Blume dahin.
Jack zuckte schmerzlich zusammen. Er liebte Lilli noch Mmmer mehr als irgend ein anderes menschliches Wesen aus Erden.
| Mit jeder Faser seiner Seins hing er an ihr, und nun, er in die alten Verhältnisse zurückgekehrt, zog es ihn »nt zehnfacher Kraft zu ihr hin.
H »Erlauben Sie mir, Sie zu sehen!" bat er dringend.
„Nein, sie will er nicht, und sie hat recht! E» käme nrcht« Gutes dabei heraus!" entgegnete Frau Bartsn traurig.
M Jack warf feine frisch ungebrannte Cigarre zum Fenster hinaus und starrte düster vor sich hin, "während die alte Frau ihn mit einem wehmütig-mit- "'^»en Blicke streifte, und sich dann vorbeugte, um
Hersfeld, den 2. April 1900.
Im Laufe des Monats März d. Js. sind folgende Jahres-Jagdscheine ausgestellt worden:
1. Am 29. März für den Kaufmann Herrn Julius Kehr in Hersfeld.
2. „ „ „ „ Bierbrauer Herrn Oskar Wolff daselbst.
Bestehender Vorschrift gemäß wird solches hierdurch veröffentlicht.
Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.
Politische Nachrichten.
Se. MajestälderKoiserbesichtigte ant Freitag Nachmittag das Koffaksche Gemälde in Schloß Mondbijou, unternahm darauf einen Spazierritt und erledigte später RegierungSangelegenheiten. Abends wohnte Se. Majestät der Vorstellung im königl Schauspielhause bei. — Heute Morgen unternahm Se. Majestät den gewohnten Spazier- gang im Thiergarten und hatte darauf eine Besprechung im Auswärtigen Amt mit d-m Staatssekretär, Staats- mihlster Grafen v. Bülow.
Die Kaiserin hat das Protektorat über die in Berlin im Jahre 1901 bei der Feier des 50 jährigen Bestehen» der Berliner Feuerwehr zu veranstaltenden internationalen Ausstellung für Feuerschutz und Feuer- Rettungswesen übernommen.
Die dem Kaiser geschenkte Hohkönigsburg bei Schlettstadt ist zur Aufnahme eines historischen Museums bestimmt, welches die Geschichte, die Volkskunde und die Eigenart des Elsaß veranschaulichen soll. Die Wiederherstellung der gewaltigen Ruine wird bald in Angriff genommen.
Der Bundesrath hat dem Gesetz-Entwurf über die Bestrafung der Entziehung elektrischer Kraft nach den Beschlüssen des Reichstages zugestimmt, ebenso dem Protokoll der zuständigen Ausschüsse über die Erweiterung des Hamburgischen Freihafen-Gebiet».
Wie im Abgeordnetenhause, so sind auch im p r e u ß i - schen Herrenhaus« die Impfungen mit Syphilis- Serum, die der Breslauer Professor Reißer an Kindern vorgenommsn hatte, scharf verurtheilt worden. Ober- Bürgermeister Bender-BceSlau fand zwar die Behandlung dieser Angelegenheit im Parlament recht bedenklich. Freiherr v Maltzan verlangte dagegen, daß die Schmach dieser Impfungen von der deutschen Wissenschaft genommen werde. Freiherr v. LuciuS-Ballhausen, der frühere Landwirthschastsminister, sagte: Die BreSlauer
im Schankzimmer irgend etwas mit Interesse zu beobachten.
Nach einer Weile rückte sie ihren Stuhl nahe an den Jacks und begann leise zu ihm zu sprechen:
„Junger Herr, möchten Sie nicht versuchen, ihr die Geschichte auszureden und wieder gut zu machen, was Sie an dem Kinde verbrochen? . . . Sie könnte noch glücklich werden; in der letzten Zeit haben sich mehrere gute Bewerber gemeldet, aber sie schlägt sie alle aus. Da ist Herr Harsocd,der neue Schullehrer, ein liebenswürdiger, wohlhabender, gebildeter junger Mann. Er betet den Boden an, den ihr Fuß betritt. O, Herr Jack, soll ihr junges Leben wirklich für immer zerstört sein? Können Sie uns nicht helfen !"
„Ermöglichen Sie mir eine Unterredung mit Lilli!" entgegnete Jack, der aufmerksam zugehört hatte. „Was ich ihr zu sagen habe, wird vielleicht ihr und mir helfen!"
„Seit sie weiß, daß Sie wieder zu Hause sind, hat sie ihr Zimmer kaum verlassen. Sie will Sie um keinen Preis sehend
„Gehen Sie zu ihr und sagen Sie ihr, daß ich ihren Rath und Hilfe brauche!" bat Jack ernst. „Und indem sie mir hilft, wird sie vielleicht sich selbst helfen."
Vorkommnisse haben mit Recht Erregung hervorgerufen. Zu solchen Experimenten dürfe niemand genöthigt werden, der nicht darein gewilligt habe. Aehnliche Versuche habe man ja früher in Paris vorgenommen, aber dort hätten sie die Professoren an sich selbst oder an ihren Assistenten gemacht. Keinem Parlament könne man es verwehren, sich mit der Erörterung solcher Vorkommnisse zu beschäftigen, die die Oeffentlichkeit in so großem Maße erregten. Am Freitage kündigte der LandwirthschastS- Minister einen Gesetz-Entwurf gegen die Vernichtung der Privat-Waldungen an, bezweifelte aber, daß derselbe noch in dieser Session kommen könnte.
(Die Wieder-Eröffnung der Berliner Produkten-Börse.) In aller Stille ist in diesen Tagen ein Friede geschloffen worden, der einen beinahe vierjährigen, zum Theil erbitterten Kampf beendet: Die Berliner Produkten-Händler haben den Widerstand gegen das Börsengesetz vom 22. Juni 1896 aufgegeben und damit die Pforten der Produkten-Börse wieder erschlossen. Die Gesetzespartei hat einen vollen Sieg davon getragen; sie hat es durchgesetzt, daß von nun an in dem Vorstände der Produkten-Börse neben den Vertretern der Händler fünf landwirthschaftlichr Vertreter sitzen werden. Die Geschichte dieses Kamp,es ist nicht uninteressant. Das Börsengesetz vom 22 Juni 1896 erwies sich dem Speku- lantentbum gegenüber als zweischneidige Waffe; es untersagt nicht nur den Börsen Terminhandel in Getreide- und Mühlen-Fabrikanten, sowie in Antheilen von Bergwerk»- und Fabrik-Unternehmungen, sondern schreibt auch zur Erzielung einer der thatsächlichen Marktlage entsprechenden einwandsfreien Preis-Notierung die Mitbe- thriligung von landwirthschastlichen Vertretern an der Verwaltung der Börsen vor. Die Aussicht, von den kernfesten Hütern der vaterländischen Scholle ständig beaufsichtigt zu werden, war den Börsianern sehr unangenehm und ließ sie auf Mittel sinnen, sich dem so lästigen Zwange zu entziehen. Die Herren wollten durchaus unter sich bleiben; deshalb begannen sie gegen das neue Gesetz zu „streifen". Eines schönen Abends zogen sie aus der bisherigen Börse aus und erschienen am nächsten Morgen in dem gegenüberliegenden Feenpalast. Sie meinten, dem Gesetze dadurch ein Schnippchen schlagen zu können, daß sie sich an der neuen Ställe ihrer Wirksamkeit in freie Vereinigung-» ohne äußerliche börsenmäßige Organisation zusammeathaten. Dies gesetzwidrige Treiben ging eine Zeit lang gut, bis ihm plötzlich der Oberpräsident der Provinz Brandenburg ein Ende machte durch die im Namen des preußischen Handels- mintsterS an den Vorstand des Vereins Berliner Getreide- unb Produkten-Händler gerichtete Aufforderung, für die im Sinne des Gesetzes als Börse zu erachtenden freien
„Glauben Sie, junger ^err ?"
„Ja, zuversichtlich!"
Sein Ton war so treuherzig und frei, daß die alte Frau sofort ihren Strickstrumpf niederlegte und zu ihrer Tochter eilte.
Jack benützte die Zeit, um wieder in die Schankstube zu treten und sich neugierig dem jungen Schulmeister zu nähern, der offenbar in Frau Bartons Gunst stand. Daß Lilli bei ihrer tiefangelegten Natur kein zweites Mal lieben würde, wußte er, aber sie konnte ja heiraten, um ihren Eltern damit eine Freude zu bereiten, damit wäre die beste Lösung aus allen Schwierigkeiten gefunden. Freilich empfand er einen heftigen Schmerz bei diesem Gedanken, aber der mußte überwunden werden. Auch er brächte ja Drusilla keine Liebe in die Ehe mit, sein und Lillis Schicksal würde sein, sich lieben lassen. Har- ford, den er in ein Gespräch verwickelte, hatte weder ein vornehmes Aussehen, noch vornehme Manieren, aber er schien Verstand und ein bedeutendes Wisse» zu haben.
Tief aufseufzend begab sich Jack wieder zu Frau Barton, die von ihrer Mission zurückgekehrt war.
„Es hat schw-r gehalten, Lilli zu überreden, Sie wiederzufehen," flüsterte ihm Frau Barton zu. „Wir sollen sie drunten im Garten erwarten. Ich begleite