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fontein organisiert ist und vollständige Ruhe in den besetzten Gebieten herrscht. Und gleichzeitig meldet Daily Mail", das Heer Bullers würde sich bereit halten, gegen Anfang April die Bewegungen aufzunehmen. General Buller soll beauftragt worden sein, die Buren in Schach zu halten und die Natalgrenzen. die Pässe und die Eisenbahn-Uebergänge zu besetzen, während Lord Roberts mit 60000 Mann und bedeutender Artillerie gegen Prätoria vorgeht, wo er gegen Mitte Mai einzu- treffen gedenkt. Die Verpflegung der englischen Truppen wird, so hofft man, durch die mit den Häfen von Port Elisabeth und East-London in Verbindung stehenden Eisenbahnen ohne besondere Schwierigkeiten vor sich gehen.

Nur noch kleine Nachträge stören heule den Zustand der Ruhe, der thatsächlich über den englischen Heeren zu liegen scheint. Vom rechten Flügel der englischen Kaparmee meldete gestern Abend dieTimes": Komman­dant Olivier hat sich in der Richtung auf Kroonstad zurückgezogen, nachdem er zuvor in Rouxville alle ver­fügbaren Lebensmittel requiriert und die Einwohnerschaft in Noth zurückgelaffen hatte. Und ein Telegramm des Daily Chronicle" berichtet dazu aus Bloemsontein vom 17. d. Mt«.:Kavallerie ist ausgesandt worden, um das Kommando OlivierS zuentwaffnen". In Kroonstad findet ein Kriegsrath statt.

Damit wäre also wohl das letzte Burenkommando von der Oranjelinie zu der burischen Hauptarmes abgezogen.

Etwas skeptisch wird man die Berichte über die Beruhigung" der Freistaatler betrachten müssen.Vor dem Polizeibureau in Bloemsontein", schreibt der Bericht­erstatter derDaily Mail",stehen die Buren in langer Reihe und liefern die Waffen ab. 500 sind bereits ab- gesertigt. Im ganzen Lande wurden heute (am 16.) 2500 Gewehre niedergelegt. Man berechnet hier im Anschlüsse an die jüngst in Prätoria ausgegebenen amt­lichen Ziffern, nach denen die Buren bis zum Entsatz von Ladysmith 4500 Mann verloren haben, daß seitdem weitere 1500 bis 2000 Mann an Todten und Verwun­deten, über 5000 Gefangene und annähernd 10 000 Mann aus dem Oranje-Freistaat infolge stillen Abgangs oder offener Uebergabe von der Kriegsstärke der Buren abzu- ziehen seien". Das ist natürlich im Al Freskostil der Daily Mail" gesprochen. Sie sollte sich lieber um die Abgänge im englischen Heere kümmern. Das Mitglied der kanadischen Expedition des Rothen Kreuzes, Ryerson, telegraphiert aus Kimberley vom 16. ds.:Er liegen hier 1000 Mann krank und verwundet darnieder. Ich habe 90 Betten aufgestellt. Die Geiammtzahl der in verschiedenen Hospitälern Südafrikas in Pflege befind­lichen verwundeten und kranken Soldaten aller Grade beträgt 17 000!" Allerdings sollen im März noch 38 000 und dann gar noch im April 18000 englische Truppen nach Kapstadt eingeschifft worden sein bezw. werden. Aber die wirklichen Soldaten darunter dürften höchstens hinreichen, die Lücken zu füllen!

Politische Nachrichten.

Berlin, den 20. März.

Ihre Kaiserlichen Majestäten unternahmen gestern Nachmitttag eine Spazierfahrt. Abends wohnte Se. Majestät der Kaiser der Festvorstellung im könig­lichen Opernhause bei. Heute Morgen machten Beide Majestäten im Thiergarten den gewohnten Spazier- gang. Ins königliche Schloß zurückgekehrt, hörte Seine Majestät der Kaiser die Vorträge des Chefs des Militär- kabinets, Generaladjutanten, Generals der Infanterie von Hahnke, des ChefS des Admiralstabes der Marine, Vizeadmirals von Diederichs und des Chefs des Marine- KabinetS Vizeadmirals Freiherrn von Senden-Bibran. Um 1 Uhr nahm Se. Majestät militärische Meldungen entgegen. Abends wird Allerhöchstderselbe das Diner

wenn du eine Zeitlang von hier sortgingest, in der Fremde würdest du leichter vergessen. Wenn man so jung ist wie du, kann man die Liebe überwinden. Die Zeit heilt alles."

Es mag sein," sagte Lilli gefaßt,aber ich muß eben Zeit haben."

Das ist selbstverständlich, jede Wunde muß ver­narben können, allein die deinige kann es nicht, sie wird täglich schlimmer statt besser. Du darfst dich wegen des thörichten Jungen nicht zu Tode grämen, er verdient es gar nicht. Denk an deine Mutter, der du das Herz brichst. Darf ich mit ihr beraten, wohin wir dich schicken.

Wenn Sie es so wünschen, ja, aber ich fürchte, meine Mutter würde sich noch mehr grämen, wenn ich fort wäre, und ich glaube nicht, daß mich mein Vater entbehren kann. Sie wissen doch, daß ich noch nie vom Hause fort war."

Lady Agnes seufzte.Welches Elend hat doch mein Sohn in euer friedliches Dasein gebracht! Was kann ich für dich thun, mein liebes Kind?"

Nichts," entgegnete Lilli sanft.Für meine Wunde giebt es keine Heilung ; sie gehört zu denjenigen, die man nicht berühren darf, wenn sie nicht von neuem bluten sollen. Liebe Lady Agnes, lassen Sie mich still dulden bar ist die größte Wohlthat, die Sie mir erweisen können."

Sie sagte dies nicht wie eine Untergebene zu der Vorgesetzten, sondern wie ein Weib zum andern spricht. Lady Agnes fühlte sich von der Tiefe der Verzweiflung, die aus diesen Worten klang, so erschüttert, daß sie Lilli weinend in ihre Arme schloß.

bei dem Chef des Generalstabes der Armee, Generalad­jutanten, General der Kavallerie Grafen v. Schlieffen einnehmen.

Die A k a d e in i e der Wissenschaften hat in diesen Tagen ihr 200jähriges Bestehen gefeiert. Neben den Staatsbehörden waren von nah und fern, aus dem Inlands und dem Auslande, Vertreter gelehrter Institute und Körperschaften nach Berlin gekommen, um an der Feier theilzunehmen. Auch der Kaiser hatte es sich nicht nehmen lassen, das Fest durch seine Anwesenheit zu ver­herrlichen zum Zeugnis, wie hoch er die Schöpfung seiner Vorfahren Friedrich» I. und Friedrich« des Großen ehrt, und daß er in ihr einen Ruhmestitel seiner Regierung sieht.

Der Productionswerth der deutschen Tabak- Industrie ist auf 325 Millionen Mk. ermittelt. Da­von entfallen 250 Millionen Mark aus die Cigarren- fabrikation.

Der Beginn der Ost erfe ri en für Reichstag und Landtag ist für den 5. und 6 April in Aussicht genommen.

Der Kaiser hat über die Beurlaubung deutscher Offiziere nach Frankreich folgende besonderen Bestimmungen getroffen: Urlaub nach oder in die un­mittelbare Nähe von befestigten Orten der Ostgrenze (z. B. Verdun, Toul, Nancy, Belfort, Spinal, Reims und Langres) darf nur unter ganz besonderen Verhältnissen, etwa zum Besuch naher Verwandten, Zertheilt werden. Unter Hinweis auf die Bestimmungen des französischen Spionage-Gesetzes soll jedem Offizier vor Beginn seines Urlaubs eingeschärft werden, sich jeder, auch nur im ent­ferntesten verdächtigen Handlung zu enthalten und nie­mals in den Gasthoss- und polizeilichen Anmelde-Listen Namen, Stand und Staatsangehörigkeit zu verschweigen oder falsch anzugeben. Jeder Offizier ist verpflichtet, sich innerhalb 24 Stunden seines Aufenthaltes in Gar­nisonen beim dienstältesten Offizier oder auf der Komman­dantur, in Paris außerdem bei der deutschen Botschaft persönlich unter Angabe der Wohnung zu melden.

Ueber den Gesundheitszustand im deutschen Schutzgebiet von K i a u t s ch o u liegen jetzt wesentlich bessere Nachrichten vor. Nach Berichten, welche kürzlich hier eingetroffen sind, ist der Gesundheitszustand der Kolonie Tsiangtau im Monat Januar ein sehr günstiger gewesen. Die große Kälte hatte einige Erkältungskrank­heiten im Gefolge, doch war sowohl die Zahl wie die Heftigkeit ihres Auftretens eine auffallend geringere, wie dies unter gleichen Umständen in Deutschland der Fall gewesen wäre. Ruhr und Typhus sind nur in verein­zelten Fällen vorgekommen.» Unter dem zahlreichen Per­sonal der deutschen Eisenbahn und Bergbau Unterneh­mungen waren während des Monats Januar nur wenige Erkrankungen, und zwar nur von kurzer Dauer zu ver­zeichnen.

Das römische BlattOffervatore Cattolico" tritt heftig gegen die katholische Presse Frankreichs auf, welche die regierungsfreundliche Haltung b e s deutschen Centrums in der Flottenfrage bemängelt. DerOffervatore" ruft aus :Kein französischer Katholik würde gegen eine Vermehrung der Flotte seines Landes protestieren, und ihr wagt den deutschen Katholiken das­selbe Recht zu bestreiten t In Deutschland handelt es sich nicht umTräume" des Kaisers, sondern um eine nationale Sache, der das Volk seine ausrichiigsten patriotischen Sympathien widmet. In der That, ohne eine starke Flotte giebt es heutzutage keine wirthschaftliche Macht mehr, was England und Frankreich längst erkannt haben." Das Blatt schließt mit dem Ausdruck des Ver­trauens in die Einsicht des Centrums.

«uslanv.

Gegenüber einer Meldung des PariserGaulois," wonach sich Deutschland zur Intervention im süd­afrikanischen Kriege mit bet französischen Re­gierung in Verbindung gesetzt haben soll, erfährt die

Mädchen, du mußt dich fassen! Ich erinnere mich, daß du mir damals im Walde sagtest, eine Trennung von Jack würde dich tödten. Ich glaube dieser Gedanke hat sich in deinem Gehirn festgesetzt und wird dich noch ernstlich krank machen."

Keine Furcht, Lady Agnes!" entgegnete Lilli,unbewußt lächelnd. Nicht das ist's! Ich kann einfach ohne Jack nid)t'leben, mit ihm ist Licht und Sonnenschein aus meinem Dasein gewichen, und deshalb leide ich. O, welche Qual, ihn nicht zu sehen, seine Stimme nicht zu hören! Ver­zeihen Sie, daß ich so spreche!" Sie brach in krampf­haftes Schluchzen aus.

Lady Agnes blickte stumm und verwirrt auf das heftig erregte Mädchen. Einen so elementaren SchmerzenS- Ausbruch hätte sie dem zarten Geschöpf gar nicht zu- getraut, und es trat einer jener Augenblicke ein, wo man nicht« anders thun kann, als schweigen.

XL

Bertha sah Drusilla bis zum Nachmittag-thee nicht wieder, der in der schönen, eichengetäselten Halle einer Zierde des Schlosse« eingenommen wurde. Als sie, von ihrer Spazierfahrt zurückkehrend, daselbst eintrat, fand sie Drusilla am Theetisch beschäftigt, während Jack die vollen Tassen und Kuchen herumreichte. Er schien für den Augenblick alle Unruhe und Sorge abgestreist zu haben. Mit seinen launigen Einfällen unterhielt er die ziemlich zahlreiche Gesellschaft, und niemand ahnte, daß dieserSalonlöwe" noch vor einer Stunde sich mit Todesgedanken getragen. Er war eben zn stolz, seine Verzweiflung merken zu lassen. Bertha wanderte sich gar nicht, ihn bei so guter Laune zu

Nat.-Ztg." von zuverlässiger Seite, daß seit den Ver­handlungen, die nach dem deutsch-französischen Kriege zwischen dem Fürsten Bismarck und Jules Favre geführt worden, zu keiner Zeit weder unmittelbar noch mittelbar zwischen einem deutschen und einem französischen Staats­mann eine vertrauliche politische Unterhandlung stattge- funden habe. Die deutsche Regierung habe auch zu keiner Zeit irgend welche Intervention aus Anlaß des gegenwärtigen Kriege« gewünscht oder versucht. Die Nat.-Ztg." weist auch die französischen Bemühungen zurück, zwischen Deutschland und England Unfrieden hervorzurufen, und sagt:Daß derartige Treibereien noch wenige Tage vor der Eröffnung des großen Friedenswerkes" der Weltausstellung sich abspielen können, ist jedenfalls ein'bemerkenswerthes Symptom, das wohl geeignet ist, eigenthümliche Ausblicke für später zu eröffnen.

Einem New-Aorker Bericht zufolge hat sich die Lage auf den P h i l i p p i n e n für die Amerikaner wieder schwierig gestaltet. Die Philippiner haben sich, wie verlautet, von neuem zu einem Kleinkrieg vorbereitet, und warten nur auf den Eintritt der Regenzeit. Zwei

amerikanische Berichterstatter, die mit Empfehlungsbriefen 1 der Tagalen - Führer versehen da» Innere durchstreiften, l berichten, die Bevölkerung mache gar kein Hehl dar-! 1 aus, daß sie die Aufständischen auf alle mögliche: ! Weise unterstütze und in stetem Verkehr mit Aguinaldo stehe. I

W Provinz und

* Die Polizeistunde in Bahnhofsrestaurationen, i Das Kammergericht in Berlin hat in einem Spezialfalle endgiltig entschieden, daß die von den Polizeiverwaltun- .! gen erlassene Vorschrift über die Polizeistunde auch für i die BahnhofS-Restaurationen Giltigkeit hat. Nur dem ; 1 reisenden Publikum darf nach der Polizeistunde noch i

wurde

Speise und Trank verabfolgt werden. Der Einwand s der betreffenden BahnhofSrestaurationspächterin (in Ben- < rab), daß sie es ihren Gästen doch nicht ansehen : könne, ob sie die Eisenbahn benutzt haben oder nicht, -":ti vom Gericht nicht für stichhaltig anerkannt. In 1

einem rateur

kleineren Orte könne es dem Bahnhoss-Restau- h ( unmöglich entgehen, ob er reisendes Publikum i

oder Gelegenheitsbesucher aus der Stadt vor sich habe. .

Hersfeld, 21. März. Ein Urtheil, das für I Miether sowohl wie für Vermiether wichtig ist, hat da» i Wiesbadener Amtsgericht gefällt. Der Hausbesitzer R., > der früher das Schließen und Oeffnen der Hausthür l regelmäßig selbst besorgte, unterließ das plötzlich. Als gütliche Vorstellungen der Miether von R. mit der Redens- ! art abgethan wurden, er sei nicht ihr Hausknecht, wurde ! er verklagt. Das Gericht entschied:Dem Beklagte« > wird bei Meldung einer Strafe von 50 Mark für jeden < Zuwiderhandlungsfall aufgegeben, die Hausthür in der f f Zeit vom 1. Oktober bis 1. April des Vormittags fpä- 5 testens um 7 Uhr, in der Zeit vom 1. April bis 1. Ok- i tobet spätestens um 6 Uhr zu öffnen und die Kosten des i Rechtsstreites zu tragen. i

3: Hersfeld, 21. März. Am Montag fand, wie I wir schon in voriger Nummer berichteten, am hiesigen Königlichen Gymnasium unter dem Vorsitz des Herrn ! Direktor Dr. Duden die mündliche Reifeprüfung statt. ' Derselben hatten sich 19 Oberprimaner unterzogen, die ? ! sämmtlich bestanden.

Hornberg, 19. März. Im hiesigen Königlichen Lehrerseminar fand vom 10. bis 16. März die diesjährige Entlassung» Prüfung statt. Der schriftliche Theil derselben währte bis zum Mittwoch voriger Woche. Es waren folgende Aufgaben zur Bearbeitung gestellt worden: Pädagogik: Comenius und Rousseau (ein Ver- gleich). Religion: Ein Lebensbild Mose (Oberstufe). I Mathematik: z Ausgaben aus dem bürgerlichen Rechnen,

sehen; was sie jedoch in Erstaunen setzte, war dir fast verklärte Ausdruck in dem wenig anziehenden Antlitz Drusillas. Was mochte derselbe zu bedeuten haben? Vergeben« grübelte sie darüber, während sie sich in dem bequemen Lehnstuhl niederlieb und mit der Miene einer Königin von Dane eine Tasse Thee entgegennahm, den sie trotz aller Zweifel, die sie beunruhigten, behaglich schlürfte. Sie besaß ein so unbegrenzte« Vertrauen zu sich selbst und zu ihrem Schicksal, daß sie überzeugt war," irgend ein günstiges Ereigniß werde eintreten, Jack mit- sammt seinen Tollheiten ihr aus dem Wege räumen und es ihre ermöglichen, ihren Triumphzug unbeirrt fortzusetzen.

(Fortsetzung folgt.)

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Berlin, 20. März. Durch einen Vergleich voc dem Einigung-amte des Gewerbegerichts ist heute Abend der Ausstand in der Berliner Holzindustrie, an welchem 15 000 Arbeiter betheiligt gewesen, beendigt. Die Arbeit wird Montag wieder ausgenommen, falls die Organi­sationen der Arbeitgeber und der Arbeiter den Vergleich gutgeheißen.

In Löbitz bei Naumburg erhängte sich der GutSauSzügler Opitz. Kürzlich erhielten feine Kinder Briefe des Inhalts, daß ihr Vater gestorben fei und ant vorigen Sonntag beerdigt werde. Sie fanden sich mit Kränzen ein, um ihrem Vater das letzte Geleit zu gebe», und waren nicht wenig erstaunt, ihn lebend anzutreffem Nun hat sich wahrscheinlich der alte Mann über den ganzen Vorfall * so aufgeregt, daß er am 17. b. M. da» Haus verließ und sich erhängte. Nach dem anonymen Briefschreiber wird geforscht.