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Sratt-beUagen r „SUnftrirtes Sonntag-blatt" «. „IUnftrlrte lanvwirthschaftllche Veilage".
Sr. 33.
$i* im 20. Mr;
1900.
Amtlicher Theil.
Hersseld, den 15. März 1900.
Für die Veranlagung, Hebung und Ablieferung der Beiträge an die L a n d w i r t h s ch a f t S k a in m e r sind fortab nachstehende Vorschriften maßgebend:
L Die je einen beitragspflichtigen Gesammtbesitz aus» machenden Forensalbesitzungen werden in denjenigen Gemeinden zur Beitragsleistung veranlagt, in deren Gemarkung sie gelegen sind.
2. Aller übrige im Bezirke der Kammer gelegene Foren- salbesitz wird zur Beitragsleistung veranlagt und herangezogen am Wohnorte bes Besitzer».
3. Die Veranlagung, die Aufstellung-: der Hebelisten und die Hebung der Beiträge erfolgt durch die Gemeinde- (Guts-) Vorsteher. Diese werden aus die Benutzung der
a. Staatssteuer, und Gemeindesteuer-Listen,
b. bnt Gemeindevorstehern zügehenden Verzeichnisse (Muster IV zu Artikel 37 II der Au-führung«- Anweisung zum Einkommensteuer-Gesetz vom 5. August 1891).
* c, der summarischen Mutterrollen, fowfo der Materialien (Kataster) der landwirthschäftlichen BerufS- genossenschaft hingewiesen dezw. zur Benutzung ermächtigt. Unter Benutzung dieser Materialien ist der Gemeinde-Vorsteher in der Lage, den ge- sammten unter 2, genannten Forensalbesitz zu er» fassen und in die Hebelisten einzutragen.
Die Herren Ortsvorstände des Kreise« haben unter Benutzung des ihnen in Kürze zügehenden Formular« die Hebelisten über die auszubringenden LandwirthschaftS- kammerbeilräge unter Beachtung der dem: Formular aufgedruckten „Bemerkungen" auf Grund bes ihnen zur Verfügung stehenden Materials — wobei in erster Linie die vom Katasteramt alljährlich zu berichtigenden summarischen Mutterrollen als Anhalt dienen können — aufzustellen und da« Sollaufkommen dieser Beiträge von der Gemeinde pp. bi« zum 1. I u l i d. 3 6. mir berichtlich apzuzeigen.
Die für jetzt neu auszustellende Hebelist« hat für h ch s Jahre Gültigkeit, sie ist jedoch alljährlich nach Nückempsang zu berichtigen. In zweifelhaften Fällen kann die Mitwirkung bes Königlichen Katasteramt« hier erbeten werden.
Auch bewirkter Ausstellung bezw. Berichtigung der Hebeliste sind von den OrtSvorständen die Beiträge zu erheben und mit der Hebeliste alljährlich bis zum 1 5. August an die Königliche Kreiskasse hier abzuliefern.
Tine Spielschuld.
Erzählung von M. C o l l i n S.
I (Fortsetzung.) ,
Bertha befand sich zwar durchaus Nicht in Plauder» mmung, aber sie sügte sich ohne weiter« dem Wunsche rusillas, denn sie hatte eine unbestimmte Ahnung, daß rse ihr vielleicht aus der Verlegenheit helfen werde, a« verbitterte Schloßfräulein schien überdies etwas •f dem Herzen zu haben, was sie ihr anvertrauen wollte, ielleicht handelte es sich um irgend ein Familien-Ge- imniß, das ihr — Bertha — Macht verleihen und eä« sie auenutzen konnte. Von diesen unbestimmten Empfindungen beherrscht, hörte sie nur mit halbem Ohr "'s das nervöse, gleichgiltige Geschwätz ihrer Begleiterin. Als sie jedoch mitten in der Allee waren, entzog ihr Drusilla den Arm und sagte ernst: .
»Sagen Sie mir nun, was Ihren Bruder WO. Sie hatten vorhin eine Unterredung mit ihm, unb er wird es Ihnen anvertraut haben. Ich bitte , ’e» Bertha, seien Sie aufrichtig, vielleicht kann tch Hfen."
Sie sti,ß diese Worte sehr hastig, wie von einer '"""» Aufregung bewegt, hervor, und Bertha sah sie
Das Sollaufkommen ist auch für die künftigen Jahre mir bis z u m 1. Juli berichtlich anzuzeigen und dieserhalb das Erforderliche im Terminkalender zu notiren.
Fall« in einer Gemeinde pp. beitragspflichtige Besitzungen nicht vorhanden sind, ist Fehlanzeige zu erstatten.
Der Beitrag selbst beträgt auch ferner bis auf Weiteres '/, °/0 des Grundsteuer-Reinertrag«.
I. 1732. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Bekanntmachung.
Die diesjährigen Frühjahr» - Kontrolyerfammlungen ! im Kreise Hersfeld finden wie folgt statt:
1. Zu Hersfeld 1.
Dienstag, den 3. April 1900, Vormittags 8 Uhr, für die Mannschaften aus der Stadt Hersfeld.
2. Zu Obergeis.
Dienstag, den 3. April 1900, Nachmittag« 8 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Allmershausen mit Hof Hählgan«, Aua, Biedrbäch, Gitter-dorf, Goß- mannsrode, Obergeis, Reckerode, Rotterterodeund Untergei«.
3. Zu Heimboldshausen.
Sonnabend, den 7. April 1900, Vormittag« 11 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Ausbach, Ben- gendors, Friedewald, Gethsemane, Harnrode, Heimbolds- hausen, Herfa, Heringen, Lautenhausen, Leimbach, Lenger«, Röhrigshof mit Nippe, PhilippSthal, Wölfers- Haufen und Unterneurode. *)
4. Zu Scheukleugsfeld.
Sonnabend, den 7. April 1900, Nachmittag« 3 Uhr, für die Mannschaften au« den Gemeinden Conrode, Dün- felrobe, HillartShausen, Malkome«, Motzseld, Oberleng«- selb, RanSbach, Hilmc«, Lamperlifeld, Landershausen, Schenklengrseld, Schenksolz, Unterweisenborn, WehrS- hausen und Wüstfeld.
5. Zu Unterhauu.
Dienstag, den 10. April 1900, Nachmittag» 3 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Eitra, Hilper.
*; Die Mannschaften aus Kleinensee und Widdershausen erscheinen am Freitag, den 5. April Vormittags 11 Uhrjin Hönebach.
bestürzt an. Sie überlegte rasch, wie sie sich verhalten solle, und kam zu dem Entschluß, daß es vorsichtiger sei, sich nicht in die Hände Drusilla« zu liefern, ehe sie diese zu einer offenen Aussprache veranlaßt. Sie richtete daher ihre Augen mit erheuchelter Verwirrung auf ihre Begleiterin, that sehr hilflos und verlegen, brächte aber kein Wort hervor. Wie Bertha vorausgesetzt, unterbrach Drusilla, von Ungeduld getrieben, da« peinliche Schweigen.
Sie werden mich wohl für sehr neugierig, und zudringlich, ja für ungezogen halten, mich, die man feit meiner bittern Erfahrung stets nur zurückhaltend und unnahbar gesunden! Ich habe seit damals niemand geliebt. alle Menschen verachtet; selbst meine Angehörigen waren mir gleichgiltig .... Mit einem- male ist es ander« geworden . ... Ich weiß nicht, wie es kam . . . aber ich will mein Leben nicht länger vertrauern. . ."
Sie schien mehr mit sich selbst als mit Bertha zu sprechen, doch plötzlich ergriff sie deren Hand, sah ihr flehend in die Augen, während sie sortsuhr:
„Ich bitte Sie, Bertha, mir zu vertrauen! Nickt Neugier treibt mich Glauben Sie mir, Sie handeln klug, wenn Sie e« thun! Ich betrachte Sie als meine
Hausen, Holzheim, Kohlhausen, Oberhaun, Roßbach, Rotensee, Sieglos, Unterhaun und Wippershain.
6. Zu Mederaula. * Mittwoch, den 1L April 1900, Vormittag« 11 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Allendorf, Asbach, BeierShausen, Frielingen, GerSdorf, Gershausen, Hattenbach, Heddersdorf, Kemmerode, KerSpenhausen, Kirchheim, Kleba, Kruspi«, Mengshausen, Niederaula, Niederjoffa, Reimbold-Hausen, Solms, Stärklos, WillingS- Hain und Gutsbezirk Engelbach mit dem Hof Sternberg.
7. Zu Hersfeld II.
Mittwoch, den 11 April 1900,
Rachmrt tags 4 Uhr, für die Mannschaften äst« den Gemeinden Kathus, Guts- bezirk Oberrode, Petersberg, Gutsbezirk Wilhelmshof, Sorga, Gutsbezirk Bingarte», Meisebach, Friedlos, Kal- kobe», Reilot, Mecklar, Meckbach, Gutsbezirk Eichhof, Eichmühle, Heener, Rohrbach, Tar« und Hermannshof, Kontrolplatz für Hersfeld I. und IL: Turnplatz am Hain.
Zur strengen Nachachtung für die betheiligten Mannschaften fügt das Bezirkskommando folgende Bemerkungen hinzu:
1. Zu den Frühjahrskontrolversammlungen haben sich alle Mannschaften, welche der Reserve und Marine- Reserve, Landwehr und Seewehr ersten Aufgebots, der Ersatzreserve und Marine-Ersatzreserve angehören, sämmtliche zur Disposition der Ersatzbehörden, soSie zur Disposition der Truppentheile und Marinetheile beurlaubten Mannschaften zu gestellen. Nur diejenigen Wehrmänner und Seewehrmänner, welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1888 eingetreten find und deshalb bei den diesjährigen Herbstkontrolversammlungen zur Landwehr zweiten Aufgebots übertreten, sind von der Frühjahrskontrolversammlung dieses Jahres entbunden.
2. Die Einberufung zu den Kontrolversammlungen findet lediglich durch diese öffentliche Aufforderung und durch Ausrufen in sämmtlichen Ortschaften statt.
Die Nichtbesolgung der Berufung zu den Kontrolversammlungen hat Arrest zur Folge.
3. Die Mannschaften aus einzelnen hier nicht genannten Höfen und Mühlen rc. gehören zu den Ortschaften, zu deren Gemeinde sie zählen.
4. Die Mannschaften haben den Militairpaß und das FührungSattest mit zur Stelle zu bringen.
5. Gesuche um Befreiung von der Kontrolversamm- lung sind rechtzeitig bei dem Hauptmeldeamt des Königlichen Bezirkskommandos in Hersfeld anzubringen und können nur durch da» Bezirks - Kommando genehmigt werde».
Schwester, meine vernünftigere Schwester, der ich mein Herz erschließen möchte!
Bertha überlegte rasch, daß Lady Drusilla, obgleich durch ein trauriges Erlebniß verbittert, schließlich eine edle, vornehme Natur war, die nicht darauf ausging, sich ein Vertrauen zu erschleichen, um es hinterher zu mißbrauchen. Vielleicht war es wirklich klug, sie teilweise ins Vertrauen zu ziehen.
„Nehmen Sie mir meine Zurückhaltung nicht übel, Lady Drusilla! Nicht aus Mangel an Vertrauen zögere ich, Ihnen zu sagen, was meinen Bruder verstimmt, sondern nur, weil e« mir schwer fälll, darüber zu sprechen. E» handelt sich ... er handelt sich — das Wort will mir gar nicht von der Zunge — um eine Spielschuld!"
„Das dachte ich mir!" rief Lady Drusilla fast freudig. „Sagen Sie mir, wie hoch sich dieselbe belauft ? Zögern Sie nicht, — ich frage nur im Interesse Ihre« Bruders."
Bertha nannte die Summe und Drusilla versank in tiefes Sinnen. Sie fragte gar nicht, wem Jack da« Geld schuldete, was Bertha sehr angenehm war. Als sie aufblickte, bemerkte sie Dane auf der Terrasse, wie er spähend seine Blicke umherschweisen ließ. Jetzt sah er die beiden Damen in der großen Allee stehen und lenkte seine Schritteborthin