Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.
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«r. 30
Dienstag Den 13. März
1900.
Vestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt
mit den Gratisbeilagen „Jllustrirtes Sonntagsblatt" «^ „Jllitstrirte landwirthschaftl. Beilage", für den Monat März 1900 werden von allen Kaiser lichen Postanstalten, tandbriefträgeru und von der Expedition angenommen.
Amtlicher Theil.
Hersseld, den 10. März 1900.
Unter dem Rindvieh des Landwirths und Spediteurs k Heinrich Stuckhuidt hier ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.
Es wird hiermit Orts- «ud Gemarkungssperre bis aus Weitere« angeordnet. I. I. Nr. 1629. Der Königliche Landrath Freiherr von S ch l e i u i tz , Geheimer Regierungs-Rath.
Hersseld, den 12. März 1900.
Die Herren Bürgermeister wollen mir bis zum |20. d. M t s. bestimmt anzeigen, wie viel selbst- I ständige Handwerker der einzelnen Gewerbe als Schuster, Schneider, Schmiede u. s. w. in ihren Gemeinden vor- : Handen sind. I. 1560. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Hersseld, den 10. März 1900.
(Nachdem die 2. Trichinen- und Schlachtviehbeschauerin Eva Grein zu Sorga verstorben ist, wird der Bürgermeister Heinz daselbst zum alleinigen Trichinen- und Schlachtviehbeschauer für diesen Ort nebst zugehörigen Höfen bestellt.
8 Der Gutsbezirk Wilhelmshof wird dem Schau» bezirk Petersberg zugetheilt.
In Verhinderungsfällen haben die Trichinen- und
Line Spielschuld.
Erzählung von M. C o l l i n s.
(Fortsetzung.)
Bertha gehörte durchaus nicht zu den vertrauensseligen Naturen, sie wußte immer, was sie wollte, be- l durfte weder eines Rathes noch einer Stütze, und wenn sie einmal mit sich einig war, hielt sie es für Zeitverschwendung, viele Worte darüber zu verlieren. Sie war ein selbstbewußter, berechnender und fester Charakter, ohne ein Spur von Sentimentalität. Es fiel ihr gar ; nicht ein, bei der Wahl eines Galten ihr Herz zu be- 8 fragen ; da hatte nur die Vernunft milzureden, und die sagte ihr, daß Lord Dane der richtige Mann für sie I da er nie den Versuch wagen würde, sich ihrer Leitung und Herrschaft zu entziehen. Sie war fest entschlossen, seinen HeiralSantrag anzunehmen und sich damit eine gesellschaftliche Stellung zu erobern, wie sie ihr gerade paßte.
Ale Dane sich ihr nun zitternd näherte und ihr Herz und Hand anbot, war er sehr überrascht, als sie wohl mit großer Würde, aber ohne viel Ziererei und unnütze Worte beides annahm. Er halte so wenig auf Erfolg gerechnet, daß er es kaum glauben konnte, als er ihr ebenso einfaches wie kurze, „Ja I" hörte.
„Bertha'" stammelte der gutmüthige Mensch in feiner Freude, „ich schwöre Ihnen, Sie glücklich zu machen!
Schlachtviehbeschauer zu Sorga und Petersberg sich gegenseitig zu vertreten; ersterer übernimmt zugleich die Vertretung für K a t h u S und M a l k o m e S.
Die Ortsvorstände der beteiligten Gemeinden haben Vorstehendes auf ortsübliche Weise zur Kenntniß der Ortsbewohner zu bringen.
I. 1626. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.
Hersfeld, den 12. März 1900.
Für die Verwundeten- und Krankenpflege im Transvaalkriege (Kreisblatt Nr. 139/99 sind weiter eingegangen :
von der Gemeinde Aua 7,05 Mk.
„ „ „ Oberhaun 22,70 „
Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Nichtamtlicher Theil.
Jer Stieg in Siilefritn.
In Ermangelung von weiteren Siegesmeldungen vom Kriegsschauplatz tischen die englischen Blätter ihren Lesern allerlei Mittheilungen über die Kriegsmüdigkeit der Oranje-Buren, ja über den Zusammenbruch der feindlichen Streitmacht überhaupt auf. So meldet das „Reuter'sche Bureau" aus Poplar Grove, die Abtheilung Frenchs, welche 10 Meilen vor der Hauptmacht des Feldmarschalls Lord Roberts sich befindet, meldete zurück, daß ihre Front frei vom Feinde sei und jeder Bericht darauf hindeute, daß sowohl die Streitkräfte der Transvaalburen wie auch diejenigen des Freistaates in dem Zustande der Auflösung sich befinden. Der Gesammteindruck sei der, daß dem weiteren Vorrücken der Engländer zwischen Poplar Grove und Bloemfontein ein Widerstand sich nicht entgegenstellen werde.
Diesen englischen, gelinde gesagt, Phantasiebildungen, stelle» wir eine Depesche der „L. N. N." au« London gegenüber, in der es heißt:
Das Erscheinen des Präsidenten Krüger und Steijn im Lager am Modderfluß rief tiefgehende Begeisterung hervor. Die Siegeszuversicht aller Buren ist ungebrochen. Die Stellung bei Abrahamskcaal wird nur gehalten, bis
Sie sollen nie ein unfreundliches Wort von mir hören, td) will ihnen jeden Wunsch erfüllen!"
Sie reichte ihm mit stolzem Kopfnicken, wie znr Bekräftigung feiner letzten Worte ihre Hand.
Spät am Abend versammelten sich die Familienmit- glieder im Budoir von Lady Agnes, um einige« für den künftigen Tag zu besprechen.
Ehe sich Bertha für die Nacht verabschiedete, überraschte sie die Ihren durch die Mittheilung von ihrer Verlobung mit Lord Hazleton. Wie wenn ein Blitz zu seinen Füßen eingeschlagen hätte, sprang Gerard Falconer auf:
„Wahrhaftig, wir leben in einer merkwürdigen Zeit! rief er erregt. „Als ich jung war, hielten Mädchen deines Stande« noch etwa« auf die äußere Erscheinung bei dem Manne ihrer Wahl. Freilich ist Dane eine sogenannte gute Partie, aber ich dachte nicht, daß meine Tochter darauf sehen würde'"
Mir paßt Lord Hazleton ganz gut !" entgegnete Bertha gelassen. Er wird morgen mit dir sprechen, Vater!"
„Dann ist e« überflüssig, daß wir noch weitere Worte darüber verlieren!" meinte der Alte zornig. Bertha nickte stumm.
„Lady Agnes starrte ihre Tochter wie ein unverständliches Rätsel an.
„Jack, der gelangweilt und abgespannt im Schaukelstuhl gelegen, zog bei der Mittheilung BerthaS die Augen« brauen verwundert in die Höhe unb hielt im Schaukeln
das schwere Geschütz aufgestellt und die Hauptstellung eingenommen ist. Tausend bisher Dienstbefreite stellten sich freiwillig. UebetaU bieten sich die Frauen zur Uebernahme des Schutzes im Innern des Landes an, während sie ihre Männer drängen, an die Grenze abzugehen. Frei- staatler wie Transvaaler zeigen unerschütterliche Entschlossenheit und felsenfesten Glauben an den endlichen Sieg. Das Hauptkorps von Ladysmith blieb in Natal bei BiggarSbergen unter Louis Botha'S Oberbefehl. Dewet erhielt den Oberbefehl am Modderfluffe, während Joubert die Gesammtoperationen leitet.
Ein anderer Punkt der englischen Preßbetrachtungen betrifft die Frage der Friedensbedingungen, besonders der künftigen politischen Gestaltung der Burenstaaten. So läßt sich „Daily Mail" aus Prätoria vom 8. März melden: Hiesige hohe Staatsbeamte hab-^.sich in Unterredungen dahin ausgesprochen, daß, wen . England einen Eroberungskrieg führen sollte, die Südafrikanischen Republiken bis zum Aeußersten kämpfen würben, andernfalls glauben sie, daß eine offene Darlegung der Absichten Englands die Grundlage zu Unterhandlungen schaffen würde, da jetzt das Prestige Englands wiederhergestellt sei. Die Präsidenten Krüger und Steijn hätten Montag darüber berathen, ob die obigen Darlegungen, einem au Lord Salisbury zu richtenden Telegramm beigefügt werden sollten. Die Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit beider Republiken sei eine conditio sine qua non.
Der „Standard" dagegen glaubt Grund zu der Annahme zu haben, daß binnen kurzem eine autoritative Kundgebung der englischen Regierung erscheinen werde, durch welche auf« neue die Unmöglichkeit betont wird, den beiden südafrikanischen Republiken solche Friedensbedingungen zu gewähren, welche die Fortdauer ihrer patriotischen und militärischen Unabhängigkeit in sich schließen würden, die zu dem gegenwärtigen kostspieligen und blutigen Konflikt geführt habe.
Wenn nur nicht etwas dazwischen kommt! Das Jingothum Englands sollte etwas vorsichtiger und kleinlauter fein, schon im Hinblick auf die englischen Verlust» Ziffern, die soeben vom KriegsaMt herausgegeben werden. Die bis zum 3. März reichende Tabelle lautet: Todte 1775, Verwundete 7673, Vermißte 3329. Summa der Verluste 12777 Mann.
London, 10. März. Nach einer Meldung der „Daily News" aus Lourenzo Marques vom 8. d. Mts. soll Präsident Krüger in Glencoe vor seiner Reise nach Bloemfontein in einer Ansprache gesagt haben, es fei
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Dane reiste am folgenden Morgen, nachdenk er sich mit den Eltern seiner Braut ausgesprochen hatte, nach Schloß Hazleton ab. Jack und Drusilla begleiteten ihn. Der arme Dane erfreute sich keine« guten Empfange«, denn seine Angehörigen mißbilligten seine Wahl. In den nächsten zwei Tagen regnete eS versteckte Nadelstiche und offene Vorwürse, aber Dane, der neben seiner angeborenen Gutmüthigkeit auch eigensinnig war, blieb standhaft. Um seine Eltern zu bekehren, bat er Bertha, auf unbestimmte Zeit nach Hazleton zu kommen. Sie erwiderte, daß sie erst in sechs Wochen dort eintrdffen könnte.
Jack, der zufällig der einzige Besucher auf dem Schlöffe war, vertrieb sich die. Zeit mit Rauchen, Weiten und Spazierengehen. Die Erinnerung an Lilli verließ ihn keine Minute. Am 20. September überraschte ihn Dane mit der Aufforderung, ihn aus das Jagdschloß ihres gmieinfamen Freundes Rex Harburlon zu begleiten Dane hatte am Morgen wieder einen lebhaften Auftritt