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1960.
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Amtlicher Theil.
Hersseld, den 7. Februar 1900.
Diejenigen Herrn Orttvorstände, welche noch mit Erledigung meiner Verfügung vom 3. Januar 1899 I. A, Nr. 24, Berichtigung der Lifte der Gemeindeglieder und sonstigen Stimmberechtigten sowie Offenlegung der Wählerliste betreffend, im Rückstände MH, werden m i t F r i st b t 6 z u m 1 2. d. M». hieran erinnert.
Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierung««Rath.
Cassel, den 24. Januar 1900.
Nach § 2 der mit meiner Verfügung Dom 1. Dezember vr. Js. — A. II. 13257 — übersandten Großher- zoglich Sächsischen Minifterial < Verordnung vom 20. Oktober 1899 soll über da» Vorhandensein der im § 1 a. u O. für Zughunden vorgeschriebenen Eigenschaften bei nicht im Großheizogthum wohnenden Hundebesitzern, in deren Heimathsorte eine ähnliche polizeiliche Anordnung nicht besteht, der Gemeindevorftand bei zuerst er« rnchten Ortes bei Großherzogthum» entscheiden. Besteht dagegen in dem Hkimäthtoite bei die Grenze überschreitenden Hundebesitzer« eine ähnliche polizeiliche Vor. schrist, wie dies z. B. im Regierungs-Bezirke Cassel der Fall ist, so soll nach einer Mittheilung bei Großherzoglichen Ministerium» die in dem betreffenden Heimatbtorte ausgestellte Bescheinigung als den Vorschriften der Ministerial-Verordnnng vom 20. Oktober 1899 genügend angesehen werden.
Aus Kanne.
Roman von M. H e y.
(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
In angenehmer Unterhaltung ging der Abend dahin.
Die Stimme der Gräfin war noch frisch, und sie saug recht nett einige Lieder, welche Alfred begleitete.
Gustav benutzte die Gelegenheit, den Freund zu fragen, ob er Elsbeth wiedergesehen habe, und Alfred berichtete, daß er mit dem Vater dort gewesen fei. .
»34 habe wenig mit ihr gesprochen," erzählte er, „und habe auch nicht den Versuch gemacht, sie allein zu sprechen.
„Das ist brav von Dir, Alfred," sprach Gustav, dem Freunde die Hand reichend.
Alfred wurde etwas verlegen. Seine Eltern brachen aber aus und so empfahl er sich.
X.
„Wie nur unser Fräulein jetzt aussieht!" sprach Marie eines Tages zu Christian, als sie, wie gewöhnlich in der Feierstunde, in der Küche zufammen- faßen.
„Ja," sprach Christian, „sie ist blaß geworden, ich glaube, sie ist krank."
Das Großherzogliche Ministerium hat mich nun ersucht, zu veranlassen, daß bei etwaigem Grenzverkehre auch die im Großherzogthume Sachsen-Weimar auf Grund der Ministerial-Verordnung vom 20. Oktober 1899 ausgestellten Bescheinigungen als genügend im Sinne der Polizei-Verordnung vom 23. April 1887 (Amtsbl. S. 140) im hiesigen Regierungsbezirke angesehen werden.
Ich ersuche Sie, die Nachgeordneten Polizeibehörden dementsprechend mit Anweisung zu versehen.
Der Regierungr-Präsident. J. V.: von Bremer. An den Herrn Landrath zu Hersfeld.
* * *
Hersfeld, den 5. Februar 1900.
Vorstehendes wird den Ortspolizeibehörden des Kreises zur Nachachtung mitgetheilt.
I. I. Nr. 773. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Rath.
Hersfeld, den 5. Februar 1900.
A m 15. d s. M t S. wird die 4. Rate der für das laufende Jahr zu entrichtenden Kreissteuer fällig und werden die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des hiesigen Kreises veranlaßt, dafür Sorge zu tragen, daß dieser Termin eingehalten wird.
Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz,
Geheimer Negierungs-Rath.
Nichtamtlicher Theil.
In too in SiiinfrifiL
Die Gerüchte von Bullers drittem Vorstoß gegen Ladysmith, die so bestimmt austraten, zerrinnen wieder; ein Tohu Wabohu wiederstreitender Meldungen verschleiert die wahre Sachlage. Das Kriegsamt ließ gestern, anscheinend etwas zu früh für die Bühnenzwecke in West« minster, erklären, daß es keine Nachricht von Bullers Vorgehen habe; „es deute im Gegentheil alles darauf hin, daß die Lage an der Front ruhig und keine sofortige Bewegung zu erwarten sei." Den Kanonendonner erklärt man mit Schießübungen!
Allerdings könnte Buller immer noch über den Tugela gegangen fein; er behauptet, den „Schlüssel" zu Lady- smith in den Händen zu haben und in einer Woche dort
„Und Mittags, wenn der Pastor und seine Frau schlafen," fuhr Marie fort, „dann sitzt sie oft weinend in der Fliederlaube. Sie denkt wohl nicht daran, daß ich sie hier von der Küche aus beobachtest kann; die Laube ist kahl geworden und man kann ganz gut hineinsehen.
„Ich glaube, der junge Herr hat es ihr angethan, meinte Christian, „er ist jetzt lange nicht hier gewesen, und er kam doch früher so oft."
„Darüber grämt sie sich vielleicht," sagte Marie, „wenn ich sie doch fragen könnte, aber sie will es ja Niemand merken lassen, daß sie weint, und ich darf nichts sagen. Ach Christian, da sind wir doch besser b’ran, wir wissen, daß wir uns gern haben, und die Herrschaft weiß es auch, und wenn wir noch ei» wenig gespart haben werden, dann machen wir Hochzeit, Du brauchst Dich nicht zu grämen —"
„Ja," sagte Christian zu seiner Braut, „mit unserer Liebe ist die Sache einfacher, wie bei den vornehmen Leuten." —
Elsbeth hatte sich in der That verändert. Die frische Farbe war von ihren Wangen gewichen und die Augen sahen trübe aus.
Die Mutter hatte in großer Besorgniß den Arzt ge- sragt, doch hatte dieser kein Krankheilssymptom an ElS- beth bemerken können und meinte, sie sei so wenig im Freien. Die Stubenlust tauge nicht für sie, und wenn es auch kälter geworden sei, so möge sie sich doch draußen mehr Bewegung machen.
zu fein. Dann aber hätten Falschmeldungen gar keinen Zweck; denn die Buren könnten durch sie, wenn der Feind zwischen Ladysmith und Tugela steht, nicht getäuscht werden. Nun kann Buller aber wohl die Absicht des Vorstoßes gehabt, und ihn dann doch ausgegeben haben. Auf ersteres deutet vor allem die Meldung, daß „die britische Infanterie" nördlich vom Tugela stehe; daß die Engländer so unvorsichtig sind, einen Theil ihres Heeres ohne Geschütz tagelang zwecklos auf dem Norduser zu lassen, kann man kaum annehmen. Etwas Licht scheint die Nachricht in die Lage zu bringen, daß die Buren das Gras links vom Aliceberg verbrennen. Darnach sind also burische Plänklerscharen über den Tugela gesetzt. Sie bedrohen nicht nur bal der Aufklärung hinderliche Gras, sondern das schwere Geschütz Bullers, dessen Schwerfälligkeit sich noch öfter bemerkbar machen dürste, und die stattlichen Proyiantkolonnen. Unter diesen Umständen hat Buller es vorgezogen, den größeren Theil seines Heeres diesseits zu lassen — und vielleicht ist der andere auch schon wieder herüber! Uedrigen» war in Durban am Montag die Nachricht von einem ernsten Gefecht verbreitet.
Neben diesen beiden Möglichkeiten, eine« völligen und eines theilweisen UebergangS über den Tugela besteht die dritte, daß Buller andere Bewegungen verschleiern wollte, vielleicht einen Abzug nach der Oranjegrenze. Dafür mußte es ihm daraus ankommen, die Buren möglichst lange in der Erwartung eines Vorstoßes um Ladysmith festzuhalten. Endlich aber kann Buller, das kommt dem zweiten Fall und der Wahrscheinlichkeit am nächsten, nur eine Scheinbewegung ausgeführt haben, weil er sich u einem ernsthaften Vorgehen unfähig fühlte!
Schließlich ist noch daraus hinzuweisen, daß Buller in diesen Tagen Verstärkungen erhalten sollte; danach läge ein erneutes Vorgehen ja wieder mehr im Bereich der Wahrscheinlichkeit. Im ganzen wird man heute an- nehmen können, daß es nicht etwas Gutes für die Eng- länder ist, was sie augenblicklich, vielleicht in der Erwartung, daß schon in den nächsten Stunden Verstärkungen ober dergl., die Lage verbessern werden, z» verschleiern suchen. Eine unangenehme Nachricht aus Prätoria hat glücklich, wenn auch mit einigen Verstümmelungen, die Zensur pässirt. Sie kommt von Ladysmith.
Es heißt darin, die Buren erstürmten BesterSplaats, eine wichtige Höhe um Ladysmith. Die englische Besatzung wurde zurückgeworfen und mußte eine Kanone
Elsbeth war« bemüht, die Sorgen der Eltern zu zerstreuen, und all eines Tages wieder eine Einladung der Frau Justizräthin kam, da jubelte sie auf und be« stürmte den Vater mit Bitten, die Einladung anzu- nehmen.
Dem Pfarrer schien die Sache nicht gelegen, die Mutter war ganz dagegen.
„Es ist nichts für Dich, mein Kind," sprach der Pfarrer, „auch die Mutter fühlt sich zu Hause wohler, als unter den vornehmen Damen. Ich plaudere mit meinem alten Freunde, wir kümmern uns nicht um die andern. Ihr Beide seit aber hier besser aufgehoben !"
XL
Der Pfarrer fuhr allein in die Stadt.
„Wo bleibt denn Fräulein Walter?" fragte Gustav, als er den Pfarrer allein eintreten sah.
„Sie ist nicht mobl," antwortete Alfred, „sie hat sich entschuldigen lassen."
„Willst Du denn nicht einmal hinaussehen und Dich erkundigen!"
„ES ist mir jetzt zu kalt, erwiderte Alfred, auf dem Lande ist es nur im Sommer schön."
„Du bist ein eigenthümlicher Mensch, ist Deine Neigung für da« liebe Mädchen schon wieder vorüber? Es hatte den Anschein, all ob es Dir diesmal ein wenig ernster wäre."