ist es nicht gelungen, weiter vorzudringen. Die Buren hatten mehr Geschütze und sind, nachdem ste den von ihnen besetzten Höhenrücken, der sich fast ununterbrochen vom Drakensberg mehrere Meilen ^ostwärts erstreckt, befestigt haben, gerüstet für einen Kampf von fast unabsehbarer Dauer.
Das giebt wohl die beste Fernsicht in das, was nun kommt.
Unerfreulich für die Buren brauchte bisher nur zu sein, daß Warren sich jetzt mit Bullers Hauptkorps vereinigen kann. Vielleicht aber liegt selbst das in Jouberts Plan. Man erwäge, daß gestern bereits Botha den Befehl aus dem Spionkop wieder übernommen hat und daß Cronje anders wohin geschickt ist. Von Lord Dundonalds Reiterei hören wir andererseits auch wenig, und Botha hatte doch vor drei Tagen eine „Aufklärungsbewegung" nach Nordwesten gemacht. Nun — vielleicht entwirrt und vereinigt sich das demnächst alles aufs Liebenswürdigste. In London scheint man nach der ersten Freude der SpannungSlösung schnell sorgenvoll geworden sein.
London, 25. Januar. Heute Mittag schon herrschte der Eindruck vor, daß Warrens Sieg ein Scheinerfolg sei. An Bullers Angabe, daß eine kleine Besatzung vom Spionkop floh, glaubt man nicht. Man befürchtet eine Burenlist, um Warren in eine Falle zu locken. Das Hervorheben schwerer Verluste beunruhigt auch.
Ehe das amtliche Siegestelegramm übrigens eingelaufen war, war in New Aork folgende Schreckensnachricht eingetroffen:
London, 25. Januar. Aus New Kork wird soeben durch Kabel gemeldet: „New Dock Herald", „World" und „Sun" schlagen ein Kabel - Telegramm über ein furchtbares Blutbad unter den englischen Truppen, dem größten seit Kriegsbeginn an. London ist ohne Nachricht und voll Aufregung. Es verlautet, daß die Regierung im Fall der Bestätigung der Niederlage zurücktreten will.
So aufgeregt also war die Stimmung wenige Stunden vorher.
Sonst liegt vom Modderriver eine kleine Nachricht vor.
London, 25. Januar. Der „Times" wird aus Modder River gemeldet: Die Berichte aller Ueberläufer stimmen darin überein, daß die Stellung der Buren bei Magersfontein unhaltbar geworden ist durch den ungünstigen Gesundheitszustand im Lager, den mehr und mehr um sich greifenden Typhus und den Mangel an Gemüse, wie überhaupt an allen Lebensmitteln, mit Ausnahme von Fleisch, welches im Ueberfluß vorhanden ist. Der Gesundheitszustand im britischen Lager ist zufriedenstellend, obgleich der Boden durch das lang anhaltende Lagern der Truppen völlig erschöpt ist.
Wenns nur stimmt! Einen eigenthümlichen Eindruck macht auch folgende Meldung über einen bemerkens- werthen Schritt der portugiesischen Behörden in Louren-o Marques:
London, 25. Januar. Die „Daily Mail" meldet aus Lourenyo Marques vom 24. d. M.: Heute früh wurde allen Reisenden, als ' deren Reiseziel Transvaal bezeichnet war, auf Befehl der portugiesischen Regierung die Erlaubniß zur Abreise verweigert.
Neueste Nachrichten.
Berlin, 25. Januar. Nach Brüsseler Privattele- grammen der Morgenblätter besetzte General Warren Dienstag nur eine vorgeschobene Position der Buren, eine kleine Anhöhe, nicht aber Spionkop selbst.
Aus Proviilz will SiaHargebiet.
(Personal-Chronik.) Ernannt: der Gerichts- affeffor Horst zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht zu Ziegenhain, die Rechtskandidaten Löber, Süße und von Hanstein zu Referendaren, der Militäranwärter Wähle zum Gerichtsdiener bei dem Amtsgericht zu Großalmerode,
die Sergeanten Trott und Treuth zu Schutzmännern bei der Königlichen Polizei-Direktion zu Hanau. — Ueber- nommen: von dem Bürgermeister Dertz zu Frankenberg die Geschäfte des Standesbeamten für den Standesamtsbezirk Frankenberg-Stadt. — Bestätigt: die Wahl des Kanzleigehilfen Sommer und des Militäranwärters Heinze zu Bürgermeistern der Städte Rauschenberg bezw. Frankenau auf die Dauer von 12 Jahren. — Verliehen: dem Stadtkämmerer Rosenblath zu Heff. Lichtenau den Kronenorden 4. Klaffe. — Versetzt: der Gerichtsaffessor von Bartenwerfer in den Oberlandesgerichtsbezirk Frankfurt a. M., die Förster Trebs von Emsdorf nach Anze- fahr, Both von da nach Frankenheim und Schober von da nach Emsdorf, vom 1. Februar d. J. ab. — Entlassen: der Schutzmann Gleißner bei der Königl. Polizeidirektion zu Caffel auf Antrag. — Pensionirt: der Gerichtsvollzieher Stollenwerk zu Hofgeismar, der Hegemeister Stückrath zu Forsthaus Quecenberg vom 1. April d. Js. ab, der Gerichtsdiener Hufnagel zu Großenlüder.
* Gegen deutsche Eisenbahnverwaltungen sind beim Reichs-Eisenbahnamts un Jahrs 1899 im Ganzen 74 Beschwerden eingelaufen. Davon beziehen sich 24 auf die Verkehrsordnung, 4 auf das internationale Uebereinkommen über den Eisenbahn-Frachtverkehr, 29 auf die Tarife, 4 auf den Fahr betrieb und 13 auf andere Gegenstände. Das Reichseisenbahnamt hat von diesen Beschwerden 7 für begründet erachtet, 28 als unbegründet abgelehnt und 1 auf den Rechtsweg verwiesen, 38 Beschwerden sind an die zuständigen Landesaussichtsbehörden oder an die Eisenbahnverwaltungen zur Erledigung abgegeben worden.
(§) Hersfeld, 26. Januar. Sonntag, den 28. Januar, Nachmittags 3 Uhr, hält derGeflügelzucht-Verein von Hersfeld und Umgebung seine 1. Wanderversamm- lung zu Kerspenhausen im Völker'schen Saale ab. Herr Lehrer Ackert von hier wird daselbst über die Geflügelzucht im Allgemeinen sprechen. (Siehe Anzeigentheil.)
):( Hersfeld, 24. Jan. (Schöffengerichts Der Schlaffer Karl Mann erhielt wegen Körperverletzung
2 Wochen Gefängniß und wegen Sachbeschädigung
10 Mk. Geldstrafe ev. 2 Tage Gefängniß. — Wegen Sachbeschädigung und Diebstahls wurde der Dienstknecht Heinrich Bube zu 2 Wochen Gefängniß verurtheilt. — Der Schäfer Johann Dehnert aus Obergeis erhielt wegen Körperverletzung 1 Woche Gefängniß. —Wegen Körperverletzung erhielt der Tagelöhner Wilhelm Rübenstahl aus Sorga eine Geldstrafe von 10 Mk. ev. 2. Tage Gefängniß. — Die Ehefrau Herma nn Ratonde erhielt wegen Beamtenbeleidigung Geldstr. 20 Mk.ev. 4 Tage Gefängniß. Der Tagelöhner Johann Spakowsk ay aus Kalkobes wurde wegen Bedrohung mittels Begehen' einesVerbrechens zu 2 Wochen Gefängniß verurtheilt. — Wegen Beamtenbeleidigung erhielt der Schieferdecker Karl Prummer 4 Wochen Gefängniß und wegen Bettelns 2 Wochen Haft und Ueberweisung an die Landespolizei.
§ Hersfeld, 26. Jan. (Berliner Getreide- markt-Bericht.) Das Ausland bewahrte vorherrschend matte Haltung. Am Berliner Markte hatten die Verhandlungen wegen Wiederherstellung der Produktenbörse das Hauptinteresse in Anspruch genommen. Etwas belebend wirkte die Hoffnung, der man sich hingab, auf den Verkehr, daß mit Zustimmung der Regierung eine Einigung sich in die Wege leiten laffen wird, welche zu dem erwünschten Endresultat führen kann. Im allgemeinen aber überwog, der matten Haltung des Auslandes folgend, das Angebot am Berliner Platze, und Weizen ging um ca. 1,50 Mk. zurück. Inländische Waare scheint noch in reicher Menge vorhanden zu sein, und vomAuslande wurde amerikanischer Weizen billiger angeboten. Auch Roggen gab in Anbetracht des ungenügenden Mehlabsatzes um ca. 1Mk. nach. Die Umsätze in Hafer haben nachgelassen, und Verkauf stieß auf Schwierigkeiten.
Gleiches gilt für Mais, dessen Preislage sich wenig verändert hat. Inzwischen hat sich nach heutigen (24 Januar) Berichten die Sachlage wieder insofern geändert, als französische Saatenstandsklagen auf die allgemeine Tendenz nachhaltiger wirken, als zu erwarten war. Amerika und England wurden daraufhin höher, und auch in Berlin ward der Preis für Weizen unter leichten Schwankungen ca. 50 Pfg. theurer. Roggen war für Lieferung ebenfalls 50 Pfennig besser, aber loko schwach und nicht besser. Provinzroggen wird stark angeboten zu nachgebenden Preisen, — auch Mailadungen ange. boten, aber nicht unterzubringen. Hafer schwach und geschäftslos. Mais loko knapp und theuer. Letzte Preis-Notierungen pro 20 Ctr. Weizen ca. 150 Mk., Roggen 143 Mk., Futter-Gerste ca. 134 Mk., Hafer ca. 140 Mk.
(:) Hersfeld, 26. Januar. Der hier neugeglündete Turnverein „Iahn" scheint sich großen Zuspruchs zu erfreuen. Derselbe zählt bereits, nachdem kaum 14 Tage seit der Gründung verstrichen sind, einige 60 Mitglieder. Wir wünschen dem jungen Verein auch ferneres Blühen, Wachsen und Gedeihen.
Caffel, 24. Januar. Die diesjhärige EntlaffungS' Prüfung bei dem Königlichen Schullehrerseminar zu Homberg ist auf den 10. März d. J., an welchem Tage die schriftliche Prüfung beginnt, und die folgenden Tage angesetzt. Die mündliche Prüfung beginnt am 15. März. — Die diesjährige Entlaffungsprüfung bei dem israelitischen Schullehrer-Seminar hierselbst beginnt den 20. März d. I. — Die diesjährige Aufnahmeprüfung bei dem Königlichen Schullehrer-Seminar zu Homberg ist auf den 20. März d. I. (schriftliche Prüfung) und auf den 21. desselben Monats (mündliche Prüfung) angesetzt.
Frankfurt a. M., 24. Jan. In einer im Palmen- garten hierselbst abgehaltenen Versammlung von Jn- tereffenten wurde die Abhaltung einer „Allgemeinen deutschen Ausstellung für Bindekunst und Schnittblumen, sowie für Binderei-Bedarfsartikel in Frankfurt a. M.," beschloffen. Es wurde hervorgehoben, daß erst seit dem Jahre 1865 die Blumenbindekunst in Frankfurt einen Aufschwung genommen hat. Durch die Entwickelung, welche die Bindekunst in Frankfurt genommen hat, sei gerade diese Stadt für eine derartige Ausstellung besonders geeignet. An dem Gelingen der Ausstellung sei nach den gepflogenen Verhandlungen nicht zu zweifeln.
Telegraphische Depesche des „Hersfelder Areisblatts".
London, 26. Januar. Müller telegraphierte gestern Mittag: Bedauere melden zu muffen, datz, wie ich heute Morgen erfahren habe, Warren Tpioukop Donnerstag Nacht wieder aufgebeu muffte.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelischer Sottesdieust.
Am Geburtstage Tr. Majestät des Kaisers und Königs. Sonnabend, den 27. Januar, Vormittags 10 Uhr: Festgottesdienst: Herr Superintendent Dr. Vial.
Sonntag, den 28. Januar.
Vormittags: Herr Pfarrer Feyerabend. Nachmittags: Herr Pfarrer HoSbach. Mittwoch, den 31. d. Mts. Abends 8 Uhr: Gottesdienst in der Kospitakskapelle.
Gottesdienst in der Baptisten-Kapelle.
Sonntag, den 28. Januar.
Morgens 9‘/2 Uhr: Predigt von Herrn Prediger Krämer. Mittags ^,1 Uhr: Kinder-Gottesdienst. Nachmittags 3 Uhr: Bibelstunde. Abends 8 Uhr: Predigt. Mittwoch Abends 8i/2 Uhr: Gebetstunde.
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5 SW“ Blume des Elsterthales ~ÄE p ebenfalls als Gesundheitsbier empfohlen, reines kräftiges Gebräu von vorzüglicher Güte und angenehmem Geschmack, laut Analyse 6,78 Malzextrakt, 4,38 Alkohol, 0,19 Mineralstoffe, 0,09 Phosphorsäure enthaltend, von Sr. Durch!. Fürst BiSmarck als vorzügliches Bier aner.-Q
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