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HerssM Kreisblatt.

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K. 151.

Sinntrflfli 6« 28. Iezember

1899.

BsMtMk-AlakG

Mit dem j. Januar beginnt ein neues Abonne­ment auf das wöchentlich 5 Mal erscheinende

Hersfelder Kreisblatt mit den Gratisbeilagen ZIlustrirtes Smmtagsblatt" und Jllilstrirte landwirthschaftl. Beilage".

DasKreisblatt" bringt außer den amtlichen Bekanntmachungen zuverlässige Mittheilungen über Er­eignisse in der Politik, Berichte aus dem Kreise und der Provinz. Reichhaltige Nachrichten vermischten In­halts bringen alle sonstigen mittheilenswerthen Ereig­nisse des täglichen Stehens zur Kenntnis der Leser. Daneben werden sorgfältig ausgewählte Erzählungen einen weiteren Theil des Lesestoffes bilden.

%r Die wichtigsten Ereignisse gehen uns durch Telegramme zu und werden wir dieselben nöthigen- falls durch Extrablätter verbreiten.

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die Expedition.

Amtlicher Theil.

Caffel, den 14. Dezember 1899.

Um den mir wiederholt vorgetragenen Wünschen einige Rechnung zu tragen, will ich von dem im § 6 Absatz 1 der Polizei-Verordnung über die äußere Heilig- Hultung der Sonn- und Feiertage vom 31. Dezember

(gemeinsam Sterben.

Eine wirklich erlebte Geschichte. Von M. V.

(Fortsetzung.)

Meine Frau versuchte es aus ihre Weise, ihn zu zer- ilreue», führte ihn in das Theater, in Konzerte, auf Bälle Anfangs sträubte er sich mit aller Entschiedenheit, dann gab er nach, saß aber theilnahmlos, wortlos auf seinem Platz oder im Ballsaal an der Wand, und seine Schwermut schien sich in froher Umgebung nur noch mehr zu steigern.

Kennen Sie die Insel Vilm bei Rügen ? Ein herr- ^es Stück Erde, zum Theil von Urwald bedeckt, da N schon seit Jahrhunderten nichts geschlagen wird, ^hübschen Ausblicken auf die See, leidlichem Bade- . "M, guter Lust. Ein kleines Gasthaus mit einem ''Wissen alten Förster. Stille Abgeschlossenheit von ^ Bielt, seltene und leicht zu überwachende Verbindung ^it dem Festlande. Dort, meinte ich, würde mein Junge aieber genesen können und auf andere Gedanken kommen, ^eine Schwester erbot sich, mit ihm dorthin zu reisen, -rare ich nur selbst mit dorthin gegangen! Aber ich damals so schwer abkömmlich. Mein Sohn verhielt ? $ anfangs ablehnend. Dann auf einmal stimmte er g. findig zu. Ich hoffte das beste von meinem Plane. s»^/^oche lang ging alles auch ausgezeichnet. Harald n^ . bin paar ganz leidliche Briefe, einen davon sogar ' mich. Dann erhielten wir plötzlich von meiner er *"e Nachricht, daß er heimlich auf und davon 3 "gen sei. Er habe das Reisegeld, das ich ihr mit­

1896 (Amtsblatt von 1897 Seite 3) ausgesprochenen Verbot des Aushängens und Ausstellens von Waaren in den Schaufenstern an Sonn- und Festtagen allgemein die für den Handel in offenen Verkaufsstellen an solchen Tagen frei gegebenen fünf Stunden ausnehmen. Die Gewährung von Ausnahmen durch Kreispolizeiverord- nungen (Abs. 2 a. 0. O ) ist somit weder jetzt noch künftig mehr erforderlich

Ich ersuche, die Ortspolizeibehörden darauf hinzu­weisen, daß die Geschäftsinhaber nicht mehr genöthigt werden, während der an Sonn- und Festtagen z n ge­lassenen Geschäftszeit die Schaufenster aus- zuräumen oder zu verhängen.

Der Negierungs-Präsident. von Trott zu S 0 l z. An die Herren Lanbräthe des Bezirkes und den Herrn Polizeipräsidenten hier. A. II. 13766.

* *

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Hersfeld, den 23. Dezember 1899.

Wird den Ortspolizeibehörden des hiesigen Kreises zur Beachtung mitgetheilt.

Die fragliche Negierungs-Polizeiverordnung ist auch im Kreisblatt von 1897 Nr. 5 abgedruckt.

I. 7746. Der Königliche Landrath

Freiherr v 0 n S ch l e i n i tz , Geheimer Negierungs-Nath.

Hersfeld, den 20. Dezember 1899.

An Stelle des verstorbenen Ernst Nuhn zu Ober- Haun ist heute der Andreas Adam Braun daselbst für diese Gemeinde als Sachverständiger zur amtlichen i Untersuchung des Schweinefleisches auf Trichinen sowie 5 zur Schlachtviehbeschau widerruflich bestellt und verpflichtet 1 worden.

I. I. 7719 u. 7720. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.

In Ausführung des §. 14 der Polizeiverordnung vom 30. September d. I., betreffend die Einrichtung und den Betrieb von Mineralwafferfabriken. (A. Bl. S. 284 Nr. 801) bestimme ich Folgendes:

Die Vornahme der im §. 10 der Verordnung vorge- schriebenen Wafferdruckprüfungen erfolgt durch die In­genieure der Dampskeffel-Ueberwachungsvereine.

Zuständig sind: a. für die Kreise Caffel-Stadt und Land, Eschwege, Frankenberg,! Fritzlar, Fulda, Gertzfeld,

gegeben hatte, heimlich an sich genommen und sei in der Nacht mit einem Kahn nach Lauterbach hinüber- gefahren. Der Kahn sei dort am anderen Morgen, am User festgebunden, gefunden worden. Auch Harald selbst zeigte uns in einem kurzen Briefe seine Flucht an, bat uns um Entschuldigung, daß er uns so schwer betrübe, sprach von einer lichtvollen Zukunft, der er entgegen- gehe, und ersuchte uns dringend, nicht nach seinem Aufenthalt zu forschen, da wir ihn doch nicht ermitteln würden. In der Folge erhielten wir noch mehrere Briefe mit unverständlichen Andeutungen und gestern, gerade vier Wochen nach seiner Flucht, traf Ihr Telegramm bei uns ein und öffnete uns, wie ein Blitz in der Nacht, die Augen."

Inzwischen waren wir im Vorhofe des Krankenhauses angekommen. Herr Thorade blieb stehen und ließ den Blick durch sein Augenglas die einförmigen Fensterreihen entlang streifen.

Es kommt mir erst jetzt der Gedanke, sagte er, ob nicht mein Besuch und die damit verknüpfte Aufregung Harald in seinem jetzigen Zustande nachteilig sein wird. Wenn Sie die Güte haben wollten, mich zunächst zu dem Anstaltsarzt zu führen."

Bei dem Eintritt in das Haus trat uns Herr Sani­tätsrath Siebert in seinem weißen Anzüge entgegen, den der kleine joviale Mann mit dem unverhältnißmäßig großen, meist etwas gerötheten Kopse den ganzen Sommer über zu tragen und mit hellfarbigen Kravatten und Handschuhen noch etwas zu heben pflegte. Er kam gerade aus dem Zimmer Haralds und theilte uns mit,

Hersseld, Hofgeismar, Homberg, Hünfeld, Kirchhain, Marburg, Melsungen, Notenburg, Schmalkalden, Witzen- Hausen, Wolshagen und Ziegenhain der Dampfkessel- Ueberwachungsverein zu Caffel.

b. für die Kreise Hanau-Stadt und Land, Gelnhausen und Schlüchtern der Dampfkeffel-Ueberwachungsverein zu Frankfurt a/M.

c. für den Kreis Ninleln der Dampskesselüberwachungs- verein zu Hannover.

Für die Prüfung eines selbstständigen Apparates nebst Zubehör wird die im §. 1 4Abs. 2 der Verordnung festgesetzte Gebühr von 10 Mark für jeden folgenden, an demselben Tage geprüften und an demselben Orte aufgestellten Apparat desselben Besitzers eine weitere Gebühr von je 4 Mk. erhoben. Außerdem hat der Prüfer, sofern er die Wafferdruckprobe nicht an seinem Wohnorte vornehmen kann, Anspruch auf Ersatz der Kosten für die Eisenbahnrückfahrkarte II. Klaffe von seinem Wohnorte bis zu der dem Aufstellungsorte des Apparates am nächsten gelegenen Eisenbahnstation.

Erfolgt die Untersuchung von Apparaten verschie­dener Besitzer an einem oder an aufeinander folgenden Reisetagen, so kommt die Gebühr in voller Höhe zur Anrechnung, während die Kosten der Eisenhahnfahrt auf die betheiligten Fabrikant^'. entsprechend vertheilt werden.

Die Mineralwafferfabrikanten haben die Apparate am Tage vor der Prüfung gehörig vorzubereiten. Falls die Untersuchung am vereinbarten Tage nicht ausgeführt werden kann, ist der Fabrikant zur Entschädigung des Prüfers verpflichtet. Wird über den Entschädigungs­betrag eine Einigung nicht erreicht, so ist meine Ent­scheidung anzurufen.

Von der alle 4 Jahre wiederkehrenden regelmäßigen Wafferdruck-Prüfung der im §. 15 der Verordnung be­zeichneten Mineralwaffer-Apparate (U h l i ch'sche Misch- kugeln) wird, sofern diese aus theilbaren Mischgesäßen bestehen, bis auf Weiteres Abstand genommen.

Die vorstehend festgesetzten Gebührenbeträge werden hier geprüft, festgesetzt und durch die Kreiskaffen von den Fabrikanten eingezogen. (A. H. 14163.)

Caffel, am 17. Dezember 1899.

Der Negierungs-Präsident. I. V.: v. B r e m e r.

Notenburg, den 21. Dezember 1899.

Unter dem Schweinebestande des Handelsmannes

daß dieser seinen Vater bereits von seinem Bette aus bemerkt habe.

Nun dürste es das Gegebene fein," erklärte er, wenn Sie gleich zu ihm gehen. Sonst würde ich allerdings den Besuch mitten im Wundfieber widerraten haben."

Eine tiefe Bewegung überkam mich, als Herr Thorade festen Schrittes mit mir in den kleinen Raum hineintrat.

Harald!" redete er nach einer kurzen Weise pein­lichen Schweigens den mit dick verbundenem Kopse im Bette Liegenden an:Harald! Ich komme, um mich mit eigenen Augen zu überzeugen, wie es dir geht. Hast du sehr zu leiden? Wirst du hier gut versorgt ?"

Mit abgewendetem Gesicht reichte der junge Mann seinem Vater die fieberheiße zitternde Hand hin. Dann sagte er:Vater, habe Mitleid mit mir! Schone mich?"

Ich komme nicht, um dir nachträglich Vorwürfe zu machen!" erwiderte Herr Thorode,das ist nicht meine Art. Was geschehen ist, das ist nicht mehr zu ändern, und ich hoffe, daß du dir alles, wns ich dir zu sagen hätte, viel besser und eindringlicher selbst schon gesagt hast. Ich denke jetzt nur an die Zukunft und daran, die Folgen deiner Verblendung möglichst von dir abzuwenden. Du weißt, daß du eine längere Zeit wirst hierbleiben müssen. Ich wünsche, daß dir alle zulässigen Erleichterungen zutheil werden und will zu diesem Zwecke einen Betrag von 500 Mark für dich