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ersselker Kreisblatt

(Gratisbeilagen:SOnftrirtes Sonntag-blatt" «.^Uuftrirte lan-wirthschaftliche Beilage

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Jllustrirtes Sonntagsblatt" und Zllnstrirte landwirthschaftl. Beilage für die Monate November und Dezember 1899

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' werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Land briefträgern und von der Expedition angenommen.

Freitag den 24. November d. I s. 10 Uhr Vormittags und die hiesige Gerichtsstelle vor mit dem Ersuchen, die Waisenräthe zum Erscheinen zu ver­anlassen.

Königliches Amtsgericht. D r i e s s e n. An den Königlichen Herrn Landrath zu Hersfeld.

* *

Hersfeld, den 20. Oktober 1899.

Die Herren Ortsvorstände des Amtsgerichts« bezirks Schenklengsfeld haben den Waisen- räthen den oben bezeichneten Termin alsbald bekannt zu geben und dieselben zur Theilnahme an demselben zu veranlassen.

I. 6308. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

und für Handel und Gewerbe erlassene Bekanntmachung vom 26. August d. J., betreffend die Ausführung des Jnvalidenversicherungsgefetzes vom 16. Juli d. I, abge­druckt in der Sonderbeilage zum RegierungS-AmtSblatt Nr. 40, besonders aufmerksam.

I. 5702. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Amtlicher Theil

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Hersfeld, den 13. Oktober 1899.

i M Der Landes-Ausschuß hat in seiner Sitzung vom ^»18. v. Mts. den Beschluß gefaßt, mit Rücksicht auf die £ Höhe der bezüglichen Reservefonds auch pro 1900 von der Erhebung einer Viehseuchenabgabe auf Grund des § 9 des Reglements vom 7. Dezember 1881 bez. 14. Januar 1882 (conf. Amtsbl. S. 59 für 1882) abzusehen. Da gleichwohl eine Zählung des Viehbestandes am

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2. November d. Js. zu statistischen Zwecken erforderlich erscheint, erhalten die Herren Ortsvorstände des Kreises die Auflage, unter Benutzung des in den nächsten Tagen Ihnen zugehenden Formulars demnächst das Verzeichniß des Bestandes an Pferden und Rindvieh am 2. November ds. Js. aufzustellen und mir bis zum 20. Novem - bet ds. Js. berichtlich anzuzeigen, wieviel Stück Pferde, Fohlen, Rindvieh und Esel bei der Zählung ermittelt worden sind.

I. 6137.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Schenklengsfeld, den 13. Oktober 1899.

§ür die im Hinblick auf das neue Recht des bürger­lichen Gesetzbuches in Aussicht genommene Versammlung der Waisenräthe des Amtsgerichtsbezirks schlage ich

Hersfeld, den 23. Oktober 1899.

Für die durch Hochwasser Beschädigten (Kreisblatt i Nr. 118) sind weiter anher abgeliefert: von der Gemeinde Gersdorf 3,50 Mk.

« Rotensee 14,10

,, » Stärklos 5,15

Leimbach 2,50

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Die Herbstksnferenz

im Schulbezirk Hersfeld I wird am Donnerstag den 26. Oktober d. I. im Hotel zum Stern von 10 Uhr an gehalten, wozu die Herren Lokalschulinspektoren und die Herren Lehrer des Bezirks eingeladen werden.

Friedewald, den 18. Oktober 1899.

Der Kreisschulinspektor; W. Bütte, Pfarrer.

Nichtamtlicher Theil.

Hersfeld, den 19. Oktober 1899.

Unter Bezugnahme auf § 20 der in Nr. 15 des Neichsgesetzblattes veröffentlichten Bekanntmachung des Herrn Reichskanzlers vom 25. März d. Js., betreffend Vorschriften zur Ausführung des Gesetzes über die Be­urkundung des Personenstandes und die Eheschließung, erhalten die Herrn Standesbeamten des Kreises in den nächsten Tagen je 4 Exemplare der neuen Muster rc. zum dienstlichen Gebrauche vom 1. Januar 1900 ab.

Zwei Exemplare sind alsbald dem Standesbe- amten-Stellvertreter einzuhändigen.

L 6277. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 13. Oktober 1899.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises mache ich hierdurch auf die von den Herren Ministern des Innern

^ UMliche Geschilch.

VIII.

Sein Einfluß auf bestehende Mieth - Verträge.

Für die, die am 1. Januar 1900 eine Mieth-Woh- nung innehaben, für die Hauseigenthümer und Grund­besitzer, die andern zu dieser Zeit eine Wohnung oder ein Grundstück miethweise überlassen haben, wird die Frage wichtig sein, welchen Einfluß das Bürgerliche Gesetzbuch auf diese Verträge haben wird. In erster Linie kommt es darauf an, ob der Mieth-Vertrag auf bestimmte oder aus unbestimmte Zeit abge­schlossen wurde.

Ist der Mieth-Vertrag auf bestimmte Zeit abge­schlossen, so ist wiederum zunächst festzustellen, ob und wann das Mieth-Verhältniß nach Vereinbarung der Parteien oder nach den Vorschriften des alten Rechts, also z. B. nach den Bestimmungen des rheinischen Rechts, des preußischen Landrechts oder des gemeinen Rechts gekündigt werden kann. Ist keine Kündigung möglich, so untersteht der Vertrag bis zu seinem vertraglichen Ende dem bisherigen Recht. Ist eine Kündigung mög' lich, so ist die erste Kündigungs-Möglichkeit zu benutzen

urch

Gräfin Eessczynska.

Von Harrtet Sudle y.

(Fortsetzung.)

Der Polizeichef zögerte einen Moment, blickte die Ziedlinerstraße hinab, dann zur Gräfin hinüber und schien durchaus nicht gewillt, der Aufforderung des Obersten nachzukommen; aber dieser verstand es, seinen Willen durchzusetzen. Die Herren empfahlen sich von dem Ge- schwisterpaar und ritten ziemlich einsilbig gen Büdnitz Keiner von beiden fand den Ritt besonders angenehm. 1 Auch die Geschwister waren nicht sehr gesprächig und hingen ihren nicht gerade heiteren Gedanken nach, während sie dem Schlöffe zutrabten.

Maruschka!" begann der lebhaftere LadislauS plötz- mir gefällt der Oberst sehr gut. Und dir?"

Er ist ein Russe!"

Ich glaube, es giebt auch Ausnahmen von der Regel. Unter 70 Millionen Menschen können nicht alle schlecht sein. Mir gefällt er und ich würde das offen gestehen, wenn er der Zar selber wäre I"

«@r ist ein Ruffe und infolgedessen ein Tyrann!" Bah, Schwester, du bist zu vorurtheilSvoll I Ich x urde mich freuen, Woronzoff wiederzusehen--"

t bek Himmels willen nicht!" rief sie flehend. ° " feige und fürchte sie alle. Ich zittere schon m bloßen Anblick eines Russen. Da ist nicht Einer, lch trauen würde!"

| "Oberst Woronzoff ist gewiß ein Ehrenmann!" i "Lr w em Russe!" wiederholte Marie verächtlich.

III.

Mittlerweile verstrichen mehrere Wochen. Woronzoff ergriff jede Gelegenheit, um Marie zu begegnen und mit ihrem Bruder Freundschaft zu schließen. ES gelang dem liebenswürdigen, tüchtigen Soldaten bald sehr, sich die Zuneigung des temperamentvollen Jünglings zu erobern, aber die Gräfin setzte seinen Annäherungsversuchen Schranken. Auch machte er sich in diesen Tagen des geduldigen Werdens Baruschkin zum bittern Feind, der dem Rivalen Rache schwur.

Woronzoff nahm LadislauS offen in seinen Schutz, ritt mit ihm aus und lud ihn täglich zu sich ein. Er ahnte gar nicht, welche Qualen er damit der Gräfin bereitete, die von der Ueberzeugung durchdrungen war, daß jeder Diener des Zaren ein Spion und Polen-Unter­drücker sei und demgemäß in fortwährender Angst lebte, der Oberst lockte ihren Liebling ins Verderben.

Endlich nahm seine Wartezeit ein Ende. Der Gouver­neur, der höheren Ortes um die Erlaubniß angesucht, sein Mündel mit Oberst Woronzoff zu verbinden und günstigen Bescheid erhalten hatte, suchte eine Unterredung mit der ersteren und konnte seinem Neffen noch an demselben Tage die Mittheilung machen, daß die Gräfin gewillt sei, ihm ihre Hand zu schenken.

Sie weiß also?" fragte Wasil erregt.Was hat sie gesagt, d. h. wie hat sie meine Werbung ausge­nommen ?"

Sie hat nicht viel gesagt, du weißt, daß sie von Natur nicht sehr redselig ist!"

Schien sie . . . wie soll ich nur sagen? . . . schien sie erfreut?"

Alle jungen Mädchen freuen sich, zu heirathen, nur zeigen sie es nicht. Das wäre unbescheiden und gegen den guten Ton!" entgegnete der General ausweichend.

Mit einem aus Zweifeln und Hoffnungen gemischten Gefühl ritt Woronzoff nachmittags nach Schloß Ziedlin, um seiner Braut den ersten Besuch abzustatten. Die alten Mauern gähnten ihn finster an, die meisten Fenster waren vergittert; überhaupt machte das ganze Besitzthum den Eindruck furchtbarer Vernachlässigung. Gras wuchs zwischen dem Pflaster der Hofes und zwischen dem Stein­boden der Terraffe, die sich die vordere Front des Schloffes entlang erstreckte; auch Garten und Park sahen unge­pflegt aus.

Ein alter, englischer Diener in schlichter, schwarzer Kleidung öffnete die Hausthüre und führte Wasil in das obere Stockwerk, wo er ihn in einem langen, niedrigen Gemach warten hieß, bis er der Gräfin die Karte hinauf­getragen. Woronzoff sah sich neugierig um. Im Kamin brannte ein helles Holzfeuer, ein offenes Klavier, ein mit Büchern bedeckter Tisch, ein Blumenständer mit blühenden Rosen gaben dem finstern Gemach einen be­haglichen Anstrich. Wasil fühlte sich sofort heimisch und erfreute sich an dem Blumenduft und an dem flackernden Holzfeuer.

Nach einigen Minuten trat die Gräfin in Begleitung der Engländerin ein. Sie sah sehr blaß und traurig aus, aber sie erschien Woronzoff begehrenswerther denn je. Sie sprach nicht viel, nahm eine Handarbeit auf