ist mFührung des Unteroffiziers vom Dienst Wasser holen sollte.
gerbM Das Unglück wollte es, daß der arme Junker gerade ^MbiefeS Amt zu versehen hatte, und so mußte er denn es N^hi oder übel sein Frühstück unterbrechen, um nach ^Ibem Brunnen zu ziehen. Dort angekommen, mußte er N ®|eine geraume Weile warten, da schon andere Abtheilungen gte G|u gleichem Zweck zur Stelle waren. Endlich kommt e über die Reihe an ihn; die Kochgeschirre sind gefüllt, da b W läßt ein solch ungeschickter Kerl das letzte in den Brunnen ^hul fallen! Die Zeit drängt. Die Kompagnie mußte S4«: Wasser haben, außerdem warteten noch andere, es war kend also nicht möglich, lange Versuche zu machen, das Koch- 6 I» geschirr wieder zu erlangen. Schweren Herzens mar- w feierte unser Fähnrich mit der Abtheilung wieder ab. rng« Z», Lager angekommen, machte er dem Hauptmann Lei über den Vorfall Meldung; dieser beweist ihm, daß er b ti allein daran schuld sei. Das Ende vom Liede ist, er f d muß sich mit dem Mann nochmals zu dem Brunnen zu- • m rückbegeben, um daselbst so lange zu fischen, bis der leigt gesunkene Schatz wieder aus Tageslicht gefördert ist.
ie E s Nach einer Stunde mühsamer, aber erfolgreicher ähre Arbeit ist er glücklich wieder zurück, wird aber sofort xn von dem jüngsten Offizier, der das Mittagsmahl zu be- Sectit reiten hatte, in Anspruch genommen; er wird mit zwei 3 c Mann ins Dorf geschickt, um Lebensmittel, Eier, Butter, N «Milch, Brot für die Offiziersküche zu erhandeln. Dieses n, d Auftrages entledigt er sich zur vollsten Zufriedenheit, ab t und er darf zur Belohnung endlich das angefangene chied Frühstück beenden. Nachdem sein Magen zu seinem >al'si Rechte gelangt ist, heitert sich sein Gemüth wieder aus, 4 Her sieht seine tragischen Erlebnisse schon nicht mehr in ng t so düsterm Lichte.
Er muß dann kochen helfen, und emsig rührend nserWeht er an dem Topf, in dem die köstliche Erbswurst- t w suppe bereitet wird. Der herrliche Duft, der ihm da- achß bei in die Nase steigt, sühnt ihn mit seinem Geschick mit: ^vollends aus. Himmelhochjauchzende Stimmung tt’fdi tritt an die Stelle des bis zum Tode betrübten, tspa und schnell begreift er, daß man mit dem mechani- ier 1 schen Geschäft des Rührens das des Dichtens ver- >n binden kann.
1 st Indem er den Löffel nach dem Rhythmus seines der Gedichtes bewegt, gelingt ihm glücklich der dritte Vers: jngsi „Doch Deiner Augen freundlicher Blick ..." — und zwi während er über einen Reim auf Blick nachsinnt, greift bri er in das nicht weit von ihm entfernte Salzfäßchen, tritt letz« aber dabei in die Eierdüte, und ein breiter, gelber Strom, Va> der dieser entfließt, beweist, das auch sein zierliches Füß- r ji chen vernichtend wirken kann.
Ku Die Folge davon ist, daß ihm ob seiner Ungeschicklichkeit eine Strafpredigt gehalten wird. Der Vorschrift mei1 entsprechend nimmt er eine militärische Haltung an, um -r^ dieselbe anzuhören, hat aber hierbei das Pech, den gefüt Milchlopf umzustoßen, deffen Inhalt sich eiligst mit dem
A Eierstrom vermählt. Mit nicht gerade freundlichen Worten wird er wegen dieser Missethat gebeten, das ,jeH Feld zu räumen. Damit er aber wenigstens etwas zu and? thun hat, erhält er den Auftrag, an einem schattigen g ein Platz ein Loch graben zu lasten, in dem der Wein für )e d die Bowle kühl aufbewahrt werden soll. —
klär J Wie alle Tage, so nahm auch endlich dieser unheil- weib volle ein Ende; der Abend rückte heran, an dem der vom Schicksal so hart geprüfte Junker Entschädigung , zot für alles erwartete, was er in den letzten zwölf ! biriStunben Demüthigendes über sich hatte ergehen lasten das müsten.
>rtbi Um seinen äußern Menschen in das vortheilhasteste st r Licht zu setzen, machte er noch eiligst Toilette, und kaum hatte ihm der kleine Taschenspiegel die gewünschte Befriedigung nn! gegeben, als das ferne Rollen eines Wagens das Kommen amü der erwarteten Gäste verrieth.
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et« . ^m der Erste zu sein, der sie begrüßte, setzt er sich >M& in eine beschleunigte Gangart, nicht achtend, wohin sein M^ Fub tritt. Da — plötzlich ein Fall — und er liegt gej. in dem den Wein bergenden Loche. Zwei Flaschen sind
entzwei — aber zum Glück hat es niemand bemerkt und so sind die schmerzenden Rippen die einzigen Folgen.
(Schluß folgt.) $trnii Frist t§.
— Hamburg, 2 Oktober. Amtlich wird gemeldet: Abends 9'/.j Uhr fuhr der Personenzug 1359 am Klosterthorbahnhof in einen Trupp Rekruten, welche mit dem Personenzug 555 angekommen und beim Aussteigen waren. Sieben Personen wurden schwer, 23 leicht verletzt. Die Mannschaften waren nach Metz bestimmt und vom transportführenden Offizier auf dem Bahnkörper, theilweise im Bahntunnel aufgestellt. Dem herankommenden Zug sollte das Haltesignal gegeben werden, was aber anscheinend versäumt worden ist. Der Zug bremste im letzten Augenblick, konnte aber nicht zum Stehen gebracht werden und fuhr in den Tunnel hinein, wo die Leute förmlich an der Wand aufgerollt wurden. Sanitäre Hilfe war schnell vorhanden. Bis 11 Uhr waren alle Verletzten in Krankenhäusern untergebracht. — Nach polizeilicher Feststellung fragte der kommandirende Offizier, besten Wagen noch im Tunnel stand, ob das Nebenge- leise frei bleibe. Der Schaffner bejahte das. Der diensthabende Bahnhosassistent gab aber irrthümlich dem Blankeneser Zug das Einfahrtszeichen. Als er den Irrthum bemerkte, lief er den Zug entlang und rief: „Strecke frei!" Viele flüchteten beim Nahen des Zuges. Die Bahnbeamten versuchten, durch Zeichen den Zug zum Stehen zu bringen. Der Führer bremste stark, aber zu spät. Die noch im Tunnel befindlichen Rekruten gerielhen zwischen beide Züge und zwischen Zug und Tunnelwand. Verletzungen erfolgten nicht durch Ueberfahren, sondern durch Quetschungen an Thüren und Laufbrettern. Bisher ist keiner gestorben.
— Löwenberg, 29. Septbr. Ein erschütternder Unglücksfall mit tödtlichem Ausgange ereignete sich gestern hierselbst. Ein Friseurgehülfe kaufte sich in einem Geschäfte Munition zu einem Taschenrevolver. Bei dem Hineinpaffen eines Projektils entlud sich die Waffe. Die Kugel drang oberhalb des rechten Augenwinkels dem zufällig anwesenden Ofensetzmeister Seemann in das Gehirn, wodurch der Tod des strebsamen Meisters nach wenigen Augenblicken eintrat. Der unglückliche Thäter stellte sich freiwillig der Behörde.
— Berlin, 2. Okt. Der Polizeibericht vom Sonnabend und Sonntag meldet sieben Selbstmorde und zwei Selbstmordversuche.
— (Norddeutscher Lloyd, B r e in e n ) Die Dampfer des Norddeutschen Lloyd, welche wöchentlich von Bremen, nach allen Richtungen: Newyork, Baltimore, Galvestou, Brasilien, La Plata, Ostasien, Australien, expedirt werden, durchliefen im vorigen Jahre insgesammt eine Strecke von ca. 3 250 000 Seemeilen gleich 50 mal den Umfang der Erde.
• — Wegen versuchten Gatten- und Kinde s m o r d e s ist in Berlin der Kaufmann Knobel verhaftet worden Er hatte mit einem bildhübschen Mädchen ein LiebeSverhältniß angeknüpft und wollte seine Familie durch Gift aus dem Wege räumen.
— Stockholm, 2 Oktober. Die kürzlich aufge- fundene Andröe'sche Boje wurde gestern hier geöffnet. In Anwesenheit mehrerer Sachverständiger und Minister wurde festgestellt, daß die Boje die sogenannte Nordpol- boje ist, welche beim Jassiren des Nordpols ausgeworfen werden sollte. Die Boje wird weiterhin mikroskopisch untersucht.
— Petersburg, 3. Oktober. Auf dem Dampfer Nikolaus fand gestern auf der Fahrt von Schlüsselburg nach Petersburg eine Kesselexplosion statt. Drei Mann der Besatzung wurden getödtet, einer schwer verletzt. In der darauffolgenden Panik fielen zwei Männer und eine Frau in's Wasser und ertranken.
— Warschau, 3. Oktober. Eine schreckliche K a t a st r o p h e hat sich auf der Weichsel unweit Nowa- Alexandra ereignet 37 von einer Hochzeit zurückkehrende Bauern und Bäuerinnen ließen sich in zwei großen Booten
über den Fluß setzen, als plötzlich ein starker Sturm entstand und beide Boote kenterten. 22 Personen ertranken, die übrigen 15 wurden von Schiffern gerettet.
— (Acht Morde um drei Lire!) Ein ganz unerhörter, furchtbarer Fall hat sich in Montebruno (Provinz Genua) ereignet. Da ist eine That vollbracht worden, die an Gräßlichkeit wohl einzig dastehen dürfte. In Montebruno gerieth der Colon Garbarino mit seinem in der Nachbarschaft wohnenden Onkel in Grenzstreitig- keiten. Im hitzigen Streit schlug er diesem mit einem Beil den Schädel ein, trennte der hinzueilenden Frau mit einem Schlag den Kopf vom Rumpf, hieb dann den beiden Routinen Theresa und Maria die Schädel ein, daß das Gehirn zur Decke spritzte, verwundete schwer deren Schwestern Giulia und Clementina und durch Revolverschüsse auch derenBrüder Antonio und Agostino. Der Werth des streitigen Objektes war drei Lire. Der Mörder ist flüchtig.
— (Ein Nar r in der Familie.) Unter diesem Titel theilt der „Ostasiat. Lloyd" eine amüsante chinesische Fabel mit: Eine reiche Chinesin hatte einen Narren zum Sohn, für den sie eine Frau aus einer vornehmen Familie ausgesucht hatte. Als er den Eltern seiner Braut den ersten Besuch machen sollte, wies ihn seine Mutter an, wie er sich benehmen und was er sagen sollte, denn sie wünschte, daß man nicht sofort merkte, daß er schwach- sinnig sei. Sie überlegte daher, was für Fragen man ihm wohl vorlegen könnte, und gab ihm an, was er darauf antworten sollte, um nicht allein den Fragenden zu befriedigen, sondern auch zu verhindern, daß dieser weitere Fragen stelle. Da der junge Mann nun einen kostbaren Fächer trug, auf dem eine Landschaft gemalt war, meinte die Mutter, er könne gefragt werden, was für eine Gegend das Bild vorstelle; daraus sollte er dann sagen: „O, das ist frei erfunden." Weil er weiter ein sehr schönes Maulthier ritt, meinte seine Mutter, Jemand könne darüber einige anerkennende Worte verlieren und nach dem Preis des Thieres fragen. Sie wies ihren Sohn demgemäß an, mit höflicher Bescheidenheit zu erklären: „Das Vieh ist ein ganz gewöhnliches Lastthier, das auf unserem Landgut groß gezogen ist, und nicht werth ist, daß Sie es beachten." Als nun der junge Mann vor dem Hause seiner Braut ankam, begrüßte ihn als Erste seine zukünftige Schwiegermutter und erkundigte sich nach dem Befinden seiner Mutter, worauf er erwiderte: „Das Vieh ist ein ganz gewöhnliches Lastthier, das auf unserem Landgut groß gezogen ist, und nicht werth ist, daß Sie es beachten." Außer sich fuhr die Schwiegermutter zurück; halb ohnmächtig rief sie nur aus: „Ich dachte, Sie stammten aus einer ordentlichen Familie." Der Narr besann sich und da er meinte, er hätte die erste Antwort brauchen sollen, die ihm seine Mutter eingetrichtert hatte, erwiderte er: „O, das ist frei erfunden." —Confucius sagt: Aus verfaultem Holz kann man nichts schnitzen.
— (A u s dem G e r i ch t s s a a l.) Richter: „Sie wollen die Vertagung der Verhandlung, Angeklagter, weil Ihr Vertheidiger erkrankt ist; aber da Sie auf frischer That ertappt wurden und den Diebstahl eingestanden, wußte ich nicht, was der Vertheidiger zu Ihren Gunsten Vorbringen könnte!" Angeklagter: „Darauf bin ich eben auch neugierig, Herr Richter!"
Landwirthschaftliches.
Central-Notirungsstelle der Preußischen Landwirt h schaftslammern. 2. Oktober 1899.
Für ittländ. Getreide ist in Mark per Tonne gezahl worden:
Weizen
Roggen
Gerste
Hafer
Magdeburg
140-155
142-160
152-180
132-150
Erfurt . . .
140-155
150-160
155-180
124-128
Stettin (Bezirk)
148-150
145
140-155
128
Danzig . . .
138-156
142-143
146-148
118-124
Breslau . .
139-156
144-154
132-150
122-129
Frankfurt a. M.
160-161
150-152
165-180
140-144
Caffel . .
151
147
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140
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- zuwider Wer- und Schuhfabrik« I Kaiser-Restaurant. 8
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Lederfabrik ^^ Schuhfabrik
gegründet 1856. Ehr. Kechberg. gegründet 1896.
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