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Amtlicher Theil

5 Hersfeld, den 23. September 1899. |i Auf Grund des Artikels 36 der AuSführungSanwei- fung vom 5. August 1891 zum Einkommensteuergesetz ist von Königlicher Regierung zu Cassel die für das nächste Steuerjahr erforderliche Personenstandsaufnahme ^^ auf Dienstag, den 31. Oktober d. Js., festgesetzt worden. Falls die Aufnahme an diesem Tage nicht zu Ende ge-

(Nachdruck verboten.)

Die Rache ist mein.

[ Original-Roman in zwei Bänden von Gustav Lange.

* (Fortsetzung.)

M Müde und abgespannt erreichten sie die Endstation. t Die vorgeschriebenen Formalitäten waren bald erledigt, £ und nun ging es an den Einkauf derjenigen Gegenstände, welche sie bedurften, um sich häuslich einzurichten, da­runter Lebensmittel für längere Zeit. Während der langen Eisenbahnfahrt hatten sie alles reiflich miteinander |* berathen. Zuerst wurde ein kräftiger Wagen mit zwei II Ungtieren gekauft und in ersteren sorgfältig alle Ein- Kufe gepackt. Die gezahlten Preise waren aber ver- hältnißmäßig hoch, und als sie endlich glaubten, mit dem Einkauf fertig zu sein, sodaß sie vorläufig vor Mangel öeschützt waren, bis sie selbst säen und ernten konnten, ba war auch Bofingerö Kasse erschöpft. Doch sie trösteten sich bei dieser Wahrnehmung und mit Gottvertrauen L * traten sie den letzten Theil des Weges nach dem gekauften -d®runb und Boden an zwei Pfadfinder, die bereit waren, die Kultur auch in diesen Theil der neuen Welt £ M tragen.

8. Kapitel.

Ein eisiger Wind fuhr durch die hohen Bäume, wäh- eine hartgefrorene Schneedecke den mühsam durch , Dien Theil des Urwaldes gebahnten Pfad bedeckte, die Uk

AtilsiWknULchimber

führt werden kann, ist diese an den nächstfolgenden Werk­tagen ununterbrochen fortzusetzen und in möglichst kurzer Frist zum Abschluß zu bringen. Den Gemeindebehörden des Kreises wird das zur Veranlagung nötige Formular mit Verfügung demnächst zugehen.

Der Vorsitzende der Einkommensteuerveranlagungs- kommission für den Kreis Hersfeld.

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Rath.

Nichtamtlicher Theil.

Sie Aiiierikliiitt auf Den PhiliWinen.

Den Amerikanern geht es auf den Philippinen ähnlich wie dem Wolfe in der Fabel, als er zu gierig den Knochen verschlang. Durch ihren leichten Sieg über die Spanier übermüthig geworden, vergaßen die Amerikaner die Gesetze der politischen Mäßigung. Sie setzten sich nicht nur über die Gelöbnisse hinweg, die den Freiheits­Kämpfern auf Kuba von ihnen gemacht waren, sondern sie trachteten auch nach dem Besitz der Philippinen, denen sie einst Freiheit und Selbständigkeit verheißen halten. Hier aber kam die Vergeltung: um bei dem Bilde der Fabel zu bleiben, der Knochen blieb ihnen im Halse stecken.

Ja, die große, unbezwingliche Nation jenseits des Oceans ist trotz monatelanger Anstrengungen nicht imstande, die unter der Führung Aguinaldos um ihre Freiheit und Selbständigkeit kämpfenden Tagalen niederzuwerfen. Die­selben halb zivilisierten Schaaren, die durch Jahrhunderte unter das spanische Joch gebeugt waren und nur selten einmal einen schnell verlöschenden Aufstandsversuch unter­nahmen, sind jetzt auf dem besten Wege, den Besiegern der Spanier den Lorbeer aus der Hand zu nehmen. Denn immer sicherer bricht, trotz aller falschen Sieges- Meldungen, die Wahrheit hervor, daß sich auf dem Kriegs­schauplätze der Philippinen für die Truppen Mac Kinleys eine Katastrophe vorbereitet. Heute befinden sich die Amerikaner in derselben Lage, in der sich in den letzten Tagen ihrer Herrschaft die Spanier befanden: Sie sind fast ausschließlich auf den Besitz der Stadt Manila beschränkt, während die aufständischen TagalenHerren des Landes sind.

Amerikanische Generale selbst, die auf den Philippinen kämpsten, haben erklärt, daß zur vollständigen Unter­werfung der Inseln mindestens 100 000 Mann frischer Truppen nöthig seien. Auf dem Papier sind diese Ver-

unter den schweren Tritten eines Mannes leicht knirschte. Trotz des langen blonden Vollbartes, welcher das Gesicht desselben umrahmte, war doch zu schätzen, daß derselbe noch in jugendlichem Alter stand. Die zwar nicht ele­gante, aber dafür warme Kleidung, aus dem halbge­gerbten Leder von Tiersellen gefertigt, kennzeichnete ihn sofort als Hinterwäldler, als einen Ansiedler, die, abge­schlossen von der zivilisierten Welt, in dieser Wildniß ein entbehrungsreiches Leben führen, ehe es ihnen ge­lingt, dem urbar gemachten Boden reicheren Segen ab- zugewinnen und dann auch das Leben erträglicher zu gestalten. Ueber die Schulter hing eine gute Doppel­büchse, am Riemen eine Jagdtasche und hinter ihm troddete ein großer zottiger Hund, der Mann befand sich also auf einem Pürschgang.

Er kam aus der Richtung einer weiten Lichtung, die nur wenige Schritte hinter ihm sich ausdehnte und an drei Seiten von hohem Wald umgeben war. Am Aus­gang der Lichtung stand ein einfaches, aber sehr ge­räumiges Blockhaus, um das herum sich noch einige kleinere schuppenähnliche Gebäude gruppierten, das Ganze war mit sammt dem weiten Hofraum von hohen, dicken Planken umgeben, die roh aus Baumstämmen gehauen waren. Weiter ab von der Ansiedelung dehnte sich eine entwaldete Fläche aus, es waren die dazugehörigen Felder, die freilich jetzt mit Schnee bedeckt waren. Ueber dem Dache des Blockhauses kräuselten sich bläuliche Rauch­wolken.

1899.

stärkungen leichter beschafft als in Wirklichkeit, noch dazu, da es sich nicht bloß um 100 000Mann" schlechtweg handelt, sondern um ebensoviele kriegsbrauchbare Soldaten mit den dazu gehörigen Offizieren, Unteroffizieren, ferner den Spezialtruppen rc. Wie Amerika ein solches organi­siertes militärisches Korps binnen kurzer Zeit beschaffen will, ist der schwierigste Theil der Frage. Ein bunt zu­sammengewürfeltes Milizheer von ebensolchen Offizieren befehligt, dürfte mehr Schaden als Nutzen stiften, einmal weil es frisches Material zur Füllung der Spitäler und Kirchhöfe liefert, und dann, weil der Nest nur zu leicht derselben Demoralisation verfallen würde, die schon jetzt den Zustand der amerikanischen Streitkräfte in und um Manila kennzeichnet.

Unter solchen Umständen wäre es für die Amerikaner vielleicht das richtigste, die Worte Dr. Schurmanns zu beherzigen, des Führers der von Mac Kinley nach Manila entsandten Studien-Kommission. Dr. Schurmann, der wiederholt mit Aguinaldo verhandelt hat, legt dar, daß es kein anderes Mittel gebe, die Philippinen zu regieren, als eine möglichst weitgehende Selbstverwaltung der Ein­geborenen, besonders in der Verwaltung der innern An­gelegenheiten, der Justiz u. s. w. In demselben Sinne hat sich neuerdings auch Admiral Dewey, der Zerstörer der spanischen Flotte bei Cavite, ausgesprochen, der die Filipinos genau und intim kennt.Die Filipinos so sagt er find fähig, fich selbst zu regieren, fie haben alle Eigenschaften dazu; es ist eine Frage der Zeit, aber der einzige Weg, den Aufstand zu beenden, und dem Archipel Wohlergehen zu sichern, ist das Zugeständniß der Selbstverwaltung (self-government) an alle Be­wohner. Das würde die Lösung vieler Fragen bringen und alle Welt befriedigen, besonders die Filipinos, welche sich derselben würdig halten und thatsächlich ihrer auch würdig sind."

Bei der hartnäckigen Verbiffenheit der Imperialisten, in deren Fahrwasser Mac Kinley treibt, um seine Wieder­wahl zum Präsidenten zu bewirken, ist freilich die Hoff­nung gering, daß diese Mahnung Gehör finden werde.

Politische Nachrichten.

S e. Majestät d e r K a i s e r hat am Freitag Vor­mittag 11^/2 Uhr mit Gefolge Snogeholm verlassen. Bis zur Station Söfdeborg gaben Sr. Majestät das Geleit: Graf Alfred Piper, Leutnant Gyllenswaerd, die

Dieses unscheinbare Hinterwälder - Anwesen gehörte Bofinger, welcher dasselbe mit Franzens Hilfe unter un­säglichen Mühen und harter Arbeit mährend der nun­mehr zweijährigen Anwesenheit im Westen Amerikas ge­schaffen hatte, und dort der Jäger war Franz, der mit dem Versprechen von Hause fortgegangen war, einen frischen Braten für die Küche zu liefern, denn jetzt wäh­rend der Winterszeit ruhten in der Hauptsache die anderen landwirthschaftlichen Arbeiten, und es blieb daher ge­nügend Zeit zu einem Pürschgang in die unermeßlichen, wildreichen Jagdgründe, die an die Farm angrenzten.

Wie nun Franz so langsam dahinschritt, beschäftigten ihn wieder einmal recht seltsame Gedanken auch das Heimweh ergriff ihn mächtig. Zwei Jahre und darüber war er nun schon in diesem weltabgeschiedenen Winkel und wahrlich, er hatte sich während dieser Zeit mit seinem Freunde redlich geplagt, besonders im ersten Jahre, und über die Arbeit waren ihnen sich etwa auf­drängende schwermüthige Gedanken vergangen, sie hatten gar keine Zeit zur Kopshängerei gehabt. Im letzten Sommer nun waren BosingerS Gattin und Kinder nach­gefolgt und seit ihrem Einzug in das Blockhaus war es besser geworden; durch den Zuwuchs an arbeitsamen Händen war für die beiden Männer in mancher Hinsicht eine Erleichterung entstanden, da sie früher alle Arbeiten hatten selbst verrichten müssen. DaS Leben im Block­hause nahm von da ab auch mehr einen familiären Charakter an. Trotzdem befestigte sich bei Franz mehr