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Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.

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Nr. 111.

AboimementspreiS vierteljährlich 1 Mark 40 Pfg. exel. Postaufschlag.

Die Jnsertionsgebiihren betragen für den Raum einer Spaltzeile 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg. Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.

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1899

Amtlicher Theil

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In

Berlin, den 1. September 1899.

Bekanntmachung.

Gemäßheit der betreffenden statutarischen Be-

Kimmungen werden hierdurch die rückständigen gekündigten Aktien und Obligationen der Overschlestschen Eisenbahn-Gesellschaft auf- gerufen:

Prioritäts-Obligationen Lit. E.

aus der 32. Verloosung, gekündigt zum 1. Oktober 1895.

(Abzuliefern mit Zinsscheinen Reihe V Nr. 5 bis 20 nebst Anweisung) zu 100 Nthlr. Nr. 10390.

B Alle übrigen, noch im Umlauf befindlichen Prioritäts- Aktien Lit. B, Prioritäts Obligationen Lit. E und M Niederschlesischen Zweigbahn-Prioritäts-Obligationen der W Oberschlesischen Eisenbahn-Gesellschaft sind durch unsere ' H Bekanntmachung vom 15. August 1895 gekündigt worden H und zwar:

die PrioritätS-Aktien Lit. B zum 1. Dezember 1895 (abzuliefern mit Zinsscheinen Reihe IX Nr. 9 und 10 S nebst Anweisungen, wogegen Stückzinsen für die Mo- 8 nate Juli bis einschließlich November 1895 vergütet W werden), die Prioritäts-Obligationen Lit. E zum 1. Dezember | 1895 (abzuliefern mit Zinsscheinen Reihe V Nr. 5 H bis 20 nebst Anweisungen, wogegen Stückzinsen für H die Monate Oktober und November 1895 vergütet H werden),

die Niederschlesischen Zweigbahn-PrioritätS-Obliga- 4 tionen zum 1. März 1896 (abzuliefern mit Zinsscheinen SS ; Reihe V Nr. 7 bis 10 nebst Anweisungen, wogegen ---- | Stückzinsen für die Monate Januar und Februar 1896 vergütet werden).

Die Inhaber der rückständigen Stücke werden wieder­holt aufgefordert, dieselben mit Zubehör baldigst an die .nächste RegierungsHauptkasse, die StaatSschulden-Tilg- ungskasse in Berlin W, Taubeustraße 29, oder an die [^y, Königliche Kreiskasse in Frankfurt a/M. zur Einlösung .... "nzuliefern. Der Betrag fehlender Zinsscheine wird Mvom Kapital in Abzug gebracht.

Ürf1 ? Diejenigen Obligationen Lit. E, welche der Bekannt- -v^'machung durch die öffentlichen Blätter ungeachtet, nicht binnen 4 Jahren nach dem Zahlungstermin zur Einlösung ^ eingeliefert sind, werden im Wege des gerichtlichen Ver- führend mortifizirt.

Aus Zweigbahn-Obligationen, welche, der Bekannt­machung durch die öffentlichen Blätter ungeachtet, nicht rechtzeitig zur Realisirung eingehen, erlischt jeder Anspruch, wenn sie 10 Jahre lang alljährlich einmal öffentlich auf­gerufen und trotzdem nicht spätestens binnen Jahresfrist nach dem letzten öffentlichen Aufrufe zur Einlösung vor­gelegt werden. (I. 2003 )

Hauptverwaltung der Staatsschulden, gez.: von Hoffmann.

Hersfeld, den 30. August 1899.

Der Bürgermeister Heinrich Geb au er in Heringen ist heute als Standesbeamter und der Schöffe Friedrich Rudolph daselbst als dessen Stellvertreter für den Standesamtsbezirk Heringen eidlich verpflichtet worden.

I. A. Nr. 2623.

Der Königliche Landrath Freiherr v o n Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 18. September 1899.

Die in der Gemeinde Reilos ausgebrochene Maul- und Klauenseuche ist erloschen und die unterm 11. August d. Js. $ I. Nr. 4853, Kreisblatt Nr. 95, über die Ge­meinde Weites angeordnete Orts- und GemarkungSsperre wieder aufgehoben worden.

J. I. Nr. 5625.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Nath.

Hünfeld, den 18. September 1899.

In den Gemeinden Soisdorf und Unterufhausen ist Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

Der Königliche Landrath von S t e i n m a n n.

*

*

I.

Wird veröffentlicht. Hersfeld, den 19. Septbr. 1899.

5641.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.

Politische Nachrichten

Berlin, den 19. September.

Se. Majestät der K a i s e r nahm vorgestern im Jagd, schloß HubertuSstock den Vortrag des UnterstaatSsekretärs im Auswärtigen Amt Dr. Freiherr» v. Richthofen ent­gegen. Gestern Nachmittag gegen 2 Uhr verließ Se. Majestät das Jagdschloß HubertuSstock und trat von

Eberswalde aus die Reise nach Schweden an. Auf der Fahrt bis Swinemünde nahm Se. Majestät den Vortrag des Chefs des Marinekabinets entgegen. Abend» traf Se. Majestät in Swinemünde ein und begab Sich kurz vor acht Uhr an Bord derHohenzollern". Heute früh 4 Uhr hat Se. Majestät der Kaiser an Bord der Hohenzollern" die Reise nach Schweden angetreten. Ihre Majestät die Kaiserin traf gestern kurz nach 6 Uhr auf der Wildparkstation ein und begab Sich alsbald nach dem Neuen Palais.

Se. Majestät der Kaiser hat den früheren Minister des Inner», Frhrn. v. d. Recke v. d. Horst, zum Ober­präsidenten der Provinz Westfalen ernannt. Frhr. v. d. Recke ist bereit» nach Münster abgereist.

(DiePropagandaderpolnischenPresse.) Die antimonarchischen und staatsfeindlichen Tendenzen der von fanatischem Deutschenhaß geleiteten polnischen Presse nehmen immer schärfere Formen an. Als ein Zeichen besonders hochgradiger sittlicher Verwilderung verdient eine aus Bruß, 31. August, datirte Korrespon­denz derGazeta Gdanska" hervorgehoben zu werden, in welcher es u. A. heißt:Der hiesige Krieger­ve r e i n beabsichtigt wiederum einen Beweis dafür zu erbringen, daß er noch lebe. Am künftigen Sonntag soll nämlich eine große Versammlung stattfinden, um bei deutschem Gesang und Musik, beigutem" Bier und Tanz die gräßlichen Momente der Schlacht bei Sedan zu be­trachten. Mögen die Deutschen und Lutheraner springe», singen und trinken aus Freude darüber, daß Gott der Herr die Franzosen bei Sedan gestraft und in die deutsche Gefangenschaft gebracht hat, . was sollen aber katho­lische Polen dort? So mancher Pole möchte, wenn er an Sedan denkt, weinen! Für die Deutschen hat der Pole sein Blut vergossen und gegen die katholischen Franzosen gesümpft. So manche alte Eltern haben bei Sedan ihre Stütze und den Trost ihres Alters, den Sohn, Enkel oder Schwiegersohn verloren, und Tausende pol­nischer Soldaten sind verwundet, krank infolge Kälte und Hunger, am ganzen Körper mit Rheumatismus behaftet und zu angestrengter Arbeit unfähig nach Hause zurück­gekehrt." Nachdem dann das polnische Blatt im Zusam­menhangs mit dieser Schmähung der großen nationalen Erinnerungen des deutschen Volkes von den kirchenpoli- tischen Kämpfen längst vergangener Jahre gesprochen und in gehässigster Weise die Polenpolitik der königlichen Staatsregierung in die Debatte gezogen hat, schließt es seine Ausführungen mit den folgenden charakteristischen Sätzen:Ihr wißt, daß man in den Kriegervereinen auf

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(Nachdruck verboten.)

Die Rache ist mein.

Original-Roman in zwei Bänden von Gustav Lange. (Fortsetzung.)

2. Band.

7. Kapitel.

Reges Leben herrschte auf dem zur Abfahrt von Bremen nach Nem-Nork bereiten mächtigen Schiff; die Meisten Auswanderer hatten sich aus dem Verdeck versammelt, um noch einen letzten Blick auf die Hei­math zu werfen, da manche von ihnen dieselbe für immer verlassen wollten, um sich in Amerika ein neues Heim iu gründen.

M Auch Franz befand sich unter ihnen, und als jetzt me schweren Anker von starken Winden emporgehoben ! Morden, als die Salutschüsse den Scheidenden die letzten ____ Abschiedsgrüße zudonnerten und der Koloß sich in Be- ---^gung setzte, um die offene See zu gewinnen, da rannen

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dre Thränen über die Wangen der Abschied von Heimath war zu schwer. Als er den letzten Streifen deutscher Erde schwinden sah, da war es ihm, als wenn ^ gewaltsam losgelöst worden sei, als wenn es gar 2 möglich sein könnte, daß er nun wirklich aus der Veunatl) sortgehen sollte aber es gab kein Rückwärts 9*' nut ein Vorwärts, er mochte weinen soviel er

Die Passagiere entfernten sich einer nach dem an­deren, nur Franz blieb wie angewurzelt auf demselben Fleck stehe», an die Schiffswand gelehnt, und starrte hinaus auf die See, deren Wellenschlag ein regelmäßiger war, denn es herrschte ein prachtvolles Wetter. Mit einem Mal fühlte er sich leise auf der Schulter be­rührt, und eine freundliche Stimme im gemüthlichen schwäbischen Dialekt sprach ihn an, warum er so traurig hier stehe.

Franz fühlte sich wohlthuend berührt durch die Theil­nahme des Mitte der vierziger Jahre stehenden Mannes, der sich ihm als ein Landmann aus dem lieben Schwaben­lande vorstellte.

Ein Wort gab das andere; zuerst erzählte Franz seine Leidensgeschichte und warum er der Heimalh den Rücken gekehrt hatte, dann erfuhr er von dem biederen Schwaben, daß dieser durch einen verlorenen Prozeß fast um Hab und Gut gekommen war, und weil es in der Wirthschaft bergab ging, schließlich das Anwesen verkauft hatte. Seine Familie war einstweilen bet Verwandten untergebracht, er hatte die Reise alleine angetreten, sie sollte später nachfolgen, wenn es ihm erst gelungen war, in Amerika festen Fuß gefaßt zu haben.

Durch die Erzählung ihrer Lebensgeschichte waren die beiden Männer einander schon einen Schritt näher ge­kommen und so tauschten sie sich gegenteilig auch ihre Absicht aus, was sie zu thun gedachten, sobald sie

drüben angekommen sein würden, und bei dem Plau­dern waren bei Franz auch die traurigen Gedanken verschwunden.

Die Schiffsglocke rief die Passagiere zum Imbiß; die Strahlen der untergehenden Sonne spiegelten sich schon in der weiten Fläche des Meeres; der erste Tag neigte sich seinem Ende zu, und Franz ebenso wie sein neugewonnener Freund hielten es für geboten, dem Ruf der Glocke zu folgen.

Das stete Zusammentreffen während der Wochen dauernden Ueberfahrt hatte dazu geführt, daß Franz und der Schwabe sich einander »och näher kennen ge­lernt und sie einen Freundschaftsbund geschlossen hatten, wobei sie sich gelobt hatten, einander beizu- stehen.

Glücklich erreichte das Schiff New-Aork und nachdem Franz und Xaver Bosinger, wie sein neugewonnener Freund hieß, die Zollrevision hinter sich hatten, stiegen sie ans Land; es war ihnen doch etwas beklommen ums Herz, als sie den amerikanischen Boden unter sich fühlten. Ein Strom von Menschen fluthete ihnen in der belebten Straße entgegen, wie es stets bei Ankunft eines neuen Auswandererschiffes der Fall zu sein pflegt, und die beiden Männer hatten Mühe sich davor zu schützen, daß sie nicht von einander getrennt wurden und in dem Menschentrubel einer den anderen saus den Augen verlor.

Eben wollte Franz seinen Freund Bosinger auf