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Tapferkeit und militärische Zucht wohnen, sondern daß sie auch von jenem hohen Geist besonnener Mäßigkeit erfüllt sind, der im Verein mit den rein kriegerischen Eigenschaften den Trägern des Schwertes erst die rechte Weihe giebt und sie zu der vollkommenen Erfüllung der ihnen obliegenden Pflichten befähigt. Das ist ja gerade das große an unserer nationalen Wehrmacht, daß sie von echt sittlicher Auffassung beseelt ist, die nicht der Macht um ihrer selbst willen huldigt, sondern in ihr ein Mittel zum Zweck, zum Schutze des Rechtes und aller sonstigen heiligen Güter des Landes und des Volkes erblickt. Mit dieser Anschauungsweise ist Deutschland groß geworden und groß geblieben bis aus den heutigen Tag; mit ihr wird es auch in Zukunft seine hervorragende Stellung behaupten. Unter dem Schutze einer solchen Armee wird es den deutschen Patrioten auch im kommenden Jahr­hundert möglich sein, das zu erfüllen, wofür sie nach den kaiserlichen Worten zu sorgen haben: die Religion zu schützen, die dem Volke erhalten bleiben soll, für Sitte und Ordnung einzustehen und die alte monarchische Treue zu bewähren, sturmfest, als Beispiel allen andern Ländern, allen neuen Geistern und Ideen zum Trotz.

Das Befinden der Kaiserin ist in ständiger erfreulicher Besierung begriffen. Die hohe Frau unter­nimmt bereits täglich Spaziergänge von beschränkter Dauer, wobei sie sich freilich noch auf einen Stock stützen muß.

Se. Majestät der Kaiser hat dem Kronprinzen von Japan den Schwarzen Adlerorden verliehen und dies dem Prinzen, der am 31. August sein 20. Lebensjahr vollendete, durch ein, Burg Hohenzollern, den 9. Sep­tember, datirteS Handschreiben mitgetheilt.

Der Kaiser hat der evangelischen Schulgemeinde Lindenwerder im Kreise Kalmar ein Gnadengeschenk von 30000 Mk. überweisen lassen.

Am 1. Oktober d. J. sind die hauptsächlichsten Orga- nisations-Aenderungen, welche die neuesten Heeres­gesetze nöthig machen, durchzuführen. Die Vorarbeiten dazu sind soweit gefördert, daß sich die Aenderungen werden glatt vollziehen lassen.

In einigen Blättern ist davon die Rede, daß inner­halb der Staatsregierung erwogen werde, den preußi­schen Landtag bereits vor Weihnachten einzuberufen. Diese Nachricht entbehrt, wie dieNordd. Allg. Ztg." aus zuverlässiger Quelle erfährt, jeder Begründung. Insbesondere liegt dem neuen Minister des Innern die Absicht fern, dem Staatsministerium derartige Vorschläge zu machen.

Der Chef des KreuzergeschwaderS, Kontreadmiral Prinz Heinrich von Preußen, und der zweite Admiral des Geschwaders, Fritze, sind mit den SchiffenDeutschland",Kaiserin Augusta",Hertha" undIrene" soeben von Hakadabe (Japan) nach Tsintau (Kiautschou) in See gegangen.

Der Parteitag der d e u t s ch - so z i a l e n Re f o r m- partei in Hamburg fand am Montag nach zwölf- stündiger Berathung sein Ende. Es wurden u. A. Resolutionen wegen der Buren in Südafrika und der Deutsch-Oesterreicher gefaßt, während ein Antrag Raab, die Befugnisse der Parteileitung auf alle Reichstags- abgeordnete zu übertragen, nach heftiger Debatte mit 76 gegen 48 Stimmen abgelehnt wurde. Die Berathung über den Stand der Judenfrage führte zu keinem Resultat. Im Schlußwort betonte der Vorsitzende Zimmermann, man müsse Alles daran setzen, den Gegnern zu zeigen, daß die Antisemiten nicht auf den todten Punkt gerathen seien.

Der auf der kaiserlichen Werft in Kiel im Bau be­findliche PanzerkreuzerFürst BiSmarck" erhält auf Befehl des Kaisers eine beachtenswerthe Ver­zierung am Bug. Als GallionS-Figur wird eine Büste des ersten deutschen Kanzlers am Vordersteven angebracht;

von aller Welt abgeschlossen," erwiderte Franz mit matter Stimme.

Nun, dann laßt Euch hier nur einige Zeit nieder, ich will es Euch erzählen," lud der Mann Franz zum Niedersetzen ein.

Franz folgte dieser Aufforderung, war er doch auch von dem weiten Weg müde geworden und ließ sich auf einem Holzschemel nieder. Er kam sich vor, als solle er in der nächsten Minute einen harten Urtheilsspruch über sich ergehen lassen, und starrte daher düster vor sich hin:

Es war eigentlich unrecht, Euch in Unkeuntniß über die Vorkommnisse zu belassen," hob nach einer kleinen Pause der Mann wieder an und zuckte bedauerlich mit den Achseln.Mir ist es auch erst erzählt worden, als ich hierhergekommen war, denn ich bin nicht aus der hiesigen Gegend, aber es war damals im ganzen Dorf das Gespräch davon. An demselben Tag, wo Ihr mit den Gendarmen gehen mußtet, hat man auch Euere Schwester zum letzten Mal gesehen, wie sie den Weg nach der Stadt eingeschlagen hat, und von da ab ist jede Spur von ihr verwischt, kein Mensch vermag Aus­kunft über ihren Verbleib zu geben, nachdem sie nicht wieder zurückgekehrt ist. Es ist nach ihr geforscht worden, aber sie ist wie vom Erdboden verschwunden, und die­jenigen, welche sie zum letzten Male gesehen haben, meinen, sie habe sich ein L'id angethan, sie habe ganz so aus- gesehe», als hegte sie diese Absicht, und es wird halt auch fern Das arme Kind, es kann einem leid thun; ich hab sie zwar nicht gekannt, aber man hat nur Gutes von ihr erzählt. Nun weiter: der Brauer Wendel, der Euch statt in Verdacht hat, daß Ihr an dem Haber­feldtreiben gegen ihn theilgenommen habt und Euch

das Haupt trägt den Kürassierhelm. Darüber befindet sich das Biemarckische Wappen mit der Inschrift:In trinitate robur. Unterhalb der Büste stehen in goldenen Buchstaben'die Worte:Wir Deutschen fürchten Gott, sonst nichts in der Welt". Die sinnige Bug-Verzierung ist nach einem Entwurf des Kaisers von dem Bildhauer Haun in Wilmersdorf bei Berlin ausgeführt worden. Der PanzerkreuzerFürst BiSmarck" ist für den Dienst im Ausland bestimmt und wird voraussichtlich an Stelle des veralteten PanzerkreuzersDeutschland" Flaggschiff des ostasiatischen Kreuzer-Geschwaders (Geschwaderchef Prinz Heinrich von Preußen) werden.

«uslanv.

Die zum Studium der Pest nachOporto entsandten deutschen Aerzte, die Professoren Kassel und Frosch, sind dort eingetroffen. Ein Bericht der franzö­sischen Aerzte spricht sich dahin aus, daß die Pest noch andauern könne, ohne jedoch an Umfang zuzunehmen. Die mit Serum aus dem Pasteurschen Institut behan­delten Pestkranken befinden sich auf dem besten Wege zur Genesung.

Wechselnd wie Aprilwetter sind die Meldungen über die T r a n s v a a l k r i s i s. So viel scheint aber sicher, daß eine unmittelbare Verschärfung der La^e durch die Beschlüsse des englischen Ministerraths nicht "eingetreten ist; selbst in London ist eine durch die ernste Haltung der Buren veranlaßte Ernüchterung zu spüren, und dort wie in Prätoria scheinen sich beschichtigende Einflüsse fremder Staaten geltend zu machen. So viel ergiebt sich aus den vorliegenden Berichten, daß Chamberlain mit seinen offen auf den Krieg zielenden Anträgen im Ministerrath nicht durchdrang: es gab kein Ultimatum und keine Einberufung des Parlaments zur Beschluß­fassung über die Mobilisierung der Reserven.

Der aus Schantung zurückkehrende Berg-Assessor Krause hat erklärt, daß die M i n e n - A u s s i ch t e n in Schantung in jeder Hinsicht ausgezeichnet seien, daß alles außer Zink und Zinn vorhanden sei. Die in mächtigen Lagern Vorgefundenen Kohlen können in der Güte mit der Kohle von Wales wetteifern. Für die Aktionäre sei aber auf eine Dividende nicht zu rechnen, solange nicht das Eisenbahn-System entwickelt sei, was vor 4 bis 5 Jahren nicht erwartet werden könne.

Alls ^roviliz uiii) Aachbargebiel.

* Amtlicher Nachweisung zufolge sind im Monat August auf den deutschen Münzstätten für 944 795 Mk. silberne Fünfmarkstücke, für 1 437 666 Mk. Ein­markstücke, für 266 136,75 Mk. Fünspfennigstücke und für 36 828,96 Mk. Einpfennigstücke ausgeprägt worden.

* Die Gerichtsferien erreichen an diesem Frei­tage ihr Ende.

Hersfeld, 13. September. Die Frage, ob ein Gastwirth gegenüber den in seiner häuslichen Gemein­schaft lebenden Kellnerlehrlingen die Stellung einesLehrers" im Sinne des § 174 Nr. 1 St -G -B. einnimmt, kann nach einem Erkenntniß des Reichsge­richts im 32. Bande der Entscheidungen nur nach den thatsächlichen Umständen des Einzelsalles entschieden werden. Die Kellnerlehrlinge sinh nämlich trotz dieses Namens keineswegs in jedem Falle Lehrlinge im Sinne des § 126 der Gew -Ordn. Die thatsächlichen Verhält­nisse können vielmehr bei ihnen so liegen, daß sie ledig­lich als jugendliche gewerbliche Arbeiter aufgefaßt werden dürfen. In kleinen Gast- und Schankwirthschaften haben sie nicht selten nur solche Arbeiten auszuführen, für die eine berufliche Ausbildung nicht erforderlich ist. Das Hin- und Hertragen, gefüllter oder geleerter Trinkge- fäße oder Speifegeschirre, die Hülfe beim Reinigen der Geschirre und ähnliche leichtere Hausarbeit sind Ver­richtungen, die eine besonders ausgebildete Geschicklich-

darum sehr zürnt, hat inzwischen der Verkauf der Mühle und des Nachlasses zur Deckung feiner Forderung ver­anlaßt, und ist das Grundstück in feinen Besitz über­gegangen. Ich bin nur zu Pacht hier, es gefällt mir aber ganz und gar nicht, werde wohl auch nicht lange hier bleiben, es ist, als ob aller Segen von der Mühle gewichen fei."

Diese letzten Worte, die ja eigentlich auch nicht von Interesse für Franz waren, hatte derselbe schon nicht mehr beachtet. Nur mit Mühe vermochte er sich auf seinem Sitz aufrecht zu erhalten; tiefe Blässe bedeckte sein Antlitz und er rang schwer nich Atem, sodaß dem Müller ganz ängstlich zu Muthe wurde aus Besorgniß um den jungen Mann. Diese erschütternde Wirkung, die seine Worte hervorgerufen, hatte er sicher nicht vor- auSgesehen. Auch die Frau betrachtete Franz mit be­sorgter Miene und von den Kindern rührte sich keines hinter dem Tisch.

Seid Ihr unwohl geworden?" fragte theilnehmend der Müller.

Es geht schon wieder vorüber," hauchte Franz. Nur ein Glas Wasser möchte ich trinken, mich dürstet so sehr."

Gleich sollt Ihr eins haben," sagte bereitwilligst die Frau und beeilte sich, das Gewünschte herbeizu- bringen.

Durch den langen Marsch in der Sonnenhitze durstig geworden, leerte Franz mit wenigen Zügen das darge­reichte Glas Wasser, und der kühle erfrischende Trunk wirkte belebend auf ihn ; die Schwäche, die ihn momentan befallen hatte, wich nach und nach um solche Schick- sulsschläge zu ertrage», mußte er seine ganze Kraft zu­sammenraffen.

keit nicht erfordern. Wo von den Kellnern keine dariitz aenü binausgehenden Fähigkeiten gefordert werden, kann ^ ,üerb Kellnerlehrling auch als jugendlicher Arbeiter angesch reit ( werden. Besteht aber ein Lehrlingsverhältniß im 8^ m der Gewerbeordnung, so hat der Gast wirth nach §§ sj bis 127 dieses Gesetzes feinen Lehrlingen gegenüber ß Us> Stellung eines Lehrers inne, und es kommt nicht darGDero an, ob und in welchem Maße im einzelnen Fall üon Lehrherr sich um die Ausbildung des Lehrlings kümm, stelln oder sich dafür eignet.

V Hersfeld, 13 September. Für minderbemittk! Bam Lungenleidende gebildeter Stände hat es bisher [ einer geeigneten Heilstätte gefehlt. Privatanstalten hai mar nur theuere und theuerste Preise und sind fast nur i Hagel die oberen Zehntausend zugänglich und die von s Nind Versicherungsanstalten begründeten Sanatorien sind: giUg für die Versicherungöpflichtigen, im ganzen also i hoch, für den Arbeiterstand bestimmt. Deshalb dürste manch unb unserer Leser die Mittheilung von Werth sein, daß! ring, gemeinnützig vielseitig thätige Ev. Diakonieverein (Dix J8. 5 tor: Pros. D. Dr. Zimmer in Berlin Zehlendorf) j g diesem Bedürfnisse abzuhelfen begonnen hat durch |, tönte KurhoSpizWaldhaus Sülzhayn", das allen AnsM signa ungen einer Genesungsstättte für Lungenleidende geni in de Sülzhayn, im Südharz bei Nordhausen gelegen,: gegen schon die Heilstätte der norddeutschen Knappschaft^ Nach! die jetzt als mustergiltig von allen Seiten besucht i von . für die geplanten weiteren derartigen Anstalten - noch Vorbild genommen wird. So war Sülzhayn auch schädi ein Kurhospiz ein besonders günstiger Platz: es Vran sich namentlich auch für Winterkuren bewährt, weile hier mindestens den gleiche» Erfolg haben wie Entst Sommerkuren.

§§ Hersfeld, 13 September, (Das B ü r gl eine liche Gesetzbuch und die Miether.) land Wohnungsmiether, die am 1. Oktober ihre Wohn richtr wechseln, werden gut thun, daran zu denken, daß: Die

1. Januar 1900 mit dem Inkrafttreten des Neuen« dem lichen Gesetzbuches auch für das ganze deutsche M Jung gebiet die neuen Bestimmungen über die Wohnm nach miethen Gültigkeit erlangen. Mit diesem Tage erlii: Stab also von selbst nicht allein das Gewohnheitsrecht, i dieser ches sich vielfach herausgebildet hat, es erlöschen « Sänc alle Vertragsbestimmungen, welche den Vorschriften^Die

neuen Rechtes widersprechen. Ein Mietskontrakt, wch Nach! die neuen gesetzlichen Bestimmungen aufheben ober; Sup- norieren will, hat im Streitfall also keine Gültig Denk vor Gericht, sondern lediglich das neue Recht kommt! Nach! die richterliche Entscheidung in Betracht. Name»Weih gilt dies für die wichtigste unter den vorhandenen nti fanfa Bestimmungen, für die Renovierung der WohnM. Fesiv Hier haben sich besonders zahlreiche lokale Gewohnt- und rechte herausgebildet. Verschiedentlich gilt als feil Blick, verständlich, baß der Miether das, was er in btm Mim« gemietheten oder bewohnten Logis renoviert haben 6 der 6 aus seiner Tasche bezahlt; anderswo liegt dem Mk ü^be auch noch die Verpflichtung ob, bei einem Fortzuge an d Wohnung wieder Herrichten zu lassen. Das alles t Huld vom nächsten Jahre ab weg, vielmehr ist der Vermut von da ab gesetzlich verpflichtet,' nicht nur die Wohm Vorn sammt Schlüsseln, Oefen rc. in völlig brauchbarem Haus stände zu übergeben (die Tapeten müssen also gleiche < heil und sauber sein), er hat auch die Wohnung E aeläi vieren zu lassen, wenn sie durch natürliches Alnvch finde den Charakter der Bewohnbarkeit verliert. Nur für! War was durch Nachlässigkeit oder Verschulden des MielW ruiniert wird, hat dieser zu haften. Nlus

(§) Hersfeld, 13. September. Um die Auszi wuri von Telegrammen in den Stand zu setzen, in facher Weise zu verhüten, daß wegen weniger roiiii l!" Nachlichten die Empfänger, wie es bisher geschah, Nachts durch den Telegraphenboten geweckt und H

Und man hat wirklich nach meiner Schwester gkt » und keine Spur von ihr entdeckt?" fragte Franz, ein Blick haftete forschend auf dem Müller. $

«Ja, das hat man, weil ihr fluchtähuliches ^ .' schwinden so auffällig war; sie hatte auch mit Menschen vorher gesprochen und das Haus ganz " . st-hen lassen." £

Der letztere Umstand ist weiter nicht auffällig, > ^hun Schätze waren hier gewiß nicht zu stehlen; aber ich $ nicht länger stören." neten

Mit diesen Worten erhob sich Franz und schick!' Einsti an, das Zimmer zu verlassen, doch bevor dies gc!" Atlsb- sah er sich erst noch einmal in dem einfach ausgestal Zimmer um, wo seine Wiege gestanden, wo er bb - n^eii seiner Kindheit verlebt hitte, glücklich gewesen iv^ jur das Schicksal mit rauher Hand in sein bis bafoin Äbrigt nicht reich an irdischen Freuden, aber zufriedenes - und

eingegriffen hatte.

(Fortsetzung folgt)

(Beweismittel.)Mensch, wie sieh!' denn im Gesicht aus?"Ja weißt Du, da h"!

ein Kollege einen Topf mit Öelsarbe an den Kos! morsen, und die will ich nicht eher abwaschen, Gerichtsverhandlung gewesen ist!"

(Umschrieben.) Richter (zum Gau»cr,. den ganzen Winter über in Italien eingesperrt 1 Wo hielten Sie sich diesen Winter auf? Gaunel' verbrachte ich im Süden!

(Schmeichelhaft.) A :Nun wU 1 denn im Gefängnisse?" B. (der ein gesessen):O. das kann ich Ihnen nur t>c!'

empfehlen!"

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aus, neu i Opfer

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