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Erstes Blatt.
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a für den Monat September 1899 werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, tandbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtlicher Theil.
> Die dritte Schulstelle in Heringen wird vorn 1. Dezember d. Js. ab frei. Das competenzmäßige Einkommen derselben besteht in 1100 Mk. Grundgehalt neben freier Wohnung, und der Einheitssatz der Alterszulage beträgt n« 130 Mark.
Bewerber um dieselbe wollen sich bis z u m 2 5. __^.dieses Monats bei dem Königlichen Ortsschulin- n Mspektor Herrn Pfarrer Wicke in Heringen oder dem Unterzeichneten melden.
Hersfeld, den 7. September 1899.
Namens des Schulvorstandes von Heringen: Freiherr von Schleinitz,
▲ Königlicher Landrath und Geheimer NegierungS-Rath. I. Nr. 5357.
Feuer, wenn er sich an ausländische Souveräne mit Anträgen herandrängt, deren Erfüllung die Selbstachtung verbietet.
Deutschland hat in der Dreyfussache zweimal in feierlicher Form Erklärungen abgeben lassen, die weit schwerer wiegen, als irgend eine vereinzelte Zeugen - Aussage. Wenn Graf Bülow vor dem Reichstage auf das Aller- bestimmteste festgestellt hat, daß Beziehungen deutscher Organe zu Dreyfus niemals bestanden haben, so heißt dies, positiv ausgedrückt, so viel als: Dreyfus ist, was seine angebliche Spionage für Deutschland betrifft, unschuldig und seine Verurtheilung, soweit es sich um Deutschland handelt, ein Justizmord. Damit ist alles und sogar weit mehr gesagt, als die Zeugenvernehmung eines frühern Militär-Attachos ergeben könnte. Vor dem Kriegsgericht in Rennes aber werden die ersten wahrheitsgemäßen Versicherungen, die im Namen unsers Kaisers der Fürst Münster abgegeben hat, wie die eine eindringliche Mahnung zur Gerechtigkeit enthaltenden Erklärungen des Grafen Bülow mit beleidigender Mißachtung behandelt. Die französische Regierung ist entweder nicht stark oder nicht redlich genug, um der Stimme der Wahrheit Gehör zu schaffen. Deutschland aber würde seiner Ehre zu nahe treten, wenn es den Versuchen nachgeben wollte, den guten Namen eines seiner Offiziere in die Liste der in Rennes ausgetretenen „Zeugen" einzureihen.
Politische Nachrichten.
- Homberg, den 4. September 1899.
L Die unter der Schafherde des Schäfers Gölting zu
Salzberg ausgebrochene Räude ist erloschen.
Sep- Der Landrath von Gehren.
An den Herrn Landrath zu Hersfeld.
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M, Wird veröffentlicht. Hersseld, den 7. Sept. 1899.
----. 5388. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer NegierungS-Rath.
^ Uichlamtlicher Theil.
* Doch einmal Scuififjldiiö und Irehfils.
yrci Herr Labori, der Hauptvertheidiger des Kapitän Dreyfus, hat den Einfall gehabt, unser« Kaiser mit einem Telegramm zu belästigen, worin er bittet, den vfinbelügen Obersten von Schwartzkoppen, Kommandeur des "^'Garde-Grenadier-Negiments Kaiser Franz als Zeugen nach Rennes zu entsenden. In dieser Forderung liegt "^eine unglaubliche Naivetät. Herr Labori mußte sich, I wenn ihm seine Betheiligung an der großen „Afsäre" | nicht alle Besinnung geraubt hat, selber sagen, daß Kaiser ♦ Wilhelm und die deutsche Regierung unmöglich die Hand dazu bieten können, in den Hexenkessel von Lügen und Gemeinheiten, den die Welt Tag für Tag im Saale des Lyceums in Rennes brodeln sieht, einen preußischen Offizier hineinzuschicken. Das hieße doch die Gefahr Besudelung unserer Fahnen-Ehre durch gewisse schurkische Mitglieder des französischen Generalstabes, mt#ll^»‘rm^ ""^rn Worten die Gefahr kriegerischer Ver- MMaelungen zwischen uns und Frankreich, geradezu heraus- Bereits ist ein österreichischer Offizier, der Äderst Schneider, mit Beschimpfungen überhäuft worden, wen er sich dazu fortreißen ließ, in die Verhandlungen ver^, ."''ösgerichts in Rennes mit einer Erklärung ein- z grerfen bie ohne dem Angeklagten zu nützen, nur den
1 ^"'Utz der Verleumdung von neuem hoch aufspritzen » llep. Herr Labori spielt in frevelhafter Weise mit dem
Berlin, den 7. September.
Bei dem Festmahl im kaiserlichen Palast in Straßburg hat S e. M a j e st ä t der Kaiser folgenden Trinkspruch ausgebracht: „Ehe Ich auf das Wohl der Reichslande trinke, liegt es Mir am Herzen, Ihnen zunächst den Schmerz der Kaiserin auszusprechen, daß Sie nicht hat in diesen Tagen an Meiner Seite hier weilen können, und Ihnen Ihren herzlichen Gruß zu übermitteln, bedauernd, daß es Ihr nicht vergönnt war, Ihrer Pflicht entsprechend die Anstalten zu besuchen und manchen Leuten Freude und Trost zu spenden. Ich habe die Gelegenheit gehabt, schon seit vielen Jahren, schon zur Zeit Meines Herrn Großvaters die Reichslande zu studieren und die Feste und die Aufnahmen mitzufeiern, die damals hier stattfanden. Auch während der letzten zehn Jahre Meiner Regierung hat sich Beobachtung an Beobachtung gereiht; Ich kann mit tiefer Bewegung und hoher Dankbarkeit vollinhaltlich nur bestätigen, daß die stets steigende, inniger werdende Wärme des Empfanges und der Begeisterung, die Mir hier entgegengeschlagen ist, ein deutlicher Beweis dafür ist, daß die Reichslande verstanden und begriffen haben, was ihnen durch ihre Einfügung in das Deutsche Reich zu Theil geworden ist. Wohin man blickt, frohes Treiben, eifrige und fleißige Arbeit, vorwärts schreitende Entwicklung, weitgehender Aufschwung. Nun, meine Herren, Ich spreche Ihnen Meinen Glückwunsch aus zu dem Zustand, in dem Ich die Reichslande getroffen habe. Ich ehre die Gefühle der allen Generationen, denen es schwer gewesen ist, sich in die neuen Verhältnisse zu fügen, Ich bin dankbar und gerührt für den Jubel der jungen Generation, die aufgewachsen ist unter dem Banner des Reiches. Vor Allem aber auch möchte Ich den edlen Herrn der Kirche, die einen so großen Einfluß auf unsere Bevölkerung haben, ans Herz legen, daß sie mit ihrer ganzen Arbeit und mit Einsetzen ihrer ganzen Persönlichkeit dafür sorgen, daß die Achtung vor der Krone, das Vertrauen zur Regierung immer fester und fester werde; denn in den heutigen bewegten Zeiten, wo der Geist des Unglaubens durch die Lande zieht, ist der einzige Halt und der alleinige Schutz, den die Kirche hat, die Kaiserliche Hand und das Wappenschild des Deutschen Reiches, und Ich denke, wenn Ich in den Herzen der Straßburger richtig gelesen habe, daß der jubelnde Empfang, der Mir heute zu Theil geworden ist, und auch gestern beim Abmarsch von der Parade, auch dem Verständniß mit ent
sprungen ist, welches der herrliche Anblick der kampf- bewährten Söhne dieses Landes den Bewohnern der alten, schönen Stadt hervorgerufen hat, wodurch von Neuem das Gefühl in ihnen bestärkt worden ist, sub umbra alarum — des Deutschen Reiches Adlers ist das Reichsland gesichert gegen Alles, was da kommen mag. Deshalb erhebe Ich Mein Glas und trinke auf das Wohl der Reichslande, in der Hoffnung, daß ihnen noch lange tiefer Friede befchieden fei zur ruhigen, schwunghaften Fortentmickelung. Was ich dazu thun kann, Mein Land in Frieden zu erhalten pnd zu regieren, das soll geschehen. Daß Sie aber davon einen Vortheil haben sollen, dafür lassen Sie Mich sorgen. Elsaß Lothringen lebe hoch! hoch I hoch !
Bei prachtvollem Wetter fand auf dem Exercierplatz zwischen Untertürkheim und Cannstatt die P a r a d e des 13. (Württembergischen) Armeekorps und der für die Manöver gebildeten Kavalleriedivision A, bestehend aus 8 Reiterregimentern, unter ungeheuerem Andrang der Bevölkerung statt. Se. Majestät der Kaiser, die Könige von Sachsen und Württemberg, der Großherzog von Hessen, Prinz Ludwig von Bayern, Prinz Albrecht von Preußen, sowie die übrigen in Stuttgart anwesenden Fürstlichkeiten erschienen Punkt 9 Uhr zu Pferde. Die Königin von Württemberg traf in vierspännigem Wagen auf dem Paradefelde ein. Nach Abreiten der Front der in zwei Treffen aufgestellten Truppen erfolgte einmaliger Vorbeimarsch bei der Infanterie in Negimentskolonne, bei der Kavallerie in Schwadronsfront im Schritt. Der König führte Sr. Majestät dem Kaiser fünf Regimenter vor. Se. Majestät der Kaiser, der König von Sachsen, der Großherzog von Hessen und Prinz Ludwig von Bayern führten ihre Regimenter vor. An dem Vorbeimarsch nahm auch ein Radfahrerdetachement auf den Rädern Theil. Nach der Kritik ritt Se. Majestät der Kaiser die Front der Kriegervereine ab, kehrte sodann mittels Sonderzuges nach Stuttgart zurück und begab sich mit dem Könige Wilhelm zu Wagen um ll1/* Uhr ins Schloß. Im zweiten Wagen folgten die Königin von Württemberg, sodann der König von Sachsen, Prinz Ludwig von Bayern und die übrigen Fürstlichkeiten.
Der Kronprinz des Deutschen Reichs ist von dem König von Württemberg ä la suite des Infanterie-Regiments „Kaiser Wilhelln" Nr. 120 gestellt worden.
Der neue Minister des Innern, Freiherr v. Rheinbaben hat sein Amt übernommen.
Der neue Kultusminister, Studt, ge- dachte am Freilag nach Berlin überzusiedeln. Die Bürgerschaft Münsters brächte ihm einen Fackelzug.
Wie amtlich festgestellt ist, sind im Jahre 1898 an AlterS-undJnvalidenrenten 62,3 Millionen Mark gezahlt woiden. Davon entfielen auf die Altersrenten 27,5 und auf die Invalidenrenten 34,8 Millionen, die Jnvalidenrentenzahlungen betrugen demnach im Jahre 1898 etwa 56 v H. gegenüber 50 v. H. im Vorjahre der Rentenzahlungen überhaupt. Das Jahr 1898 ist also das erste Jahr, in welchem die Kosten der Invalidenversicherung diejenigen der Altersversicherung überstiegen haben.
Ausland.
Vor der Entscheidung? Die Mehrzahl der Londoner Blätter drückt die bestimmte Erwartung aus, daß morgen im Ministerrath die Entscheidung über Krieg und Frieden fallen werde. Aber wahrscheinlicher ist es, daß man noch nicht den letzten Schritt in dem Nolhkrieg thun wird. Darauf deutet die jetzt in P r ä t o r i a veröffentlichte Note Krügers hin, mit der sich der Ministerrath zu beschäftigen haben wird. Dieselbe lautet: „Die letzte Meldung der Transvaal-Regierung spricht das Bedauern aus, daß England die letzten Vorschläge Transvaals als unannehmbar bezeichnet habe. Die Vorschläge betreffend die zehn Vertreter der Minen- distrikte und fünfjährige Ansässigkeit im Lande werden zurückgezogen, da England die an dieselben geknüpften Bedingungen nicht annimmt. Transvaal bestreitet nicht die England gemäß der Konvention von 1884 zustehen-