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Donnerstag den A. August

1899

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Bestellungen

auf das

für den Monat September 1899 werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbrieftcä gern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil

Cassel, den 18. August 1899.

Unter Bezugnahme auf die Vorschriften im § 5 des EnteignungSgefetzes vom 11. Juni 1874 und § 150 des Zuständigkeitsgesetzes vom 1. August 1883 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Herr Minister der öffentlichen Arbeiten die Vornahme allgemeiner Vor­arbeiten für Nebeneisenbahnen von Hünfeld nach Geisa und von Geisa nach Vacha auf eine Linienführung von Hünfeld über Eiterfeld nach Vacha ungeordnet hat.

Die betheiligten Grundbesitzer des Regierungsbezirks Cassel sind verpflichtet, die Vornahme von Vorarbeiten der bezeichneten Art insbesondere auch das Betreten ihrer Grundstücke zu gestatten. (I. B. A. Nr. 3174.)

Namens des Bezirksausschusses.

Der Vorsitzende. I. V. (Unterschrift.)

*

*

der

Hersfeld, den 25. August 1899.

Vorstehende Bekanntmachung bringe ich zur Kenntniß betheiligten Ortsvorstände mit der Veranlassung, die

in Betracht kommenden Grundbesitzer hiernach zu bescheiden.

I. I Nr. 5106. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer NegierungS-Nath.

Hersfeld, den 25. August 1899.

Nachdem versuchsweise angeordnet worden ist, die Rekruten, welche in Truppentheile des Armeekorps ein­gestellt werden, in dem sie ausgehoben worden sind, un­mittelbar zu ihren Truppentheilen einzuberufen, ohne sie

vorher bei den Bezirkskommandos zu sammeln, werden die Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises hierdurch angewiesen, dafür zu sorgen, daß die den einberufenen Rekruten zustehenden Marsch- und Fahrgelder, welche auf den Gestellungsbefehlen vermerkt sind, unter allen Umständen ausgehändigt werden.

Die Abfindung der Rekruten für den Marsch vom Aufenthaltsort zum Gestellungsort erfolgt gemäß § 2,1 sowie § 4,1 und 2 der Marschgebührnißvorschrist, d. h.

Landwirthe Andreas Haas und Johannes Grenzebach zu Mühlbach ist erloschen.

Der Landrath von Gehren.

An den Herrn Landrath zu Hersfeld.

*

Wird veröffentlicht.

I. 5234.

a)

durch die mit Einziehung der direkten Steuern be­auftragten Gemeindebehörden bezw. Steuerempfänger, oder an Stelle der letzteren durch die Gemeindebe- ^öiben des Aufenthaltsortes, wenn der dienstliche Wohnort des Steuerempfängers ein anderer ist, wie der Aufenthaltsort des Einberufenen bezw. wenn der Steuerempfänger zur Zeit, wo die Auszahlung erfolgen muß, in Dienstgeschäften abwesend ist;

b) durch die Bezirkskommandos, sofern der Aufenthalts­ort des Einberufenen und der Sitz des Bezirkskom­mandos zusammenfallen.

Jedenfalls darf, wie nochmals bemerkt wird, keinen- falls die Auszahlung der Beträge aus irgend einem Grunde verweigert werden.

I. II. Nr. 2824. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath

Hersfeld, den 28. August 1899.

Die in der Gemeinde Rohrbach ausgebrochene Maul- und Klauenseuche ist erloschen und die durch Ver­fügung vom 19. Juli d. I., J. I. N^. 4211, Kreisblatt Nr. 85, angeordnete Orts- und Gemarkungssperre wieder aufgehoben worden.

I. 5200.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 28. August 1899.

Die unter den Schweinen in der Gemeinde Gitters­dorf ausgebrochene Nothlaufseuche ist erloschen.

I. 5199,

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Homberg, den 28. August 1899.

Die Nothlausseuche unter dem Schweinebestande der

*

Hersfeld, den 29. Aug. 1899. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hünfeld, den 26. August 1899.

In Rhina hiesigen Kreises ist die Maul- und Klauen« seuche ausgebrochen.

Der Landrath. I. V.: L o o ck.

An das Königliche Landrathsamt in Hersfeld.

Wird veröffentlicht. Hersfeld, den 28. August 1899.

I. 5188. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Rath.

Nichtamtlicher Theil

Der Schluß der Landtagssession ist heute Nachmittag Uhr in gemeinsamer Sitzung der beiden Häuser erfolgt. Nach Verlesung der Allerhöchsten Botschaft wegen Schlusses des Landtags gab der Ministerpräsident, Fürst

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zu Hohenlohe, folgende Erklärung ab:

Meine Herren!

Am Schlüsse dieser ungewöhnlich langen und arbeits­reichen Session ist es mir Bedürfniß, Ihnen namens der königlichen Staatsregierung für die Mühe und Hingebung zu danken, mit der Sie sich der Durchberathung der Ihnen unterbreiteten gesetzgeberischen Vorlagen unter­zogen haben.

Es ist dadurch, wie mit besonderer Befriedigung an­erkannt wird, die Möglichkeit geschaffen worden, diejenigen Gesetze rechtzeitig zu verabschieden, welche die Einführung des am 1. Januar 1900 Geltung erlangenden neuen Neichsrechts für unser engeres Vaterland zur Voraus­setzung hat.

Auch auf verschiedenen anderen Gebieten der StaatS-

iul0> red' [ler-

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rei.

(Nachdruck verboten.t

Die Rache ist mein.

Original-Noman in zwei Bänden von Gustav Lange.

(Fortsetzung,)

Wie sie nun so dastand, die Thalmüllerin, und in das sprudelnde Wasser hineinschaute, da «verlief sie ein Gruseln was wollte sie denn eigentlich hier oben? Diese Frage legte sie sich jetzt vor, in der ersten Aufregung, in der Verzweiflung, die sich momentan ihrer bemächtigte, da hatte sie daran gedacht, mit einem Male allen ihren Erdengualen ein Ende zu machen wenige Augenblicke nur, wenn sie sich hier hinabstürzte, sie brauchte nicht lange zu leiden, da war sie für immer diesem Jammerthal entrückt, denn der Mühlbach war tief genug. Durch das lange Hinabschauen in das Wasser wurde eS ihr ordentlich schwindlig, es war ihr, als winkten ihr aus dem Wasser allerhand groteske Gestalte« zu, doch den kleinen Sprung zu wagen.--------

D^rUen im Dorfe begann die Vesperglocke zu läuten, klar und rein drangen die Töne durch die klare r . bis zu der einsamen, mit einem schweren Entschluß kämpfenden Frau.

Die Wittwe hob lauschend das Haupt empor, ein PL . Züchtender Ausdruck flog über ihr Antlitz, der

Unmuft^rl Ausdruck begann zu schwinden, bempntpn ^ ^" iete sie die Hände und ihre Lippen bewegten sich zu einem Gebete.

redet^ nickt die Stimme Gottes zu uns

4 ein in prachtvollen Tempeln und brausen-

den Hymnen, sondern in reiner Klarheit dringt sie aus den Himmeln herab, wo ein Mensch in Demuth sich beugt und in Erkenntniß unserer Nichtigkeit, unseres Unvermögens ohne Gottes Willen zu ihm aus reuigem Herzen spricht: Hilf mir, Du himmlischer Vater, denn ich vermag nichts ohne Dich!"

In den feierlichen ^Tonen klangen die Glocken noch eine Weile weiter, bis sie verstummten, und da erst fühlte sich die Thalmüllerin wieder zurückversetzt in die rauhe Wirklichkeit des Lebens, doch ruhiger, gefaßter war sie geworden, gestärkt durch das Gebet, in dem sie Trost gefunden hatte.

Mutter! Mutter!" erschallte es laut aus der Mühle herauf.

Es war Franzens Stimme, der mit nach vollbrachtem Tagewerk vom Felde nun seine Mutter vermißte.

mit einem Male

seiner Schwester heimgekehrt und

Heftig erschrak die Wittwe über diese lauten Rufe; sie hatte gar nicht mehr an die Kinder gedacht, was sollte sie ihnen nun sagen, wenn sie von ihnen hier oben gesehen wurde, wie sollte sie ihre Gemüthsstimmung vor ihnen verbergen?

Mit einer raschen Wendung drehte sie sich um, damit sie noch eher zurückkam, ehe eines von ihren Kindern, die gewiß nach ihr suchten, sie hier oben sah. Schnell wollte sie über den Steg eilen, es waren nur wenige Schritte, welche dazu nothwendig, doch mit einem Male schwankte sie ihr Fuß war auf der schlüpfrigen Bohle ausgeglitten. Sie fuhr mit den Armen in die Höhe, als wollte sie nach einem Gegenstand greifen, um sich

daran festzuhalten doch ihre Hände faßten nur Lust, sie fanden keinen Halt ein lauter Aufschrei, dem ein stark plätscherndes Geräusch folgte die Thalmüllerin war von dem Steg abgestürzt und in den Mühlbach ge­fallen dann blieb es wieder ruhig wie vorher.

In dem seit einiger Zeit vom Mühlrad abgelenkten Mühlbach trieb es den leblosen Körper der Wittwe lang­sam abwärts bis an die Vorrichtung, die zum Ableiten des Baches diente, an deren Schieber er haften blieb. Es war nur ein kurzes, vergebliches Ringen mit dem nassen Elemente gewesen die zu schnelle Abkühlung, die auf den durch die voraufgegangene Aufregung er­hitzten Körper ungünstig gewirkt, hatte ein schnelles Ende herbeigeführt, ein Schlagfluß hatte dem Leben der Thal­müllerin ein Ende bereitet.

Die Strahlen der untergehenden Sonne spiegelten sich in dem klaren Wasser des Mühlbaches; sie beleuchteten auch den Leichnam, der dort an dem hölzernen Schieber von dem stauenden Wasser festgehalten wurde. Der in einem schwachen Augenblick in der Thalmüllerin aufge­stiegene sündhafte Wunsch war in Erfüllung gegangen sie hatte ausgelitten. Hatte sie auch den Frieden ge­sunden hatte Gott ihr letztes Gebet erhören wollen und sie aus den Kämpfen der Welt an sein liebevolles

Herz gezogen?

Des Herrn Wege sind wunderbar.

* *

Unglück oder schwebte auf aller

Selbstentleibung? Diese Frage Mund, als im Dorfe wie ein Lauf-

feuer die Kunde von dem Drama sich verbreitete, welche«