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Gratisbeilagen rIllnstrirtes Sonnragsblatt^ «.3Utt stritte lanvwirthschaftliche Beilage".

SmMO hm 5. August

Erstes Blatt.

Bestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt für die Monate August und September 1899 werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbries­trägern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Cassel, den 27. Juli 1899.

Bekanntmachung.

Auf Grund des § 2 des Gesetzes über die Schon­zeiten des Wildes vom 26. Februar 1870 und des § 107 des ZuständigkeitSgesetzes vom 1. August 1883 wird der Anfang der diesjährigen Jagd aus Rebhühner, Haselwild und Wachteln auf den 2 8. A u g u st 1 8 9 9, auf Dächse, Hafen, Auer-, Birk- und Fasanenhennen auf den 1 5. September 1 8 9 9 festgesetzt.

Namens des Bezirksausschusses.

Der Vorsitzende gez. v. Trott zu Solz.

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Abschrift wird zur weiteren Veröffentlichung mitgetheilt. Der Vorsitzende des Bezirksausschusses. v. Trott zu Solz.

An die Herren Landräthe des Bezirks.

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Hersseld, den 2. August 1899. Wird veröffentlicht.

J. I. Nr. 4488. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Nath.

Hersfeld, den 31. Juli 1899.

Nach einer Mittheilung des Vorstands der Jnvalidi- läls- und AltersversicherungS-Anstalt zu Cassel hat der Gesammtvorstand beschlossen, den Zinsfuß der in Zukunft an kommunale Korporationen (Kreise, Städte, Landge­meinden u. a.) auszuleihenden Darlehen allgemein auf ^/« Proz mit der Maßgabe festzusetzen, daß für die­jenigen Bewilligungen, welche bisher schon durch förm­lichen Vorstandsbeschluß vertragsmäßig zugesichert oder in Aussicht gestellt waren, der bisherige Zinsfuß von 31/2 Proz. beibehalten wird. Ueber die Einnahmen der Versicherungsanstalt aus den Jahren 1899 und 1900 ist indessen bereits Verfügung getroffen und kann demnach Anträgen auf Darlehns-Erborgungen erst bezüglich der Einnahme aus dem Jahre 1901 unter den im übrigen unverändert gebliebenen Bestimmungen entsprochen bezm. näher getreten werde».

I. 4450. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungö-Rath.

Hersfeld, ben «31. Juli 1899.

Der Postagent Heinrich G e b a u e r zu Heringen ist heute als Bürgermeister der dortigen Gemeinde eidlich verpflichtet worden.

J. A. Nr. 2250. Der Königliche Land rath Freiherr von Schleinitz, Geheimer NegiermigS-Rath.

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Unter dem Nindviehbestande in der Gemeinde Tann ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

I. I. Nr. 4447. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Nath.

Hersfeld, den 31. Juli 1899.

Unter den Schweinen in den Gemeinden Kathus, Obergeis, Kerspenhausen, Kohlhausen und Oberhaun ist die Nothlausseuche ausgebrochen.

I I. 4444 u. 4446. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Nath.

Nichtamtlicher Theil.

Weifoenburg und Wortb, den 4. und 6. August 1870.

Seit dem 2. August hatte der Kronprinz seine III. Armee, 5. und 11. Korps, 1. und 2. bayerisches Korps, wülttembergische Division, in Bivaks nahe der Grenze hinter dem Klingsbach vereinigt, um am 4. früh den Vormarsch mit versammelten Kräften anzutreten. Mit jubelndem Hurrah überschritten die deutschen Truppen die französische Grenze, um in breiter Front gegen die Lauter vorzug-ehen.

Von der Heeres - Abtheilung des Marschalls Mac Mahon war die Division des Generals Abel Douay nach Weißenburg vorgeschoben und hatte die mit Mauern um­gebene Stadt, sowie die das Vorfeld beherrschende Höhe des Geisberges, die von einem festen Schlosse ge­krönt war, besetzt. Gegen die Stadt Weißenburg ent­wickelte sich die bayerische Division Bothmer zum Angriff, während die preußischen Korps die Lauter weiter unter­halb überschritten und General von Kirchbach mit dem 5. Corps gegen die Geisberg-Stellung vorging. Nach hartnäckigem Kampf, unterstützt von preußischen Batail­lonen, warfen die Bayern die Franzosen aus der Stadt. Schwerer hielt es, die Geisbergstellung zu nehmen. Furcht­bares Mitrailleusen- und Gewehrfeuer emfing die Ba­taillone der 18. und 41. Brigade, die zum Angriff vorgingen. Den Hauptstoß hatten die KönigS- Grenadiere (Regiment Nr. 7) zu führen. Die drei Bataillone formierten sich nebeneinander, jedes Bataillon zwei Kompagnien vorgezogen. So gehen sie vereint vorwärts, bis die Füsiliere, von mörderischem Kreuzfeuer überschüttet fast aller ihrer Offiziere beraubt, auf halber Höhe Halt machen müssen. Major von Kaisenberg führt seine Füsiliere selbst zum Sturm. Als der Fahnenträger, Sergeant Heinrich gefallen ist, ergreift Major von Kaisenberg die Fahne; doch alsbald sinkt auch er, schwer getroffen in Schulter und Knie. Nach ihm fallen die Premier-Leutnanls von Lültivitz und Siemon mit der Fahne in der Hand, bis Unteroffizier Förster das Banner glücklich den steilen Hang emporträgt. In­zwischen sind die beiden Grenadier-Bataillone im Vor­rücken geblieben; von rechts ersteigen die 5 Jäger, von links zwei Bataillone 47 und 58 die Höhe und nach heißer» Ringen ist die Geisberg-Stellung unser. Der französische General Douay war gefallen, seine Division war geschlagen. Doch auch den Deutschen hatte dieser erste Sieg bedeutende Opfer gekostet über 1500 Todte und Verwundete.

Bei Weißenburg hatten die Deutschen auch zum ersten­mal die Turkos zu sehen bekommen, die schwarzen afri­kanischen Unholde in ihren bunten Jacken. Ei» tapferer Bayer hörte seinen Hauptmann klagen, daß seine Leute ihm alle Turkos todlschösse», er hätte gern einen lebendig gehabt. Da giebt der dienstwillige Bayer Köhler war sein Name einem Kameraden sein Gewehr zum Halten:

Und durch den Kugelregen springt Er auf die Turkos los

Und packt den nächsten beim Genick Und sagt:Komm' mit, Franzos!"

Er hält ihn feinem Hauptmann hin

Und salutiert und spricht:

Da haben's an'», doch verzeih'»'«.

Der schönste ist es nicht!"

Auf die Kunde von Weißenburg versammelte Mar­schall Mac Mahon von den ihm unterstellte» drei Corps

möglichst starke Kräfte hinter dem Sauerbach in der Ab­sicht, denvorgedrungenen Deutschen zu Leibe zu gehen. Doch diese kamen ihm zuvor, obgleich der Kronprinz für den 6. August den Angriff noch nicht beabsichtigt hatte.

Schon in der Nacht vom 5. zum 6. August geriethen die beiderseitigen Vorposten mehrfach aneinander, und am 6. August kam es zur Schlacht bei Wörth.

Inzwischen hatte sich, als der Kanonendonner bei Wörth hörbar wurde, die bayerische Division Hartmann von Langensulzbach her in Marsch gesetzt und griff den linken Flügel der Franzosen an. Nun war kein Halten mehr, das preußische 5. Corps durfte die bayerischen Kameraden nicht im Stich lassen, und vorwärts gingS gegen die Mitte der Franzosenstellung. Die Artillerie wurde vorgezogen, 103 Geschütze donnerten gegen die dicht besetzten Höhen. Bis an die Brust im Wasser, überschritten die preußischen Bataillone die Sauer, stießen aber auf so mächtigen Widerstand, daß sie sich nur mit großer Mühe auf dem jenseitigen Ufer behaupten konnten.

Jubelnd begrüßt erscheint der Kronprinz auf dem Kampfplatz und übernimmt die Leitung der Schlacht. Das 11. Corps, durch den Kanonendonner ebenfalls alarmiert, bricht aus seinen Bivaks auf und wendet sich über Gu»stedt und Moosbronn gegen des Feindes rechte Flanke. Hurrah, die Hessen und Thüringer kommen; unaufhaltsam vordringend, werfen sie in blutigem Ringen zurück, was sich ihnen entgegenstellt. Vergebens stürzt sich die Kürassier-Brigade Michel auf die Kompagnien des Regiments 32 ; die französischen Reitermassen zer­schellen an dem Schnellfeuer der unerschrockenen Infan­terie, und weiter geht es bis zum Nordsaum des Nieder­waldes. Wieder versucht Mac Mahon durch verzweifelten Gegenstoß den Feind von sich abzuschütteln, der Kavallerie- Division Bonnemains ergeht es nicht besser wie der Kürassier-Brigade. Inzwischen haben sich auch die Regi­menter des 5. Corps zu neuem, unwiderstehlichem Angriff vereinigt, die preußischen Batterien jagen aus Kardätsch- Schußweite an den Feind heran und schleudern ihre Geschosse in seine schon erschütterten Reihen; ein unge­stümer Drang nach vorwärts beseelt alle deutschen Streiter. 11. Corps, 5. Corps und Bayern reichen sich im Vor­stürmen die Hand, und am Abend sind auch die Württem- berger zur Stelle, dem geschlagenen Feinde den Rest zu geben. Mac Mahons Divisionen wanken, weichen, fliehen endlich in regellosem Gedränge durch Reichshosen; erst die Nacht und die große Erschöpfung der deutschen Truppen schützen den Feind vor völliger Vernichtung.

Teuer genug war der herrliche Sieg erkauft; gegen 500 Offiziere und 10 000 Mann halten die Deutschen verloren, den Franzosen aber waren 9000 Gefangene, zwei Adler und 33 Geschütze abgenommen. General v Kirchbach, der bei Weißenburg verwundet war, hatte am 6. August wieder sein Corps kommandiert; General von Böse, der Kommandierende des 11. Corps, wurde schwer verwundet.

Mit der Schlacht von Wörth war Süddeutschland von der Besorgniß befreit, daß beutelustige Feindeö- schaaren sein Gebiet überschwemmen könnten; fest und innig war besiegelt die Waffenbrüderschaft zwischen Preußen u. Bayern, zwischen Nord- u. Süddeutschen. v.S.

Nachrichten.

Berlin, den 3. August.

S e. Majestät der Kaiser hörte gestern an Bord derHohenzollern" die Vorträge des den Staats­sekretär des Reichs-Marineamts vertretenden Kontre- admirals Büchsel, des Chefs des Generalstabes der Armee, Grafen von Schliessen, und des den Chef des Civil- kabinets vertretenden Geheimen Regierungsraths von Valentini. Nachmittags unternahm Allerhöchstderselbe auf der SegelyachtJduna" einen Ausflug nach der Außensöhrde und kehrte Abends 7 Uhr auf dieHohen­zollern" zurück.

Wie in der letzten Sitzung des Vereins der Indu­striellen des Regierungsbezirks Köln mitgetheilt wurde,