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1899.
Gestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt für das dritte Quartal 1899 werden noch von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenoinmen.
Amtlicher Theil.
Hersfeld, den 3. Juli 1899.
Diejenigen Herren Ortsvorstände, welche noch mit Erledigung der Verfügungen
1. ' vom 29. Juni 1880 Nr. 7650, Kreisblatt Nr. 52, Erreichung des Verzeichnisses über die von Privat- hengsten abstammenden Füllen betreffend,
2. vom 5. November 1892 Nr. 7380, Kreisblatt Nr. 133, Herabnnudernng von Strafen betreffend,
3. vom 15. April 1879 Nr. 4433, Kreisblatt Nr. 31, Versicherung der Feldfrüchte gegen Hagelschaden be- treffend,
4. vom 23. April 1896 I. I. Nr. 2340, Kreisblatt Nr. 51, Untersuchung des Schweinefleisches auf Trichinen betreffend, im Rückstände sind, werden mit F r i st bis zum 10. d. M t s. hieran erinnert.
Der Königliche Landrath Freiherr von S ch l e i n i tz, Geheimer RegierungsMath.
Easiel, den 21. Juni 1899.
Nach einer Mittheilung des Direktors der Hessischen Brandversicherungsanstalk sind gelegentlich der Verhandlungen des l l. Verbandstages der hessischen Feuerwehren des Regierungsbezirks im Jahre 1897 Zweifel darüber entstanden, von wem die Kosten der nach einem Brande nothwendigen Wachen zu tragen seien.
Die Wachen werden im feuerpolizeilichen Interesse ausgestellt und die dadurch entstehenden Kosten fallen daher, als durch die Ausübung der polizeilichen Thätigkeit entstanden, ebenso wie die übrigen Kosten der Polizei- verwaltung, zweifellos den Gemeinden zu Last.
Sternschnuppen.
Novelle von Detlef Stern.
(Fortsetzung.)
„Sie verjagen mir meine beiden Sterne," sagte der Professor vorwurfsvoll.
„Unter den Händen gleitet sie mir beständig weg, diese kleine Sternschnuppe," entgegnete der Astrolog ärgerlich. „Jetzt eben denke ich sie soweit zu haben, daß sie mir das Jawort giebt, da saust sie mir mit einem Masuniello davon, der sie schon lange verfolgt hat, ich hinterdrein und finde sie hier, um sie abermals verschwinden zu sehen. Kommen Sie mit, Profesior, wir müssen sie wieder einfangen."
Malbach war sehr bereit dieser Aufforderung zu folgen. Arm in Arm durchstreiften beide Herren die Säle; wo etwas Weißes auftauchte, darauf steuerten sie schleunigst zu, aber immer sahen sie sich getäuscht, die, welche sie suchte»!, waren unfindbar.
„Sollten sie sich zu der Alten geflüchtet haben?" dachte der Profesior. Er lenkte seine Schritte nach dem Rebenzunmer, in welchem er die Majorin sich selbst überlassen — sie war fort.
„Sie haben den Ball verlassen !" Dieser Ausruf । Marbachs traf den Astrologen wie ein kalter Schlag.
„Unmöglich — ganz unmöglich!"
Für diese Auffassung kommt ferner in Betracht, daß nach § 4 der Städte-Ordnung und nach § 8 der Land- gemeinde-Ordnung vom 4. August 1897 die Gemeindeangehörigen nach Maßgabe der bestehenden Bestimmungen zur Theilnahme an den Gemeindelasten verpflichtet sind. Als solche bestehende Bestimmungen sind aber die §§ 71 Nr. 3 und 78 der Kurhessischen Gemeinde-Ordnung vom 23. Oktober 1834 anzusehen, nach welchen die Kosten des Feuerlöschwesens, wozu die Ueberwachung des Brandes nach erfolgtet Löschung zweifellos gehört, den Gemeinden zur Last fallen, während andererseits die Gemeinden berechtigt sind, die Leistungen der Gemeindeglieder zu Nothdiensten bei Feuersbrunst oder ähnlichen außerordentlichen Ereignissen in Anspruch zu nehmen.
Sie wollen demgemäß die Gemeinden Ihres Kreises — mit Ausnahme der Städte mit Königlicher Polizei- Verwaltung — mit Weisung versehen.
Der Negierungs-Präsident. I. A.: Freiherr v. Schenk. An sämmtliche Herren Landräthe des Bezirks.
* ^ *
Hersfeld, den 30. Juni 1899.
Vorstehendes theile ich den Herren Ortsvorständen des Kreises zur Nachachtung mit.
I. 1 Nr. 3860. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.
Cassel, den 24. Juni 1899.
Die Königliche Regierungs-Hauptkasse hier ist angewiesen worden, den Standesbeamten des diesseitigen Be- zi-ks die Seitens des Königlich Statistischen Bureaus zu Berlin festgestellten Kopialienentschädigungen für die im Etatsjahre 1898/99 aufgestellten und eingereichten Zählkarten über Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle gegen Quittung zu zahlen.
Ich ersuche, die Standesbeamten im dortigen Kreise hiervon mit dem Bemerken in Kenntniß zu setzen, daß, wenn die Abholung der Beträge bei den betieffenden Kreis- rc. Kassen nicht binnen Monatsfrist erfolge, die Zustellung durch die Post portofrei stattfinden werde. Der RegierungS-Piäsisent. I A.: Freiherr v. Schenk An sämmtliche Herren Ländräthe des Beziiks und die Magistrate hier und in Hanau. A. I. 4896.
* *
*
Heisfeld, den 1. Juli 1899.
Vorstehendes wird den Herren Standesbeamten des Kreises zur Kenntnißuahme mitgetheilt.
A. 2031. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz,
Geheimer Regierungs-Rath.
„Warum unmöglich? Sie müssen der Kleine»» etwas gethan haben, Unglücksmensch, sie floh ja vor Ihnen, wie vor einem Gespenst. Gestehen Sie, was ist vorgefallen ?"
„Sie spielte die Uebermüthige; sie behauptete, ich liebe in ihr nur die Schriftstellerin, die Frau, mit der ich mich putze», könne und da — da gab ich ihr als Beweis des Gegentheils die bewußte Kritik."
„Das hättte nur in den» Falle wirken können, wenn Sie damit au die Rechte gekommen wären, aber Fräulein Hedwig ist ja garnicht Schriftstellerin."
„Wer spricht von Hedwig; es war doch Melanie."
„Trösten Sie sich, es war Hedwig, denn Fräulein Melanie saß bei mir."
„Sind Sie desien gewiß?"
„Sie hat es selbst gestanden und außerdem trug sie als Kennzeichen eine hellblaue Schleife im Schleier, die Ricke ihr als meine Verbündete angesteckt hatte."
„Und davon sagten Sie mir nichts? Das war hein»- tückisch von Ihnen, Professor; p'tzt hat Fräulein Hedwig die Liebeserklärung weg, und ich muß froh sein, wenn sie keinen Gebrauch davon macht."
„Na, da haben Sie etwas Schönes angerichtet, Doktor, sehen Sie zu, wie sie sich ba herauswickeln. Ich fahre nach Hause, gute Nacht."
Hersfeld, den 1. Juli 1899.
Im Monat Juni d. Js. sind dahier folgende Jagdscheine ausgestellt worden und wird solches bestehender Vorschrift gemäß hierdurch veröffentlicht.
A. Entgeltliche Jahresjagdscheine:
1. am
2. „
3. „
4. „
5. „
6. „
7. „
8. „
2/6. für den Schmied Herrn Heinrich Klee in Rotterterode,
8/6. „ Seine Hoheit den Herrn Landgrafen Ernst von Heffen in Philippsthal,
10/6. ,, „ Landwirth Herrn Conrad Siebe in Aua,
17/6. „ „ Großherzogl. Sächs. RechnungS- amts-Assistenten Herrn Arno Kunze in Vocha,
19/6. „ „ Gutsbesitzer Herrn Heinrich HoS- bach zu Hof Weisenborn,
20/6. „ „ Hauptmann im Großherz. Hess. (Leib.) Jnstr.-Rgt. Nr. 115 Herrn Freiherrn Treusch von Buttlar- Brandenfels z. Z. in Kirchheim,
21/6. „ „ Schreinermeister Herrn Heinrich Stiebing in Heddersdorf,
30/6. „ „ Jagdaufseher Herrn Adolf Wester- mann in Herfa.
8. Unentgeltliche Jahresjagdscheine:
9. am 8/6. für den Königl. Förster Herrn Dittelbach in Friedewald,
10 „ 10/6. „ „ Königl. Oberförster Herrn Died- rich in Heringen,
C. Tagesjagdschcine:
11. am 6/6. für den Arzt Herrn Dr. F. Bürger in Obergeis.
Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Nichtamtlicher Theil.
killt MckuchlW.
Wie sehr die im Rechte waren, die an die Friedens- Konferenz im Haag keine allzu großen Erwartungen knüpften, zeigt sich immer mehr. Wenn auch das Unternehmen des Zaren nicht ohne jeden Erfolg bleiben wird, so dürfte doch die Hauptsache: die Abrüstungsfrage, als gescheitert anzusehen sein. Ob unsere Kinder und Kindes- kinder einen dauernd gesicherten Frieden erleben, mag dahingestellt bleiben. Einstweilen noch ruht die sicherste
IX.
Melanie und Hedwig schliefen nicht in dieser Nacht. Nachdem sie geduldig einen Wettersturm der Majorin über ihre schuldigen Häupter hatten hinbrausen lassen, waren sie von dieser in einen Wagen gepackt und nach Hause gefahren. Jetzt saßen sie bei Tagesanbruch in ihren» Schlafzimmer und Melanie wiederholte zum zwanzigste»» Male, daß sie nicht länger in L bleiben könne, daß sie sich zu Tode schäme und den Profesior nicht wieder sehen wolle — nie — niemals!"
„Aber wenn er doch selbst gesagt hat, daß es besser fei, wenn eine Frau nicht schriftstellere," tröstete Hedwig. „Wenn Du ihn wirklich gern hast, na, da laß die Feder ruhen."
„Wenn ich das auch wollte! Aber weiß ich denn, ob ich wirklich gemeint bin? Er glaubt, daß Du, die heitere, hübsche Blondine, die Schriftstellerin seiest, und wenn es ihn, um die letztere nicht z»l thun ist, er sich also au die Persönlichkeit hält, was habe ich da zu erwarte»» ?"
„Hm," machte Hedwig, „wir hatten Unrecht mit der Komödie. Nun hat Melanie Ewald zwei Anträge und doch keinen. Sei mir nicht böse, liebe, beste DM wie! ich war die Anstifterin der ganzen Verwirrung."
„Und nun doch die schreckliche Kritik! oh, er kennt