Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.
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Gratisbeilagen r „JÜnstrireer Sonnragsbiatt
)llnftrirte lanSwirthschaftliche Beilage
Bestellnngen auf das Hersfelder Kreisblatt für den Monat März 1899 werden von allen Kaiserlichen Poftanftalten, tandbriefträgern und von der Expedition angenommen
Amtlicher Theil.
Berlin, den 18. Februar 1899.
Beknnntmachuttg
Die Zinsscheine Reihe II Nr. 1 bis 20 zu den Schuldverschreibungen der Preußischen konsolidirten 3‘/.25 prozentigen Staatsanleihe von 1889 über die Zinsen für die Zeit vom 1. April 1899 bis 31. Mäiz 1909 nebst den Anweisungen zur Abhebung der folgenden Reihe werden vom 1. März 1899 ab von der Kontrolle der SlaatSpapiere hierselbst, Oranienuraße 92/94, geöffnet Vormittags von 9 bis 1 Uhr, mit Ausnahme der Sonn-- und Festtage und der letzten drei Geschäftslage jedes Monats ausgereicht werden.
Die Zinsschtine find entweder bei der Kontrolle selbst am Schalter in Empfang zu nehmen oder durch die Regierungtz - Hauptkaffeu sowie in Frankfurt a. M. durch die Kreiskaffe zu beziehe». Wer die Empfangnahme bei der Kontrolle selbst wünscht, hat derselbe» persönlich oder durch einen Beauftragten die zur Abhebung der neuen Reihe berechtigenden Zinsscheinan- weisungen mit einem Verzeichnisse zu übergeben, zu welchem Formulare ebenda und in Hamburg bei dem Kaiserlichen Postamte Nr. 1 unentgeltlich zu haben sind. Genügt dem Einreicher eine »ummerirte Marke als Empfangsbescheinigung, so ist das Verzeichniß einfach, wünscht er eine ausdrückliche Bescheinigung, so ist es doppelt vorzulegen. Die Marke oder Empfangtzbeschei- nigung ist bei der Ausreichung der neuen Zinsscheine zurückzugeben. Durch die Post sind die Zinescheinan- weisungen an die Kontrolle nicht einzusenden.
; Wer die Zinsscheine durch eine der oben genannten Provinzialkaffen beziehen will, hat derselben die Anweisungen mit einem doppelten Verzeichniß einzureichen. Das eine Verzeichniß wird, mit einer- Empfangsbescheinigung versehen, sogleich zurückgegeben und ist bei
211 a r i e.
Erzählung aus dem Auswandererleben in Nordamerika. Nach dem Dänischen von F r i e d r. v. K ä n e l.
(Foi tsetzung.)
Der zudringliche Herr verließ ärgerlich das Zimmer, als er sah, daß ihr Gruß nicht ihm galt, gefolgt von dem Gelächter der andern.
„Gut so! das paßt für den Lump, der hier fortwährend den Mädchen nachstellt!" rief ein junger norwegischer Matrose, der in diesem Augenblick sich an Nygaard herandrängte und ihm die Hand reichte.
„Was, Sie hier, Ola ßjölfiab V rief Nygaard aus „Ich meinte, Sie wären weit drunten auf der Elbe aus dem Schiller.
„Will morgen auch mit, erhielt aber heute Abend Urlaub, um zu sehen, ob ich ein Mädchen finden kann Soll mit auf das Dampsboot, das morgen die Auswanderer hinab nach dem „Schiller" führt."
„Wie geht es Ihnen sonst?"
„Ganz gut," antwortete Ola, und flüsternd fügte er hinzu: „ich habe ein hübsches schwedisches Mädchen gesunden, das ich von Göteborg her kenne. Sie steht da drüben — Tilda heißt sie — die Blondharige doit in dem blauen Kleid."
Er zeigte auf ein junges Mädchen, das dort stand und mit der Frau des Uhrmachers Boström sich unterhielt. Sie war groß und stark, sehr blond und lachte viel. Sie schien eher eine Aufwärterin zu sein.
Aushändigung der Zinsscheine wieder abzuliefern. Formulare zu diesen Verzeichnissen sind bei den gedachten Provinzialkaffen und den von den Königlichen Regierungen in den Amtsblättern zu bezeichnenden sonstigen Kassen ■ unentgeltlich zu haben.
Der Einreichung der Schuldverschreibungen bebaif es zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn die Zinsscheinanweisungen abhanden gekommen sind, in diesem Falle sind die Schuldverschreibungen an die Kontrolle der Staatspapiere oder an eine der genannten Provinzialkaffen mittelst besonderer Eingabe einzureichen.
Hauptverwaltung der Staatsschulden. gez.: von Hoffma » n.
*
Caffel, den 23. Februar 1899.
Die vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch mit dem Bemerken veröffentlicht, daß die in derselben bezeichneten Formulare von der hiesigen Regierungshaupi- kasse und den Kreitzkuffen unseres Beziiktz verabreicht werden.
Königliche Regierung. gez.: von Bremer.
Hersfeld, den 1. März 1899.
Behufs Tilgung de r Schafräude ist seitens des Herrn Regierung« - Präsidenten angeordnet worden, daß die sämmtlichen vorhandenen Schafbestände im laufenden Flühjahr vor der Vereinigung gu Sammt gerben bezw. vor dem Austrieb einer genauen Untersuchung unterworfen werden sollen. Die Herren Ortsvorstände des Kreises haben diese Untersuchung durch die Schäferei- Aufseher in Kürze vornehmen zu lassen und ist mir von i den Letzteren durch die Hand der Herren Ortsvorstände über das Ergebniß bestimmt bis spätestens zum 20. M ä r z d. I tz, unter Angabe der Größe der untersuchten Bestände, Anzeige zu erstatten.
Falls die Rändefreiheit der Schafe nicht zweifellos feststeht, wird eine Nachuntersuchung durch den Herrn Kreisthierarzt stattfinden. Die Vereinigung der Schafe ist so lange nicht zu gestatten.
Die Schäferei-Aufseher sowohl als auch die Schäfer haben alle verdächtige Erscheinungen, welche als die An- zeichen von Räude gedeutet werden können, unverzüglich zur Anzeige zu bringen.
Tritt die Räude unter den Schafen im Pferch auf, so sind die kranken und die verdächtigen Thiere bis zur
„Das giebt eine Verlobung, ehe wir nach New - Io-k kommen," versicherte Ola. „Gute Nacht, alter Junge!"
Er wechselte mit Nygaard einen derben Handschlag und verschwand in der Menge; eine Weile später fand man ihn neben Tilda in einem Nebenzimmer sitzen
„Eine munterer Bursche, der Ola Kjölstad!" sagte Baumeister Nygaard zu Andreas. „Habe ihn im Winter auf meiner Heimreise kennen gelernt!"
Als Marie hinauf auf ihre Kammer ging, geschah dies mit mit dem beruhigenden Gefühl, daß selbst in diesem Gewimmel von Menschen jemand sich befand, der sich ihrer annahm, wenn es jemand einfallen sollte, ihr etwas zu leide zu thun
Sie trat aus Fenster und öffnete es. Drunten lag der Hosplatz gleich einem tiefen Brunnen ; aber ihr Blick schweifte über die Dächer hin, empor nach dem sternenhellen Himmel, wo das Auge ruhen konnte, während sie in Gedanken die verschiedenen Eindrücke des Abends durchlebte.
ES war ihr nicht klar, was ihr hätte geschehen können, wenn sie mit dem fremden Herrn ins Theater gegangen wäre, und sie hätte eigentlich gerne dort fein mögen; aber sie fühlte, daß der Fremde ein schlimmer Mensch sein mußte, weil Nygaard die Sache so ernst nahm.
„3i, ja, es war gut, daß ich es bleiben ließ", dachte sie bei sich selber, indem sie das Fenster schloß und ihre Stiefel auszuziehen begann .... „Morgen will ich
Entscheidung durch den Kreisthierarzt nicht aus der Herde zu entfernen.
Die Schäferei-Aufseher sowie die Schäfer werden im Falle der Unterlassung der Anzeige auf Grund des kreisthierärztlichen Gutachtens zur Verantwortung gezogen und wird eventl. ihre Bestrafung veranlaßt werden, was denselben noch besonders bekannt zu machen ist.
Schließlich wird noch Folgendes bemerkt:
Als verdächtig sind alle diejenigen Schafe anzusehen, bei denen sich neben dem erhöhten Juckgesühl (Scheuern an hervortretenden Gegenständen, Kratzen k ) ein Ausfall der Wolle und kahle blutrünstige Stellen bemerkbar machen, desgleichen sind schon solche Schafe verdächtig, an denen, ohne daß ein erhebliches Juckgesühl hervor- trilt, blaffe Wollstapeln das Wollvließ überragen.
Schafe, welche auf dem Körper, besonders auf dem Rücken, der Schwanzwurzel oder neben der Brust, und am Halse kleinere oder größere Flecken zeigen, an denen graubraunen Borken 2C. die Wolle verklebt haben oder die durch irgend welche Einreibungen behandelt worden sind, wobei ein gänzliches Ausfallen der Wolle an diesen Stellen nicht vorhanden zu sein braucht, gelten ganz besonders für verdächtig, insofern, als die wahre Natur der Krankheit, wenn es sich gleichzeitig um mehrere Schafe desselben Bestandes handelt, durch Anwendung von Schmiermitteln niedergehalten.
Es ist dem untersuchenden Thieraizte meistens unmöglich, Räudemilben auszufinden, und seitens des Schäfers beabsichtigt, den Thierarzt zu täuschen. Solche Herden sind als räudekrank zu bezeichnen und muß die ganze Herde ohne Weigerung dem Badeverfahren unterworfen werden.
I I. Nr. 1259. Der Königliche Landrath.
3 V. :
Heeg, Kreissekretär.
Hersfeld, den 27. Februar 1899.
Der bisherige Bürgermeister Friedrich Wenk zu Leimbach ist heute für einen weitern achtjährigen Zeitraum als solcher eidlich verpflichtet worden.
J. A. Nr. 580. Der Königliche Landrath.
J. V.: - H e e g, Kreissekretär.
Hersfeld, den 3. März 1899.
Diejenige» Herren Ortsvorstände, welche noch mit
der Mutter schreiben, welche Reisegefährten ich bekommen habe, und wenn sie diesen Brief in Odense erhält, dann sind wir schon draußen in der Nordsee . . . . O, diese Stiefel! . . . ." Sie saßen so fest, daß sie vor Anstrengung, um sie auszuziehen, außer Atem kam.
Da ließ sich Lärm und Geschrei drunten im Hose hören. Marie stieß ein Ruf des Schreckens aus, sprang ins Bett und verbarg sich unter der Decke.
„In einer solchen Stadt giebt es gewiß sehr viele schlechte Leute," dachte sie und betete dann ihr Vaterunser, wie sie es dah-im bei der Mutter zu thun pflegte.
Kurz nachher wagte sie es, den Kopf heivorzustreck.n. Nun war es stiller. Nur ein gedämpftes Summen von vielen Stimmen drang aus den Zimmern drunten herauf. Sie sah durch das Fenster hinaus, wie sich die hohen roten Dachfirsten scharf von dem klaren, blauen Himmel abhoben, und dahinter in der Ferne eine Kirch- thurmspitze.
Es kam jemand die Treppen herauf und trat in das Zimmer nebenan, und nun errinnerte sie sich erst, daß sie die Thüre nicht verschlossen hatte. Vorsichtig huschte sie auf den Fußspitzen hin und verschloß sie; dann stellte sie zum Uebeifluß den Stuhl davor.
Es waren Nygaard und Andrea«, die ihre Kammer neben der ihrigen angewiesen erhalten hatten. Sie erkannte sie an der Stimme. Sie waren munter und lachten. Dadurch fühlte sie sich gesichert und schlief ruhig ein.