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Sr. R 6111111W in 24. ÄMter 1198.
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die Expedition.
Amtlicher Theil.
Berlin, den 4. November 1898.
Nach einer Mittheilung des Herrn Kriegsministers haben die Anträge wegen Vollstreckung von Polizeistrafen gegen Personen, welche nach der Straffestsetzung zur Einstellung in das Heer gelangt sind, sich stetig vermehrt. Da mit der Erledigung dieser Anträge eine erhebliche Beeinträchtigung militärischer Interessen insofern verbunden ist, als die betreffenden Mannschaften und die mit der Prüfung der Fälle betrauten Offiziere geraume Zeit dem Dienste entzogen werden, erscheint es geboten, auf die thunlichste Verminderung solcher Fälle Hr^u- wirken, wie dies bereits durch einen Erlaß des He^u Justizministers vom 23. Juli 1886 (Just. - Minist. - Bl S. 201) bezüglich der gerichtlichen Strafsachen geschehen ist.
Zu dem Zwecke werden die Polizeibehörden allgemein dahin mit Weisung zu versehen sein, daß sie bei der Straffestsetzung darauf achten, ob die zu bestrafenden Personen sich im militärpflichtigen Alter befinden und zu welchem Zeitpunkte die Einstellung der Betreffenden in das Heer bevorsteht, um, soweit thunlich, die Vollstreckung der Strafe noch vor der Einstellung zu bewirken.
Ein entsprechendes Verfahren ist bei der Erhebung fälliger Steuern zu beobachten, damit die nachträgliche, gleichfalls mit vielfachen Unzuträglichkeiten verbundene Einziehung der Beträge während der militärischen Dienstzeit der Steuerpflichtigen thunlichst vermieden wird.
Wir ersuchen, die in Betracht kommenden Behörden und Beamten des dortigen Bezirks hiernach mit den erforderlichen Weisungen zu versehen.
Der Finanzminister, gez. Miguel.
Der Minister des Innern, gez. von der Necke. An den Herrn Negierungs - Präsidenten in Caffel.
II. 15 350/50 a. F. M. II. 11 564.
* *
*
Caffel, den 9. Dezember 1898.
Abschrift zur Beachtung und mit dem Ersuchen, die
Nachgeordneten Behörden und Beamten mit den erforderlichen Weisungen zu versehen.
Der Negierungs - Präsident. I. V.: F l i e d n e r.
An die Herren Landräthe des Bezirks. A. II. 12 101.
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Hersfeld, den 21. Dezember 1898.
Vorstehend abgedruckter Ministerial - Erlaß wird den Polizei- rc. Behörden des Kreises zur Nachachtung mitgetheilt.
L 6930. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Nath.
Berlin, den 24. November 1898.
In dem Hygienischen Institute der thierärztlichen Hochschule hierselbst soll eine Prüfung von trichinös befundenen amerikanischen Würste n und denjenigen übrigen amerikanischen Schweiue- fleischwaaren, die mit verkalkten Trichinen behaftet sind, . _ Hochgeboren „ vorgenommen werden. Euer v.— ---- wollen
Hochwohlgeboren
zu dem Zwecke veranlaffen, daß bis auf Weiteres trichinen- haltige Proben von sämmtlichen in dem dortigen Bezirke beschlagnahmten Fleischwaaren der gedachten Art an das hygienische Institut der hiesigen thierärztlichen Hochschule gesandt werden.
Der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal- Angelegenheiten. I. A.: gez. B a r t s ch.
Der Minister für Landwirthschast, Domänen und Forsten, gez. Sterneberg.
An sämmtliche Herren Regierungs-Präsidenten und den Herrn Polizei-Präsidenten hier.
Gesch. Nr. M. f. L. I. G. 8600. I. Aug. M. d. g. A. L. 8395.
* * *
Caffel, den 14. Dezember 1898.
Abschrift zur Kenntniß mit dem Ersuchen, die Orts- bezw. Polizei-Behörden mit entsprechender Anweisung zu versehen.
Der Negierungs-Prästdent. I V.: von Bremer. An den Herrn Polizei-Präsidenten hier und die sämmtlichen Herren Landräthe des Bezirks.
J. A. III. Nr. 12 878.
* * *
Hersfeld, den 20. Dezember 1898.
Vorstehendes wird den Ortspolizei - Behörden des Kreises zur Nachachtung mitgetheilt.
I. 6901. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Nath.
Zugelaufen: ein Hund, weiß mit schwarzen Flecken. Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Friedlos.
Nichtamtlicher Theil.
Weihnachten.
Der Lärm des Tages ist verstummt, es ist still geworden — festlich still. Weihevolle Ruhe herrscht. Von den Thürmen ziehen Glockengrüße über das weite, stumme, starre Land zu dem dunkeln, träumenden Tann, in die lichtumflutheten, glanzüberfloffenen Gaffen und die schnee- begrabenen weltverlorenen Dörfer hinein. Und die alten lieben Lieder klingen dazu, die uns die Mutter zu Hause lehrte, und die in den traulichen Dämmerstunden von den Kinderlippen kamen. Wie wird das nun so klein und nichtig, was groß und wichtig uns beuchte! Weg mit dem öden Gezänk, weg mit dem Hader und Streit! Andere Stimmen haben heute das Wort. Aus Engel-Munde klingts hernieder in die Tiefe: Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!
Ehre sei Gott in der Höhe! Er hat uns nach sich gebildet, zu sich gezogen, bei sich eine Heimstatt errichtet. Er hat uns durch das Krippenkindlein gesucht und erlöst.
Er hat der Völker Schreien gehört und ihr Sehnen und Suchen gestillt. Da die Zeit erfüllet war, ist die Verheißung wahr geworden. Was wäre das Menschengeschlecht heute, wenn ihm Bethlehems Stern nicht erschienen wäre? Unsere ganze Gesittung und Bildung, all unser Wiffen und Können ist auf dem Boden erwachsen, den das Christkind bereitete. Durch die Jahrhunderte hin ist es geklungen bis auf diesen Tag: Ehre sei Gott in der Höhe!
Friede auf Erden! Wie sehnte sich damals die müde Welt nach Frieden! Der Kampf hatte getobt, drinnen und draußen, Jahrhunderte lang; kaum waren des einen Krieges Wolken geschwunden, da thürmten sich neue Wetter empor. „Wann kommst du endlich, um ewig zu bleiben, du lieblicher Friede?" So sangen die Dichter, so klang es in den Marmorpalästen und in den Erdhütten. Und mehr noch als nach Kampfesruhe sehnten sich die Herzen nach dem innern Frieden. Sie hatten ihn nicht gefunden bei dem Olympier Zeus, nicht im Dienste der Zaubergötter, nicht in der Wissenschaft, nicht in der Kunst. Da klangs dorther, wo das Licht seine Heimstatt hat: Friede auf Erden! Und sie lauschten, fragend und zagend, zweifelnd und forschend, bis sie sich unter das Palmenszepter des Dorngekrönten beugten und an seines Kreuzes Stamme Frieden fanden. Der Seele Sehnen ist stille geworden in ihm, dem Gottgesandten. Wer zu ihm flüchtet, der findet, mag der Kampf noch so laut um ihn toben, Frieden auf Erden.
Und den Menschen ein Wohlgefallen! Hochmüthiges Hercenthum und stumpfes, seufzendes Sklaventhum standen einander gegenüber, ehe das Kind kam, das die klirrenden Sklavenketten brach und das Brandmal von den Stirnen der Leibeigenen tilgte. Die einen schienen zum Genießen, die andern zum Dienen geboren zu sein. Da klang das Wort von der Gotteskindschaft aller, von der allgemeinen Bruderschaft durch die verwundert aufhorchende Welt. Wie reckten sich die geketteten Hände Hilfe heischend empor! Himmlisches Hoffnungslicht fiel in die Kerker; es ging wie ein Seufzer der Erleichterung durch die Lande. Nicht mehr Sklaven und Herren gab es, sondern gleichberufene und gleichbegnadete Brüder des einen, alleinigen Herrn! Wenn dieser Gedanke noch nicht so zur Geltung gekommen ist, wie man es wünschen möchte, so trägt nicht das Christenthum die Schuld. Hätte der Stern von Bethlehem alle Herzen erhellt und erwärmt, dann gäbe es keinen Haß und keinen Neid, dann wäre Wahrheit und nicht nur Verheißung der Engelgruß: den Menschen ein Wohlgefallen!
O, daß zu Weihnachten das Gelöbniß in den Herzen aufflamme: Liebe um Siebe! Segen um Segen! Nur wer dies Gelöbniß in Thaten umsetzt, der hat fröhliche, seelige, Gnaden bringende Weihnachten.
Politische Nachrichten.
Inland.
Berlin, den 22. Dezember.
Se. Majestät der Kaiser unternahm gestern Nachmittag, wie aus Potsdam gemeldet wird, einen Spaziergang. — Zur Frühstückstafel bei Ihren Majestäten waren Admiral Hollmann und Geh. RegiernngSrath Mießner geladen; zur Abendtafel waren keine Einladungen ergangen. — Heute Vormittag hörte Se. Majestät der Kaiser den Vortrag des Kriegsministers Generallieute- nants v. Goßler und daran anschließend denjenigen des Chefs des Militärkabinets, Generals v. Hahnke. Nachmittags gedenkt Se. Majestät Sich nach Berlin zu be- geben, um die neu aufgestellte Statue des Kurfürsten Friedrich II. von Calandrelli in der Siegesallee zu besichtigen. Später will Allerhöchstderselbe den russischen Botschafter Grafen von der Osten-Sacken empfangen, der ein Handschreiben des Kaisers von Rußland übergeben wird, und darauf Entwürfe des Prof. BegaS besichtigen.
Se. kaiserl. und königl. Hoheit der K r 0 n p r i n z und Ihre königl. Hoheiten die Prinzen Eitel Fried-