Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.
f — T
Die Jnsertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltzeile 10Pfg., im amtlichen Theile 15Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg. Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.
V _;.-_. . ------- -----------=J
Abonnementspreis vierteljährlich 1 Mark 40 Psg. exel. Postansschlag.
Gratisbeilagen r „Iünftrirtss Ssnnragsblatt" u. „Iünftriste landwirthschaftliche Beilage".
U 141
Aeilftas ien 6. IezemKr
1898.
Erstes Statt
Bestellungen auf das Hersselder Kreisblatt mit den Gratisbeilagen „Jllustrirtes Somitagsblatt"«"» „Jlliistrirte laudwirthschaftl. Beilage" für den Monat Dezember werden von allen Aaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtlicher Theil.
Cassel, den 21. November 1898.
Auf Grund der unter dem 21. März und 10. September d. Js. von uns eingeforderlen Berichte haben wir beschlossen, daß in Zukunft den uns unterstellten Lehrern die Genehmigung zur Uebernahme von Agenturen für Lebensverstcherungsgesellschasten in der Regel versagt, denjenigen Lehrern aber, die mit unserer Zustimmung bereits eine solche verwalten, die Wetterführung gestattet werden soll, jedoch mit der ausdrücklichen Verpflichtung, daß sie alljährlich bis zum 1. November in einer erneuten Eingabe, die uns durch den zuständigen Schul- vorstand und Kreisschulinspektor vorzulegen ist, unsere Genehmigung zur Weiterführung nachzusuchen haben. Die Herren Lokalschulinspektoren sind von dieser Verfügung in Kenntnis zu setzen.
Königliche Regierung, Abtheilung für Kirchen- und Schulsachen.
F l i e d n e r.
An die sämmtlichen Herren Landräthe und Herren Kreis- schulinspektoren, sowie an die Stadtschuldeputationen des Bezirks.
* , *
*
Hersfeld, den 1. Dezember 1898.
Wird den Königlichen Herren Ortsschulinspektoren des diesseitigen Kreises zur gefälligen Kenntnißnahme
Dcr Geldschraiik des Bankiers.
Eine Kriminalgeschichte aus Christiania Autorisirte Uebersetzung aus dem Norwegischen von Friedrich von Känel.
(Fortsetzung.)
„Ich will hinzusügen, daß ich seid unserm gestrigen Gespräch durch meine Untergebenen die Sache habe untersuchen lassen, wodurch die Ausschlüsse, die Sie, Herr Monk, gegeben haben, bestätigt morden sind, ohne daß gleichzeitig etwas Neues in der Sache festgestellt worden ist!"
„Herr Polizeichef", antwortete Monk, der bei den letzten Worten eifrig damit beschäftigt gewesen war, etwas auf ein Stück Papier zu schreiben, „ich bin überzeugt davon, daß Herr Benoit in Gemeinschaft mit einem gewissen Jongleur, der gegenwärtig im Tivoli unter dem Namen Don Leporello Salino auftritt, den Diebstahl bei Bankier Wendel verübt hat. _ Mein Freund und ich haben gestern Bruchstücke eines Gesprächs zwischen diesen Personen aufgeschnappt, und diese Bruchstücke bestärken mich in meiner Ueberzeugung. Doch muß ich gestehen, daß ich gegenwärtig keinen positiven Beweis für ihre Schuld beibringen kann.
„Wollen Sie mir zwei Dinge zugeben: Fürs erste, daß ich durch meinen Freund diesem Herrn Benoit in Ihrer Gegenwart einige Fragen vorlegen lasse, ehe er in Freiheit gesetzt wird ? Und ferner, daß in Don Salinos Wohnung eine Untersuchung vorgenommen wird?"
„Das erstere gestatte ich gern", war die Antwort
und bezüglichen Bescheidung der Herren Lehrer bei Stellung derartiger Anträge mitgetheilt.
I. 6460. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Uichlamtlicher Theil.
Politische Nachrichten.
Berlin, den 4. Dezember.
Se. Majestät der Kaiser empfing Freitag Vormittag im hiesigen königlichen Schlosse den russischen Botschafter Grafen von der Osten - Sacken in Audienz. Demnächst empfingen Beide Kaiserliche Maje - st ä t e n den persischen Prinzen Melik Mansur Mirza in feierlicher Audienz. — Zur Frühstückstafel b e i Ihren Majestäten waren der Oberst - Kämmerer Fürst zu Hohenlohe - Oehringen, der Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Staatsminister von Bülow und der Legationssekretär v. Treutler geladen. — Nachmittags besuchte Se. Majestät der Kaiser das Atelier des Malers Kofsak im Monbijou - Garten und stattete sodann dem österreichisch-ungarischen Botschafter von Szögyeny-Marich einen Besuch ab. — Abends besuchten Beide Majestäten die Vorstellung von „Wilhelm Dell" im königlichen Schauspielhaus und kehrten kurz nach 11 Uhr nach Potsdam zurück.
Gestern Morgen hörte S e. M a j e st ä t den Vortrag des Chefs des Generalstabes, Generaladjutanten, Generals der Kavallerie Grafen v. Schlieffen, und daran anschließend denjenigen des Chefs des Militärkabinets, Generaladjutanten, Generals der Infanterie v. Hahnke. Um 1 Uhr nahm Allerhöchstderselbe militärische Meldungen entgegen.
Ihre königl. Hoheit die G r o ß h e r z o g i n von Baden feierte gestern (Sonnabend) ihren 60. Geburtstag." Der einzigen Tochter des großen Kaisers, der durch hohe Gesinnung und edle Werke der Menschenliebe ausgezeichneten Gemahlin eines der allgemein verehrten deutschen Fürsten gelten die Glückwünsche der Nation, vorab des badischen und des preußischen Volkes, welche beide die hohe Frau besonders als die Ihrige in Anspruch nehmen dürfen.
des Polizeichess; „was das letztere betrifft, so kann ich kein bestimmtes Versprechen geben."
„Gut, ich werde mich bis auf weiteres mit dem ersten begnügen. Hier sind die Fragen ausgezeichnet. Wollen Sie sie durchlesen, Herr Polizeichef, bevor ich sie meinem Freunde übergebe, der den Dolmetscher spielt?"
Der Chef nahm das Papier, das Monk ihm reichte, las es durch und überlieferte es dann mir.
„Hier, bitte! Die erste Frage ist die gleiche, die ich selbst stellen wollte, und was die übrigen anbetrifft, so kann ich deren Zweck nicht recht begreifen; aber wenn Sie glauben, damit nützen zu können, so will ich mich nicht widersetzen.
Sie, mein Herr, sind also mein Dolmetscher und richten an Herrn Benoit die Fragen, die hier ausgeschrieben stehen."
Ich setzte mich an den Tisch zur Linken des Polizeichess. Monk ließ sich ein wenig abseits auf einen Stuhl nieder, und Herr Benoit wurde von einem Polizeibeamten hereingeführt.
„Ich bin von dem Herrn Polizeichef in Christiania, der dort sitzt, bevollmächtigt worden, einige Fragen an Sie zu stellen", begann ich.
Der Fremde setzte sich auf einen Stuhl, der ihm von dem Polizeibeamten hingestellt wurde. Sein Gesicht war ruhig, aber die Augen schweiften umher, wie bei Jemandem, der auf seiner Hut ist.
„Welches ist Ihr Name und Geburtsort?"
„Jean Marie Benoit, geboren in Marseille!"
„Man hat Sie auf Ansuchen des Pariser Polizei-
Mit der Errichtungder Handwerks-Kammern des Schlußsteins der Handwerks Organisation, wird es jetzt Ernst. In Preußen sind die Bezirke dafür bereits abgegrenzt und die Sitze bestimmt. Nach den jüngst veröffentlichten amtlichen Mittheilungen beträgt die Zahl der für die preußischen Handwerks-Kammern in Aussicht genommenen Bezirke und Sitze 33. Gleichzeitig ist auch der Inhalt der von dem Handels- und Gewerbe-Ministerium ausgearbeiteten Wahl-Ordnung für die Handwerks- Kammern bekannt geworden. Es dürfte daher gegenwärtig eine kurze Darlegung des Wesens und Zwecks der Handwerks-Kammern von allgemeinerm Interesse sein. Die Handwerks-Kammern stellen, wie bereits bemerkt, die Krönung des gesammten Gebäudes der Hand- werks-Organisation dar. Sie werden gebildet nicht nach Art der Handels-Kammern durch direkte Wahl seitens der betheiligten Handwerksmeister, sondern auf mittelbarem Wege, indem die einzelnen Wahlkörper, Innungen, Gewerbevereine oder sonstige Vereinigungen, welche den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, die ihnen zugewiesene Zahl von Vertretern durch Wahl aus ihrer Mitte zur Handwerks-Kammer abordnen. Zuständig für die Festsetzung der Zahl der Mitglieder der Handwerks- Kammern, ihre Vertheilung auf die einzelnen Wahlkörper sowie das Wahlversahren ist die Landes-Centralbehörde. Nach der im Handelsministerium ausgearbeiteten Wahl- Ordnung sollen nun die kleinsten Innungen oder Gewerbe-Vereine eine Stimme, die kleinen deren zwei, die mittlern drei, die größern vier und sofort haben, sodaß auf je fünfzig Jnnungs-Mitglieder etwa eine Stimme entfallen würde. Für die großen Innungen ist indessen eine Maximal Stimmenzahl vorgesehen. Was den Zweck der Handwerks-Kammern anbelangt, so sollen sie die Staats- und Gemeinde-Behörden in der Förderung des Handwerks durch thatsächliche Mittheilungen und Erstattung von Gutachten über Fragen, welche die Verhältnisse des Handwerks berühren, unterstützen, Wünsche und Anträge aus Handwerker-Kreisen berathen und geeigneten Falls den Behörden vorlegen sowie Jahres-Be- richte über die Verhältnisse des Handwerks in ihrem Bezirke erstatten. Außerdem sind den Handwerks-Kammern noch besondere Aufgaben gestellt in Bezug auf das Lehr- lings-Wesen und die Bildung von Prüfungs-Ausschüssen. Es steht ihnen die Befugniß zu, Vorschriften über die Dauer der Lehrzeit zu erlassen, Lehrlinge in Einzelfällen von der Jnnehaltung der festgesetzten Lehrzeit zu ent-
Präfekten verhaftet, weil Sie im Verdacht stehen, Ihrem Prinzipal 40 000 Francs gestohlen zu haben!"
„Die Summe, die Sie erwähnen, war nur ein An- lehen von meiner Seite und ist bereits zurückbezahlt an meinen damaligen Prinzipal. Ich bin durch ein Telegramm aus Paris davon unterrichtet, daß Befehl zu meiner Freilassung ertheilt worden ist, und ich werde mir daher erlauben, mich zurückzuziehen, da ich heute Vormittag abzureisen beabsichtige."
„Zuerst müssen Sie so freundlich sein und einige Fragen beantworten. Bis dieses gethan ist, können Sie nicht abreisen."
„Ich begreife nicht, meine Herren, mit welchem Recht Sie mich hier zurückhalten; aber wenn ich den Herren zu Diensten sein kann, so will ich beantworten, was mir möglich ist."
„Kennen Sie Don Leporello Salino?"
Die Frage kam plötzlich, und er schien zuerst geneigt zu sein, sie ablehnend zu beantworten, sich aber dann zu besinnen.
„Ja, ich habe ihn in Paris getroffen und ihn auch hier gesehen!"
„Ist er ein tüchtiger Elektriker und Photograph?"
„Ja, soviel ich aus seinen Leistungen auf der Bühne habe sehen können; aber--"
»Nur noch eine Frage: Haben Sie sich selbst seiner Fertigkeit als Elektriker und Photograph hier in Christiania bedient?"
„Ich verstehe nicht--"
»Gut, wollen Sie hier mit Ihrem Namen die von