Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.
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Gratisbeilagen r „Illuftrirtes Sonntagsblatt" «. „Illnitrirte landwirthschaftliche Beilage".
Sr. 1:15.
ie« 15. Romier
1898.
Amtlicher Theil.
Hersfeld, den 10. November 1898.
Aus Anlaß des Umtausches von Quittungskarten bei dem bevorstehenden Jahreswechsel find die sämmtlichen Quitlungskarten-Ausgabestellen mit weiteren Formularen zu Quittungskarten in Kürze zu versehen. Um dabei jeden Bedarf noch zeitig decken und jede Stockung im Umtauschgeschäst vermeiden zu können, haben die Herren Ortsvorstände bis zum 2 4. d. M t s. berichtlich anzu- zeigen, wieviel weitere QuittungSkarten-Formulare für das Jahr 1899 voraussichtlich erforderlich sein werden. Der Bedarf an weiteren Karten wird dabei so reichlich zu bemessen sein, daß im Laufe des nächsten Jahres Ersatz voraussichtlich nicht nachzuliefern ist.
J. I. Nr. 6078. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
In Fulda ist die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvieh ausgebrochen.
Fulda, den 11. November 1898.
Der Königliche Kreisthierarzt im Kreise Fulda.
J.-Nr. 2043. F r o e h n e r. * * * Hersfeld, den 12. November 1898.
Wird veröffentlicht.
I. 6129. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs Rath.
Nichtamtlicher Theil.
At Reise des Kaiscr-Nres.
Beirut, I I. November. Ihre Majestäten begaben sich nach der Enthüllung des Denksteins in Baalbeck zu Wagen nach Muallakah, wo sie das Frühstück in den Zelten einnahmen. Die Rückkehr nach Beirut erfolgte mit der Eisenbahn. Während Ihre Majestät die Kaiserin nach der Ankunft in Beirut die festlich geschmückten Straßen zu Wagen passirte, legte Seine Majestät der Kaiser den Weg zu Pferde zurück. Um 63/4 Uhr Abends begaben sich die Majestäten an Bord der „Hohenzollern".
Dcr Gcldschrinik des BililkierS.
Eine Kriminalgeschichte aus Christiania.
Autorisirte Uebersetzung aus dem Norwegischen von Friedrich von Känel.
(Fortsetzung )
„Wir hatten nicht so viel Gold in der Kasse, und ich lud ihn daher in mein Privatkontor ein, um zu warten, während ich einen Boten auf die Bank von Norwegen nach Gold sandte.
„Wir gingen mit einander durch die Kontore im ersten Stockwerk und die kleine eiserne Treppe hinauf nach meinem Privatkontor.
„Wir unterhielten uns eine Weile mit einander. Der Fremde beglückwünschte mid) wegen meines guten Französisch. Aber ich muß gestehen, daß ich nicht das gewöhnliche Vergnügen an der Unterhaltung mit dem Franzosen fand. Ich hatte keinen guten Eindruck von ihm. Er schien keine wirkliche Bildung zu besitzen und machte überhaupt keinen vollständigen Gentleman - Eindruck, wie man von einem Manne hätte erwarten sollen, der ein so großes Kreditiv führte.
„Auch war es mir auffallend, daß er eine so große Summe in Gold ausbezahlt verlangte.
»Zuletzt brächte er dies selbst zur Sprache und erzählte, daß er Minen - Ingenieur sei, am gleichen Tage nach Drontheim reisen wolle und dort einen schwedischen Grubenagenten zu treffen hoffe, um mit ihm einige Knpferproben in Augenschein zu nehmen, die sich im nördlichen Norwegen und Schweden befanden.
, Hafen und Stadt sind reich illuminirt. Ueberad wird Feuerwerk abgebrannt.
Beirut, 12. November. Die kaiserliche Jacht «Hohenzollern" mit Ihren Majestäten dem Kaiser und der K a i s e r i n an Bord und die „Hela" sind heute früh 6 Uhr unter Salutschüssen der Hafenbatterien und der im Hafen liegenden Schiffe nach Brunsbüttel in See gegangen. Die „Loreley" ist gestern mit dem Botschafter Frhr. v Marschall an Bord nach Konstantinopel abgegangen. Die „Hertha" geht nach Genua. Ein Theil des Gefolges kehrt über Konstantinopel nach Deutschland zurück.
Ueber einen muthmaßlichen Aufenthalt S. M. S. „Hohenzollern" an der s p a n i s ch e n K ü st e während der Rückreise Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin finden wir in der „Köln. Ztg." folgende Angaben: Madrider Depeschen melden von einer Absicht amtlicher spanischer Kreise, den Deutschen Kaiser bei seiner kurzen Anwesenheit in Cadiz durch Entsendung eines Geschwaders ober sonstige festliche Veranstaltungen zu begrüßen. Soweit wir unterrichtet sind, wird diese liebenswürdige Absicht kaum ausführbar sein, denn der Kaiser fährt im strengsten Jncognito. Die Seefahrt erfolgt lediglich aus Gesundheitsrücksichten, um den Gefahren vorzubeugen, die aus einem raschen Klimawechsel sich ergeben können. Der Aufenthalt in Cadiz wird nur kurze Zeit dauern und hat ausschließlich den Zweck, für die Schiffe neuen Kohlenvorrath einzunehmen. Es ist sonach fraglich, ob der Kaiser überhaupt in Cadiz ans Land gehen wird. Zu einer Begrüßung durch die spanischen Behörden wird sonach wohl keine Gelegenheit vorhanden sein.
Aus Rom liegt folgendes Telegramm vor: Das in Dienst befindliche Geschwader unter dem Befehl des Admirals Morin wird dem Vernehmen der „Agenzia Stesani" zufolge nach Cagliari abgehen, um die Deutschen Majestäten zu begrüßen.
Die „Nordd. AUg. Zlg." schreibt: Kaiser Wilhelm hat sich am heutigen Tage in Beirut an Bord der „Hohenzollern" eingeschifft, die ihn mit seiner erlauchten Gemahlin nach der Heimath zurückführen wird. Nach Allerhöchster Bestimmung ist hiermit der offizielle Theil der Kaiserreise abgeschlossen. Die Wallfahrt unseres Herrscherpaares nach dem Heiligen Lande, die ohne jeden Mißklang verlaufen ist, gehört der Geschichte an. In dieser aber wird sie fortleben mit dem Glanz der reichsten,
„Er glaubte, daß er durch baare Bezahlung der Kaufsumme in Gold eine oder mehrere werthvolle Parzellen um billiges Geld würde erwerben können. Er wüßte überdies nicht, wie es mit dem Bankwesen in diesen fernen Gegenden stände und hätte es deshalb als sicherer betrachtet, die Kaufsumme hier in Christiania zu erheben.
„Ich klärte ihn darüber auf, daß die Leute in Norwegen und Schweden die Gewohnheit Hütten, mehr Banknoten als Gold in Gebrauch zu nehmen, ja, in der Regel die erstern vorzögen, wobei ich ihn zugleich darauf aufmerksam machte, daß es gefährlich wäre, so viel Geld auf eine Reise mitzunehmen.
„Er dankte mir für meine Aufmerksamkeit, erklärte aber, keinen andern Entschluß fassen zu können, da man doch bereits nach dem Gelde gesandt hatte.
„Zwar würde es noch sicherer in meinem Schränk liegen, sagte er lächelnd und zeigte auf den früher erwähnten eisernen Schränk. Aber er werde es wohl auch zu hüten wissen. Und sollte er einen andern Entschluß fassen, wenn er sich mit dem schwedischen Ingenieur berathen habe, so könne er es ja in Drontheim oder einer andern, ihrem Ziele näher gelegenen, Stadt deponieren.
„Ich mochte nicht weiter in ihn dringen, bemerkte aber, daß das Geld, falls er es nicht mitnähme, auch nicht in dem kleinen Schränk, sondern in den Gewölben der Bank ausbewahrt werden würde.
„Uebrigens", fuhr ich fort, „ist der kleine Schränk, den Sie mit Recht als einen sichern Aufbewahrungsort
ungetrübten Erinnerung, — eine leuchtende That zu Ehren des Christenthums und der deutschen Nation! Als treuer Bekenner seines Glaubens, als mächtiger und großmüthiger Schirmherr dentscher protestantischer, wie katholischer Interessen, hochgefeiert von dem Beherrscher des osmanischen Reiches und seinen türkischen Unterthanen, hat in den letzten Wochen unser Kaiser auf fremdem Boden von Neuem für die Ehre des deutschen Namens erfolgreich geworben, zur Freude aller Patrioten und zur unverhohlenen Achtung felbst des Auslandes. In innigster Dankbarkeit und Verehrung wünschen wir unserem Kaiserpaare Glück und Heil zur Heimfahrt!
Nachrichten.
Berlin, den 13. November. Inland.
Nach der amtlichen Statistik der letzten Reichstagswahlen waren im Deutschen Reiche von 52 279 901 Einwohnern (am 2. Dezember 1895) 11 441 444 wahlberechtigt; 7 786 714 übten ihr Wahlrecht aus. Es wurden nämlich 7 752 693 gültige, 34 021 ungültige Stimmen abgegeben. Von gültigen Stimmen wurden abgegeben : 859 222 Stimmen für die deutschkonservative Partei, 343 642 Stimmen für die deutsche Reichspartei, 971 302 Stimmen für die nationalliberale Partei, 195 682 Stimmen für die Freisinnige Vereinigung, 558 314 Stimmen für die Freisinnige Volkspartei, 1 755 039 Stimmen für das Centrum, 277 128 Stimmen für die Polen, 2 107 076 Stimmen für die Socialdemokraten , 287 250 Stimmen für die Antisemiten (deutsch-soziale Reformpartei, christlich-sozial), 180 389 Stimmen für den Bund der Landwirthe, 140 304 Stimmen für den bayerischen Bauernbund, 218 234 Stimmen für andere Parteien, 92 637 Stimmen unbestimmt, 13 846 Stimmen zersplittert. Von den 397 Gewählten sind 56 deutsch-conservativ, 23 Neichsparteiler, 46 nationalliberal, 12 Freisinnige Vereinigung, 29 Freisinnige Volkspartei, 8 deutsche Volkspartei, 102 Centrum, 14 Polen, 56 Sozialdemokraten, 13 Antisemiten, sechs Bund der Landmirthe, 5 Bayerischer Bauernbund, 20 von anderen Parteien, 6 unbestimmt.
Die durch die Zeitungen gehende Nachricht, daß der E n t w u r f z u m F l e i s ch b e s ch a u - G e s e tz bereits dem Bundesrath zugegangen sei, kann nicht richtig sein.
betrachten, das Werk eines berühmten Franzosen, nämlich des bekannten Mechanikers Roncelle.
„Ich kaufte ihn im Jahre 1867 auf der Ausstellung in Paris. Er hat die zuverlässigste Verschlußeinrichtuna, die es giebt."
„Der Fremde warf neugierige Blicke auf den Schränk, und ich lud ihn ein, näher zu treten und ihn in Augenschein zu nehmen.
„Hier sehen Sie", erklärte ich, „neben der Thür vier Ausschnitte mit Glas bedeckt, unter denen sich ebenso viele kleine Tafeln zeigen, die mit Buchstaben bemalt sind. Neben jeder Tafel ist ein drehbarer Knopf. Bei einer Umdrehung des Knopfes kommt eine neue Tafel mit einem neuen Buchstaben zum Vorschein. Jeder Ausschnitt hat zehn verschiedene Buchstaben, die nach Belieben zum Vorschein gebracht werden können. 10 mal 10 mal 10 mal 10. Es sind zehntausend verschiedene Worte oder Kombinationen."
„Wenn ich den Schränk schließe, stelle ich die Buchstaben auf die von mir gewünschte Kombination, und um ihn wieder zu öffnen, muß die gleiche Kombination eingestellt werden.
„Als ich den Schränk zuletzt schloß, sah man im ersten Ausschnitt N, im zweiten A, im dritten N und im vierten A. Wenn Sie es nun versuchen wollen, so werden Sie sehen, daß er nicht geöffnet werden kann, ohne daß ich zuerst mittelst des Knopfes die Tafeln so gestellt habe, daß man „NANA“ lesen kann."
«Er sprach seine Bewunderung darüber aus und fragte, ob kein anderer Verschluß vohanden sei.