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Von der Küste an klimmt die zum Theil auf Zahn­radstrecken errichtete Bahn zunächst in zahlreichen Schleifen und Kehren durch viele Tunnels und über kühn die wilden Schluchten überspannende Bogen zum Kamm des Libanon empor. Der Reisende hat hierbei immer neue herrliche Ausblicke auf das tiefblaue Meer und auf das schöne Beirut und seine herrlichen, von rothem Ge­stein des Gebirges sich farbenprächtig abhebenden Pinien- und Olivenwälder, Obstgärten, Weinberge und Palmen- gruppen. Ihren höchsten Punkt, nahezu 1500 Meter, ^reicht die Bahn innerhalb des 306 Meter langen Tunnels von Baidar. An dieser Stelle ist sie eine der Höchst- gelegenen Bahnstrecken der Erde. Zwischen der Libanon­höhe senkt sich die Strecke in das zwischen Libanon und Antilibanon sich ausdehnende, von Weingärten und Maulbeer-Plantagen bedeckte Thal el-Bikü, das alte, wegen seiner Fruchtbarkeit berühmte Cölesyrien hinab und erreicht die Station Muallaka, von wo aus man die Ruinen von Baalbek in vierstündiger Wagenfahrt erreicht.

Aus Prolliiiz eii WUrMl.

* (Personal-Chronik.) Ernannt: der Ge­richtsassessor Orb zum Amtsrichter zu Usingen, der Ge- ueralcommissions-Präsident, Wirkliche Geheime Ober- Regierungsrath Kette von der Universität Marburg zum Do'ctor Juris honoris causa, der Referendar Eckhard zum Gerichtsassessor, der Gerichtsreferendar Dr. jur. Thon zum Referendar bei der Regierung zu Cassel, der außer­ordentliche Pfarrer Konze zum Gehilfen des Pfarrers Gonnermann zu Wichmannshausen, die Rechtscandidaten Scheye und Ernst zu Referendaren, der Steuersekretär Vial zu Cassel zum Rintmeister bei der Kreiskasse zu Marburg, die Stellenanwärter Krauß und Echternack zu Gerichtsvollziehern bei dem Amtsgericht zu Steinbach- Hallenberg bezw. Bergen bei Hanau. Versetzt: die Wasierbauinspekloren Garschina von Norden nach Fulda und Goltermann von da nach Coblenz

* (Telegraphische Postanweisungen nach Großbritannien und Irland) Vom

1 . November ab find telegraphische Postanweisungen nach Großbritannien und Irland bis zum Betrage von 210 'Dia rf zulässig. Die telegraphischen Postanweisungen sind gleich den gewöhnlichen Post-nweisungen mit 20 Pfennig für je 20 Mark zu frankiren; daneben kommen noch die Kosten der telegraphischen Uebermittlung mit 15 Pfennig für jedes Wort zur Erhebung. Ueber die sonstigen Be­dingungen ertheilen die Postanstalten nähere Auskunft.

* Der Forstmeister Wiroth zu Kastellaun ist auf die Obeisörsterstelle Trier im Regierungsbezirk Trier, versetzt. Dem Obersörster E h r i g ist die Oberförster- stelle Wolkersdorf, dem Oberförster Bogen die Ober- sörsterstelle Gersfeld übertragen.

* Das Reichs-Postamt setzt die praktischen Versuche, Erleichterungen im P o st - P a ck s t v e r k e h r einzu- führen, sort. Wie seit einiger Zeit in Köln, ist es neuer­dings auch den Versandtgeschäften in anderen Städten gestattet worden, ihre Packete abgewogen und mit Ge­wichtsvermerk versehen, unter eigener Haftung für die richtige Gewichtsangabe bei einem bestimmten Postamt einzuliefern, so daß die Annahmebeamten nicht mehr nöthig haben, jedes einzelne Packet nachzuwiegen. Diese Er­leichterung erstreckt sich aus gewöhnliche, uneingeschriebene und ohne Werthangabe versehene Packete nach Orten des Deutschen Reiches. Ausgenommen sind Packete mit zoll­amtlichen Begleitscheinen oder Uebergangsscheinen Die Packete können srankirt oder unsraukirt ausgegeben werden, und zwar bis zu drei mit einer Begleitadresse. Nur für Packete mit Nachnahme ist stets eine besondere Be­gleitadresse erforderlich. Sollte sich dieses vereinfachte Verfahren auch anderwärts, wie in Köln bewähren, so ist, derNh.-Westf. Ztg." zufolge, anzunehmen, daß es demnächst allgemein im Reichs-Postgebiet zur Einführung gelangen wird.

* Die Einfuhr lebender u n g a r i s ch e r S ch w e i n e nach Deutschland, und zwar nach größeren Städten mit öffentlichen Schlachthäusern, dürste nach der Allg. Fleischer- Ztg. demnächst gestaltet werden. Es schweben entsprechende Verhandlungen zwischen den betheiligten Regierungen.

(§) Hersfeld, 4. Novbr. Bei der gestern dahier stattgefundenen Wahl eines Landtagsabgeordneten für den 6. Wahlkreis (HersfeldRotenburg) wurde Herr Redakteur Werner zu Caffel (Reformp) mit 155 Stimmen gewählt. Der bisherige Abgeordnete Herr Gutsbesitzer I s e n b u r g (cons.) erhielt 39, Herr Steuer­inspektor Schmeißer (natlib.) 28 Stimmen.

X Hersfeld, 4. November. (Ergebnisse der Landtags -Wahlen imRegierungsbezirk Cassel.) 1. Wahlkreis Rinteln. Gewählt: Landrath von D i t f u r t h (cons.) 2. Wahlkreis Hofgeismar- Wolfhagen. Wiedergewählt: Kammerherr von Pap­pe n h e i m in Liebenau (cons.) 3. Wahlkreis Cassel Stadt. Gewählt: Sanitätsrath Dr. Endemann in Cassel (natlib) 4. Wahlkreis Cassel Land und Kreis Witzenhausen. Wiedergemählt: Gutsbesitzer Beinhauer in Vollmarshausen. 5. Wahlkreis Eschwege-Schmalkalden. Wiedergewählt: Gutsbesitzer von Christen zu Wer- , leshauseu (freikons.) 6. Wahlkreis Rotenburg-Hersfeld. Gewählt: Redakteur Werner (Reformp) 7. Wahl­kreis Melsungen-Fritzlar. Wiedergewählt: Fabrikant G l e i in in Melsungen (natlib) 8. Wahlkreis Hom- berg-Ziegenhain. Wiedergewählt: Rittergutsbesitzer v o n B a u m b a ch aus Ropperhausen (cons.) 9. Wahlkreis Kirchhain-Frankenberg. Wiedergemählt: Landrath R i e s ch in Fraukenberg (freicons.) 10. Wahlkreis Marburg

Gewählt: Landrath vonNegeleinin Marburg (cons.) 11. Wahlkreis Hünfeld-Gersfeld. Gewählt: Oberförster K a u s e in Burghaun (Centrum.) 12. Wahlkreis Fulda. Gewählt: Geh. Rath Goebel in Fulda (Centrum ) 13. Wahlkreis Gelnhausen-Schlüchtern. Wiedergewählt: Amtsrichter Zimmermann in Schlüchtern (freicons.) 14. Wahlkreis Hanau. Wiedergewählt: Rentner Zim- m e r m a n n in Hanau (natlib.)

Hn Hersfeld, 4. November. (HiMMels - Er­scheinungen i m November.) Der November pflegt der trübste Monat im Jahre zu sein der Ue- bergang zum Winter vollzieht sich gewöhnlich unter Nebelbildung. Unsere Lust vermag beim Sinken der Temperatur den Wafferdampf nicht festzuhalten, derselbe scheidet sich in winzigen Tröpfchen aus, und diese bilden den Nebel, durch den das ohnehin schon kärglich zuge­messene Licht der Sonne noch erheblich geschmälert wird. Denn immer kürzer wird die Zeit, die die Königin des Tages bei uns verweilt, immer kleiner der Bogen, den sie über unserm Horizonte beschreibt, immer geringer die Höhe, bis zu der sie am Mittage aussteigt. Am 1. No­vember erfolgte der Aufgang der Sonne kurz nach 7 Uhr, ihr Untergang gegen 41 /2 Uhr, der Tag dauerte mithin 9/2 Stunden. Am 30. November geht unser Centcal- Gestirn erst gegen 8 Uhr auf und schon vor 4 Uhr wieder unter, so daß die Tagesdauer auf 8 Stunden zusammen- geschrumpft ist. Und während die Sonne am Mittage des 1. November noch 23 Grad hoch über unserm Hori­zonte steht, beträgt ihre Mittagshöhe am letzten des Monats nur noch 16 Grad. Der Mond steht am 6. November im letzten Viertel. Am 14. ist Neumond, am 20. erstes Viertel und am 28. Vollmond. Von den Planeten finden wir den der Sonne nächsten, Merkur, zuerst im Bilde der Wage am Abendhimmel. Er ent­fernt sich mehr und mehr von der Sonne und geht in der Mitte des Monats in das Bild des Skorpions über. Der Untergang dieses Planeten erfolgt gegen 4'/.2 Uhr. Er steht am 19. nur ein Grad nördlich von der Venus und ist dann leicht auszufinden. Letztere strahlt zunächst noch im größten Glänze im Skorpion am Abendhimmel, nimmt aber schnell an Helligkeit ab, da sie sich der Sonne zur untern Konjunktion nähert. Ihre Entfernung von uns wird daher geringer und ihr scheinbarer Durchmesser größer. Ihre Sichel wird aber immer schmaler bis sie dann in der Konjunktion ganz verschwindet. Der Planet geht am 1. November gegen 5/+ Uhr, am 30. bald nach 4,/2 Uhr unter. Der Monat November ist ausgezeichnet durch das regelmäßige Erscheinen zweier Sternschnuppen-Schwärme, welche beide in diesem Jahre ziemlich zahlreich auftreten dürften. In den Nächten vom 12. bis zum 16. November kommen die Leoniden, Meteore, die von dem Bilde des großen Löwen ihren Ausgang zu nehmen scheinen. In den Jahren 1799, 1833 und 1866 bot dieser Sternschnuppen-Schwarm ganz besonders glänzende Erscheinungen dar, indem in wenigen Stunden viele Tausende von Meteoren in unserer At­mosphäre verpufften. Die Wiederholung dieses Schau­spiels dürfte darnach im nächsten Jahre erfolgen es sind aber in diesem Jahre schon Vorboten des Haupt- schwarmes zu erwarten.Um den 27. November stellen sich dann die Meteore ein, die wir als Ueberbleibsel des verschwundenen Bielaschen Kometen zu betrachten haben, die von dem Sternbilds der Andromeda ausgehen und daher Andromediden genannt werden. Da dieser Komet eine Umlaufszeit von 6*/2 Jahren hatte, so wiederholt sich die Erscheinung der Andromediden alle 13 Jahre. Und da sie vor 13 und vor 26 Jahren sehr zahlreich auftraten, so können wir auch in diesem Jahre ein glänzendes Phänomen von ihnen erwarten. Von den Fixsternen finden wir in den Abendstunden des November hoch über unserm Haupte das Bild der Kassiopeja. Im Süden steht die Andromeda, unterhalb desselben stehen die Thierkreis-Bilder Widder und Fische, während den südlichen Horizont der Walfisch einnimmt. Gegen Süd­westen haben wir die Bilder Pegasus und Wassermann. Im Westen glänzt der Deueb im Schwan und der Atair im Adler. Nach Nordwesten zu finden wir die strahlende Wega in der Leyer und darunter das Bild des Herkules. Im Nordeu steht der kleine und der große Bär; im Nord­osten funkelt die Kapella im Fuhrmann, und tief am Horizonte stehen hier die Zwillingssterne Kastor und Pollux Gegen Osten erblicken wir den Stier mit dem Aldebaran und der lichten Gruppe der Plejaden. Hier ist auch die prächtigste Region des Himmels mit dem Sternbilds des Orion im Aufgehen begriffen.

Hersfeld, 4. Nov. (Berliner Getreide­markt-Bericht.) Die in der vorigen Woche aus­gesprochene Wahrscheinlichkeit, daß die ruhigere Auffassung der politischen Reibereien und der Wetter-Umschlag in West-Europa einen Einfluß auf den Weltmarkt haben würden, ist zur Thatsache geworden. Die umfangreichen Käufe Englands haben nicht mehr die vorherige Kraft und Ausdauer gezeigt und ließen zuletzt nach, wodurch den Preisen der Hauptgrund für weitere Aufmärts-Be- wegung entzogen wurde. Durch die auf dem Weltmärkte vollzogenen Verwirklichungen früher eingegangener Ver­bindlichkeiten, welche fast überall einen Rückgang des Preises verursachten, erlitt Weizen an einigen Haupt­märkten bemerkenswerthe Schwankungen im Preise. An den deutschen Märkten herrschte feste Tendenz vor, doch blieb das Geschäft in Weizen schleppend, während der Roggen Verbrauch rege Gestalt annahm. Roggen stieg im Preise um 6,50 Mk. für November, 3 Mk. für De­zember und etwa 1 Mk. für Mai. Weizen folgte nur zögernd mit einer Besserung von 2 Mk., welche wieder verloren ging, als aus Amerika Berichte über eingetretene

Flauheit einliefen. Hafer verhielt sich still. Mais be­wahrte Festigkeit und erzielte gute Preise. Nach privaten Ermittlungen kosteten zuletzt 20 Ctr. Weizen 172,00 Mk.; Roggen 153,50 Mk.; Gerste; Hafer 147,00 Mk.; Mais.

Raboldshausen, 1. Nov. Das dreijährige Söhn- chen eines Maurers zu Mühlbach stach sich am Sonntag mit einem Messer, das man ihm gelassen hatte so un­glücklich in den Kopf, daß es gestern an den Ver­letzungen starb. (C. T.)

Hanau, 1. November. Im benachbarten Bischofs­heim (Landkreis Hanau) verschied heute Morgen der Metropolitan a. D. und Pfarrer Hermann Hartmann, im 78. Lebensjahre stehend. Der nunmehr Verblichene war in Sterbfritz geboren, amtirte zuerst in Buchenau (Kreis Hünfeld), dann in Seckbach und zuletzt in Bischofs­heim. Bis zum vorigen Jahre war er Metropolitan der Klasse Bergen.

Hofgeismar, 2. November. Am vorigen Freitag Abend D210 Utjr wurde der Botenfuhrmann I. von hier auf dem sogenannten Brande bei Wilhelmsthal von einem Strolche, welcher plötzlich aus dem Walde kam, aufge- fordert, ihn mit auf den Wagen zu nehmen. Der Fuhr­mann weigerte sich, diesem Wunsch nachzukommen und wurde nunmehr von fraglichem Individuum thätlich an­gegriffen I. vertheidigte sich energisch und brächte seinem Gegner einen solch wuchtigen Hieb bei, daß derselbe be­wußtlos zusammenbrach. Kaum war dieses geschehen, als drei weitere Strolche auf der Bildfläche erschienen und auf I. einschlugen. Nur durch rasches Fortfahren konnte sich I in Sicherheit bringen. Die Polizei wurde noch an demselben Abend benachrichtigt und ist man den Thätern auf der Spur.

Schlüchtern, 31. Oktober. Der Aufnahmeprüfung in die hiesige Präparandenschule unterzogen sich 44 junge Leute ; von diesen fanden 4 für die 2. Klasse und 30 für die 3. Klasse Aufnahme; die Usbrigen wurden zurückge- wiesen. In Folge der Aufbesserung der Lehrergehälter ist jetzt schon ein wesentlich größerer Andrang zum Lehrer­beruf bemerkbar.

Wickenrode, 3. November. Gestern Nachmittag gegen 4 Uhr wurde in hiesiger Feldgemarkung der flüchtig gewordene Heinrich Brencher von hier, welcher am vergangenen Freitag seinen Vater mittelst einer Axt erschlagen hat, von hiesigen Einwohnern, welche nach ihm fahndeten, ergriffen. Derselbe stellte sich ohne Widerstand zu leisten und wurde dann von hier in das Gerichts­gefängniß nach Großalmerode transportirt. Der ermordete Vater Brencher ist gestern beerdigt worden.

Marburg, 3. Nov. Die Zahl der Studirenden der Universität hat bereits 1000 überschritten, eine für das Wintersemester noch nie erreichte Ziffer.

Homburg v. -. H., 31. Oktbr. Der Gastwirth Schneider in Dillingen, dessen Gehöft in vergangener Nacht abgebrannt ist, wurde heute Vormittag unter dem Verdacht der Brandstiftung verhaftet. Heute früh wurde beim Rangiren des 6.55 Uhr hier abgehenden Personenzuges dem Rangirer Port aus Ober-Eschbach das linke Bein oberhalb des Knies vollständig abgefahren. Der Verunglückte wurde in das hiesige Krankenhaus ge­bracht, wo er nach Amputation des Oberschenkels starb. In Friedrichsdorf entstand gestern Vormittag in der Zwiebackbäckerei des Herrn Bernhard Feuer, das nicht unbeträchtlichen Schaden anrichtete.

Telegraphische Depesche destzersfelder Arersblatt".

Berlin, 4. November. Nunmehr sind sämmt­liche Wahlergebnisse bekannt. Gewählt sind: 147 Konservative, 57 Freikonservative, 99 Centrum, 1 Reformpartei, 74 Natiouawberale, 10 Freisinnige Vereinigung, 24 Freisinnige Volkspartei, 1 Demokrat, 3 Bund der Landwirthe, 14 Polen, 2 Dänen, 1 Fraktionsloser.

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Kirchliche Nachrichten.

Kvangelischer Gottesdienst. Gottesdienst in der städtischen Turnhalle hinterm Hain. Sonntag den 6. November.

Vormittags : Herr Superintendent Dr. V i a l. Nachmittags: Herr Pfarrer Hosbach.

Gottesdienst in der Baptisten-Kapelle

Sonntag den 6. Nov. Morgens 9 Uhr: Predigt

Mittags 1 /21 Uhr: Kinder-Gottesdienst. Nachmittags 3 Uhr: Bibelbetrachtung und Abendmahl. Abends 8 Uhr: Kurze Ansprachen abwechselnd mit Gebet und Ge­sang. Mittwoch Abends </29 Uhr: Betstunde.

SW Dicht Nummer liegt bei:Neues Bauernland", Monatsbeilage zurKleinen Dorf­zeitung."