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Nr. 118. Donnerstag Den 8. Atober

1898.

Amtlicher Theil.

Berlin den 15. September 1898.

Bekanntmachung.

Für die Wahlen zur neunzehnten Legislaturperiode des Hauses der Abgeordneten habe ich auf Grund der §§ 17 und 28 der Verordnung vom 30. Mai 1849 (Ges. S. S. 205) als Wählten» in und zwar für

die Wahl der Wahlmänner den 27. Oktober d. Is. und für die Wahl der Abgeordneten den 3. November d. Is. festgesetzt, was hierdurch zur öffentlichen Kenntniß ge­bracht wird.

Der Minister des Innern, gez. von der Recke.

Bekanntmachultg.

Gemäß § 26 der Verordnung vom 30 Mai 1849, die Ausführung der Wahlen der Abgeordneten zur zweiten Kammer betreffend, (G. S. S. 205) und Amtsblatt für 1867 S- 793) sowie des 8 23 deH.Wahlreglentents vom 18. September 1893 sind zu Wahlkommissaren bei der be­vorstehenden Abgeordnetenwahl von mir ernannt:

6. für den sechsten Wahlbezirk, (Kreise Rvtenbnrg und Hersfeld) der Kreisdeputirte Bürgermeister a. D. Bra n n zu Hersfeld.

Cassel, den 24. September 1898.

Der Regierungs-Präsident. J. V.: von B r e m e r.

Aebersicht

über die im Äreise Hersfeld gebildeten ZlrwahlSezirÜe zu den Wahlen der Wahlmänner.

1.

Nr.

des Ur- wahl- bezirkS

2.

Bestandtheile der

Wahlbezirke.

37

Urwahlort.

4.

5.

N a m e n der Wahlvorsteher.

6.

Name n der Stellvertreter.

1

Niederaula

Niederaula

4

Bürgermeister Nahn zu Niederaula

Beigeordneter Pilgrim da­selbst

2

Schenklengsfeld

Schenklengsfeld

4

Bürgermeister Rüger zu Schenklengsfeld

Kantor Diebener daselbst

3

Philippsthal

Röhrigshof mit Nippe

Philippsthal

3

Bürgermeister Lingemann zu Philippsthal

Beigeordneter Kehr daselbst

4

Friedewald

Friedewald

4

Bürgermeister Mohr zu Friedewald

Forstmeister Faber daselbst

5

Heringen

Leimbach

Bengendorf

Forsthans Bengendorf, Herfa n. Stöckig (siscal. Oberf. Heringen)

Heringen

5

Bürgerinstr. Küchenmeister zn Heringen

Kantor Wehnes daselbst

6

Unterhaun Oberhaun Roten see Eitra Sieglos Bingartes

Unterhaun

6

Bürgermeister Großkurth zu Unterhaun

Bürgermeister Döring zu Sieglos

7

Asbach

Kohlhansen

Eichhof

Beiershansen

Forsthans Falkenbach (fis- cal. Oberf. Niederaula)

Asbach

3

Bürgermeister Ruhn zu Asbach

Lehrer Quehl daselbst

8

Obergeis Aua Rotterterode

Obergeis

3

Bürgermeister Opfer zu Obergeis

Bürgermeister Bechstein zu Aua

9

Gittersdorf Untergeis Biedebach

Gittersdorf

3

Bürgermeister Schmidt zu Gittersdorf

Bürgermeister Vanpel zu Untergeis

desgl.

desgl.

desgl.

desgl.

desgl.

desgl.

7.

Lokal für die Wahl der Wahlmänner und die Auslegung der Abthei- lungSlisten.

Geschäfts­zimmer des Bürgermeisters im Urwahlort. desgl.

Hersfeld, den 3. Oktober 1898.

Auf Grund der §§ 4, 5, 6 und 7 der Verordnung über die Ausführung der Wahl der Abgeordneten zur zweiten Kammer vom 30. Mai 1849 (abgedruckt im Kreis­blatt Nr. 68 vom Jahre 1879) werden die Urwahlbezirke zur Wahl der Wahlmänner innerhalb der Landgemeinden des hiesigen Kreises in der aus der Spalte 2 der nach­stehenden Uebersicht ersichtlichen Weise abgegrenzt, und ge­mäß § 16 dieser Verordnung zu Wahlvorstehern für die auf den 27. d. Mts. festgesetzte Wahl der Wahlmänner die in Spalte 5, und zu deren Stellvertretern in Verhinderungs­fällen die in Spalte 6 der Uebersicht bezeichneten Personen ernannt, auch die Wahllokale, sowie die Lokale, in welchen die Abtheilungslisten öffentlich anszulegen sind, wie in Spalte 7 angegeben, bestimmt.

Die Herren Bürgermeister der Urwahlorte bezse. der Ortschaften, an welchen die zu Wahlvorstehern bezse. deren Stellvertretern ernannten Personen wohnen, haben denselben von ihrer Ernennung zu Wahlvorstehern bezse. Stellver­tretern unverweilt Kenntniß zu geben, ihnen auch das Lokal, in welchem die Wahl stattfinden soll, 511 bezeichnen, und denselben mitzutheilen, daß demnächst die Abtheilungslisten sowie das nöthige Formularpapier zum Wahlprotokoll nebst Jnstrnction ihnen zugesandt werden würden.

Gleichzeitig sind dieselben davon zu benachrichtigen, daß der Herr Regierungs-Präsident zürn Wahlkommissar bei der bevorstehenden Abgeordnetenwahl für den sechsten Wahlbe­zirk (Kreise Rotenburg und Hersfeld) den Kreisdeputirte», Bürgermeister a. D. Bra u n dahier, ernannt hat.

I. 5341. Der Königliche Landrath

Freiherr von S ch l e i n i tz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 30. September 1898.

Die Nummerliste der verloosten und zum 1. Januar 1899 gekündigten Schuldverschreibungen der 3'/, pro- zenligen Staatsschuldscheine von 1842 liegt im Geschäfts­lokale des Königlichen Landrathsamtes sowie der König­lichen Kreiskaffe dahier zur Einsicht der Interessenten offen.

Zugleich wird hierbei auf die diese Nummerliste betref­fende Bekanntmachung der Königlichen Hauptverwaltung der Staatsschulden vom 2. September 1898, abgedruckt im Negierungs-Amtsblatt für 1898 Seite 203, und auf die Einlösung der bereits früher gekündigten Staals- schuldicheine von 1842, der Schuldverschreibungen der Staatsanleihen von 1850, 1852, 1853, 1862, 1868 A und der Staatsprämien-Anleihe von 1855, der Kur- und Neumärkischen Schuldverschreibungen und einer Stamm­aktie der Münster-Hammer-Eisenbahn besonders aufmerksam gemacht.

I. I. Nr. 5412. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 4. Oktober 1898.

Die Herren Bürgermeister erinnere ich an Erledigung meiner Verfügung vom 9, Juni d. Is., J. A. 3k. 2273, betreffend Zustellung von verschloffenen Steuerzetteln, abgedruckt im Kreisblatt Nr. 69 von 1898.

I. A. Nr. 2273. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Nichtamtlicher Theil.

Ute Kaistrschrt nach dem heiligen Fände.

13. Jerusalem. III.

Der Muristän.

Draußen umfing uns wohlthuendes Sonnenlicht auf dem nahen Muristun, der Stelle, wo einst die der latei­nischen Mutter Gottes geweihte Kreuzfahrer-Kirche und das Hospiz der Hospitaliten oder Johanniter gestanden. Der türkische Sultan schenkte 1869 die verfallenden Ge­bäude dem Kronprinzen des Deutschen Reiches, dem seit­her verstorbenen Kaiser Friedrich III. aus Anlaß seiner Reise in das gelobte Land, und jetzt ist an dieser Stelle, auf den Fundamenten der Sa Maria Latina, die Er­löser-Kirche errichtet worden, deren Einweihung am 31. Oktober in Gegenwart des deutschen Kaiserpaares stattfinden soll. Seit dem Iahe 1869, also nahezu 30 Jahre, ist die Errichtung einer evangelischen Kirche an dieser Stätte geplant worden. Erst der Energie unseres Kaisers, der wenige Monate nach der Einweihung der Schloßkirche zu Wittenberg (am 31. Oktober 1892) die alten Pläne wieder aufnahm und ihre Ausführung mit der Aenderung besohlen halte, daß ein deutsches Hospiz mit der Kirche verbunden, Pfarrhaus und Schulhaus aber außerhalb der Stadt erbaut werden sollen, ist es zu danken, daß der Plan zur Ausführung kam. Daß diese Kirche berufen ist, ein lebendiges Denkmal der evangelischen Kirche im heiligen Lande zu sein, hat der Kaiser durch seine per­sönliche Allerhöchste Theilnahme au der Einweihung, sowie durch die Einladung aller evangelischen deutschen Fürsten und der Vertreter des evangelischen Kirchen-RegimentS vor aller Welt kundgethan.

Die evangelische Jerusalem-Stiftung hat dieses Gottes­haus zu pflegen übernommen und wird auch das große Pilger-Hospiz auf dem MuristLnplatz errichten, während Schule und Lehrerwohnung auf dem von der Stiftung angekauften, umfangreichen Grundstücke vor dem Jaffa­thore entstehen. Die Mittel dazu werden durch Abtreten von Bauplätzen an dort sich niederlassende deutsche Hand­werker und durch die deutschen Kirchen-Regierungen all­jährlich beschafft werden. Daß der weltgeschichtliche Akt der Einweihung der Erlöser-Kirche am Jahrestage der Reformation, den 31. Oktober 1898, durch besondere Kaiserliche Kundgebung ausgezeichnet werden wird, bleibt