Xr. 164.
erste Blatt.
Gratisbeilagen: „Illnitrirtes Ssnnragsblatt" n. „Illnftrivte lan-Virthschaftliche Veilage".
Bestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt
mit den Gratisbeilagen
„MuffmM ®ewj^M?tilL^ „Milstrirte laiidivirthschaftl. Beilage" für Ven Monat September werden von allen Aaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtlicher Theil.
Hersfeld, den 1. September 1898.
Bestehender Vorschrift gemäß wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß im Laufe des Monats August d. Is. folgende Jagdscheine ausgestellt worden sind:
Jahrestag-scheine r A. Entgeltlich:
1. am 1/8. für Herrn August Braun in Hersfeld, mit
Gültigkeit vom 2/8. ab,
2. „
3/8.
Rechtsanwalt Dahlmann in Hersfeld,
3. „
9/8.
«
II
Lederfabrikant Christian Rech- berg in Hersfeld,
4. „
10/8.
M
//
August Hoßbach zu Hof Weißenborn,
5. „
20/8.
II
II
Forstmeister Faber in Friede- wald,
6. „
23/8.
H
II
Philipp Schäfer in Mengö- hausen,
7. „
25/8.
M
t!
Oeconom Neinecke zu Hof Heisenstein,
8. „
24'8.
II
II
cand. med. Otto Xylander in Hersfeld,
9. „
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V
II
Generalagent Robert Kehr in Hersfeld,
10. „
23/8.
M
II
Oberstlieutenant und Bezirks- Commandeur Sommer in Hers- seld,
11. „
25/8.
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II
Oberstlieutenant z. D. Freiherrn von Kirchbach aus Darmstadt,
12. „
«
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II
Bierbrauereibesitzer Conrad Wolff in Hersfeld,
13. „
29/8.
II
II
Gastwirth Jakob Stein in Nie- deraula,
14- „
26/8.
„
Adam Noos in Kerspenhausen,
15. „
27/8.
II
//
Landmesser Willy Siemon in Hersfeld,
16. „
31/8.
II
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Kaufmann Peter Glebe in Kohlhausen,
17. ,
«
II
//
Mühlenbesitzer Johann Heinrich Stollberg in Niederjossa.
B.
Unentgeltlich:
18. am
6/8.
für
Herrn
Förster Schnell zu Forsthaus Falkenbach,
19. „
Förster Beier in Meckbach,
20. „
23/8.
Forstmeister Aumann in Hers- seld,
21. „
II
II
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Förster Andreas in Wippershain,
22. „
H
„ Christ zu Forsthaus Wüst-
23. „
seld,
„
„
„ Gute zu Forsthaus Sorga
24. „
M
„ Schaake zu Roßbach,
25. „
V
„ Weege zu Hersfeld,
26. „
Forstaufseher Schäfer in Ro- thensee.
Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz,
Geheimer Regierungsrath.
BnultO öen 3. Wecker
Berlin, den 13. August 1898.
Kürzlich sind einem preußischen Reisenden an der Grenze von Rumänien dadurch Weiterungen erwachsen, daß sein Paß nicht ordnungsmäßig visirt war.
Ich nehme daraus Veranlassung, mit Bezug auf die Verfügungen vom 8. August 1879 (II 9556), 31. Juli 1891 (II 9494), 3 August 1891 (II 9694) und 8. Dezember 1893 (II 14987) in Erinnerung zu bringen, daß zum Uebertrilt auf rumänisches Gebiet ein Paß erforderlich ist, während eine Paßkarte oder sonstige 2Iu8e weife Xtn^^«»^ Mililärpapiere) nicht genügen, ferner daß die Pässe, die ilt*M3tTrfr*k^ umänie n beschafft sind, vorschriftsmäßig visirt sein müssen--»<Ld. da die diplomatischen und konsularischen Vertreter Rumäniens von ihrer Regierung angewiesen worden sind, das Visum kostenfrei zu ertheilen.
Hiervon bitte ich den PaßausfertigungSstellen Mittheilung zu machen, auch für eine entsprechende Veröffentlichung in der Tagespresse zu sorgen.
Der Minister des Innern.
In Vertretung: (gez.) Braunbehren s. Anden HerrnRegierungs-Präsidenten in Cassel. II. 12086 * * *
Cassel, den 22. August 1898.
Abschrift mit Bezug auf die Amtsblattbekanntmachungen vom 17. August 1879 und vom l5. August 1891 — Seite 382 des Amtsblatts vom Jahre 1879 und Seite 173 des Amtsblatts vom Jahre 1891 — und die Verfügungen vom 21. August 1891 A II 7299 und vom 21. Dezember 1893 A II 11452 zur Kenntnißnahme und weiteren Veranlassung.
Der Regierungs-Präsident. I V.: v o n B r e m e r. An den Herrn Polizei-Präsidenten hier und die Herren Landräthe des Bezirks. A II. 8525.
* * *
Hersfeld, den 31, August 1898.
Wird den Ortspolizeibehörden des hiesigen Kreises im Anschluß an mein Ausschreiben vom 6. Januar 1894 J. I. Nr. 77, im Kreisblatt Nr. 3, zur entsprechenden Veranlassung des etwa Erforderlichen (Bescheidung des betheiligten Publikums) mitgetheilt.
I. 4860. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Nichtamtlicher Theil.
Scheidung der Geister.
Die öffentliche Meinung aller Kulturstaaten hat sich durch den Mund der Presse nunmehr über die von dem Herrscher Rußlands angeregte allgemeine Friedens- Konferenz geäußert. Mit Befriedigung ist hervorzuheben, daß dieser schöne Gedanke am wärmsten in Deutschland ausgenommen wurde, wo die Gewißheit besteht, daß der Vorschlag des Kaisers Nikolaus in keiner Weise die Interessen unseres Vaterlandes beeinträchtigen will und daher durch die deutsche Politik, soweit es die unabänderlichen Grundbedingungen unserer Weltstellung zulassen, bereitwillig unterstützt werden kann. Dagegen hat sich in der französischen Presse ein wüster Lärm erhoben, der wohl kaum geeignet ist, auf die zart empfindende Natur des jungen russischen FriedenSfürsten angenehm zu wirken. In allen Tonarten, von feigen Anspielungen bis zur unverschämtesten Drohung, wird die Herausgabe Elsaß-LothringenS gefordert. Wir können diesem Geschrei dieselbe ruhige Verachtung entgegensetzen, wie seit siebenundzwanzig Jahren. Wenn es jenseits der Vogesen noch besonnen urtheilende Leute giebt, so sollten diese sich selber sagen, daß wer zu einer Friedens- Konferenz einladet, wohl an alles andere eher gedacht hat, als an die „Revision" des Frankfurter Vertrages, wie auch, daß Deutschland nicht gewillt sein kann, am grünen Tische diplomatische Unterhaltungen über eine Sache mitzumachen, die nahezu vor einem Menschenalter endgiltig entschieden morden ist. Durch das im gegen
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1898.
wärtigen Augenblick wie für die Zukunft ganz zwecklose Ableiern des alten Liedes von der „Revanche" haben die Franzosen nur abermals bewiesen, daß sie nichts lernen und nichts vergessen können. Desto schlimmer für sie. Die ernste, aufrichtige Botschaft des Zaren war ein trefflicher Prüfstein zur Erkundung der wahren Gesinnungen Frankreichs. Es steht schon wieder als europäischer Störenfried in der Ecke und sorgt durch Preß- gezeter dafür, daß Deutschland und Rußland zu aufmerksamer Beobachtung des Kommenden zusammenhalten.
Politische Nachrichten.
Inland.
Berlin, 1. September.
S e. Majestät frv JL Kaiser geehrte im Laufe des gestrigen Nachmittages bett^wr^uern hier eingetrof- senen Reichskanzler Fürsten zu^ohenlohe mit einem längeren Besuche und nahm bei dieser Gelegenheit den Vorlrag desselben entgegen.
Für die bevorstehende Palästinareise Sr. Maj. desKaisers werden, wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, nicht nur die Leib-Garde des Kaisers und der Kaiserin) fohbFm auch die Diener Tropenuni- formen erhalten. Die Leib-Garde des Kaisers wird Uniformen aus gelbem englischen Leinen tragen. Die Kragen und Aufschläge sind aus blauem Tuch mit Goldstickerei. Bei der Leibgarde der Kaiserin sind die Kragen und Aufschläge aus karmoisinrotem Tuch mit Silberstickerei. An den Tropenhelmen tragen die Leibgardisten den Gardestern. Die Dienerschaft wird ebenfalls in Leinenkostüme gekleidet und mit englischen Mützen ausgestattet. Ueber den Rücken tragen die Diener ein Koppel aus hellgelbem Leder mit Revolver und Feldflasche. (D. Z.)
Das in Wandsbeck garnisonirende Husarenregiment ist von Sr. Majestät dem Kaiser der Königin von Holland verliehen worden und erhielt den Titel Husarenregiment Königin der Niederlande (Hannovrisches) Nr. 15. Der mit der Führung des Regiments beauftragte Major Freiherr von Diepenbroick-Grueter sandte ein Danktele- gramm an Se. Majestät den Kaiser und ein Begrüßungstelegramm an die Königin der Niederlande.
Unter der Ueberschrist: „Die Friedenskundgebung als G e w i s s e u S p r o b e " führt die „Köln Ztg." an leitender Stelle aus, Deutschland könne durch den Vorschlag des Zaren nur gewinnen, niemals verlieren. Abgesehen davon, welchen Ausgang die Berathungen nehmen, liege schon in der Thatsache, daß der Zar seinen Friedenswunsch und sein Friedensbedürfniß feierlichst ausgesprochen habe, ein großer Gewinn für die künftige friedliche Entwicklung. Das russische Vorgehen habe eine Aufrüttelung des öffentlichen Gewissens zur Folge und werde denen, die den Frieden stören möchten, eine ernste Mahnung sein. Der „Jtalie" zufolge haben die Dreibundmächte beschlossen, auf den Vorschlag des Zaren zu erwidern, daß sie die Idee der Abrüstung rückhaltlos annehmen.
Der preußische Minister des Innern hat die Frage, ob Gendarmen in die Reichstagtz-Wählerlisten auf- zunehmen seien, bejahend beantwortet.
Aller Voraussicht nach dürfte der nächste preußische Etat insofern einen Abschluß der im Anfang der 90er Jahre begonnenen Neuorganisation der Fabrik-Aussicht bringen, als die letzten der bei der Aufsicht beschäftigten Gewerbe-Inspektoren darnach ihre etatsmäßige Anstellung erhalten werden. Insgesammt waren in dem Organi- sations-Plane 100 Gewerbe - Inspektoren vorgesehen. Von diesen waren bisher 94 fest angestellt, sodaß es sich in dem nächstjährigen preußischen Etat um die Schaffung von sechs neuen etatsmäßigen Stellen handeln würde.
(Parade des Garde-Korps vor dem Kaiser.) Alljährlich vor den großen Herbstübungen vereinigt sich das gesammte Gardekorps zu einer Musterung durch Se. Majestät den Kaiser auf dem Tempelhofer Felde. Die diesjährige Herbstparave fand heute statt, begünstigt von dem denkbar besten Paradewetter, nämlich