Polizeiverwalter des Ortes zu treffenden Anordnung erfolgen. Derselben muß eine gründliche Reinigung und Desinfektion des Schullokals vorangehen.
15. Die vorstehenden Vorschriften Ziffer 1 bis 14 finden auch auf private Unterrichts und Erziehungsanstalten, einschließlich der Fortbildungsschulen, Handarbeitsschulen, Kii^er- bewahranstalten, Spiel- und Warteschulen, Kindergärten u. s. w. Anwendung.
* * *
Hersfeld, den 5. August 1898.
Vorstehenden Ministerial-Erlaß nebst der Anweisung zur Verhütung der Uebertragung ansteckender Augenkrankheiten durch die Schulen bringe ich hiermit zur Kenntniß der Herren Ortsschulinspectoren des Kreises mit dem Ersuchen, den Herren Lehrern von den in der Anweisung getroffenen Anordnungen gleichfalls Kenntniß zu geben bezw. denselben die Befolgung der Vorschriften zur Pflicht machen zu wollen.
I. 1. 3498 Der Königliche Landrath.
I. V.: B r a u n, Kreisdeputirter.
Hersfeld, den 4. August 1898.
Bestehender Vorschrift gemäß wird hierdurch zur
öffentlichen Kenntniß gebracht, daß im Laufe des Monats
Juli d. Js. folgende Jagdscheine ausgestellt worden sind. A Entgeltliche Jahres-Jagd scheine.
revision im Interesse der BrandversicherungS-Anstalt die Jdentitätsfeststellungen erschwert werden, ersuche ich ergebenst die Bürgermeister zu beauftragen, daß an der Hand der BrandversicherungS-Scheine alle Gebäude und Nebengebäude mit Nr., Zahl und Buchstabenanschrist versehen werden und zwar innerhalb einer bestimmten Frist.
Das Wegebau-AufsichtSpersonal ist diesseits beauftragt, in Zweifelfällen auf Ansuchen der Interessenten Auskunft zu ertheilen, aber auch die lässigen Bewohner mir namhaft zu machen.
Das Landes-Bauamt. X y l a n d e r.
An das Königliche Landrathsamt hier. * *
Hersfeld, den 5. August 1898.
Die Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises ersuche ich hierdurch unter Bezugnahme auf das Vorstehende, in ihren Gemeinden alsbald eine entsprechende Aufforderung an die Gebäudeeigenthümer auf ortsübliche Weise ergehen zu lassen, unter Festsetzung einerFrist von 4 Wochen.
I. 4467. Der Königliche Landrath
I. V. Braun, Kreisdeputirter.
1. Am
2/7. für
den
2.
4/7.
3.
4.
5.
5/7
6.
//
11/7.
7.
18/7.
8.
19/7.
9.
23/7. „
10.
28/7.
Nachrichten.
11.
12.
„ 29/7.
Taglöhner Herrn Johann George Möller II. in Ausbach, Lehrer Herrn Theodor Ackert in Hersfeld, Domänenpächter Herrn Hermann Baum zu Wilhelmshof, Herrn Karl Nagel daselbst, Oberprimaner Herrn Ernst Gerd von Baumbach aus Cassel, Lieutenant Herrn Friedrich von Rhöneck aus Philippsthal, Gastwirth Herrn Ernst Volkenand in Bengendorf, Obervorsteher Herrn von Baumbach in Kirchheim, Ersten Staatsanwalt Herrn Dr. Mittenzwey in Eisenach, Rittergutsbesitzer Herrn C. Wal- ther in Kleinensee, Lehrer Herrn Seng in Mecklar, Landwirth Herrn George Winkel- hardt in LengerS.
Nichtamtlicher Theil.
B Unentgeltliche Jahres-Jagdscheine:
13. Am 26/7. für den Oberjäger im Hannov. Jäger- Bataillon Nr. 10 in Colmar i/E. Herrn Carl Bettenhausen aus Jba Kreis Rotenburg a/'F.,
14. „ 28/7. „ „ Königlichen Förster Herrn Buge in ObergeiS,
15. „ „ „ „ Königlichen Förster Herrn Sorg
daselbst,
16. „ „ „ „ Königlichen Förster Herrn Braun
in HedderSdorf.
C. Tages-Jagdscheine:
17. Am 28/7. für den Herrn Wilhelm Vockeroth aus Kathus.
Der Königliche Landrath.
I. V.: Braun, Kreisdeputirter.
Str smisch-mrikNischt Krieg.
Aus Madrid wird gemeldet, der Ministerpräsident Sagasta und Silvela seien in einer Konferenz dahin übereingekommen, daß man unverzüglich die C o r t e S e i n b e r u s e n müsse, um über den Friedensschluß zu verhandeln.
Zur Lage aufKuba liegen folgende Meldungen vor: General Shafter erhielt den Befehl, seine Truppen unverzüglich nordwärts zu dirigiren. Sechs Transportschiffe, die augenblicklich in Santiago vor Anker liegen, werden heute mit der Einschiffung der Truppen beginnen. General Wood bleibt in Santiago, um die Stadt besetzt zu halten. Gomez lagerte am 24. Juli fünf Meilen nordwestlich von dem südlichen Ende der Trocha Mocon-Jucaro. — Eine amtliche Depesche aus Santiago besagt, die spanischen Soldaten seien in Folge des Mangels an Lebensmitteln entkräftet; auch hätten sich durch den Aufenthalt in dem engen, ihnen von den Amerikanern angewiesenen Lager Krankheiten unter ihnen immer mehr ausgebreitet. Es gebe augenblicklich 8000 Kranke, ungerechnet diejenigen, die in den Hospitälern liegen. Die Sterblichkeit beträgt täglich 14. Die Heilung der Wunde des Generals Linares nimmt den noc- marlen Verlauf. — Wie General Shafter meldet, hatte er am 3. August 3778 Kranke in seiner Armee, unter denen 2696 Fieberkranke sich befanden. 449 neue Fieberfälle sind aufgetreten, und seit dem 31. Juli sind 8 Todesfälle zu verzeichnen. — Die „Evening Post" meldet telegraphisch aus Norfolk, die Gesellschaft, welche mit der Hebung des spanischen Panzers „Maria Teresa" beschäftigt ist, habe ein Telegramm aus Santiago erhalten, nach welchem das Schiff flott gemacht sei und binnen Kurzem unter eigenem Dampf nach Norfolk abgehen werde.
Hersfeld, den 2. August 1898.
Es ist mehrfach wahrgenommen worden, daß die Anschriften der Nummer bezw. Buchstaben-Bezeichnung an den versicherten Gebäuden in Dörfern und Gehöften theils nicht mehr vorhanden und theils unleserlich geworden sind. Da hierdurch bei vorzunehmender Gebäude-
Neueste Depesche.
Madrid, 7. August, Nachmittags. Havas - Meldung : Spanien nahm die amerikanischen Friedensbedingungen an.
Berlin, 7. August.
Inland.
Se. Majestät der Kaiser und König versammelte, dem „Reichs-Anz." zufolge, am Donnerstag Vormittag nach der Trauerfeier für den verewigten Fürsten v. BiSmarck in der Kaiser Wilhelm-Gedächtniß- kirche in der Vorhalle der Kirche den Reichskanzler, Fürsten zu Hohenlohe, und die zur Zeit in Berlin anwesenden Staatsminister zu einer Ansprache um Sich.
Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin unternahmen gestern früh mit den beiden ältesten kaiserlichen Prinzen von Wilhelmshöhe bei Cassel einen Spazierritt nach dem Herkules. Nach der Rückkehr nahm Se. Majestät Vorträge entgegen.
Zu den Schmähungen, mit welchen Fürst BiSmarck noch nach seinem Tode von sozialdemokratischer wie französischer Seite überhäuft worden ist, hat natürlich auch das bekannte Märchen von der Fälschung der Emser Depesche wieder ausgiebigen Stoff liefern müssen. Bismarck soll durch diese „verbrecherische That", wie man sich auszudrücken beliebt, den Kriegsbrand zwischen Frankreich und Deutschland leichtfertig entfesselt haben. Da es leider immer noch Leute giebt, die sich durch solche im Tone unfehlbarer Gewißheit vorgetragenen Märchen blenden lassen, so dürste eine kurze Richtigstellung wohl am Platze sein. Kaiser Napoleon war lange vor 1870 bereits zum Kriege mit Deutschland fest und unwiderruflich entschlossen; er betrieb aufs eifrigste die Rüstungen zu diesem Kriege und bemühte sich angelegentlich, Bundesgenossen zu werben. Darüber liegen unwiderlegliche Aktenstücke vor, und auch von unbefangenen französischen Darstellern jener Epoche ist die Richtigkeit dieser Thatsachen mehrfach anerkannt worden. Der Krieg mußte kommen, weil er für die Franzosen beschlossene Sache war. Bis- marcks genialem Scharfblicke entgingen die feindlichen Pläne des Nachbars nicht. Er sah die Unvermeidlichkeit des heraufziehenden Kriegsgewitters voraus, und seine glühende Vaterlandsliebe veranlaßte ihn naturgemäß, auf ein Mittel zu sinnen, daß Deutschland von der Entladung des Wetters in einem möglichst günstigen Momente getroffen wurde. Zu diesem Zwecke schrieb er die Emser Depesche. So wie er handelte, würde und müßte jeder Patriot von gleicher Einsicht gehandelt haben. Fürst Bismarck erfüllte, als er die Emser Depesche verfaßte, im Namen und Interesse des ganzen Volkes eine Pflicht nationaler Selbsterhaltung. So und nicht anders stellt sich dem gerechten Urtheil jene Thatsache dar. Der Inhalt der Depesche enthielt an sich nichts, was nothwendig den Krieg herbetsühren mußte. Aber in Frankreich drängte die Stimmung zum Kriege. Man suchte längst begierig nach einem Vorwande, um sofort loszuschlagen. Die Emser Depesche lieferte ihn. Frankreich stürzte sich, wie Bismarck vorausgesehen hatte, ohne genügende Rüstungen und ohne Bündniß in den Krieg. Die Emser Depesche berichtet von den Verhandlungen zwischen König Wilhelm und Benedetti. Wäre der Verlauf der Verhandlungen falsch dargestellt worden, so hätte sicherlich wenigstens einer der beiden Männer dagegen Einspruch erhoben. Das ist jedoch keinesfalls geschehen. Mit Recht bemerkt daher die „Vossische Zeitung": „Wie man jene Depesche eine Fälschung nennen kann, ist nicht abzusehen. Es wurde in dieser Depesche manches verschwiegen, was der König seinem ersten Minister vertraulich geschrieben hatte, aber verständiger
in die Wirthschaft genommen und wußte, daß es an nichts weiter fehlte als am Gulden.
Der Wirth war dem Wurzer ein schönes Stück Geld schuldig und auch an anderen Stellen hatte er aufgeborgt. Sie waren übereingekommen, mit dem Gelde das der Wurzer hergab, die kleinen Gläubiger abzuthun und dann mit allen Kräften dagegen wirken, daß sie bei dem Wurzer nicht in tiefere Schulden geriethen, der an Zinsen allein mehr zu bekommen hatte, als der Wirth bisher im Jahr zu erübrigen vermocht hatte.
Den Wurzer hatte es im stillen auch schon Wunder genommen, daß der Wirth gar so vornehm war, und das Geld nicht am festgesetzten Termin eingesordert hatte. Wie ihm der Wirth in letzter Zeit überhaupt merkwürdig gedrückt und still vorgekommen war, grad' als wenn ihm ein böses Gewissen im Nacken säße, sodaß ihm schon ganz eigne Gedanken gekommen waren, als wenn der Wirth vielleicht mehr von des Benedikts Verschwinden wußte, als er eingestand. Er ließ sich aber nichts gegen ihn merken. Wenn sein unbestimmtr Verdacht einen Hintergrund hatte, dann würde es das Gericht schon herausbringen.
Es war ihm ein rechtes Aergerniß, das schöne Geld hingeben zn müssen, wo er nicht einmal wußte, ob der Benedikt überhaupt noch am Leben war und das Opfer vielleicht ganz unnütz gewesen. Anfangs hatte ihn das Geld der Seligen darüber hinweggetröstet, als er den Schatz aber trotz des eifrigsten Forfchens nicht ausfinden konnte, wurde es ihm ein rechter Herzensgram, einen solch ansehnlichen Batzen für nichts hinzugeben.
Er hatte nun jeden Winkel im Hause durchsucht, die Bettladen hatte er eigenhändig entleert und durchsucht, die Bettstücke ausgetrennt und in den Federn herumgefühlt, ob der Schatz nicht in ein Stück Zeug eingebunden, darin verborgen war. Im Hause mußte das Geld doch untergebracht sein. Das hatte ja schon
der Zustand der Verstorbene« verlangt, daß sie es in erreichbarer Nähe behielt.
Alles Suchen blieb vergeblich. Schier verzweifelt griff er sich endlich an den Kopf. Gramvoll stellte er sich'S vor, daß vielleicht Jahre darüber hingingen, ehe das Geld durch Zufall zum Vorschein kam, wenn er nicht gar darüber Hinstarb, und berechnete kummervoll die Zinsen, um die ihn der Unverstand dieses Weibes noch nach dem Tode brächte. Seine einzige Hoffnung beruhte jcht noch auf der Rückkehr des Sohnes. Die Verstorbene hatte es ja im Zorn verrathen, daß er den Versteck des Geldes kannte.
So schwer es ihm ankam, das Geld herauszurücken, merken ließ er sich davon nichts, als der Wirth zu ihm kam, wie er nach außen hin seine Habsucht überhaupt niemals herauskehrte. Wenn er seine Gläubiger nicht gar so hart bedrückt hätte, wäre er gewiß niemals als Geizkragen in der Leute Mund gekommen.
„Die Lenei läßt mir keine Ruh', ich hätt schon noch gewartet," entschuldigte der Wirth sein Kommen, als er am vierten Tage nach seiner Hochzeit beim Wurzer vorsprach.
„'S ist dein Recht", sagte der gelassen, seinen Aerger geschickt bemeisternd. „Was R'cht ist kann allezeit frei auftreten und braucht sich nicht zu verstecken. Wollen wir das Geschäft gleich machen?"
„Wenn's dir grad' paßt, gewiß Wurzer. Geld kann ich schon brauchen," antwortete der Wirth fast verzagt.
Wieder stieg dem Wurzer der seltsame Verdacht auf. Es schien ihm gar zu verwunderlich, daß der Wirth so kleinlaut war und ihm mit den Blicken scheu auSwich.
„Wenn ich nur müßt', wo der Benedikt steckt, und ob ihm nicht einer was Böses angethan hat," sagte der Wurzer ganz unvermittelt, einer plötzlichen Eingebung folgend, und sah den Wirth scharf an
Der aber erschrak weder, wie es der Bauer erwartet hatte, noch zeigte er eine sonderliche Unruhe dabei. „Ich mein', der Benedikt wird schon von selbst hören lassen, wo er ist. Geschehen kann ihm nichts sein, sonst hätte man schon davon erfahren," sagte er tröstend. „Gewiß hat er erfahren, was hier vorgegangen ist, und der Aerger hat ihn weiter in die Welt hineingetrieben".
Der Wurzer mußte sich damit zufrieden geben. Er erhob sich schweigend, trat zu der großen Uhr, in deren Kasten er hineingriff, als wenn er sich am Werke etwas zu schaffen machte, und ging in die Nebenstube, wo er jetzt schlief und seine Schätze in dem Wandschrank selbst bewachte, dessen Vorhandensein für ein fremdes Auge kaum bemerkbar war, weil des Wurzers Röcke darüber hingen.
Mit einem eigenen Ausdruck von schreckhafter Neugier und scheuer Spannung sah der Wirth hinter dem Bauer her und horchte auf, als wenn er auf etwas Besonderes paßte, als er den Schlüssel im Schloß kreischen hörte. Dann zuckte er plötzlich zusammen und ließ einen leisen Pfiff durch die Zähne gehen, wie einer, der sagen will: „J-tzt platzt die Bombe!"
Den Wurzer hatte nämlich einen erschrockenen Ruf ausgestoßen. Dann sp-ach er allerlei, wie in großer Angst vor sich hin, in wilder Hast im Schranke kramend, daß das Werfen und Schieben in der andern Stube zu hören war, und dann stand er todtenblaß, mit geballten Fäusten auf der Schwelle und stöhnte heiser: „Ich bin bestohlen!"
(Fortsetzung folgt.)
— (Zeitgemä ß.) Erster Freund: „Nun, bist du auch einem Verein beigetreten?" — Zweiter Freund: „Jawohl, dem Verein der Fußgänger."
— (Variante.) „Bei dir ist ja alles gepfändet, lieber Freund; wie ist denn das zugegangen?" — „Sehr einfach, der Gerichtsvollzieher kam, sah und siegelte."