Bonard jeden, der sich zur Einschiffung nach Sao Paulo meldet, und versprechen ihm die Weiterbeförderung nach Parana und Santa Catharina zu übernehmen, wie dies mit Bergleuten aus Recklinghausen und Cigarrenarbeitern aus Berlin der Fall war. Sobald die Leute aber erst einmal in Santos angekommen sind, denken die Genannten gar nicht mehr daran, ihren Versprechungen nachzukommen. Unter diesen Umständen erscheint es geboten, vor der Auswanderung nach Sao Paulo und der Thätigkeit der portugiesischen und französischen Agenten Jedermann hiermit zu warnen.
* Die Reichsdruckerei übernimmt von jetzt ab für Privatpersonen die Abstempelung von Streifbändern und von Briefumschlägen mit dem Freimarkenstempel unter den für die Abstempelung von Postkarten und Karten- briefen geltenden allgemeinen Bedingungen, über welche die Postämter auf Erfordern Auskunft geben. Die zur Abstempelung bestimmten Streifbänder können einzeln geschnitten oder in zusammenhängenden Bogen bis zur Größe von 60 :90 cm, die Briefumschläge in fertigem Zustande oder ebenfalls in ganzen Bogen bis zu der angegebenen Größe eingeliefert werden. Die Briefumschläge müssen ihrer Beschaffenheit nach zur Abstempelung geeignet sein. Auf welchen Stellen der ganzen Bogen der Werthstempel eingedruckt werden soll, ist genau zu bezeichnen. Die Abstempelungsgebühr wird mit 1 Mk. 75 Pf. für je 1000 Stück Streifbänder und Briefumschläge oder für jedes angefangene Tausend berechnet. Mengen unter 20000 Stück von jeder Gattung werden zur Abstempelung nicht zugelaffen.
* Die Jahresversammlung des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde findet vom 15. bis 17. August in Witzenhausen statt.
* In den nächsten Monaten werden Noten der Reichsbau k zu 1000 und zu 100 Mk. zur Ausgabe gelangen, welche sich von den früher ausgegebenen Noten durch folgende Merkmale unterscheiden: Die Noten sind von 1898 datirt; der Pflanzenfaserstreifen ist links vom Ausfertigungsdatum statt wie bisher rechts davon angebracht und bei den Noten zu 1000 Mk. grün, bei I denen zu 100 Mk. roth gefärbt; die Noten tragen außer $ dem bisherigen Wasserzeichen noch ein zweites, welches abwechselnd einen der großen Buchstaben des lateinischen Alphabets zeigt.
Hersfeld, 29. Juli. Nächsten Montag Nachmittag 5 Uhr Stadtverordneten sitz ung. Tagesordnung: Verpflichtung eines Magistrats- Mitgliedes. — Ankauf und Verkauf von Grundflächen. — Nachbewilligungen.
( D Hersfeld, 29. Juli. Die diesjährige Abgeordnetenversammlung des Feuerwehr- kreisvereins Hersfeld findet Sonntag den 14. August, Nachmittags 2 Uhr, in der Kroneberg'schen Gastwirthschaft zu S ch e n k l e n g s f e l d statt.
Hersfeld, 29. Juli. Auf dem IX. Deutschen T u r n f e st in Hamburg erhielt beim Preiswettturnen Herr F. Saue r-Prag (ein Sohn des Herrn Kaufmann Fr. Sauer hier) mit 583/4 Punkten den 7. Preis.
* Hersfeld, 29. Juli. Der Minister für Landwirthschaft, Domänen und Forsten hat folgende im „Reichsauzeiger" veröffentlichte, dem Interesse des Vogelschutzes dienende Verfügung erlassen : „Es ist zur Anzeige gelangt, daß in einzelnen Landestheilen noch lange Zeit nach Beendigung des Krammetsvogelsanges bis in den Winter hinein die mit Beeren versehenen Dohnen ausgestellt bleiben, und daß auf diese Weise einheimische Singvögel, welche nicht zu den Zugvögeln gehören, in großer Zahl gefangen werden. Da ein solches Verhalten auch bei dem Krammetsvogelfang in Staatswaldungen Vorkommen soll, so nehme ich hieraus Veranlassung, im Interesse des Vogelschutzes zu bestimmen, daß den Beamten der Staatssorstverwaltung, welchen die Anlegung von Dohnenstrichen in Staatswaldungen gestattet wird (vergl. § 65 Nr. 5 der Dienstinstruktion für die Königlich Preußischen Förster vom 23. Oktober 1868), aus- zugeben ist, die Dohnen nur während der für den Drosselfang freigegebenen Zeit tängisch zu halten. Nach Ablauf dieser Zeit sind entweder die Dohnen abzunehmen oder die Schlingen 'an denselben auSzuziehen oder ganz zu entfernen. In Jagdpachtverträgen, welche den Pächter ausnahmsweise zum Krammetsvogelfang in einer StaatS- waldung berechtigen, ist fortan eine gleichartige Vorschrift aufzunehmen. Auch ist darin im Mangel anderweitiger Bestimmungen anzuordnen, daß der Krammetsvogelfang nicht über den 31. Dezember hinaus ausgedehnt werden darf (vergl. § 8 des ReichsgesetzeS vom 22. März 1888, betreffend den Schutz von Vögeln). Die Beachtung dieser Vorschriften ist zu überwachen."
Hersfeld, 29. Juli. (Berliner Getreide- markt-Bericht) Die Getreidepreis-Bewegungen haben in jüngst vergangener Zeit erhebliche Schwankungen infolge schwerwiegender Einflüsse der neuen Ernten gezeigt. In Frankreich ist die Ernte unter der Gunst warmer und sonniger Witterung kräftig fortgeschritten, so daß dadurch neue Ware weit früher an die Märkte gelangt, als erwartet werden durfte. Als Folge davon ging am Pariser Termin-Markt der Werth für Juli um etwa 25 Mk, für Herbst um etwa 12 Mk. herunter. Einen ähnlichen Preisfall erlitt Weizen in Oesterreich- Ungarn. Im Gegensatz zu diesen beiden Ländern stand die Preis-Entwicklung in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, wo große Dürre der Entwicklung der MaiS- pflanze schadet und den Werth des Kornes steigert. Dazu kommt, daß dort die alten Vorräthe noch immer stark für die Ausfuhr in Anspruch genommen werden und deshalb erheblich zurückgehen, weil die Zufuhren neuester Ernte zu den großen Stapel-Plätzen bisher gering waren. In Westeuropa rechnet man mit guten Erträgen, und auch in Deutschland dürste bei besserm Sommerwettter
Das Schreiben der Eisenbahn-Verwaltung schließt: „Wir ' bemerken hierbei ausdrücklich, daß Pretz-Erzeugnisse, insbesondere periodisch erscheinende, die durch Wort, Bild oder GeschästS-Anzeigen Ausland und gute Sitten verspotten oder verletzen, die Sinnlichkeit überreizen, die die idealen Güter des Lebens herabzuwürdigen, werthvolle vaterländische Einrichtungen und deren Träger verächtlich zu machen, Neid und Haß unter den Staatsangehörigen zu erregen geeignet sind, auch wenn sie die Grenzen des Strafgesetzbuchs vermeiden, von dem Verkaufe in Zukunft auszuschließen sind, was Sie bei dem einzureichen- den Verzeichnisse berücksichtigen wollen."
Ueber die Entwicklung der Kleinbahnen vom Geltungsbeginn des Kleinbahn-Gesetzes, also dem ]. Oktober 1892 bis Ende September 1897, liegen jetzt die amtlichen Zahlen vor. Darnach betrug die Zahl der dem Verkehr dienstbar gemachten Kleinbahnen 120, ihre Gesammtlänge 3948,4 Kilometer. Von Anfang Oktober 1896 bis Ende September 1897 allein sind 44 Kleinbahnen mit einer Gesammtlänge von 1137,2 Kilometer dem Verkehr übergeben.
Der n e u n t e B l i n d e n l e h r e r - K o n g r e ß hat in Berlin getagt. Als Vertreter des Kultusministers nahm Ministerial-Direktor Dr. Kügler an den Verhandlungen theil.
Der V ä ck e r - A u s st a n d in Hamburg ist beendet. In einer am Mittwoch abgehaltenen Versammlung der Ausständigen wurden diese, etwa 300, aufgefordert, Hamburg zu verlassen. Die Unterstützung wird nicht mehr gezahlt. Die Ausstands Leitung hat somit selbst den Ausstand als aussichtslos aufgegeben. Der Boykott, der über die Bäckereien verhängt war, die die Forderungen der Ausständigen nicht bewilligten, soll aufrecht erhalten werden. Auch diese Maßregel ist fast völlig wirkungslos.
Ausland.
Nach einer Meldung der Londoner „Times" aus Hongkong vom Mittwoch dauert, Berichten aus Wutschau zufolge, in dem südlichen Theile der Provinz Kwang-si der A u f st a n d fort. Die Zahl der Aufrührer wird auf 40000 geschätzt. Am 16. d. wurde der Ort Kwai- ling angegriffen. Die Mandarinen haben 7400 Mann zur Verfügung. Die Aufständischen haben 2000 Mann der Reichstruppen in der Nähe von Jungjun geschlagen. Das britische Kanonenboot „Tweed" liegt noch immer in Wutschau, täglich treiben viele verstümmelte Leichen an dem Schiffe vorüber.
Als Provinz nun AlOarzebitl.
* Nach zuverlässigen Mittheilungen lomnren seit einiger Zeit mit den französischen Dampfern der Sociste Generale de Transport Maritime ä vapeur in Marseille deutsche Staatsangehörige dorthin, die alle von einem gewissen Marius Bonard in Belfort, Rue de l'Entrepöt Nr. 11, zur Auswanderung veranlaßt werden. Dieser Agent ist ein Unteragent des berüchtigten Jose Antunes dos Santos in Lissabon, arbeitet auch für die Firma A. Fiorita u. Comp. in Rio de Janeiro, Santos und Sao Paulo. Beide Firmen I. A. dos Santos in Lissabon und A. Fiorita u. Comp. haben mit der Regierung des Staates Sao Paulo im vorigen Jahre einen Kontrakt abgeschlossen, um 60 000 Einwanderer nach dort zu bringen und zwar nur Landarbeiter aus Italien, Portugal, Spanien, auch aus Deutschland und den nordischen Ländern. Um nun die Kontrakte hinsichtlich der Anzahl deutscher Einwanderer erfüllen zu können, greisen die beiden Firmen zu dem Mittel, die Leute durch schriftliche Propaganda ab Belfort zur Auswanderung zu verlocken. Unter Anderem versprechen sie den Einwanderern, daß der Pflanzungsbesitzer dem Kolonisten für den Zeitraum, welchen er auf der Pflanzung verbringt, ein Haus und ein genügend großes Grundstück zur eigenen Be- wirthschaftung ohne Entgeld übergeben werde. Bis der Kolonist in der Lage sei, sich durch eigene Mittel zu ernähren, werde ihm vom Pflanzungsbesitzer alles Nöthige, sei es in Waaren oder in Geld, vorgeschossen. Die Abzahlung finde erst nach Ablauf eines Jahres statt. Diese Angaben sind nun falsch. Im Allgenreinen bekommt der Kolonist ein kleines schlechtes Haus, etwa 4 m breit und 6 m tief, das weder gedielt ist, noch Plafond besitzt und nur mit einer halben Scheidewand versehen ist, die im Innern auch nicht bis zum Dach reicht. Diesem Hause schließt sich dann ein kleines Grundstück an zwischen 100 bis 120 qm Größe und ein aus Holz ganz primitiv hergestellter Stall. Die für die Lebensmittel und sonstige Bedürfnisse vorgeschossenen Gelder werden dem Kolonisten meistens nicht nach dem ersten Jahre, sondern gleich von den ersten Wochenlöhnen abgezogen. Der Staat Sao Paulo soll angeblich freie Ueberfahrt von Marseille bis Santos, freie Wohnung, Kost und besonderen Schutz in einem besonders dazu eingerichteten Hotel in Sao Paulo gewähren, bis der Einwanderer ein Unterkommen findet. Diese Versprechungen enthalten gleichfalls viel Falsches und Uebertriebenes. Von einem Hotel für die Einwanderer kann nicht die Rede sein. Es giebt vielmehr nur ein mit einer hohen Mauer umgebenes großes Gebäude, welches aber mit einem Hotel nicht zu vergleichen ist. Der Einwanderer darf dieses Gebäude nicht eher verlassen, bis er als Lohnarbeiter auf eine Fazenda geschickt wird. Die Familie, welche sich weigert, dorthin zu gehen, wird sofort aus dieser Herberge entlassen, sodaß es häufig vorkommt, daß solche Familien aller Mittel entblößt, der Landessprache unkundig, obdachlos in der Stadt herumirren und auf die Mildthätigkeit ihrer Landsleute angewiesen sind. Schließlich steht es nach dem Kontraktsformular dem Einwanderer frei, bei feiner Ankunft in Sao Paulo sich bei einem großen Gutsbesitzer als Arbeiter zu verdingen oder von der Regierung ein Stück Land zur eigenen Bewirthschaftung zu nehmen. Dies ist ebenfalls nicht richtig. Denn der Einwanderer, der für Rechnung der Regierung dort ankommt, kann bei seiner Ankunft nicht wählen, er muß vielmehr zum Gutsbesitzer in Arbeit gehen. Die Regierung hat nur sehr wenig ausgemessenes Land für Kolonisationszwecke und an kaum erreichbaren Orten • im Süden des Staates bei Jquape, wo die Ansiedler dem .Fieber und dem Hunger ausgesetzt sein würden. Infolge dieser falschen Versprechungen kommen die meisten der deutschen Einwanderer von den Kaffeepslanzungen nach der Hauptstadt Sach Paulo zurück und versuchen die Hülse des deutschen Konsuls daselbst in Anspruch zu nehmen, die aber meistens verweigert werden muß, da es an jeder Rechtsunterlage fehlt. Die Kontrakte mit der Regierung des Staates Sao Paulo lauten ausschließlichausLandarbeiter. Trotzdem nehmen aber die Agenten Fiorita, Antunes dos Santos und
noch viel von den durch Nässe und Kälte verursachten Schäden gut gemacht werden können. Im Berliner Liefer- ungs-Geschäft brächte der Witterungs-Umschlag einen Preisabschlag für Weizen von 10 Mk. für nahe und 11 Mk. für spätere Lieferung. In Roggen, besten erste, allerdings von der Unbill der Witterung zeugende Ware an den Markt gelangte, war der Rückschlag noch größer und betrug für Juli 14 Mk., für Herbstlieferung 12 Mk. Hafer ging etwa 4—5 Mk. zurück, da der Feldstand gelobt wird und Nachfrage fehlte. Mais dagegen war im Einklang mit Amerika, besonders in prompter Ware, gesucht und höher. Nach letzten privaten Ermittlungen kosteten 20 Ctr. Weizen 202,00 Mk., Roggen 145,00 Mk., Gerste —, Hafer 168,00 Mk., Mais —.
1" Gethsemane, 27. Juli. Von einem traurigen Unglücksfall wurde am 19. d. Mts. die 55 Jahre alte Wittwe Anna Elisabeth Stephan von hier betroffen. Dieselbe hatte mit ihrer Tochter, der Ehefrau Neimöller, im Felde einen Wagen mit Klee beladen. Auf der Heimfahrt nahm die rc. Stephan mit einem kleinen Kinde auf dem Wagen Platz. In der Nähe des hiesigen Dorfes an gelangt, stürzte dieselbe plötzlich mit dem Kinde vom Wagen. Während das Kind unversehrt blieb, erlitt die Wittwe Stephan so schwere innere Verletzungen, daß sie nach zwei Tagen verstarb.
Hüttfeld, 27. Juli. Der Gemeinde Oberbreitzbach und Glaam ist zu dem Bau eines neuen SchulgehöfteS ein Allerhöchstes Gnadengeschenk von 15200 Mark bewilligt worden. — Wie das „Kr." hört, wird der neue Besitzer des v. Trümbach'schen Gutes in Wehrda das alte im Dorfe gelegene Schloß nicht beziehen, sondern an der neuen Straße Wehrda-Burghaun auf dem höchsten Punkte ein größeres Schloß errichten, von welchem aus man eine prachtvolle Aussicht sowohl auf das Haune- thal mit dem imposanten Stoppelsberge als auch auf das gegenüberliegende Thal von Wehrda genießt.
Cassel, 29. Juli. Auch gestern Morgen unternahm Ihre Majestät die K a i s e r i n nebst den älteren Prinzen, begleitet von kleinem Gefolge, einen Spazierritt nach dem Ahnathal und dem Hercules. Um 10 Uhr empfing Ihre Majestät dann Herrn Professor Pape aus Berlin. Wie man hört, soll dieser Künstler beauftragt sein, die Porträts der kaiserlichen Prinzen zu malen. Später, gegen 111 /2 Uhr, fuhr Ihre Majestät die Kaiserin in Begleitung des Kammerherrn v. d. Knesebeck und der Hofdame Gräfin Keller nach dem photographischen Atelier Benade. Kurz nach 6 Uhr fuhr die Kaiserin dann nach dem hiesigen Bahnhof, um die Herzogin Friedrich Ferdinand von Schleswig-Holstein-Glücksburg, die Schwester Ihrer Majestät, welche um 6 Uhr 42 mit dem O-Zug eintraf, abzuholen. Nach herzlicher Begrüßung im Fürsten- zimmer erfolgte dann die Rückfahrt nach Wilhelmshöhe. — Seine Majestät der Kaiser kommt nach den neuesten Bestimmungen nicht vor dem 5. August nach Wilhelmshöhe.
Cassel, 28. Juli. In dem benachbarten Jhrings- Hausen entstand gestern Abend im Hause des Fabrikarbeiters Jakob Krug Feuer. Die Mutter des Besitzers, welche schon seit längerer Zeit geistig etwas uuktar ist, war in einem Zimmer des oberen Stockwerks für kurze Zeit allein gelassen worden, hatte mit Streichhölzern hantirt und war dabei wahlscheinlich dem Bett zu nahe gekommen. Letzteres ging in Flammen auf, ebenso einiges Mobiliar, und bei den Löschversuchen fingen die Kleider der unglücklichen Frau zu brenneu an, so daß diese zum Theil vom Körper absengten. Die Bedauernswerthe erlitt schreckliche Brandwunden, so daß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. Der JhringShäuser Feuerwehr gelang es bald, den Brand zu bewältigen. (T.)
Cassel 27. Juli. Gestern fand die Eröffnung der Angebote über Ausführung der Erd-, Maurer- und Steinmetzarbeiten zur Erweiterung des Lokomotivschuppens auf Bahnhof Cassel R statt. Es forderten: 1. Bauunternehmer C. Zulehner u. Co., Cassel, 47 488 M., 2. Zimmermeister Kretschmer, Wehlheiden, 34 125,50 Mk, 3. Maurermeister Werner Kern, Ehlen, 33 684,50 Mark, 4 Bauunternehmer Büglec u. Kaiser, Cassel, 29 202 Mark.
Marburg, 26. Juli. Der hiesige Academische Turnverein, welcher auf dem deutschen Turnfest in Hamburg mit einer Fußball- und Barrenmusterriege vertreten ist, spielte am Sonnabend gegen den Academischeu Turnverein Breslau Fußball und gewann mit 3: 0.
Haun. Münden, 26. Juli. An der Sandershäuser Höhe ward gestern Morgen der 22jährige Maurer H. aus Lutterberg von einem Radfahrer überfahren. H. erlitt schwere innere Verletzungen, so daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Die Schuld an bem Unfall trifft allein den Radfahrer, denn dieser wollte, ohne ein Warnungssignal gegeben zu haben, in größter Schnelligkeit an dem vor ihm gehenden H. vorbeifahren. Es gelang leider nicht, die Persönlichkeit des leichtsinnigen RadterS festzustellen.
Marburg, 23. Juli. In dem benachbarten Dorfe Herlinghausen wurde in diesen Tagen ein seltener Fund gemacht. In einem Wirthshause, in welchem zur Zeit auch Färberei betrieben wird, sollte ein neuer Braukeffel aufgestellt werden. Beim Abbruch des allen fand man unter einer Steinplatte einen irdenen Topf, der mit über zweihundert verschiedene» seltenen Münzen aus den Jahren 1792—1803 angefüllt war. Wie man wohl annehmen darf, sind dieselben zur Zeit der Fremdherrschaft an diesem Ort versteckt worden.
Homburg, 28. Juli. Die Kaiserin von Oe st erreich wird, sicherem Vernehmen »ach zur Nachkur nach Homburg tommen und dort mit bem Kaiser von Oesterreich zusammentreffen. Um dieselbe Zeit soll