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Gratisbeilagen: „311 ttstritte# Sonnragsblatt" u. „3Uuttrirte lanvwirthschaftliche Beilage".
Dr. 89. S»mbeili> den 39. Juli 1898.
Erstes Blatt.
Bestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt für die Monate August und September werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, tandbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtlicher Theil.
Berlin, den 28. Juni 1898.
Nach einer amtlich uns zugegangenen Mittheilung hat das LandwirthschaftS-Departement in Washington durch Verfügung vorn 2. Mai d. J. die Ausstellung von Untersuchungsbescheinigungen für zur Ausfuhr nach Deutschland bestimmtes frisches nordamerikanisches Schweinefleisch verboten.
Ew. Hochwohlgeboren wollen sofort die Grenzpolizeibehörden mit Anweisung versehen, etwaigen Versuchen, frisches Schweinefleisch in vorschriftswidriger Weise aus Amerika einzuführen, entgegenzutreten.
Der Minister
der geistlichen, Unterrichts- u. Medizinal-Angelegenheiten.
(Unterschriften.)
An die Herren Regierungtz-Präsidenten in Königsberg, Gumbinnen, Danzig, Cöslin, Stettin, Stralfund, Schleswig, Stade, Aurich, Münster, Düsseldorf, Aachen und Trier.
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Abschrift zur Kenntnißnahme.
Der Minister
der geistlichen, Unterrichts- u. Medizinal-Angelegenheiten.
Jm Auftrage (qez.) B a r t s ch.
Der Minister für Landwirthschaft, Domänen u. Forsten.
Im Auftrage (gez.) v F r i e d b e r g.
Der Minister des Innern.
Im Austrage (gez.) v. Bitter.
An den Herrn RegierungS-Präsidenten in Cassel.
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Cassel, den 14. Juli 1898.
Abschrift zur Kenntniß und Benachrichtigung der übrigen Polizei-Behörden. (A. II. 6985 )
Der Negierungs Präsident. J. V.: von Bremer.
An den Herrn Polizei-Präsidenten hier und die Herren Landräthe des Bezirks.
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Hersfeld, den 26. Juli 1898.
Wrrd den Herren Ortspolizeiverwaltern deS Kreises zur Nachachtung mitgetheilt. I. 4172. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.
Hersfeld, den 26. Juli 1898s
Für den am 20. September 1879 zu Hersfeld geborenen Kaufmann Friedrich Wilhelm Altenburg dahier ist um Entlassung aus dem preußischen StaatSverbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden. I. l. Nr. 4187. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, __Geheimer Negierungs-Nath.
Hersfeld, den 11. Juli 1898.
Der am 5. Juli 1874 geborene Schmied Johannes Erbe zu Heimboldshausen hat vor der Prüsungs-CoM' Mission zu Hanau die durch das Gesetz vom 18. Juni 1884 eingeführte Prüfung zum Nachweis der Befähigung zum Betriebe des Hufbeschlaggewerbes genügend bestanden.
I. I. Nr. 3754. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Rath.
Am Montag den 2. Oktober d. I. beginnt in der hiesigen Lehrschmiede ein neuer Kursus. Derselbe dauert 3 Monate. Am Schlüsse findet für die Zöglinge eine Prüfung statt, durch deren Bestehen die Befähigung zum selbstständigen Betrieb des Hufbeschlaggewerbes erlangt wird.
Der theoretische und praktische Unterricht ist unentgeltlich. Für Beköstigung und wohnliche Unterbringung haben die Zöglinge selbst zu sorgen. Schlafstelle ist in hiesiger Stadt bei Stellung des eigenen Bettes für 6 Mk zu haben. Die Beköstigung ist in der öffentlichen Küche („Suppenanstalt") sehr billig zu bestreiten. Für die Prüfung wird eine Gebühr nicht erhoben, dem tüchtigsten Zögling wird eine Prämie von 50 Mk. zuertheilt.
Anmeldungen, welche Angaben über die Personalien, ein Führungszeugniß der OctSpolizei und einen Nachweis über die bisher erlangte technische Ausbildung (Lehrzeugniß u. f. w.) enthalten müssen, sind bis zum 10 September d. I. an den Unterzeichneten einzureichen. Von demselben ist auch jede nähere Auskunft einzuholen.
Fulda, den 26. Juli 1898.
Die Lehrschmiede zu Fulda:
J. A.: Kreisthierarzt Froehner.
Nichtamtlicher Theil.
Scr Wusch - mnkmsche Sritg.
Die seit der Kriegs-Erklärung unterbrochenen diplomatischen Beziehungen zwischen Spanien und Nordamerika haben durch einen im Namen der spanischen Regierung vom Botschafter Frankreichs im Weißen Hause zu Washington unternommenen Schritt eine erste schüchterne Wiederanknüpfung erfahren. In unterrichteten Kreisen wird die Bedeutung dieses Schrittes umso weniger überschätzt, als beide kriegführende Theile nach wie vor Werth darauf legen, daß an ihrer Bereitschaft zur Fortsetzung der Feindseligkeiten nicht gezweifelt werde. In Madrid' lag wohl nur die Absicht zu Grunde, sich in möglichst unauffälliger Form nach den FriedeuS-Beding- ungen der Vereinigten Staaten zu erkundigen. Die amerikanische Politik zeigt aber keine Neigung, blos auf eine für Spanien so wenig bindende Anfrage hin die Karten aufzudecken und in amtlicher Form ihren Wunschzettel bekannt zu machen, dessen einzelne Nummern nicht bloß in Madrid mit Spannung erwartet werden. Auch befinden sich die militärischen Operationen der Amerikaner auf Porto Nico wie auf Kuba gerade jetzt in einem Stadium, wo es nicht ohne weiteres angeht, plötzlich „das Ganze Halt!" blasen zu lassen. Ferner ist als feststehend zu betrachten, daß Spanien so wenig, wie die Vereinigten Staaten von einer Friedens Vermittlung durch europäische Großmächte etwas wissen will. Die Absicht zu solcher Vermittlung besteht zur Zeit wohl nur in PariS, dort aber vielleicht in erhöhtem Maße, seitdem der bedächtige Herr Hanotaux einem nach Erfolgen durstigen Nachfolger Platz gemacht hat. Das staunende Europa wird also demnächst aus französischen Zeitungen Näheres über den glorreichen Antheil der Pariser Diplomatie an den ersten Friedens-Kundgebungen im spanisch-amerikanischen Kriege vernehmen. In der wirklichen Lage der Dinge aber ist aus eine Aenderung erst dann zu rechnen, wenn diese vorläufig noch recht verschämten Kundgebungen in ernstliche Unterhandlungen zwischen Madrid und Washington übergehen sollten. Bis dahin bleibt es für die neutralen Großmächte, in erster Linie auch für Deutschland, bei der Parole: aufpaffen und abwarten!
Vom Kriegsschauplatz liegen folgende Meldungen vor:
Key-West, 27. Juli. Ein amerikanischer Dampfer machte den Versuch, Mannschaften und Waffen bei BaneS (in der Nähe der Bucht von Nipe) zu landen. Dem Anscheine nach sind die kubanischen Aufständischen, welche die Landung unterstützen sollten, von Spaniern vertrieben worden. Trotzdem begann der Dampfer seine
Ladung mittels kleiner Fahrzeuge zu löschen. Plötzlich eröffneten 1000 Mann spanischer Kavallerie von einem nahe der Küste belegenen Walde aus Gewehrfeuer. Von den amerikanischen Schützen — etwa 40 an der Zahl —, welche die Rückkehr der Expedition an Bord des Dampfers decken sollten, wurden 6 verwundet
H a v a n a , 27. Juli. Aus Manzanillo sind neue Nachrichten nicht gemeldet. Die Amerikaner lagern mahe der Stadt, die Aufständischen unter Calixto Garcia in einer Entfernung von 5 Kilometer von derselben. — Die angesehenen Einwohner Kubas fahren fort zu erklären, daß sie eine Annexion durch die Vereinigten Staaten der Unabhängigkeit Kubas vorziehen würden, denn sie würden, wenn Kuba unabhängig werden sollte, Ausschreitungen von Seiten der Aufständischen auSge- setzt sein. — Bei VillaS sind zwei Eisenbahnzüge zusammengestoßen ; mehrere Personen wurden getödtet, 32 verwundet.
Politische Nachrichten.
Berlin, 28. Juli.
Von der Nordlandsreise Sr. Majestät des Kaiser» liegt aus M o von vorgestern Abend folgendes Telegramm ra.: Sf. Majestät der Kaiser tritt die Reise nach Bergen Mittwoch früh 8 Uhr an.
Das Befinden des Fürsten B i S m a r ck hat sich, wie der „Hamburgische Correspondent" aus Friedrichs- ruh meldet, seit gestern nicht verschlechtert; e» ist eher besser geworden. Wenn nicht die heftigen Schmerzen im Fuß und im Gesicht vorherrschten, wäre das Befinden des Fürsten als ziemlich gut zu bezeichnen. Die Nacht ist so weit gut verlaufen. Der Fürst hat ziemlich geschlafen, auch geschabten Schinken, Kaviar und Ei ge« geffen, sowie Bier und etwas Sekt getrunken. Heute früh 8 Uhr 50 Min. las der Fürst mit Eifer die neueste« Zeitungen im Bette liegend und hat auch schon eine Pfeife geraucht.
Um den von Hamburg in Kiel eintreffenden 20000 Turnern in ausgiebiger Weise die Möglichkeit zur Besichtigung der deutschen Kriegsflotte zu bieten, war die vorzeitige Rückkehr des Panzer Geschwaders aus der Nordsee befohlen worden. Gleichzeitig hatte das Reichs-Marineamt Weisungen ergehen lassen, den Turnern alle möglichen Erleichterungen zu gewähren.
Im Reichsamte des Innern haben Verhandlungen darüber stattgefunden, ob eine Durchsicht oder Ergänzung der zum Vollzugs des Jmpfgesetzes erlassenen Bestimmungen angebracht sei. Zu den Verhandlungen, die der Direktor des kaiserlichen Gesundheitsamtes leitete, waren außer mehreren impfgegnerischen Aerzten und den Vorstehern der hauptsächlichsten staatlichen Jmpfinstitute eine größere Anzahl hervorragender Sachverständiger zugezogen worden. Die Berathungen, deren Ergebnisse demnächst dem Bundesrath zur Beschlußfassung vorgelegt werden, erstreckten sich im Wesentlichen außer auf eine Revision der Vollzugsbestimmungen zu dem Jmpfgesetz auf die Durchsicht und Ergänzung der Vorschriften über Einrichtung und Betrieb der staatlichen Anstalten zur Gewinnung thierischen Impfstoffes.
Der „Deutschen Gerber-Zeitung" zufolge hat nunmehr auch das Reichs-Marineamt genehmigt, daß Offiziere der Bekleidungsämter von den Marinestationen der Nordsee und Ostsee an den bei der Deutschen Versuchsanstalt für Lederindustrie zu Freiberg i. S. eingerichteten Kursen zur Unterweisung in den Gerbmethoden, HerrichtnngSarten des Leders u. s. w. theilneh- men. Es werden nunmehr Angehörige sämmtlicher Bekleidungsämter des Heeres und der Marine den entsprechenden Unterricht in Freiberg erhalten.
Auf den p r e u b i s ch e n B a h n h ö f e n ist eine Reihe von Druckschriften verboten worden. Zugleich hat die Eisenbahn-Verwaltung an die Bahnhofs Buchhändler ein Schreiben gerichtet, worin sie die Einreichung eines Verzeichnisses aller von den Buchhändlern zum Verkauf feilgebotenen Zeitungen, Zeitschriften und Bücher fordert..