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GraLisbeiLagsn:)Unftrjktss Sonntagrblatt" u.)ll«krrirte isrn-wirthschaftliche Vettage".

Nr. 85.

I-Wtrftliz Den 21. Zuli

1898.

Amtlicher Theil

Cassel, den 1. Juli 1898.

Bekanntmachung.

Auf Grund des § 2 des Gesetzes über die Schon­zeiten des Wildes vom 26. Februar 1870 und des § 107 des Zuständigkeitsgesetzes vom 1. August 1883 wird der Anfang der diesjährigen Jagd auf Rebhühner, Hasel­wild und Wachteln

auf den 24. August 1898 und auf Hasen, Aller-, Dirk- und Fasane,«Hennen auf den 15. September 1898 festgesetzt.

Der Beznksausschuß zu Cassel.

An die Amtsblatt-Redaktion. * r *

*

Abschrift wird zur weiteren Veröffentlichung mitge- theilt.

Der Vorsitzende des Bezirksausschusses.

J. V : M e i n e ck e.

An die Herren Landräthe des Bezirks.

* * *

Hersseld, den 18. Juli 1898 Wird veröffentlicht.

L 3854. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schlei nitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Homberg, den 13 Juli 1898.

Unter der Schasheerde des Schäfers Heinrich Schäfer zu Mühlbach ist die Räude ausgebrochen. (Nr. 5512.) Der Landrath v. Gehren.

An Königliches Landrathsamt zu Hersfeld. * *

Hersfeld, den 18 Juli 1898.

Wird veröffentlicht.

I. 3843. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schlei nitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Nichtamtlicher Theil.

&r Misch - mrikmsche Krieg.

Der Verlust Santiagos scheint die Spanier in lhrem Entschluß, den Krieg bis zur völligen Erschöpfung zu

Die Sternwirthin.

Erzählung für daS Volk von A. v. Hahn.

(Fortsetzung.)

Mein liebes Lenei," sprach Benedikt weich und hob ihre Hand an seine blasse Wange,ich weiß, du hast mit dir etwas besseres im Sinn gehabt. Aber sei nur guten Muthes, der Herrgott wird uns schon beisteh'n Sollst sehen, ich bringt schon noch zu was in der Welt. Das liegt mir so wie eine Ahnung im Gemüth, nur weiß ich nicht, wie ich's anfangen soll."

Und das wirst auch nie erfahren," warf sie bissig hin, setzte aber, ihre Bitterkeit zu dämpfen, seufzend hinzu: «Was sollen zwei arme Leut', wie wir, denn vor uns bringen ? Zwanzig Jahr und noch länger kann'» mir blühen, Knechtsfrau zu sein, denn dein Vater ist noch jung und wer weiß, ob er dich nicht gar enterbt. Kannst schon glauben, daß es ein Elend mit uns geben wird."

Lenei," mahnte er leise,du sprichst grad' so, als wenn's dir leid wär', was geschehen."

Sie schwieg und blickte starr nach dem glimmenden Lämpchen.

Wenn du's nicht über dich bringst, gleich zum Vater zu gehen und ihm ein gutes Wort zu geben," sagte sie nach einer langen Pause,dann kannst jetzt ins Gast- stübel hinaufgeh'n. Morgen wollen wir weiter sehen, was geschehen kann."

führen, nicht erschüttert zu habe». Die amerikanische Regierung, die offenbar geneigt war, die Vernichtung der Flotte Cerveras und die daraus entsprungene Nieder­lage der Spanier zu Lande als gewichtige Ursachen für das Platzgreifen einer Friedensstimmung in Madrid zu betrachten, hat kein Zeichen des Entgegenkommens er­halten. Allerdings entzieht es sich immer noch der öffentlichen Kenntniß, welche Bedingungen Präsident Mac Kinley als Basis für etwaige Friedensverhandlungen gestellt hat. Man hat es vielmehr nur mit der That­sache zu thun, daß die Regierung in Madridchen Frieden noch nicht will; in Washington wenigstens glaubt man mit dieser Thatsache rechnen zu müssen, wie aus folgen- der Meldung hervorgeht:

Washington, 18 Juli. Trotz der Kapitulation Santiagos glaubt man hier, daß der Abschluß des Friedens weiter entfernt sei als je. Es ist auch nicht ein einziger Schritt im Sinne einer Vermittlung von einem Vertreter irgend welcher Macht gethan worden. Ein Mitglied des Ministerrathes äußerte heute, das Wunderbarste bei dieser Lage sei, daß Spanien sich über die Größe seines Unglücks nicht klar zu sein scheine. Die Vereinigten Staaten könnten demnach nichts Anderes thun, als den Krieg kräftig weiter zu führen. Hieraus erklärt sich der ergangen« Befehl, alle Vorbereitungen zur Abfahrt von WatsonS Geschwader und zur Expedition nach Puerto Rico zu beschleunigen. Nach dem heutigen Ministerrath wurde versichert, Diuc Kinley habe erklärt, er habe keine Mittheilungen über die Frage von Friedens- verhandlungen von spanischer Seite erhalten. Die Re­gierung erwarte auch die Eröffnung entsprechender Unter- Handlungen nicht vor dem Falle Havanas.

Die amerikanische Regierung erwartet demgemäß, daß die Spanier es auf einen Kampf um Havana an­kommen lassen wollen. Ist dies der Fall, so muß man sich auf eine noch lange Dauer des Krieges gefaßt machen Die Amerikaner haben in Santiago be Kuba mit den furchtbaren Wirkungen des Klimas während der Regenzeit Erfahrungen genug gemacht, um ihre Truppen nicht auch auf West-Kuba der Wuth des gelben Fiebers preiszugeben. Auf einen so schnellen Erfolg in Havana, wie er in Santiago erkämpft wurde, können die Ameri­kaner nicht rechnen, so daß die Gefahr des Unterganges ihrer Soldaten durch die Seuche dort ungleich größer sein würde Es heißt denn auch in einer Meldung aus Washington, man glaube, Präsident Mac Kinley sei noch immer entschlossen, die Operationen bis zum Herbst zu verschieben.

Wieder saßen sie sich lange.Zeit stumm gegenüber, dann hob Benedikt an:Leuei, wenn ich denken müßt', es ist dir leid und ich wär' dir j tzl zu schlecht, das wär mein Tod," sagte er gebrochen. Er tastete nach ihrer Hand und umschloß sie krampfhaft mit kalten, zitternden Fingern:Verlaß mich nicht!"

Sie sah von ihm fort, während ein quälendes Un­behagen in ihr aufstieg. So wie er da jetzt vor ihr saß, war er ihr schrecklich. Sie hätte es nicht zu sagen vermocht, warum, aber sie konnte es mit einemmal gar nicht mehr begreifen, daß sie ihn so lange ertragen hatte. Sie war zornig über sich selbst, daß neben dieser Regung sich doch noch das Mitleid breit machte. Es wäre ihr jetzt so bequem gewesen, ihm gleich den Laufpaß zu geben und ihn zum Vater zurückzuschicken.

Wie angenehm hätte sie sich dann jetzt in der Wirths- stube als künftige Sternwirthin feiern lassen können! So aber zwang sie etwas, über das sie nicht hinweg konnte, zu einer Rücksicht, die ihr im höchsten Grade unbequem und quälend war. Konnte er nicht gescheit sein und es machen, wie es j^der andre vernünftige Bursche gethan hätte, sich eins pfeifen und ihr ein Spottlied singen, oder ihr auch ein paar kernige Grob­heiten an den Kopf werfen und dann seiner Wege ziehen und sich wo anders Trost suchen? Das hätte sie ja gern hingenommen. Aber da saß er nun hier, seufzte und greinte wie ein altes Weib, daß es ihr wie

Wenn nun des Weiteren gemeldet wird, daß die Expedition nach Puerto Riko beschleunigt werden soll und daß Watson den Befehl erhalten habe, seine Vor­bereitungen bercrtig zu vervollständigen, daß er mit seinem Geschwader schon Ende dieser Woche nach Spanien abgehen könne, so dürfte sich daraus ergeben, daß die Amerikaner den Kriegsschauplatz zu verlegen und sich bezüglich Kubas einstweilen auf eine Blockade Havanas zu beschränken entschlossen sind. General Brooke, welcher die Expedition nach Puerto Riko befehligen wird, soll in vierzehn Tagen seine aus 25,000 Mann bestehende Armee einschiffen.

Die spanische Regierung sieht dem Angriff auf das Mutterland entgegen. Es wird gemeldet:

Madrid, 18. Juli. Die Vertheidigungsarbeiten werden in allen spanischen Häfen eifrig fortgesetzt. Die Regierung hat das Auslöschen des Leuchtthurmes von Mahon angeordnet. Es verlautet, in Saragossa herrsche eine gewisse Bewegung; die Erhöhung der Oktroiab- gaben rüst eine gewisse Unzufriedenheit hervor, besonders unter der ländlichen Bevölkerung.

Der d e u t s ch e K r e u z e rC o r m o r a n", welcher am 15. Juli von Manila abgegangen war, ist in Hong­kong eingetxoffen. tz-.berichtet, in Manila sei alle» ruhrg, die Aufständischen hätten neuerdings keine Fort­schritte gemacht. Weitere amerikanische Truppen seien bisher nicht angekommen. Es verlaute, Aguinaldo sei nach Manila gekommen, um mit dem General-Gouver­neur zu verhandeln. Die ganze amerikanische Flotte liege vor Cavite.

Washington, 19. Juli. Präsident Mac Kinley hat in vergangener Nacht einen S t a a t s a k t erlassen, welcher Anordnungen für die Regierung der Provinz Santiago trifft. Dies ist der erste derartige Akt, welcher bisher von einem Präsidenten der Vereinigten Staaten vollzogen wurde. Das Dokument ist an den Sekretair des Kriegsdepartements, Alger, gerichtet, wel­cher General Shaster kabeln wird, daß der Akt ihm zu seiner Information zugehen wird und daß derselbe, um ihm eine möglichst große Verbreitung in dem unter Shafters Kontrolle stehenden Gebiete zu geben, in eng­lischer und spanischer Sprache veröffentlicht werden soll. Das Dokument enthält Vollmacht und Anweisungen für Shaster, bezüglich der Verwaltung der Provinz, sowie auch eine Proklamation au die Bevölkerung des Gebietes, welche die Absichten der amerikanischen Regie­rung bezüglich derselben klarlegt. Die Proklamation be­tont die förmliche Errichtung einer neuen politischen

ein Schauder im Blut lag vor dem, was noch geschehen konnte.

Inzwischen hatte er so weiter gesprochen:Ich seh' schon, Lenei, du bist arg verzagt. Wenn du meinst, du vermagst^ nicht so auf dich zu nehmen, was meinst du dazu, wenn wir fortgingen, recht weit, wo die Leut' uns nicht kennen, vielleicht nach Amerika, oder sonst wohin, wo die Leut' ihr Glück suchen. Schau, vorhin ist mir der Gedanke so gekommen, und's liegt mir im Blut, als müßt's gut für uns ausschlagen. Ich hab' so ein Gefühl, daß ich nur heraus muß, um ein andrer Mensch zu werden. Freilich ist's mir eine schwere Sach', mein Mutierte zu verlassen, und ich hab' auch den Ge­danken vorhin wie eine Süud' wieder fallen lassen, aber jetzt, wo ich dich gar so unglücklich seh', mein' ich, ich könnt' auch das für dich thun

Er athmete, wie von schwerer Last bedrückt auf und sah sie abwartend an.

Da sie auch jetzt nichts zu antworten mußte, fragte er mit versagender Stimme:Lenei, möchtst's nicht?"

Benedikt, laß mir nur heut mein' armen Kopf in Ruh, er platzt mir ja schier vom vielen Denken!" fuhr sie ungeduldig empor und griff verzweifelt an ihren Kopf.Sei mir nicht gram," setzte sie mäßiger hinzu, wenn ich dich j-tzt allein laß. Ich bin in der Wirths- stube nöthig und morgen ist ja auch noch ein Tag. Ich will dir die Gretei schicken, sie mag dir hinaufleuchten.