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iTli dinierst«! Sti 21 Imi 1898.
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Amtlicher Theil.
Hersfeld, den 20. Juni 1898.
Der von dem Landesbauamt basier ausgestellte Landwegebau-Etat pro 1898 liegt vom 25. d. Mts. ab vier- z-hn Tage lang zur Einsicht der Herren Ortsvorstände offen und zwar:
1. für die zum ersten Aussichtsbezirke gehörigen Gemeinden Aua, Allmershausen, Biedebach, Bingartes, Eitra, Friedlos, Eichhof, Gittersdorf, Heenes, Hersfeld, Mecklar, Merkbach, Meisebach, Obergeis, Oberhaun, Reilos, Rotensee, Rohrbach, Sieglos, Unterbaun,
Ies Keinen Hauses Gluik imii Leih.
Erzählung von Karl Zastrow.
^(Fortsetzung.)
„Aber erlauben Sie! Der ehemalige Schloffergeselle Schrauber, welcher in dem dringenden Verdachte steht, den technischen Theil des verbrecherischen Planes geleitet zu haben, also die Hauptpersönlichkeit, ist von mir in seinem Schlupfwinkel ausgestöbert worden. Kein Polizist vermochte ihn zil ermitteln. Der Mahlberg brächte es zuwege. Noch mehr. Der Mahlberg ermittelte auch das Lokal, in welchem die Bande ihre geschäftlichen Sitzungen hielt, und so war der alte Schwerenöther, der Mahlberg, wieder mal die Veranlassung, daß die gesummte Spitzbubenbande in beut Augenblicke aufgehoben werden konnte, als sie auf Grund eines ziemlich genau ausgestellten Planes eines Geldschrankes neuester Konstruktion einen neuen Einbruch berieth."
Der Polizei-Kommissar lächelte so wohlwollend, als freue er sich von ganzem Herzen der Erfolge des alten, gewandten und findigen Untergebenen. Laut aber sagte er, ohne die Feder auch nur einen Augenblick ruhen zu lassen: „Der alte Schwerenöther, der Mahlberg, hat sich in einer Weise blamirt, die ihm die Unsterblichkeit auf Ewigkeiten in den Jahrbüchern der Kriminal-Rechtspflege sichern wird. Die Schöpfung seines unvergleichlichen „Schrauber", welcher die technischen Schwierigkeiten bei Oeffnung der kompliziertesten „Arnheims" beseitigt, muß als ein Meisterstück ersten Ranges taxirt werden. Sie kommt seiner famosen Organisation einer
Untergeis und Tann im Geschäftslokale des Königlichen Landrathsamtes;
2. für die zum zweiten Aufsichtsbezirke gehörigen Gemeinden Allendorf, Asbach, Beiershausen, Engelbach, Gersdorf, Gershausen, Goßmannsrode, Hattenbach, Hilperhausen, Holzheim, Kemmerode, Kerspenhausen, Kirchheim, Kleba, Kohlhausen, Kruspis, Mengshausen, Niederaula, Neckerode, Neimboldshausen, Noßbach, Notterterode, Solms, Stärklos und Willingshain im Bürgermeisterei-Lokale zu Wieberaula;
3. für die zum dritten Aussichtsbezirke gehörigen Gemeinden Petersberg, Wilhelmshof, Oberrode, Sorga, Kathus, ^Wippershain, Malkomes, Dünkelrode, Schenk- solz, Wüstfeld, Lanipertsfeld, Conrode, Landershausen, SchenklengSfeld, Unterweisenborn, Oberlengsfeld, Hilmes, Motzfeld und Wehrshausen im Bürgermeistereilokale zu Wüstfeld;
4. für die zum vierten Aussichtsbezirke gehörigen Gemeinden Ausbach, Bengendorf, Friedewald, Gethsemane, Harnrode, Heringen, Heimboldshausen, Herfa, Hillarts- hausen, Kleinensee, Lautenhausen, Leimdach, Lengers, Nippe und Nöhrigshöfe, Philippsthal, Nansbach, Unterneurode, Wölfershausen und Widdershausen im Bürgermeisterei-Lokale zu H e i m b 0 l d s h a u s e n vom 25. d. Mts. bis zum 1. Juli d. I. und im Bürgermeisterei-Lokale zn F r i e d e w a l d vom 1. bis 8. Juli d. J.
Die Herren Ortsvorstände wollen diesen Etat während der besagten Zeit daselbst einsehen und sich in Betreff der für ihre bezüglichen Gemeinden vorgeschlagenen Etatssätze sofort schriftlich beim Landrathsamt erklären, indem sonst angenommen werden muß, daß Einwendungen dagegen nicht zu erheben sind und dem demnächst zu- sammentretenden Kreistage bei Vorlage des Etats hiervon Kenntniß gegeben wird.
3. A. Sir. 2749. Der Königliche Landrath
Freiherr von S ch l e i n i tz , Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, den 21. Juni 1898.
Mit Zahlung der am 15. d. Mts. fällig gewesenen I. Rate der für das Etatsjahr 1898/9 zu entrichtenden Kreissteuer ist noch eine große Anzahl Gemeinden 2C. im Rückstände und werden die betr. Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher hierdurch ersucht, dafür zu sorgen, daß die Einzahlung der Beträge nunmehr bis spä
aus sechs stellenlosen Schloffer- und Bäckergesellen bestehenden Spitzbubenbande mindestens gleich. Diese sechs harmlosen Burschen, welche sich abquälen, einem Backofen, den sie erfunden haben, das Laufen beiznbnngen, damit er mit dem rapiden Fortschritte der Zeit gleichen Schritt halten soll, können in ihrer drolligen Komik nur noch von dem alten Schwerenöther selbst übertroffen werden, der die Zeichnung dieses famosen Backofens für das Konterfei eines Geldschrankes neuester Erfindung hielt und daraus den Zusammenhang mit der Hammer- steinschen Einbruchs-Affaire folgerte."
Mahlberg stand erstarrt. „Was sagen Sie da, Herr Kriminal-Kommissar? Der Mahlberg hätte einen dummen Streich gemacht?"
„Einen der dümmsten, der in unserer Branche je gemacht worden ist. Aber trösten Sie sich. Das kann dem scharfsichtigsten Vigilanten passiren. Wir hatten die Hauptperson in dem Drama, einen Bediensteten aus dem Hammersteinschen Geschäfte, längst und erfuhren durch ihn den Namen des Spitzbuben, welcher den Einbruch mit seinen Spießgesellen ausführte. Selbstverständlich konnten diese letzteren uns nicht entgehen. Ihr braver Schrauber steht nur insofern in einem mittelbaren Zusammenhangs mit der Geschichte, als er in einem früheren Falle für diese Schufte Schlüssel nach Wachsabdrücken gefertigt hat. Die sauberen Kumpane betrachten ihn infolgedessen als den ihrigen und gaben ihn in ihrer brüderlichen Gesinnung mit an. Seine Einziehung war bereits eine beschlossene Thatsache, als Sie, Herr Mahlberg, sich noch im ersten Stadium der
testens z u m 3 0. d. M t s. zur Kreiskommunalkasse dahier erfolgt.
Der Borsitzende des Kreisausschusses:
Freiherr von S ch l e i n i tz , Königlicher Landrath, Geheimer Regierungs-Rath.
I. A. Nr. 2430.
Hersfeld, den 20. Juni 1898.
Bei der am 16. d. Mts. stattgehabten Wahl eines Abgeordneten zum Reichstage im 6. Wahlbezirke des Regierungsbezirks Cassel sind, wie die vorschriftsmäßige Prüfung der Wahlverhandlungen am heutigen Tage ergeben hat, im Ganzen 8536 gültige Stimmen abgegeben.
Die absolute Mehrheit beträgt demnach 4269 Stimmen.
Es haben Stimmen erhalten: Redakteur Ludwig Werner in Cassel . . 4317 Dr. Ernst Lieber in Camberg .... 2185 Steuerinspektor Schweißer in Hersfeld . 1226 Schneider Hermann Trilse in Caffel . . 772 Zersplittert sind.......... 36.
Herr Redakteur Ludwig Werner in Caffel erhielt die absolute Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen und ist als Abgeordneter zum Reichstage für den 6. Wahlbezirk des Regierungsbezirks Caffel proklamirt worden.
Der Wahlkommissar:
Freiherr von Schleinitz, Königlicher Landrath, Geheimer Regierungs-Rath.
I. I. Nr. 3417.__
Um die Jnstruirung der Invaliden- und Altersren- tenanträge thunlichst zu erleichtern, sehen wir in allen Fällen, in denen die BeitragSleistung regelmäßig erfolgt ist, von Beibringung der Arbeitsbescheinigungen über die versicherungspflichtigen Beschäftigungen in der Zeit nach dem 1. Januar 1891, dem Inkrafttreten des Reichsgesetzes vom 22. Juni 1889, ab. Wenn dagegen die Beitragsentrichtung nicht regelmäßig, vielmehr erst nachträglich geschehen ist, dann ist die Vorlage der Beschäftigungsnachweise unbedingt erforderlich.
Krankheiksbescheinigungen sind nur dann vorzulegen, wenn die Krankheiten bei Aufrechnung der Quittungskarten nicht berücksichtigt sind.
In den Rentensachen wie in den Beitrags-Erstatt- ungssachen (§ 30 und 31 a. a. O.) bedarf es der Einsendung der Bescheinigungen über den Inhalt der ausgerechneten Quittungskarten (Sammelbücher 2c.) nicht.
Freude über beu glücklich ermittelten Aufenthalt des jungen Mannes befanden. Daß seine sechs Jünger einstweilen mitgeschleppt wurden, war nach Lage der Sache nicht zum Verwundern. Man mußte doch hören, ob sie etwas zur Sache anzuführen hätten."
„Ich danke Ihnen, Herr Kommissar!" erwiderte der Bigilant, welcher sich in eine starre Ruhe hineingezwungen hatte. „Ich bin vollständig überzeugt, und es bleibt mir nur übrig, mich mit der Hoffnung auf mehr Glück bei der nächsten Gelegenheit zurückzuziehen."
Der Beamte nickte mit seinem freundlichsten Lächeln.
„Gewiß, gewiß! Und wenn Sie uns in andern Fällen werthvolle Mittheilungen machen können, lieber Mahlberg, werden wir diese nach wie vor gern honoriren."
„Hm, hin!" hüstelte Mahlberg, „etwas hätt' ich wohl noch, 's ist freilich ein ganz anderer Fall, der überdies in Ihr Pensum nicht fallen dürfte. Zum mindesten hätt' ich gern die Zeugengebühren."
„Genieren Sie sich nicht, Mahlberg ! Immer schießen Sie los und erörtern Sie den Fall. Wenn'S auch nicht der meine ist, unterbringen werde ich ihn schon."
„So! Dann bitte ich Sie, mal die Liste der öffentlichen Unfälle der letzten Woche des September vorigen Jahres zur Hand zu nehmen. Sie werden da auf den Namen Wöller stoßen. So heißt nämlich ein junger Zimmergeselle, der vom Gerüste gestürzt ist."
„Ganz recht. Ich erinnere mich des Falles. Ich habe davon gehört."
„Nun wohl. Der junge Mensch verdankt sein Mißgeschick keineswegs einem unglücklichen Zufälle. Er ist