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Gratisbeilagen:3Huftrirtes SonnrÄgsblatt" n»3Uuitrirte iairdivirthschaftüche Vrriagr"

Nr. 70. Donnerstag Itn lO.liüii M.

Amtlicher Theil.

Hersseld, den 13. Juni 1898.

Unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachung vom 16. v. Mts. I. 2820 (Kreisblatt Nr. 59) bestimme ich hierdurch

a) für den Wahlbezirk Asbach an Stelle des verhinderten Bürgermeisters Nutzn den Lehrer Quehl

b) für den Wahlbezirk Mecklar an Stelle des verhinderten Bürgermeisters Jffland den Schöffen Friedrich Prentzell zu Wahlvorstehern.

I. 3319. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Nath.

Hersfeld, den 11. Juni 1898.

Die Schulstelle in Wüstfeld wird infolge Pensionirung des bisherigen Inhabers vom 1. Oktober d. Js. ab va­kant. Bewerber um dieselbe wollen ihre Meldungsge­suche nebst etwaigen Zeugnissen innerhalb 2 Wochen bei dem Königlichen Orts- und Kreisschulinspektor Herrn Pfarrer Barchfeld in Schenklengsfeld oder dem Unter­zeichneten einreichen.

Das Grundgehalt der Stelle beträgt 1000 Mk., die Kirchendienstvergütung 150 Mk. und der Einheitssatz der Alterszulage 120 Mk., während der Werth der freien Wohnung auf 120 Mk. veranschlagt ist.

Namens des Schulvorstandes: Freiherr von Schleinitz, Königlicher Landrath, Geheimer Negierungs-Nath.

I. I. Nr. 3294.

Hersseld, den 14. Juni 1898.

Bezugnehmend auf meine Verfügung vom 24. März d. Js. I. I Nr. 1491 (Kreisblatt Nr. 37) benachrichtige ich die Herren Bürgermeister des Kreises, daß die Bei­träge zur Alterszulagenkasse in Folge des nach § 27 Ziffer IV des Lehrerbesoldungsgesetzes aus der Staats­kasse gewährten Zuschusses für eine jede Lehrerstelle sich um 5 8 Mark ermäßigen, und wird dieser Betrag durch die Königliche Kreiskasse den betreffenden Schulverbänden zurückgezahlt bezw. bei der bevorstehenden Beitragsleistung der Gemeinden zur Alterszulagenkasse für das laufende Rechnungsjahr in Anrechnung gebracht werden.

I. I. Nr. 3306. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Nath.

Hersfeld, den 15. Juni 1898.

Diejenigen Herren Ortsvorstände, welche noch mit Erledigung meiner Verfügung vom 28. April d. Js. J. I. Nr. 2327 (Kreisblatt Nr. 53) die Unterbringung der Arbeiter auf Ziegeleien betreffend, im Rückstände sind, werden mit Frist bis 2 2. d. M t s. hieran erinnert.

J. I. Nr. 2327. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Nath.

Hersfeld, den 14. Juni 1898.

Im Verlage des Buchdruckereibesitzers F r i e d r i ch Scheel zu Süffel ist eine Zusammenstellung derDienst­vorschriften für Dampskesselwärter" in Buchform zum Preise von 75 Pfg. das Exemplar erschienen.

Den Dampfkesselbesitzern wird die Beschaffung dieser Dienstvorschriften" hiermit empfohlen.

I. I. Nr. 3310. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Nath.

Nichtamtlicher Theil.

Bin letztes Kurt nun 16. Ami!

Die Z.it ist nunmehr gekommen, wo genug der Worte an die Wähler gerichtet sind, wo die Wähler selbst das

Wort haben. An diesem Donnerstage muß sich an der Wahlurne erweisen, ob die Saat vaterlandsliebender Ge­sinnung, welche in Mahnung und Aufklärung während einer langen Reihe von Wochen unter die Wähler aus- gestreut worden ist, aufgegangen oder von dem Unkraut, welches die Feinde des Vaterlandes allerwegen unter das Volk gebracht haben, erstickt ist.

Das Vaterland steht vor einer schweren Entschei­dungsstunde! Erwartungsvoll sieht es den Ergebnissen der Reichstagswahlen entgegen, aber auch mit zuversicht­lichem Hoffen. Die alten Gegner einer kraftvollen natio­nalen Monarchie sind bis auf die letzten Tage mit so unheimlichem Eifer thätig gewesen, um durch Vorspiege­lungen aller Art die Wähler für sich zu gewinnen, daß die Möglichkeit einer weitern Verstärkung ihrer Reihen im Reichstage vielleicht nicht ausgeschlossen ist. Ander­seits aber stärkt das Vertrauen auf die Einsicht und den Patriotismus der Wähler auch wieder die Ueberzeugung, daß die finstern Pläne des Umsturzes am 16. Juni durch die Zurückweisung socialdemokratischer Wahlkandidaten werden mattgesetzt werden. In den Händen der Wähler ruht am Donnerstage des deutschen Reiches Geschick. An diesem Tage muß es sich entscheiden, von welchem Geist die parlamentarische Vertretung der deutschen Nation in den nächsten fünf Jahren durchweht sein wird. Sorgen wir dafür, daß wir nicht lange Jahre hindurch die Ent­schließungen des 16. Juni zu bereuen haben.

Wenn der Ruf:Das Vaterland ist in Gefahr!" die deutschen Gaue durchbraust, so greift der friedfertigste Bürgersmann zur Wehr und eilt dem Feinde entgegen. Nun, das Vaterland ist auch j^t in Gefahr! Zwar steht kein äußerer Feind an unsern Landesgrenzen; aber der innere Feind streckt verwegen die Hand nach den heiligsten Gütern der deutschen Nation aus. Der Um­sturz bedroht Thron und Altar, das Privateigenthum und den Familienherd! Zwar wird er sich hüten, zum offenen Angriff Überzugehen, solange treue deutsche Männer an des Reiches Grundvesten Wacht halten, aber er sucht seine Vorherrschaft vor den andern Parteien im Parlament aufzurichten. Sind die Socialdemokraten im Reichstage so zahlreich, daß ihr Wille von ausschlag­gebender Bedeutung ist, dann haben sie das Spiel halb gewonnen. Auch dann würden ja wohl die Neichsge- schäfte nicht nach den hirnverbrannten Ideen der Herren Genossen" geordnet werden, aber ihr Einfluß würde durch ein negatives Verhalten verhäugnißvoll sein. In rücksichtslosester Weise würden die socialdemokratischen Führer ihre Macht mißbrauchen, um durch Verweigerung der Mittel für Zwecke der staatlichen Wohlfahrt und durch Hinderung jeder positiven Arbeit der bürgerlichen Parteien jene Verwirrung vorzubereiten, die nach social­demokratischer Auffassung den von ihnen erstrebten Kladderadatsch" einleiten soll.

Das ist die Gefahr, der es durch die Wahlparole: Gegen die Socialdemokratie" vorzubeugen gilt. Die­selben Waffen, deren die Socialdemokratie sich bedient, um ihre Herrschafts-Gelüste zu verwirklichen, das allge­meine Stimmrecht und der Stimmzettel, müssen auch von den bürgerlichen Parteien benutzt werden, um den Gegner zurückzuschlagen. Dessen mögen die Wähler eingedenk sein.

Der sMisch-Mnkmsche tritt

Nach New Aorker Meldungen scheinen in den letzten Tagen bei G u a n t ü n a in o, östlich von Santiago de Cuba, in der That erbitterte Kämpfe stattgefunden zu haben. So besagt ein Telegramm von dem Depeschen- boot derAssociated Preß"Dauntleß" auf der Höhe von Guanlünamo vom 13. Juni: Die amerikanischen Truppen haben von Sonnabend Nachmittag bis Sonntag Abend eine Reihe von scharfen Angriffen der Spanier bestanden. Die amerikanischen Marinesoldaten machten nach drei Seiten Front und umschlossen ihr Lager. Die Spanier nahmen für einige Zeit Deckung im Walde, von wo aus sie die Amerikaner beschossen. Ein ar- mirtes Boot von derMarblehead" mit einem Geschütz am Vordertheil bestrich mit seinem Feuer die Position

der Spanier. Ein sehr starker Angriff der Spanier erfolgte kurz nach Mitternacht auf den Südwest-Abhang, jedoch wurden die Spanier durch Gewehrsalven zurück­geworfen. Die Spanier erneuerten die Angriffe noch mehrere Male während der Nacht, jedoch ohne Erfolg. Die Amerikaner rühmen die von den Spaniern be­wiesene Tapferkeit. Von derMarblehead" wurden Verstärkungen gelandet.

Vom selben Tage meldet eine Depesche aus Cai- manera (am westlichen Eingänge der Bucht von Guantü- namo), Oberst Huntington habe jetzt beschlossen, die Stellung, welche die Amerikaner zuerst besetzt hatten, um dort ein Lager zu errichten, wieder aufzugeben, weil Verstärkungen nicht eingetroffen seien, und es bekannt sei, daß größere spanische Truppenmassen in der Nähe seien Das Feldlager sei daher an den Abhang des Hügels in die Nähe des Hafens verlegt worden, den die Kriegsschiffe schützen, während unterdessen die ameri­kanischen Marinesoldaten noch die Schützengräben und Balterieen auf der Höhe selbst besetzt halten.

Ueber Manila dauern die unsichern Nachrichten fort. Hieß es am Montag, die Stadt sei gefallen, so erklärte der Londoner Botschafter der Vereinigten Staaten, John Hay, die Nachricht für unbegründet.

Vom 14. b. wird aus Madrid gemeldet: Eine amtliche Depesche aus Jlo-Jlo von dem auf der Bisayes- Gruppe befehlenden Generale besagt, er sei ohne Nach­richten aus Manila. Die Eingeborenen auf Mindanao hätten die militärische Linie Tukusan-Dineo-Marahuit angegriffen; sie seien jedoch zurückgeschlagen und hätten 36 Todte auf dem Platze gelassen; die Spanier hätten 7 Todte und 18 Verwundete gehabt. Ein amerikanischer Kreuzer sei am 5. d. M. Nachls, um zu beobachten, im Hafen erschienen, dann aber mit südlichem Kurs ver­schwunden.

Politischc Nachrichten.

Berlin, 14. Juni.

Ihre Kaiserlichen Majestäten wohnten gestern dem Armee-Jagd-Rennen in Hoppegarten bei. Nach Beendigung des Rennens um den Silbernen Schild kehrten Allerhöchstdieselben nach Berlin zurück. Heute Morgen um 1 /.28 Uhr unternahmen Beide Majestäten den gewohnten Spaziergang im Thiergarten. Später konferirte Se. Majestät mit dem Staatssekretair des Auswärtigen Amts, Staatsminister v. Bülow, und hörte von 9 Uhr ab die Vorträge des Chefs des Militairka- binets, Generals der Infanterie v. Hahnke, und des Chefs des Marinekabinets, Kontreadmirals Frhrn. von Senden-Bibran. Hierauf empfing Allerhöchftderselbe den deutschen Konsul in Jerusalem, Dr. v. Tischendorf.

Seine Majestät der Kaiser und König hat mittelst Allerhöchster Ordre vom 9. d. Mts. derSchutzmann- schaft in B e r l i n zur dauernden Erinnerung an das fünfzigjährige Jubiläum derselben in Anerkennung der von ihr geleisteten treuen Dienste eine Helmzier mit der Aufschrift:In Treue fest" zwischen den Jahres­zahlen 1848 und 1898 verliehen und auch dem Polizei­präsidenten von Berlin die Anlegung dieser Helmzier gestattet. Außerdem hat Seine Majestät als ein Zeichen des Allerhöchsten Wohlwollens Allerhöchst sein Bildniß, in Oel gemalt, dem Polizeipräsidium verliehen.

Nach der im Reichs-Eisenbahnamt aufgestellten Nach- weisung der auf deutschen Eisenbahnen ausschließlich Bayerns im Monat April d. Js. vorgekommenen Betriebsunfälle waren zu verzeichnen: Entglei­sungen auf freier Bahn 11, in Stationen 17, Zusam­menstöße auf freier Bahn keine, in Stationen 14, sonstige Betriebsunfälle 127, zusammen 169.

Der Sultan hat dem deutschen Botschafter Freiherr» v Marschall die goldene und die silberne Jmtiaz- Medaille und der Gemahlin des Botschafters den Groß- kordo» des Schefakat-Ordens verliehen.

Einige deutsche Blätter geben ein Washingtoner Te- legramm desNew Docker Journal" wieder, welches