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Gratisbeilagen rIllustrirtes Ssnnragsblatt" «.Allnftrirte landwirthschaftliche Beilage".

Rr. 65.

Soniiflitiiii Sei l Kni

1888.

Erstes Blatt.

Bestellungen auf das Hersselder Kreisblatt

mit den Gratisbeilagen Jllustrirtes Somitagsblatt" ^ Jllustrirte landwirthschaftl. Beilage" für den Monat Juni werden von allen kaiser­lichen Postanstalten, tandbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 31. Mai 1898.

Die Gemeinden rc.:

Allendorf, Bengendorf, Eichhof, Frielingen, Gers­dorf, Heringen, Hilmes, Kleinensee, Leimbach, Meck- bach, Mecklar, Meisebach, Riederjossa, Reilos und Wehrshausen

sind noch mit Einzahlung der Betriebssteuer für 1898/9 zur hiesigen Kreiskommunalkasse im Rückstände und wer­den die betr. Herren Bürgermeister 2C. hierdurch veran­laßt, dafür zu sorgen, daß die Beträge noch alsbald, spätestens aber bis zum 6. Juni d. I s., an die bezeichnete Kasse abgeführt werden.

A. 2520. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 1. Juni 1898.

Die Schulstelle in Hillartshausen ist von heute ab vakant geworden.

Bewerber um dieselbe wollen ihre Meldungsgesuche nebst Zeugnissen innerhalb 10 Tagen bei dem Königlichen OrtSschulinspektor Herrn Pfarrer Heil in Hilmes oder dem Unterzeichneten einreichen.

Das Grundgehalt der Stelle beträgt 1000 Mk., die Vergütung für den Kirchendienst 150 Mk und der Ein­heitssatz der Alterszulage 120 Mk.

Der Königliche Schulvorstand von Hillartshausen: Freiherr von Schleinitz,

Königlicher Landrath und Geheimer Regierungs-Rath.

I. I. Nr. 3092. ___________________________________

Nichtamtlicher Theil.

Wen wählen wir?

Der Tag der Wahlen rückt näher und näher. Da erhebt sich die Frage: wenn wählen wir? Es gilt, den Freund vom Feinde zu unterscheiden und die rechte Wahl zu treffen.

An erster Stelle muß für jeden Deutschen der Schutz und die Erhaltung des Vaterlandes stehen. Was nützt uns Hab und Gut, was Glück und Wohlstand, wenn in einem siegreichen Kriege der Feind sie uns nimmt. Darum ist das erste Erforderniß ein starkes Heer und eine starke Flotte, und wir können nur solchen Männern am Wahltage unsere Stimme geben, die für Heer und Flotte einzutreten gewillt sind. Sozialdemokraten und Freisinnige eignen sich schon deshalb nicht zu Volksver­tretern, weil sie unser sieggewohntes Heer, den stolz und die Freude Deutschlands, nicht leiden mögen. Kein Funken Soldatenliebe und Soldatenstolz wohnt in ihrer Brust.Bürger! steckt schwarze Fahnen heraus. Eine Rotte von Mördern und Mordbrennern hält heute den Einzug in unsere Mauern" so begrüßte ein sozial- demokratisches Zeitungsblatt die 1871 aus Frankreich siegreich heimkehrenden Landsleute.

Aber mit dem Schutze des Vaterlandes allein ist es freilich nicht gethan. Wer sein Gut und Blut für das Vaterland hinzugeben bereit ist, der wünscht mit Recht auch, daß ihn der heimische Boden nähre, daß ihm das Vaterland den Ertrag seiner ehrlichen Arbeit schütze. Deshalb lautet die zweite Forderung an einen echten und rechten Volksvertreter: Schutz der nationalen Arbeit!

Es ist gar mancherlei in dem Schutze der nationalen Arbeit enthalten, zuvörderst ausreichende Grenzzölle, welche den fremden Wettbewerb erschweren und den vaterländischen Erzeugnissen den heimischen Markt sichern. Sodann gilt es, auch im Innern schützende Dämme zu errichten. Die frühere Entwicklung hat gerade dem Kerne der Nation, dem Mittelstände in Stadt und Land, so manche klaffende Wunde geschlagen. Das Uebermaß von Freiheiten hat die Großen vielfach auf Kosten der Kleinen gefördert und der Unredlichkeit in Handel und Wandel Vorschub geleistet. Die Erkenntniß hiervon er­greift immer weitere Kreise, und der Wandel zum Bessern ist auch bereits eingetreten. Wir haben das Gesetz wider den unlauter» Wettbewerb, das Börsen- Gesetz, das Margarine-Gesetz, die Handwerks-Organi- sation u. s. w. erhalten. Aber noch giebt es viel auf diesem Gebiete zu thun, und deshalb muß die einge­schlagene Richtung mit Nachdruck weiter verfolgt werden. Schutz der nationalen Arbeit bedeutet zugleich eine that­kräftige Mittelstandspolitik.

Wer aber ist der größte Feind des Mittelstandes und der werkthätigen nationalen Arbeit überhaupt? Das ist die vaterlandslose Sozialdemokratie. Darum gleicht die Wahlpolitik, die wir gegenwärtig betreiben müssen, und die man auch Sammlungs-Politik nennt, einer Medaille mit zwei Seiten. Auf der einen Seite steht geschrieben:Schutz der nationalen Arbeit!", auf der andern:Kampf wider den innern Feind, die Sozial­demokratie !"

Die Sozialdemokraten putschen und Hetzen fort­während, um den Arbeitgebern, großen wie kleinen, die Lust an ihrem Unternehmen zu vergeQen; daher die zahllosen Streiks um nichtiger Ursachen willen. Davon werden alle Theilnehmer an der nationalen Güter-Er- zeugung gleichmäßig betroffen und zuvörderst die Ar­beiter selbst, die sich zu Werkzeugen für die sozialdemo­kratischen Hetzer hergeben. Wer den Arbeitgebern die Fortführung ihrer Betriebe unmöglich macht, wirst die Arbeiter auf die Straße. Eben deshalb aber haben auch alle schaffenden Mitglieder unserer Nation vom Arbeiter bis zum Großunternehmer das gleiche Interesse an der Bekämpfung der Sozialdemokratie. Fort mit den leicht­gläubigen Thoren, die von Zugeständnissen an die Revolutions-Partei Gutes erhoffen! Gewählt werden darf nur, wer wacker und muthig dem Umstürze die Stirne bietet. w.

Str sMisch - Mrikanische Krieg.

Das Hauptinteresse wendet sich heute der Bucht von Santiago de Cuba zu, denn aus Madrid kommt die Nachricht von einem Erfolge des spanischen Geschwaders; es wird depeschirt: Der Marinemi­nister erhielt ein Telegramm, welches besagt, daß das amerikanische Geschwader vor Santiago de Cuba eine Niederlage erlitt. Die spanischen Forts und das Ge­schwader Cerveras wiesen die Angriffe der feindlichen Schiffe ab. Letztere zogen sich beschädigt zurück. Das spanische Geschwader hat nicht gelitten. Eine später nach Madrid aus Santiago gelangte Depesche betont, man habe bemerkt, daß bei dem Gefecht am 31. Mai drei amerikanische Schiffe Havariern erlitten hätten; ein amerikanisches Schiff habe Feuer gefangen. Aus Seiten der Spanier sei ein Mann gefallen. Ferner hat in der am Mittwoch stattgefundenen Sitzung des spanischen Senats der Minister für die Kolonieen auf eine Anfrage eines Senators erwidert, die Nachricht von dem Kampfe bei Santiago sei eine amtliche, und weiter bemerkt, diese Nachricht gebe einen Ausblick auf weitere glückliche Er­folge, dank dem Muthe der spanischen Seeleute. Der

Senat nahm hierauf einstimmig einen Antrag an, welcher der Befriedigung über den Erfolg der spanischen Waffen Ausdruck verleiht.

Besonderen Nachdruck auf die Glaubwürdigkeit des spanischen Erfolges legt endlich die nachstehende Madri­der Depesche: Gegenüber der Behauptung der Amerikaner, daß das Gefecht vor Santiago eine einfache Nekognos- zirungsoperation gewesen sei, stellen die hiesigen amtlichen Kreise fest, die Wahrheit sei, daß die Amerikaner ver­sucht hätten, die Einfahrt in die Bucht von Santiago zu erzwingen, und zurückgeschlagen worden seien.

Uebrigeus haben die Amerikaner die Hoffnung, ihren Zweck in Santiago zu erreichen, nicht aufgegeben. Wie aus Kap Haptien gedrahtet wird, soll die amerikanische Flotte abermals vor Santiago erschienen sein und be­fürchte man ein zweites Bombardement. Sehr unange­nehm wird den Iankees die Erkenntnis sein, daß der Krieg schon jetzt nicht unbeträchtliche Summen verschlungen hat. Die Kosten des Krieges sollen bis jetzt 312 285 000 Doll. betragen. Amerikanische Bürger ferner, die auf Kuba und den Philippinen Verluste erlitten haben, be­ziffern diese auf 100 Mill. Doll., die bereits beim Staats­departement angemeldet worden sind. Wie dieN.-D. Staats-Zeitung" bemerkt, dürften aber die Verluste, wenn gehörig revidiert, auf 25 000 900 Doll. zusammenschmel­zen, und man erachte Portoriko als einen angemessenen Ersatz für die letztere Summe. Die Nachricht vom be­vorstehenden oder bereits vollzogenen Abschluß eines englisch-amerikanischen Bündnisses hat die öffentliche Meinung in Spanien nicht wenig erregt. Es ist deshalb zu einem Angriff der Volksmenge gegen den englischen General Richardson, den Oberbefehlshaber von Gibral­tar, gekommen. Als derselbe mit einem anderen Manne in San Roque spazieren ging, wurden gegen ihn aus der Volksmenge Steine geschleudert. Dieser Zwischenfall kann in gegenwärtiger erregter Zeit leicht unliebsame Verwickelungen zur Folge haben.

New-Iork, 3. Juni. Eine Depesche derEve- ning World" aus Port au Prince meldet, das ameri­kanische Geschwader erneuerte am 2. Juni die Angriffe auf die Forts von Santiago. Gleichzeitig griffen 3000 Ausständige die Stadt Santiago an. Ein heftiger Kampf sei im Gange.

Madrid, 3. Juni. Amtlich wird bestätigt, das Schiff Alfonso XIII." befindet sich in Portorico, wo es Lebens- mittel ausschiffte. Die Nachricht, das Schiff sei vom Saint Paul" weggenommen, ist falsch.

Politische Nachrichten.

Berlin, 2. Juni.

Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin unternahmen heute Morgen einen gemeinsamen Spazier- gang im Thiergarten. Ins Schloß zurückgekehrt, nahm Se. Majestät der Kaiser die Meldung des Generallieute­nants Frhrn. v. d. Goltz, beauftragt mit Wahrnehmung der Geschäfte des Generalinspekteurs des Pionierkorps und der Festungen, entgegen und hörte den Vortrag des Chefs des Militairkabinets, Generaladjutanten, Generals der Infanterie v. Hahnke, sowie demnächst einen kurzen Vortrag des kommandirenden Admirals, Admirals von Knorr.

Vom 10. bis 23. Juni wird Prinz Adalbert von Preußen, der am 14. Juli sein 14. Lebensjahr be­endet und für die Marine-Laufbahn bestimmt ist, seine erste Seefahrt auf dem SchulschiffeSophie" unterneh­men. Die Einschiffung des Prinzen am Bord der Sophie" ist für den 8. oder 9. Juni in Aussicht ge­nommen.

DasMilitär-Wochenblatt" bestätigt, daß der Gene­ral-Lieutenant und Kommandeur der 5. Division Frhr. v. d. Goltz an Stelle des Generals Vogel von Falcken- stein mit der Wahrnehmung der Geschäfte der General- Inspektion des Ingenieur- und Pionier-Corps und der Festungen beauftragt ist. General-Lieutenant v. d. Goltz ist erst 55 Jahre alt ; er hat eine glänzende Laufbahn