Einzelbild herunterladen
 

Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.

Abonncinentspreis vierteljährlich 1 Mark 40 Pfg. exel. Postaufschlag.

~ =M

Die Jnsertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltzeile 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg.

Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.

pfuipiiipr wrpiuiiinii i nii i iii i ai 61 iniiiiii1 w^iVfWt Wnwviwui

Gratirbeilagen:Illustrivtes Sonntag^blatt" u»IÄErrvLs la^öWrrthschaftliche Vekiage".

«r. 64.

Ioiliitrstlis ks 2. Juni

1888.

Gestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt mit den Gratisbeilagen Mnstrirtes Sonntagsblatt"»»» SHuftritte laiidivirthschaftl. Beilage" für den Monat Juni werden von allen Kaiser­lichen Poftanftalten, tandbrieftragern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher ®l|etL

Auf Grund des § 24 des Wahlreglements vorn 28. Mai 1870 zur Ausführung des Wahlgesetzes für den Reichstag des Deutschen Reichs von 31. Mai 1869 habe ich zu Wahlkommissaren und deren Stellvertretern für die am 16. Juni d. J. vorzunehmende Reichstagswahl ernannt:

1. rc.

6. für den 6. Wahlkreis, bestehend aus den Kreisen Hersfeld, Rotenburg und Hünfeld, den Königlichen Landrath, Geheimen Regierungsrath Freiherrn von S ch l e i n i tz zu Hersfeld und zu dessen Stellver­treter den Königlichen Landrath von Trott zu Solz zu Rotenburg.

Cassel, am 26. April 1898.

Der Regierungs-Präsident. gez. H a u s s o n v i l l e.

Hersfeld, den l. Juni 1898.

In Verfolg meiner Verfügungen von 27. April er. I. 2316 (Kreisblatt Nr. 51) und vom 16. v. Mts. I. 2820 (Kreisblatt Nr. 59) werden die Herren Bürger­meister und GntSvorsteher des Kreises hierdurch ange­wiesen, alsbald nach Empfang dieser Verfügung, jedenfalls aber bis s p ä t e st e n s z u m 7. d. M t s., in Ihren Verwaltungsbezirken öffentlich bekannt machen zu lassen, daß die Wahl zum Reichstage am 16. d M t s. st a t t s i n d e t, u n d d a ß d i e W a h l h a n d - lung um 1 0 Uhr Vo rmitta gS beginnt u nd um 6 Nhr Nachmittags geschlossen wird, wobei zugleich nochmals die Abgrenzung des betreffenden

$t§ seinen HaustS 8>Lik 11116 Stil

Erzählung von Ka r l Zastrow.

(Fortsetzung.)

Lucie schüttelte trübe den Kopf. ,

Nun ja. Ich weiß wohl, daß es nicht sein kann, fuhr" Frau Möller mit einem Blicke auf den Verlobungs­ring am Finger der Arbeiterin fort,und ich habe ihm das auch gesagt. Wenn die Ansichten vom Leben und in der Politik doch so grundverschieden sind, daß selbst die Liebe es nicht ausgleichen kann, da ist's am besten, man überläßt alles der Zeit."

Wie geht es ihrem Sohne?" fragte ~ucie mit zur Erde gesenkten Blicken.

Ich danke Ihnen, gutes Fräulein! schwankend ist's noch immer. Und wenn der Arzt auch nicht jede Hoffnung aufgegeben hat, so hängt's Leben doch an einem seidnen Faden. Ach und die Nerven! Er klagt ja nicht, aber ich seh'S ihm doch au, wie sehr er leidet. UeberaU, überall thut's ihm weh! Nun ... ich bin ja um ihn und paß' schon auf." _ .

Lucie nickte und wandle sich zum Gehen.^"i Schicksal geht mir sehr nahe und ich wünschte, ich konnte etwas zu seiner Erleichterung beitragen. Leider muß tch mich darauf beschränken, ihm baldige Genesung nur wünschen zu können." , . M .

O, das wird ihn sehr freuen, gutes Fräulein. Und ich dais ihn doch auch grüßen, nicht wahr?

Ja, recht herzlich laß ich ihn grüßen. ..

Und nicht wahr? Wenn Sie und Ihr Herr Brau-

Wahlbezirkes, das Wahllokal und der Name des Wahl­vorstehers und dessen Stellvertreters anzugeben ist.

Im Weiteren haben dieselben gemäß § 4 des Regle­ments vom 28. Mai 1870 die. Wählerlisten am 9. d. Mts. abzuschließen, und nach vorgängiger ordnungs­mäßiger Vollziehung der auf diesen vorgedruckten Be­scheinigungen das Hauptexemplar derselben nebst den Belagstücken sorgfältig aufzubewahren, das zweite Exem­plar dagegen dem betreffenden Wahlvorsteher Behufs Benutzung bei der Wahl alsbald zuzustellen.

I. 3117. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 1. Juni 1898.

Den Herren Wahlvorstehern der Landgemeinden des Kreises wird in diesen Tagen je ein Exemplar des Wahl­gesetzes vom 31. Mai 1869 sowie des dazu erlassenen Reglements vom 28. Mai 1870 nebst einem Formulare zu dem über die Ermittelung des Wahlergebnisses auf- zunehmenden Protokolle und zu der dabei zu führenden Gegenliste Behufs Benutzung bei der am 16. d. Mts. stattfindenden Reichstagswahl zugesandt werden, und wollen dieselben mit den bei der Wahlhandlung zu be­obachtenden Bestimmungen sich alsbald genau bekannt machen und sorgfältig danach verfahren.

Insbesondere mache ich darauf aufmerksam, daß namentlich die Vorschriften der §§ 9 bis 25 des Regle­ments zu beachten sind, und daß sowohl zu Beisitzern als zu Protokollführern nach § 9 des Wahlgesetzes nur solche Personen herangezogen werden dürfen, welche kein unmittelbares Staatsaint bekleiden, mithin z V. auch Amtsanwälte, sowie Standesbeamte ausgeschlossen sind, wenn solche ihre Besoldung aus der Staatskasse beziehen. Auch müssen die Wählerlisten, die Protokolle und die Gegenlisten von dem gesummten Wahlvorstande, also von dem Wahlvorsteher, dem Proto­kollführer und den Beisitzern unterschrieben werden, und ungültig erklärte Stimmzettel sind mit fortlaufender Nummer zu versehen und dem Protokolle, in welchem die Gründe angegeben werden müssen, aus denen die Un­gültigkeitserklärung erfolgt ist, beizuheften. Die Wahl- protokolle mit sämmtlichen zugehörigen Schriftstücken müssen sodann ungesäumt mir eingereicht werden, so daß sie s p ä t e st e n s a m 1 9. d. M t s Nachmittags 2 Uhr in meinen Händen sind.

tigam einmal Zeit übrig haben, dann besuchen Sie uns ? ' Und als Lucie verlegen schwieg fügte sie im bittenden Tone hinzu:Ach! Er würde sich sehr, sehr freuen. Machen Sie ihm doch die Freude. Man kann nicht wissen, was passiert. Und wenn, was Gott verhüten wolle, das Schlimmste eintreten sollte, wie würde Ihnen dann sei», wenn Sie sich sagen müßten, daß Sie die letzte Bitte eines Sterbenden nicht erfüllt hätten?"

Sprechen Sie nicht weiter, Frau Möller!" rief das junge Mädchen, das nur mit Mühe seine Bewegung zu verbergen vermochte.Ich werde kommen. Ganz gewiß werde ich kommen."

Gott segne Ihren Entschluß, gutes Kind! Ich gehe nun. Auf Wiedersehen also. Du lieber Gott! Was bin ich froh, daß ich ihm diese guten Nachrichten bringen kann!"

Sie trippelte von bannen, und auch Lucie schritt ihrer Wohnung entgegen. Es war mittlerweile dunkel geworden. Der Abendstern tauchte am Himmel auf und hier und dort begannen andere Himmelswelten den nächt­lichen Neigen. Die Arbeiterin war nur noch wenige Schritte vom elterlichen Hause entfernt, als sie einen dunkelgekleideten Mann mit schnellen Schritten auf sich zukommen sah. Sie erkannte ihren Verlobten, obgleich er den schwarzen Kalabreser-Hut tief in die Augen ge­rückt hatte.

Prüfend betrachtete sie ihn. Der Provisor hatte recht. Stahl sah mitleiderregend aus. Bleich und ver­stört waren seine Züge, seine Haltung unsicher und ge-

Die Herren Bürgermeister der Wahlorte, welche nicht selbst Wahlvorsteher sind, haben den Herren Wahlvor­stehern diese Verfügung zur Einsicht mitzutheilen.

I. 3118. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Bekanntmachung.

Mit Bezugnahme auf den § 26 des Reglements vom 28. Mai 1870 zur Ausführung des Wahlgesetzes für den Reichstag vom 31. Mai 1869 bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß die Ermittelung des Ergebnisses der am 16. d. Mts. vorzunehmenden Wahl eines Neichs- tagsabgeordneten für den VI. Wahlkreis im Regierungs­bezirk Cassel am Montag d e n 20. d. M t s. von Morgens 9 Ubr an im hiesigen Rathhaus- f a a ( e stattfinden wird, und der Zutritt zu dem Lokale jedem Wähler offen steht.

Hersfeld, den 1. Juni 1898.

Der Wahlkommissar für den VI. Wahlkreis im Regierungsbezirk Cassel:

Freiherr von Schleinitz,

Königlicher Landrath, Geheimer Regierungs-Rath.

J. I. Nr. 3119.,

Hersfeld, den 28. Mai 1898.

Den Herren Vertrauensmännern bezw. Ortsvorständen der Sektion wird in Kürze je eine Anzahl Formulare zu Nentenquittungen diesseits zugehen. Dieselben sind nach Bedarf an d i e j e n i g e n P e r s o n e n abzugeben, welche von der Hess. Nass. landwirthschaftlichen Berufs­genossenschaft U n s a l l r e n t e beziehen. Sofern der Vorrath vergriffen sein sollte, können weitere Formulare von hieraus bezogen werden.

In Anbetracht der sich mit jedem Jahre steigernden Ausgaben der Sektion und der hierdurch bedingten Er­höhung der Jahresbeiträge der Genossenschaftsmitglieder nehme ich hierbei zugleich Veranlassung, die Herren Ver­trauensmänner auf § 12 der in Ihren Händen befind­lichen Geschäftsanweisung besonders hinzuweisen. Hier­nach sind die Rentenempfänger ständig zu überwachen, unvermuthet zu controliren und ist erforderlichen Falles über die hierbei gemalten Wahrnehm - unge n an den Unterzeichneten zu berichten.

Eine solche Berichterstattung in u ß erfolgen, wenn in den Verhältnissen, welche für die Fest­

drückt. Es schien ihm schwer zu fallen, ihrem forschenden Blicke standzuhalten.

Lucie", begann er,ich habe mit dir zu sprechen. Hast du eine Stunde Zeit für mich?"

Warum kommst du nicht herauf zu den Eltern wie immer?" fragte sie ruhig.

Heut nicht. Was ich dir zu sagen habe, darf nie­mand sonst hören. Komm, laß uns in die Seitenstraße gehen. Wir erreichen von dort auö den Park, der um diese Zeit nur wenig besucht ist."

Was soll die Heimlichkeit?" fragte sie scharf. Glaubst du dich verfolgt? Weißt du mehr von dem Diebstahle bei deinem Prinzipale, als du zu zeigen für gut befindest?"

Er schüttelte mit irrem Lächeln den Kopf, und jeder Zug in seinem Antlitze verrieth das Ringen mit der ihn mehr und mehr überkommenden Verzweiflung:Auch das noch!" seufzte er.Höre mich an, Lucie. Ich weiß nur das eine, daß ich dich mehr liebe, als ich es sagen kann. Und ich würde unglücklich sein und den Tod als eine Wohlthat preisen, wenn ich dich sollte verlieren müssen. Wenn ich wirklich in meiner Stellung F.hler gemacht habe, so konnte dies nur dadurch kommen, daß die Liebe zu dir meinen Geist verwirrt und meine Fähig­keiten und meine Arbeitskraft lahm gelegt hat. Denn oft, sehr oft, Lucie, habe ich das Gefühl gehabt, daß ich unglücklich liebe, daß ich dein Herz nicht voll und ganz besitze und vielleicht auch nie besitzen werde. Wenn du eine Ahnung hättest, Lucie, wie quälend das ist! Nun sieh: Aus dem Geschäfte von Herrn Hammerstein bin ich