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Hände der Militairbehörden, welche die Stadt sofort durch Truppen besetzen ließen. In Soria wurde auf die Eisen­bahnstation gesoffen; die Wagen mit Mehlladung wurden geplündert; auch hier waren die Frauen am erregtesten. In Murcia versuchten die Ruhestörer das Rathhaus und das Gerichtsgebäude in Brand zu stecken; sie befreiten die Gefangenen, durchschnitten die Tele­graphenleitungen, verhinderten den Bahnverkehr und plünderten das Dynamitmagazin. Die Lage ist gefähr­lich. In Cartagena und in den anderen Bergwerksorten finden fortwährend Aufläufe statt, immer wegen der Er­höhung der Brotpreise. Die Madrider Bäcker haben die Behörden benachricht, daß sie morgen ihre Preise erhöhen werden.

In verschiedenen Städten und Orten Ober- und Mittelitaliens haben am Freitag wieder erheblichere Unruhen stattgefunden, wobei es zu Zusammenstößen der Tumultuanten mit der bewaffneten Macht, zu Ver­wundungen und Tödtungen kam; es liegen die nachste­henden Meldungen vor: Rom, 6 Mai. Weitere hier eingegangene Nachrichten bestätigen, daß heute in Prato ernste Ruhestörungen vorgekommen sind. Die Ruhestörer steckten das Oktroi-Bureau am Bahnhöfe in Brand und verübten außerdem andere Akte von Gewaltthätigkeit. Livorno, 6. Mai. Heute Nachmittag fanden hier größere Ansammlungen statt, aus deren Mitte aufrühre­rische Rufe erschollen. Eine Eskadron Kavallerie eilte herbei; dieselbe wurde mit Steinwürfen empfangen. In Folge dessen machte sie Gebrauch von der Waffe. Eine Person wurde getödtet und mehrere andere verletzt. Zwei Soldaten erlitten durch Steinwürfe Verletzungen. Mehrere Personen wurden verhaftet. Mailand, 6. Mai. Heute Abend, als die Arbeiter die Fabriken verließen, kam es in Folge der Verhaftung eines Arbei­ters, der sozialistische Aufrufe vertheilte, zu verschiedenen Ansammlungen von Arbeitern. Als Militair und Polizei dieselben auseinander treiben wollten, wurden sie mit Steinwürfen empfangen. Es wurden noch eine Anzahl Personen verhaftet, die jedoch, mit Ausnahme eines Ein­zigen, später wieder freigelaffen wurden. Gegen Abends 7 Uhr zogen etwa tausend Arbeiter vor die Polizeikaserne, um die Freilassung auch des letzten Verhafteten zu ver­langen. Sie eröffneten einen starken Steinhagel; in Folge dessen traten die Polizisten aus der Kaserne her­aus und feuerten auf die Menge. In dem Kampfe wurden 1 Polizist und 1 Arbeiter getödtet; eine Anzahl Polizisten und 3 Arbeiter erlitten Verletzungen. Abends war die Stadt ruhig. Mailand, 7. Mai. Vor­mittags wurden mehrere Häuser an der Porta Venezia geplündert. Das Militair zerstörte die Barrikaden in der Via Torino, auf dem Corso Venezia und an anderen Stellen der Stadt. Von den Aufrührern sind zahlreiche todt und verwundet. Alle Arbeiter sind in den Ausstand getreten.

Aus Pr»»ili; null iWarBitl.

* Auf das vom Kultusminister erlassene Preisaus­schreiben einer Hochzeitsmedaille sind 87 Arbei­ten, darunter auch einige von Damen eingegangen.

* Die Durchschnittspreise der wichtig- sten Lebensmittel betrugen in der preußischen Monarchie im April 1898: für 1000 kg Weizen 204 (im März 1898: 187) M, Roggen 149 (139) M, Gerste 159 (151) M., Hafer 156 (148) M, Kocherbsen 222 (219) M., Speisebohnen 266 (264) M, Linsen 407 (408) M., Eßkartoffeln 54 (51,1) M, Richtstroh 40,3 (40,8) M.. Heu 54,6 (54,8) M, Rindfleisch im Groß­handel 1047 (1040) M; für 1 kg Rindfleisch von der Keule im Kleinhandel 135 (135) Pf, vom Bauch 115 (115) Pf., Schweinefleisch 137 (138) Pf., Kalbfleisch 127 (127) Pf., Hammelfleisch 126 (125) Pf., inländi­scher geräucherter Speck 159 (159) Pf., Eßbutter 222 (219) Pf., inländisches Schweineschmalz 158 (158) Pf.,

Weizenmehl 37 (33) Pf., Roggenmehl 29 (26) Pf.; für 1 Schock Eier 303 (333) Pf.

* (Die Vögel als Mathematiker.) Ein englischer Gelehrter hat die Vogelnester zum Gegenstand seines Studiums gemacht und bringt nun unter anderm den interessanten Nachweis, daß die Vögel ihre Eier nach geometrischen Gesetzen in den Nestern unterbringen, so zwar, daß der Raum immer auf die denkbar beste Weise ausgenutzt wird. Vögel, welche viel Eier legen, ordnen sie ringförmig, die mehr spitzen Enden nach innen gekehrt, andere, deren Eier elliptisch sind, reihen sie mit den Längsseiten aneinander u. s. w. Bringt man ein Ei aus seiner Lage, so findet man es sicher am andern Morgen wieder zurecht gerückt. Unter den zahlreichen, oft recht schwierigen Fällen, die der Gelehrte studierte, war keiner, der nicht einem Mathematiker Ehre gemacht hätte.

* (Bauernregeln für den Monat Mai.) Kühle und Abendthau im Mai bringen Wein und vieles Heu. Wenn im Mai die Wachteln schlagen, läuten sie zu Regentagen. Maienregen auf die Saaten, reg­nen dem Bauer helle Dukaten. Kommen viele Ge­witter im Mai, singt der Bauer, Knecht und Magd Juchhei. Ein Bienenschwarm im Mai ist werth ein Fuder Heu, aber ein Schwärm im Juli lohnt sich kaum der Müh'. Im Mai schöne Eichelblüth' gut Jahr nach sich zieht. Pankraz (12. Mai) und Urban (25. Mai) ohne Regen, folgt großer Weinsegen. Maienfcöste sind unnütze Gäste, Maienthau macht grüne Au'.

2 Hersfeld, 9. Mai In Folge der in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend unaufhörlich niedergegang­enen wolkenbruchartigen Regengüsse trat am Sonnabend früh das Geisflüßchen aus seinen Ufern und überschwemmte das ganze Geisthal, dabei an den Feldern und Wiesen ziemlich beträchtlichen Schaden an­richtend. Stellenweise sind die Ufer von den Wasser- mengen ein- und fortgerissen worden. Hauptsächlich in der Nähe der Mündung der Geis in die Fulda hat das Hochwasser an Usern, Wegen, Brücken, Stegen und Ein­fassungen ganz bedeutenden Schaden verursacht. In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag traten auch die Fulda und Haun aus ihren Ufern und überflutheten das ganze Thal. Den ganzen Sonntag über glich das Fulda- und Haunthal einem großen See, dessen trübe Fluthen in rasender Schnelle stromabwärts schössen. Gegen Abend nahm die Fluth etwas ab, doch sind die Flüsse noch nicht in ihre Ufer zurückgekehrt, noch immer bedeckt eine glänzende Wasserfläche die ganze Breite des Fulda- und Haunthales. Man vermag deshalb auch den Schaden, der von dem Hochwasser angerichtet worden ist, jetzt noch nicht zu schätzen.

-r Frielingen, 8. Mai. In der Nacht vom 6. auf den 7. Mai ging ein w o l k e n b r u ch a r t i g e r Regen nieder, der das Aulathal in einen See ver­wandelte. Das Wasser drang plötzlich mit solcher Wucht in die Wohnhäuser und Wirthschaftsräume, daß Men­schen und Thiere, theils unter Lebensgefahr, ausquartie- ren mußten. Ganze Miststätten, aufgespeichertes Holz, Wirthschaftsgegenstünde rc. wurden mit fortgeschwemmt. Gärten und Wiesen sind mit Schlamm überzogen. Nur das höher gelegene' Feld hat weniger Schaden gelitten, was in Anbetracht des prachtvollen Standes der Win­tersaaten mit Freuden zu begrüßen ist.

Raboldshausen. 6. Mai. Der 24 Jahre alte Fabrikarbeiter L. von Obergeis, welcher wegen Mordes 4 Jahre in der Strafanstalt Münster inhaftirt war, wurde vorige Woche nach seinem Heimathsort entlassen. Kaum war er einige Tage in der Heimath, so stellten sich An­zeichen von Irrsinn ein, so daß er der Jrrenheilanstalt Marburg überwiesen wurde. (C T.)

Oberkaufungen, 6. Mai. Ein 2'/.Zähriger Knabe bemächtigte sich gestern in einem unbewachten Augenblick einer soeben mit kochendem Kaffee auf den Tisch gestellten Kanne uns schüttete sich den glühend heißen Kaffee in

Mund und Hals, so daß der Schlund schrecklich verbrüht wurde. Trotzdem man sogleich ärztliche Hülfe holte, war das arme Kind nicht mehr zu retten, uach drei Stunden trat der Tod ein.

Vacha, 6. Mai. Der Geschirrführer Walther von der Burgmühle in Eisenach wurde gestern zwischen Tie- fenort und Weißendiez von seinem eigenen Fuhrwerk überfahren und war sofort todt.

Hanau, 6. Mai. Der nationalliberale Wahlverein beschloß in seiner gestrigen Generalversammlung, an dem bisherigen Cartell mit den Conservativen festzuhalten. Darnach werden die Nationalliberalen bei der Reichs­tagswahl für den conservativen Candidaten Oberst a. D. Sieg stimmen, bei der Landtagswahl die Conservativen für den nationalliberalen Candidaten E. Junghenn.

Hauau, 5. Mai. Als bei Station Babenhausen der Hilfsbahnwärter Klotz gestern Abend das Bahngeleise überschreiten wollte, wurde er von der Maschine des nach Aschaffenburg fahrenden Personenzugs erfaßt und zur Seite geschleudert. Bald darauf erlag er den erhaltenen Verletzungen.

Schmalkalden, 6. Mai. Ein gräßliches Unglück ereignete sich heute Mittag in der Feilenhauerei von Eduard Volk hier. Der zweite 15 Jahre alte Sohn des Besitzers wurde von einem Treibriemen erfaßt und einige Mal gegen die Decke geschleudert, wobei dem Unglück­lichen der rechte Arm ausgerissen und in Fetzen zerrissen wurde, während der rechte Brustkasten eingedrückt ist, außerdem konstatirte der sofort gerufene Arzt zwei Rip- penbrüche. Der Zustand des Bedauernswerlhen ist hoff­nungslos ; er wurde sofort ins Krankenhaus geschafft.

Vermischtes.

Braunschweig, 7. Mai. DerBraun- schweigischen Landeszeitung" wird aus Bodenwerder a. d. Oberweser gemeldet: Heute Nachmittag ging bei dem Kemnader Hafen im Lennethal einWolkenbruch nieder. Die Lenne steigt rapide. Die Felder, Gärten und Häuser stehen unter Wasser, die Brücken wurden fortgerissen, Bäume entwurzelt. Die Weser steigt auch. Ferner werden große Ueberschwemmungen aus Eschers- hausen und Stadtoldendorf in der Wesergegend gemeldet. In Stadtoldendorf mußte eine große Weberei den Betrieb einstellen, weil die Maschinen unter Wasser stehen. Der Schaden für die Industrie und die Landwirthschaft ist bedeutend.

Frau de M., eine bekannte Schönheit Roms, wurde oft von Herrn Alessandro M. belästigt. Als er sie dieser Tnge in der Margherita-Allee wieder ansprach, zog sie einen messerartigen Dolch hervor und stieß ihm denselben ins Herz. Die Dame stellte sich dann frei­willig der Behörde.

Sonntagsjäger (der auf der Jagd einen Fasanen gefehlt hat):Ich hab' getroffen, ich hab' ge­troffen ! .... ich hab' eine Feder fliegen sehen." Und ich erwidert sein Begleiter hab' sie alle fliegen sehen."

(R e i n g e f a l l e n.) A.:Möchten Sie wohl essen, was schon ein Thier im Mund gehabt hat?" B.: Pfui, ich danke!" A.:Dann erlauben Sie, daß ich die Kalbszunge allein esse."

(Noch besser!) Herr (der einer Schauspielerin - ein Bouquet zugesandt hat):Wie, die Dame schickt mir das Bouquet zurück?" Dienstmann:O nein, sie hat's m i r geschenkt I"

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