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Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.
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Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.
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Gratisbeilagen: „Illnstrirtes Sonntagsblatt" n. „Illnktrirte lanSwirthschaftliche Beilage".
Sr. 50.
Ioonerst«- St« 28. April
1888.
Bestellungen auf das Hersselder Kreisblatt
mit den Gratisbeilagen „Austrittes Sonutagsblatt" und „Mustrirte landwirthschaftl. Beilage" für die Monate Mai und Juni werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, tandbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtlicher Theil.
Hersfeld, den 26. April 1898.
Die Herrn Bürgermeister der Gemeinden Allendorf, Frielingen, Gersdors, Gershausen, Goßmannsrode, Heddersdorf, Kemmerode, Kirchheim, Reckerode, Reimboldshaujen, Notterterode und WillingShain ersuche ich zu einer Besprechung sich am Freitag den 29. d. M. UM 10 Uhr beim Gastwirth Ruhn in Kirchheim
und die Herrn Bürgermeister der Gemeinden Asbach, Beiershausen, Engelbach, Hattenbach, Kerspenhausen, Kleba, Mengshausen, Niederjossa und SolmS am Sonnabend den 30. d. M. um 9 Uhr beim Gastwirth Stein i in Niederaula zu einer Besprechung einzufinden.
DieErntestatistik für 1897 ist mit zur Stelle zu bringen.
I. 2360. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schlei n i tz , Geheimer RegierungS-Rath.
Der Beginn des nächsten Kursus zur Ausbildung von Lehrschmiedemeistern an der Lehrschmiede zu Char- lottenburg ist auf Montag den 4. I u l i d. I. festgesetzt.
Anmeldungen sind an den Direktor des Instituts, Ober-Roßarzt a. D. Brand, zu Charlottenburg, Spreestraße 42, zu richten. (A. II 3105.)
Cassel am 1. April 1898.
Der Regierungs-Präsident. I. V.: Fliedner.
Unter der Kaperflagge.
See-Roman von ConstanliuS Food. (Schluß.)
Es wurde still in der Kirche, und die Stimme des Propstes tönte laut und vernehmlich hinaus in die Vor- kirche:
„Im Namen Seiner Majestät, unseres allergnädigsten Königs," begann er und machte eine Handbewegung, welche die versammelte Gemeinde zum Erheben von ihren Sitzen bewog, während sich auf allen Gesichtern gespannte Erwartung malte.
„Seiner Majestät, unserm allergnädigsten König, hat es beliebt, Euch, dem Kaperkapitän Knud Ellingsen, seine Gewogenheit und Dankbarkeit zu erkennen zu geben, deren Ihr Euch durch tapfere, männliche Thaten im Dienste Eures bedrängten Vaterlandes verdient gemacht habt. Als ein Zeichen seiner Gnade hat er Euch das silberne Kreuz des Tanebrogs verliehen, um es auf Eurer Brust zu tragen."
Der junge Kapitän erhob den Kopf und schwang plötzlich seinen blanken Hut.
Drunten in der Kirche war die erwartungsvolle Stille nahe daran, durch beginnende Hurras unterbrochen zu werden, denen indessen durch eine Bewegung der Hand des Propstes Einhalt geboten wurde. Der Vogt trat hervor und heftete das Danebrogskreuz auf die blaue Seemannsjacke des Kaperkapitäns, während die anwesenden Offiziere grüßten, indem sie ihre Hieber zogen.
Aber Knud machte plötzlich eine abmehreude Bewegung.
Nichtamtlicher Theil.
Ier spanisch -Mrikmsche Krieg.
Unter dem Zeichen eines Personenwechsels in den höchsten Staatsämtern treten die Vereinigten Staaten in den Krieg ein. Fünf der wichtigsten Kabinets-Mit- glieder legen ihre Portefeuilles nieder, weil ihnen die Kriegspolitik des Präsidenten nicht energisch genug ist. Die Botschaft des Präsidenten Mac Kinley, in welcher dieformelleKriegserklärung anSpanien empfohlen wird, ist dem Kongresse zugegangen. Der Botschaft ist die Korrespondenz zwischen den beiden Regierungen beigegeben. Die Kriegserklärung wurde vom Kongreß einstimmig angenommen.
Was das Vorgehen der Vereinigten Staaten betrifft, so hofft man in Washington, daß die Aufständischen in Kuba sehr viel im Kampfe um die Insel thun werden. Die Regierung soll beabsichtigen, Miliz-Soldaten und Rekruten nicht eher nach Kuba zu senden, als bis sie an die Strapazen des kriegerischen Lebens vollständig gewöhnt seien. Man meint, die Flotte des Admirals Sampson werde eine Verbindung mit den Streitkräften des Führers d.. 2l^sstä:rdischen Gomez herzustellen suchen und ein gemeinsames Vorgehen gegen die Spanier ermöglichen. Das Kriegsdepartement hat sodann die einzelnen Staaten aufgefordert, ihre Kontingente von Freiwilligen zu stellen. Der Staat New-Iork stellt zwölf Regimenter Infanterie und zwei Abtheilungen Kavallerie, Pennsylvanien zehn Regimenter Infanterie und vier schwere Batterien. Alle Staaten stellen Truppen im Verhältniß zu der Zahl der Bevölkerung. Die Nationalgarde von Pennsylvanien und die Miliz von Illinois haben Befehl erhalten, am Mittwoch mobil zu sein. Man erwartet, daß an diesem Tage auch etwa 15 000 Mann reguläre Truppen in Chickamanga versammelt sein werden. Mit Einschluß der Freiwilligen dürsten dort über 50000 Mann zusammengezogen werden.
Das spanischeGeschwader befindet sich noch immer bei den Kap Verdischen Inseln. Dem Vernehmen nach soll es heute, Dienstag, absegeln.
Die Nachricht, daß die Torpedoboote nach Spanien zurückkehren, wird offiziell für unbegründet erklärt.
Die Meldung des Generals B l a n c o , wonach die
„Seiner Majestät sei Dank und Ehre; aber wie alle missen, war ich nicht allein," sagte er in seiner freimüthigen Weise.
Der Probst unterbrach ihn mit einem neuen Wink.
„Unser allergnädigster König hat auch den Mann nicht vergessen, der als braver Offizier und Seemann feinem Chef beigestanden hat."
„Obersteuermann Andreas Christophersen."
Der junge Seemann trat aus dem Stuhl heraus, und seine hohe, etwas nach vorn geneigte Gestalt bewegte sich nach der Chortreppe. Er trat neben seinen Chef.
Es war eine eigenthümliche Erscheinung, diese beiden jungen Seeleute und die wild aussehenden Gasten, die sich um sie scharten.
Ein neuer Hurraruf drohte loszubrechen und mußte wieder gedämpft werden; aber die Unruhe und Bewegung in der Kirche waren in stetem Zvnehmen, indem man sich vorwärts drängte, um zu sehen.
Der jugendliche Obersteuermann des „Pakets" selbst stand mit halb verlegener Miene da und empfing die Ehrenbezeugung der Offiziere, die sich wiederholte, als das silberne Kreuz auf seine Jacke geheftet wurde.
Daraus trat der Propst in das Chor zurück, und es wurde zum Schluß der Feierlichkeit ein Psalm in der Kirche abgesungen. Vor der Kirche hatte sich unterdessen die Küstenwehr in Positur gestellt, ganz stattlich anzusehen in ihren roten Westen und mit den blankgeputzten Flinten — und als der Kaperkapitän und seine junge Frau heraustraten, kommandierte der Anführer: „Präsentiert das Gewehr!"
zur Ausführung der Blockade vor Havana versammelten amerikanischen Schiffe abgesegelt sein sollten, hat sich als Irrthum erwiesen. Die amerikanische Flotte hat bloß ihren Bogen weiter gezogen, da sie nach Ost und West sich ausdehnte, um mit den Enden in CardenaS und Bahia Honda aufzustoßen. In Folge davon ist natürlich auch die Linie eine weniger dichte, so daß es dem spanischen Dampfer „Herrera", der von Sagua kam, gelingen konnte, trotz der Blockade in den Hafen von Havana einzulaufen.
Der „Kölnischen Zeitung" wird aus New-Aork vom gestrigen Tage telegraphirt: Nach einer Washingtoner Mittheilung aus ungewöhnlich guter Quelle bestehen thatsächlich Abmachungen zwischen den Vereinigten Staaten und England, die, soweit die Cabinette in Betracht kommen, im weiteren Verlaufe zu einem Bündnisse führen müßten. Wie verlautet, stände Shermans Rücktritt mit diesen Verhandlungen in einem gewiffen Zusammenhänge. — Wie dasselbe Blatt weiter meldet, besteht in den Kreisen der großen deutschen Dampfer- Gesellschaften die feste Absicht, unter keinen Umständen Kriegscontrebande zur Beförderung anzunehmen. Angesichts dieses Entschlusses ist anzunehmen, daß die kriegführenden Staaten gegenüber den großen deutschen Passagierdampfern ein so wie so praktisch kaum durchführbares Durchsuchungsrecht bedingungslos Verzicht leisten werden.
Eine Depesche der „World" aus Washington meldet, daß in einer am 26. d., Nachts, abgehaltenen Sitzung des strategischen Ausschusses der Marinesekretär Long den Beschluß faßte, das fliegende Geschwader sofort auslaufen zu lassen, um die spanische Flotte, falls sie auf die amerikanische Küste zusteuert, abzufangen.
Politische
Berlin, 26. April.
Aus Homburg v. d. Höhe wird unter dem 25. d. gemeldet: Ihre Majestät die K a i s e r i n wohnte gestern dem Gottesdienst sowie der Konfirmation evangelischlutherischer Mädchen in der Stadtkirche bei. Nachmittags unternahm Allerhöchstdieselbe eine Spazierfahrt, sowie einen Spaziergang ins Gebirge. Die Abreise der Kaiserin ist für den 16. Mai in Aussicht genommen.
Der Kaiser von Oesterreich ist auf drei
Das war bei der Kirche,
Aber drunten in Eckvaag erwartete den Kaperkapitän und seine kleine Frau eine neue Ehre.
Dort lagen die grauen Schaluppen und auf dem Chefsfahrzeug stand Lieutenant Stein, der seine Mannschaft vor dem jungen Paar die Honneurs machen ließ, während die Kanonen der Schaluppen dröhnten.
Der junge Offizier war gekommen, um seinem Ver. sprechen getreu auf der Hochzeit seines Freundes, des Kaperkapitäns, zu tanzen — und ihn und seine junge Frau zu seiner eigenen Hochzeit einzuladen.
Ies kleinen Hauses Mck un) Leid.
Erzählung von Kart A a st r o w.
I.
In dem schnurrenden und sausenden Eisen-Labyrinth der Pappenschneide-Fabrik herrschte an einem hellen Winter-Vormittage eine außergewöhnliche Thätigkeit. Es galt für eine der größten Eisenbahnverwaltungen des Deutschen Reiches mehrere Millionen eigenartig gestreifter Pappkarten, zu Fahrbillets bestimmt, in kürzester Frist zu liefern.
Gleich Wolkenschwärmen stürzten die riesigen Papp- bogen in die unersättlichen Schlünde der Schneidemaschinen. Von den scharfen Messern in kleine zierliche Kärtchen zerschnitten, lösen sie sich im schnellen, aber regelmäßigem Tempo von den züngelnden Eisenschiebern, um in schmale, lotrecht stehende Cylinder zu fallen. Mit 1000 Stück solcher Pappkärtchen ist ein Cylinder ge-