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$r. 47.
Zmiierstiiz K« 21. April
1888.
Amtlicher Theil.
Hersfeld, den 1. April 1898.
Die Nummerliste der ausgeloosten und zum 1. Juli 1898 gekündigten Staatsschuldverschreibungen der 3'/, °/oigen Staatsschuldscheine von 1842 liegt in den Geschäftslokalen der Königlichen Kreiskasse dahier, sowie auch in denjenigen des Unterzeichneten zur Einsicht für Interessenten offen.
Zugleich wird auf die, diese Nummerliste betreffende Bekanntmachung der Königlichen Hauptverwaltung der Staatsschulden vom 1. März d. Js., abgedruckt im Regierungsamtsblatt für 1898, Seite 61, und auf die Einlösung der bereits früher gekündigten Staatsschuldscheine von 1842 der Schuldverschreibungen der Staatsanleihen von 1850, 1852, 1853, 1862, 1868 A und der Staatsprämien-Anleihe von 1855, der Kur- und Neumärkischen Schuldverschreibungen und einer Stammaktie der Münster-Hammer-Eisenbahn hierbei noch besonders darauf aufmerksam gemacht.
I. I. Nr. 1718. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, den 16. April 1898.
AmMittwoch d e n 4. M a i d. I 8,, Vormittags 1 1 Uhr, findet im Saale des hiesigen Rath- Hauses eine Kreistagssitzung statt, in welcher die Wahl von zwei Abgeordneten zum Communallandtage und die Wahl eines Schiedsmannes und eines Stellvertreters desselben für den Bezirk Niederaula vorgenommen werden soll.
J. A. Nr. 1485. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Nichtamtlicher Theil.
M spllllisch-milerikailische $trieitono.
Tag und Nacht haben seit Sonntag die Sitzungen der beiden Häuser des amerikanischen Kongresses oder ihrer Ausschüffe in fast ununterbrochener Folge gedauert. Es handelte sich darum, die Differenzen auszugleichen,
Unter der Kaperflagge.
See-Roman von Constanliur Food.
(Fortsetzung.)
Draußen hörte er eine Stimme, die „Pardon" rief.
Es war der Rudergast, der einzige, der nicht im Verschlag war und den unschädlich zu machen, Andreas auf sich genommeu hatte, wahrend sein Freund Mr. Steffens seinen Besuch abstattele.
Meister Joachim war im Begriff, den Steuermann mit einigen Seisingen zu versehen, die er nicht gerade sanft und unter bedeutendem Lärm um Arme und Beine des armen Burschen schlang.
In der Kajüte stand Mr. Steffens mit zitternden Knieen.
„Fassen Sie Mut, Sir", sagte Knud lachend. „Als ein Enkel des großen Admirals dürfen Sie ihm keine Schande machen. — Sie sollen bester behandelt werden, als Sie es eigentlich verdienen."
„Sie werden dafür gehängt werden, Mr. JoneS, wenn ich nicht Fürfvrache für Sie einlege!"
„Dann hoffe ich, daß Sie Ihr Versprechen bester halten werden, als damals, als Sie mir und meinem Freund versprachen, uns an Bord des ersten Prisen- schiffes gehen lasten zu wollen", sagte Knud lachend. „Aber lasten Sie es nun gut sein! Das einzige, was Ihnen vorläufig widerfahren soll, ist, daß Sie in Ihrer Kajüte Arrest erhalten."
„Das ist Meuterei."
„Sie irren sich vollständig!" Sie werden sich wohl
die zwischen der vom Senat angenommenen Resolution und der des Repräsentantenhauses bestanden. Am Sonntag hatte das Repräsentantenhaus mit 179 gegen 155 Stimmen den Antrag Dingley angenommen, der die Zustimmung des Hauses zu den Resolutionen des Senats ausspricht mit einem Amendement, wodurch die Klausel zu Gunsten der Anerkennung der kubanischen Unabhängigkeit gestrichen wird. Die Weigerung des Repräsentantenhauses, die kubanische Unabhängigkeit anzuerkennen, macht die Rückverweisung der Resolution an den Senat nöthig.
Das Repräsentantenhaus sandte denn auch die Resolutionen an den Senat zurück mit der Bitte um Abhaltung einer gemeinsamen Ausschubsitzung. Der Senat nahm einen von dem Senator Davis gestellten Antrag zu Gunsten einer sofortigen gemeinsamen Ausschußsitzung an.
Das am Montag Abend um 9 Uhr konstatirte End- ergebniß verschiedener Kompromißversuche war, daß die Mitglieder des gemeinsamen AusschuffeS beider Kammern i zu keiner Einigung kommen konnten. Der Senat lehnte mit 40 gegen 39 Stimmen den Vorschlag ab, andere Delegirte für eine neue Konferenz zu ernennen.
In Folge davon nahmen die alten Mitglieder des gemeinsamen Ausschuffes noch Abends spät die Verhandlungen wieder auf. Dienstag Nacht um 1 Uhr kam es zu einer Einigung, wonach der gemeinsame Ausschuß dem vom Senat angenommenen Beschlußantrage zustimmte, mit Ausnahme des Aniendements, nach welchem die Unabhängigkeit der kubanischen Republik anerkannt wird. Letztere Frage war hiermit gänzlich beseitigt. Der Senat genehmigte hierauf mit 42 gegen 35 Stimmen, desgleichen das Repräsentantenhaus mit 310 gegen 6 Stimmen den betreffenden Bericht.
Der Beschluß des Senats unterscheidet sich von dem des Repräsentantenhauses ursprünglich dadurch, daß im ersteren die Unabhängigkeit der Insel Cuba gefordert war, während das Haus nur eine unabhängige Regierung, also Autonomie im weitesten Sinne des Wortes verlangte. Durch den Kompromiß ist überhaupt jede Aeußerung über eine Stellungnahme zur Frage der künftigen Gestaltung der politischen Verhältnisse Cubas in Wegfall gekommen. Bestehen bleibt dagegen die ursprünglich vom Senat vorgeschlagene schärfere Fassung der an den Präsidenten Mac Kinley zu richtenden Aufforderung. Der Präsident wird dem jetzt von beiden Häusern gutgeheißenen Beschlußantrag zufolge autorisirt
erinnern, daß ich Ihnen sagte, Sie würden es bereuen, daß Sie mich und meinen Freund gepreßt haben — das war das Wort eines wahrheitsliebenden Mannes, Sir. Können Sie das in Abrede stellen?"
Mr. Steffens kniff die Lippen zusammen.
„Hüten Sie sich, William Jones !"
„Dank für die Warnung, Sir. Ich werde Ihnen nicht mehr ins Handwerk pfuschen und den ehrlichen Namen meines Vaters verleugnen. Mit Erlaubnis, ich heiße weder William noch Jones — ich darf mich nicht rühmen, der großen Nation anzugehören. Kanu Ihnen übrigens gleichgültig sein, wer ich bin — aber was geschehen muß, ist, daß Sie mir gehorchen, Sir."
Der Kaperkapitän näherte sich dem Offizier und zeigte nach der Thür der Schlafkajüte.
„Dort hinein, Mr. Steffens! Legen Sie den Hieber hier auf den Tisch. Ich bin es, der an Bord der „Mevrouw" kommandirt, verstehen Sie!"
Dieser Befehl kam in jenem ziemlich scharfen Ton, in welchem der Kapitän mitunter zu sprechen pflegte, und löste die fast gutmüthige, etwas stolze Laune ab, die er bisher gezeigt hatte.
Dieser drohende Ton brächte Mr. Steffens zum Gehorchen.
Er legte mit zitternden Händen seinen Hieber auf den Kajütentisch.
„Sie werden keinen Gebrauch dafür haben," wiederholte der Kapergast im gleichen Ton, indem er sich dem Offizier näherte, der sich in die Kajüte zurückzog, ohne
und angewiesen sofort einzuschreiten, um den Krieg auf Cuba zu beenden. Der Präsident wird auch autorisirt und ermächtigt, die Land- und Seestreitkräfte der Vereinigten Staaten anzuwenden, um den Zweck des Kon- greßbeschlusses auszuführen.
Da Präsident Mac Kinley mit ausdrücklichen Worten die Entscheidung über die Frage des Einschreitens auf Cuba dem Kongreß überlassen hat, so kann man sagen, daß mit den Abstimmungen der verfloffenen Nacht das entscheidende Wort bereits gesprochen ist.
Neueste Nachrichten.
Madrid, 19. April. In der heutigen Versammlung der Mehrheit beider Kammern sagte Sagasta, der Augenblick sei so ernst, daß Thaten nicht Worte nöthig wären. Mit Verläumdung suche man die glorreiche Geschichte Spaniens zu beschmutzen. Spanien that alles was möglich war, was die Ehre und das Interesse des Vaterlandes erlaubten, um den Krieg zu vermeiden. Jetzt gedenke man, die Ehre Spaniens zu verletzen, sein Gebiet zu bedrohen, das würden die Spanier niemals zulaffen. Spanien werde kein Stück seines Gebietes nehmen, noch als Handelsgegenstand dienen lassen.
London, 19. April. Das ,,Reuter'sche Büreau" meldet aus Washington, daß Mac Kinley morgen Vormittag die Resolutionen und das Ultimatum unterzeichnen wird.
Washington, 19. April. Der Ministerrath beschloß, das Ultimatum zu redigiren. Wegen der Spanien zu gewährenden Frist ergaben sich jedoch Meinungsverschiedenheiten. Einige Minister waren für 24, andere für 48 Stunden, Mac Kinley für 3 Tage. Die Frage bleibt offen bis zur Nachmittagssitzung. Der Kriegsminister beschloß zunächst 80,000 Mann Milizen einzu- berufen.
Trotz der Erregung in den Vereinigten Staaten ist es, so schreibt die „Kölnische Zeitung", viel bemerkt worden, daß die Anhänger des Krieges um jeden Preis vielfach Leute sind, die ihr eigenes Heil in der Angliedcrung erblicken. Dieses Geschlecht der Carpet baggers, jener beutegierigen Politiker, die nach dem Bürgerkriege aus den Nordstaaten nach dem besiegten Süden strömten, ist noch nicht ausgestorben. Jetzt lauern sie, ihr altes Felleisen aus Teppichstoff mit ihrer ganzen Habe in der Hand, im Süden, um sich möglichst bald auf die Aemter- jagd nach Cuba zu begeben. Zuckerspekulanten und
einen weiteren Versuch zur Behauptung seiner Herrschaft zu machen.
In diesem Augenblick ließen sich Schritte droben auf Deck hören, und der Klang von Stimmen drang in die Kajüte herein.
Knud glaubte Mr. Viggins Stimme zu erkennen.
Mr. Viggins! Wie konnte das Zusammenhängen?
Ja — es war die tiefe, strenge Stimme des Schotten.
Knud erkannte sie und stand im Begriff, hinaus auf Deck zu springen, als die Kajütenthür aufging und der gestrenge erste Offizier der „Claudia" sich in der Oeffnung zeigte.
Zwei Entergasten mit ihren Hiebern in der Hand folgten ihm.
Es war eine Ueberraschung, die jeden andern in der Lage des Kaperkapitäns befindlichen aus der Fassung gebracht haben würde. Aber Furcht war ein Ding, mit dem sich Knud Ellingsen nie befaßt zu haben schien.
Er trat zurück, sodaß der Tisch zwischen ihm und den Ankömmlingen stand, worauf er ganz kaltblütig aus dem Pulverhorn des Lieutenants frisches Zündkraut auf eine der Pistolen schüttete.
Mr. Viggins war mit einer fast düstern Miene stehen geblieben, indem seine Brauen sich zusammenzogen.
„Unglücklicher!" sagte er.
„Sieht ganz gewiß nicht danach aus, als ob ich besonders Glück hätte," war die Antwort. „Aber wohl möglich, daß Ihr auch nicht besonders Grund habt, Euch zu rühmen, Sir. Ich rathe Euch zum Rückzug, Sir!" Er erhob eine der Pistolen.