Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.
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Gratisbeilagen: „Illuitrirtes Konnragsblatt" u. „Illnitrirte Landwirthschaftliche Verlage".
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Sonnabend den 16. Wril
1898.
Vestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt mit den Gratisbeilagen „Jllustrirtes Sonntagsblatt" und „Jllnstrirte landwirthschaftl. Beilage" für das 2. Quartal 1898 werden von allen Kaiserlichen Mastanstalten, tandbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtlicher Theil.
Fulda, den 7. April 1898.
Der auf den 21. April l. Js. angesetzte Fulda'er Viehmarkt findet unter den seitherigen Bestimmungen statt.
Ich ersuche daher im dortigen Kreisblatt entsprechende Bekanntnlachung erlassen zu wollen.
Der Königliche Landrath Steffens.
An das Königliche Landrathsamt zu Hersfeld.
HerSfeld, den 12. April 1898.
Wird veröffentlicht.
I. 1891. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Zugelaufen: ein kleiner weißer Hund. — Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Unterneurode.
Nichtamtlicher Theil.
Sinn sWischMmkgnWn Aiiflikt.
Das Nordamerikanische Repräsentantenhaus hat, wie bereits gestern durch Extrablatt mitgetheilt, nach stürmischer Debatte mit 324 gegen 20 Stimmen den von der Mehrheit seiner Kommission für die auswärtigen Angelegenheiten beschlossenen Bericht gebilligt. Zunächst war die Kommission der Ansicht, daß die Vernichtung der „Maine" den spanischen Behörden zuzuschreiben ist oder daß sie möglich geworden ist durch eine so schwerwiegende Nachlässigkeit derselben, daß die Nachlässigkeit einem positiven kriminellen Akt gleichkommt. Die Explosion sei nur ein Glied in der langen Kette der vorangegangenen Er- eigniffe, von denen man sie vernünftigerweise nicht trennen könne. Der Bericht erklärt dann: „In Erwägung, daß die Lage auf Kuba, wie sie seit drei Jahren andauert und schließlich die Zerstörung des Panzerschiffs „Maine" gezeitigt hat, nicht mehr länger ertragen werden kann, möge das Haus folgenden Beschluß fassen: Das Volk von Kuba ist von Rechtswegen frei und unabhängig. Es ist die Pflicht der Vereinigten Staaten, an Spanien die Forderung zu stellen, und die Regierung fordert demgemäß, daß Spanien sofort seine Hoheitsrechte und die Regierung über die Insel Kuba niederlege und unverzüglich seine Land- und Seestreilkräfte von der Insel zurückziehe. Der Präsident der Vereinigten Staaten wird ermächtigt und aufgefordert, die gesummten Streitkräfte der Vereinigten Staaten, soweit als zur Durchführung dieser Resolutionen erforderlich ist, zu verwenden."
Am Schluß heißt es: „Wenn Spanien in der Aktion der Vereinigten Staaten einen Grund zum Kriege sieht, so wird dieses Resultat von dem amerikanischen Volke, das auf die Gerechtigkeit seiner Aktion vertraut, angenommen werden." Der Senat ist hierüber noch nicht schlüssig geworden. Die Debatte war im Repräsentantenhause außerordentlich stürmisch. Die unbeschreibliche Aufregung der einzelnen Mitglieder während der Verhandlungen verursachte bedauerliche Auftritte. Die Deputirten rannten wie Tobsüchtige in den Gängen zwischen den Bänken umher. Der Depntirte Bartlett
schleuderte ein Buch nach dem Deputirten Brunn; dieser wich dem Wurfgeschoß aus, das sein Gesicht streifte. Bevor die Ruhe wiederhergestellt wurde, tauschten verschiedene Deputirte Schimpfwörter aus wie „Kanaille", „Lügner".
Sowohl in New-Aork als in Madrid ist man jetzt kaum, mehr im Zweifel darüber, daß der Krieg nicht mehr zu vermeiden sei. In offiziellen Madrider Kreisen hält man dafür, daß man die von Mac Kinley entwickelte Ansicht über das Recht der Vereinigten Staaten, in der Kuba-Frage zu interveniren, nicht ohne Protest hinnehmen könne. Spanien sei bis an die äußersten Grenzen der Zugeständnisse gegangen. Auf die Schritte der Vereinigten Staaten muffe es mit entsprechenden Schritten antworten. Angesichts der JnterventionS- drohung der Vereinigten Staaten müsse Spanien fort- fahren, sich auf seine Vertheidigung vorzubereiten. Ein Beschluß, zur Verstärkung der Flotte eine nationale Subskription zu eröffnen, wird unverzüglich der Königin- Regentin zur Vollziehung unterbreitet werden. Gegenüber der Kriegslust der Amerikaner verdient es wohl bemerkt zu werden, daß die Ansichten über den Werth der amerikanischen Flotte weit auseinandergehen. In einem New-Porker Berichte der „Münchener Allg. Ztg." wird erklärt, daß die amerikanische Flotte eigentlich nur Paradezwecken dienen könne. In diesem Briefe wird auSgeführt, daß ein Marineoffizier, der die Flotte auf das genaueste kennt, in einem kleinen Kreise von Bekannten erklärte, als von der spanischen Torpedoflottille die Rede war: „Wenn wir diese Torpedoboote nicht rechtzeitig unschädlich machen, so sind wir verloren!" Amerika besitzt im Süden nur einige wenige Torpedoboote, aber keinen wirklichen modernen Torpedozerstörer. Das Schlachtschiff „Maine" liegt auf dem Meeresboden ; das Schlachtschiff „Texas" ist auf der Fahrt nach der Südküste so schwer beschädigt worden, daß es umfassender Reparaturen bedarf, ehe es das Dock wieder verlassen kann, das Schlachtschiff „Jndiana" entging im vorigen Jahre bei den Manövern zur See mit knapper Roth dem Untergang. An wirklich brauchbaren Panzerschiffen neuerer Konstruktion, die den besseren Schiffen der spanischen Flotte, die ebenfalls verschiedene recht veraltete Typen aufzuweisen hat, entgegenzustellen wären, hat Amerika nur die Schlachtschiffe „Iowa", „Massachusetts" und Oregon", die Kreuzer „Nem-Uork" und „Brookiyn" und endlich das Rammschiff „Khatadin". Sechs doppelthürmige Monitors stammen sämmtlich aus dem Jahr 1874. An ungeschützten Kreuzern und Kanonenbooten besitzt die Union insgesammt 32, von denen sich etwa ein halbes Dutzend in den kubanischen Gewässern befindet. Der spanischen Flotte kann daher thatsächlich nur ein halbes Dutzend Panzerfahrzeuge neuerer Konstruktion und fast gar keine Torpedoboote entgegengestellt werden. Darnach zu urtheilen, könnte ein Krieg ganz anders für Amerika verlaufen, als man drüben im allgemeinen zu erwarten scheint.
Wie aus N e w - N o r k unterm 14. d. gemeldet wird, ist die Kabelverbindung von Habana nach den Vereinigten Staaten heute von den Spaniern zerstört worden. Es wird angenommen, daß die vereinigte Aufforderung von Senat und Repräsentantenhaus an den Präsidenten Mac Kinley zur schleunigen bewaffneten Intervention in Kuba dem Präsidenten wohl keine andere Wahl mehr lassen wird, als der Aufforderung nachzukommen.
Politische Nachrichten.
Inland.
Berlin, 14. April.
Se. Majestät der Kaiser arbeitete, wie aus Homburg v. d. Höhe gemeldet wird, gestern Vormittag mit dem Chef des Civilkabinets, Wirklichen Geheimen Rath Dr. v Lucanus. Später empfing Seine Majestät den Abt Willibrord Benzler von Maria-Laach. Um 11 Uhr hielt Professor Mommsen, welcher mit dem Kultusminister D. Dr. Bosse Morgens früh in Homburg eingetroffen
war und in Gemeinschaft mit dem Letzteren unter Führung des Bauraths Jacobi Vormittags das Saal- burg Museum besichtigt hatte, vor Seiner Majestät dem Kaiser Vortrag über das zu erbauende Prätorium der Saalburg als Reichslimesmuseum. Um 1 Uhr fand im Schlosse Frühstückstafel statt, zu welcher u. A. der Kultusminister und Prof. Mommsen geladen waren.
Die „Nordd. Allg. Ztg." bringt in einem Leitartikel eine warme Würdigung der Verdienste des Königs Albert v o n S a ch s e n um die sächsische und deutsche Armee: Wenn am 23. April König Albert auf 70 Jahre seines reichbelebten und segensreichen Wirkens zurückblickt, so kann der hohe ritterliche Herr, der letzte unter den Heerführern, der mit dem Großkreuz des Eisernen Kreuzes geschmückt ist, auch mit gerechtem Stolze seiner militärischen Thätigkeit gedenken. Der Artikel schließt indem er feststellt, daß König Albert einer der treuesten und aufrichtigsten Freunde und eine der festesten Stützen von Kaiser und Reich ist. König Albert kann am 23. April, dem 25. Jahre seiner Regierung, nicht nur von sich sagen, daß sein Sachsenvolk und ganz Deutschland mit Liebe an ihm hängt und mit Verehrung zu ihm aufblickt, sondern daß er als tapferer Führer seiner Sachsen und als deutscher Feldherr sich um die Armee hochverdient gemacht hat.
Der preußische Kultusminister hat die Bestätigung zu dein in Breslau geplanten Mädchen-Gymnasium versagt.
Die Nachricht, daß in der Reichsdruckerei der Stempel zum Ueberdruck der Briefmarken des Norddeutschen Bundes entwendet worden sei, wird von zuständiger Seite als falsch bezeichnet. Die Stempel sind sämmtlich vernichtet worden und zwar bereits im Jahre 1882. Wenn in spätern Jahren Falschstücke durch betrügerischen Verkauf an Sammler aufgetaucht sind, so kann zu der Anfertigung derselben nur ein nachgebildeter Stempel benutzt worden sein. Die Reichsdruckerei hat mit der Sache selbst sich nicht befaßt, und die gegentheiligen Behauptungen entbehren jeder Begründung.
Ueber die Einrichtungen der deutschen Schul- Sparkassen macht der „Verein zur Förderung der Jugend-Sparkassen in Deutschland" in seinem letzten Jahresbericht einige Angaben: Die erste Schul-Sparkaffe wurde in den 20 er Jahren in Goslar am Harz und eine zweite im Jahre 1833 in Apolda ins Leben gerufen. Doch erst im Jahre 1880 fanden diese Bestrebungen in iveitern Kreisen Verständniß, sodaß im Jahre 1882 in Deutschland im ganzen 655 Kassen mit 68 966 Sparern und 1,578 Millionen Mark Einlage zu zählen waren. Im Jahre 1896 gab es 1728 Schul-, Konfirmunden- und Pfennig-Sparkassen mit nicht weniger als 227 442 Sparern und mit über 2 7? Millionen Mark Einlagen.
Der Wirkliche Geheime Legationsrath Dr. v. B u ch k a, Direktor der Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen Amts, ist im Falle der Behinderung des Reichskanzlers mit dessen Vertretung in den Kommando-Angelegenheiten der kaiserlichen Schutztruppen in den afrikanischen Schutzgebieten an Stelle des bisher damit betraut gewesenen Unterstaatssekretairs Freiherrn v. Richthofen beauftragt worden.
Der Allgemeine evangelisch-protestantische Missionsverein, der bereits Mitte Januar seinen Missionar D. Faber in Shanghai beauftragt hatte, sich nach Kiao- tschou zu begeben, hat am Mittwoch in seiner in Gotha abgehaltenen Zentral-Vorstandskonferenz beschlossen, sofort mit praktischer evangelischer Missionsarbeit in der neuen deutschen Kolonie vorzugehen. Ein Aufruf an das evangelische Deutschland soll demnächst veröffentlicht werden.
Ausland.
Prinz Heinrich v o n P r e u ß e n ist am Mitt- woch^von Hongkong an Bord der „Gefion" nach Shanghai in See gegangen. Die „Deutschland" wird die Weiterreise erst später antreten.
Kaiser Franz Josef empfing heute in Wien 17 preußische Offiziere, welche anläßlich der Trauung der beiden Nichten des deutschen Botschafters mit den