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Gratisbeilagen r „Illnstrirtes Sonnragsblatt" n. „Illnitrirte lanSwirthschaftliche Beilage".
Sr. 41 I-merftl Sei 11 AM 1898.
Bestellungen auf das Hersselder Kreisblatt mit den Gratisbeilagen „Jllustrirtes Sonntagsblatt" ™t „Wustrirte landwirthschastl. Beilage" für das 2. Quartal 1898 werden von allen Kaiser: Heben Postanstalten, tandbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtlicher Theil.
Hersfeld, den 9. April 1898.
Die Herrn Bürgermeister des Kreises werden hierdurch an die Erledigung meiner Verfügung vorn 11. April 1896 I. III. Nr. 1056 (Kreisblatt 44) erinnert. Hiernach sind die RückstandsverHeichnisse der bis zum Schlüsse des Rechnungsjahres (31. März) nicht eingelösten Wandergewerbescheine bis spätestens zum 18. April der Königlichen Kreis,fasse hier vorzulegen bezw. .die Steuerbeträge für die eingelösten Gewerbescheine an diese Kasse einzuzahlen.
Ji III. Nr. 1074. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, den 12. April 1898.
Diejenigen Herren Ortsvorstände, welche noch mit Erledigung vom 23. März 1880 Nr. 3135, Kreisblatt Nr. 24, Ausräumung der Fluthgräben, Ent- und Be- wässerungsanlagen betreffend, im Rückstände sind, werden mit Frist bis zum 20. b. Mts. bei Meidung von 3 Mark Strafe hieran erinnert.
Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, am 21. März 1898.
Unter Bezugnahme auf die diesseitige Bekanntmachung vom 11. Februar 1873 (Kreisblatt Nr. 13), betreffend die Vertilgung der Raupennester, werden hierdurch die Ortsvorstände des Kreises aufgefordert, die gehörige
Unter der Kaperflagge.
See-Roman von Constamiu« Food.
(Fortsetzung.)
Gegenüber diesen beiden Wahrscheinlichkeiten mußte Lieutenant Lord eS vorziehen, nach Schottland zurück- zukehren und in den Tay einzulaufen.
Die Bramsegel wurden beigesetzt. Nun lief das Fahrzeug ungefähr 9 Knoten. Bis in 24 Stunden konnte man den Tay erreicht haben.
Unterdessen arbeiteten die Pumpen ununterbrochen weiter.
Die Leute brauchten nicht zu dieser Arbeit ermuntert zu werden; sie verstanden sehr wohl, daß sie zu Grunde gehen müßten, wenn sie zu pumpen aushören würden. |
Zur allgemeinen Freude tauchte endlich die graue Küste an der Mündung des Tay am Horizont auf.
Es war in der Tagwache.
Um Mittag würde man Anker werfen sönnen.
An den Pumpen arbeiteten die Leute mit neuem Muth — als das Wasser, das hell und klar, ohne Aufhören durch die Speigaten hinausgeströmt war, plötzlich zu schäumen begann, wie ein in Gährung befindliches Getränk.
Noch einige Züge an den Pumpenschwengeln, und es kam nur noch etwas Schaum.
Man stellte die Arbeit ein und peilte.
Das Schiff war leer.
Die Pumpen faßten kein Wasser mehr.
Mr. Viggins nahm selbst eine neue Peilung vor.
Vollziehung der deshalb ergangenen Vorschriften zu überwachen und gegen jeden Nachlässigen mit den den Ortspolizeiverwaltungen zustehenden Mitteln vorzugehen resp, dem Polizeianwalt zwecks der gerichtlichen Bestrafung nach § 368,2 des Strafgesetzbuches zur Anzeige zu bringen.
Die Königliche Gendarmerie wird thun, was ihre Pflicht ist.
Gleichzeitig erhalten die Herren Bürgermeister den Auftrag, für thunlichste Verbreitung der hierunter abgedruckten Belehrung über die Vertilgung der Kohlweißlinge zu sorgen und dahin zu wirken, daß Prämien für Einlieferung der weiblichen, im Frühjahr fliegenden Kohlweißlinge gezahlt werden.
I. I. Nr. 1507. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Die Vertilgung der Kohlweißlinge.
Jeder Landwirth und Gartenbesitzer kennt den großen Schaden, welchen die Raupen der Kohlweißlinge an den verschiedenen Kohlarten in Feldern und Gärten anrichten. Die Milliarden von Raupen anderer Art vertilgenden Vögel verschmähen fast ausnahmslos gerade diejenigen des Kohlweißlings. Das Geschäft der Raupenvertilgung bleibt deshalb vorzugsweise'-der menschlichen Thätigkeit überlasten. Diese vermag das Uebel auch zu bezwingen, wenn sie nur überall und zur rechten Zeit unter Anwendung der richtigen Mittel eingreifen wollte.
Bekanntlich überwintern die Kohlweißlinge als Puppen. Sie hängen oft in großer Menge an Bäumen, Hecken, Mauern, und an den Wänden von Gebäuden. Bei warmer Witterung kommen schon im April die Schmetterlinge zum Vorschein. Sie fliegen dann ziemlich einzeln.
Bald nachdem sich die Geschlechter gefunden, beginnt das Eierlegen an der unteren Seite kreuzblüthiger Gewächse (Raps, Meerettig rc.). Nach 10 bis 14 Tagen schlüpfen die Räupchen aus und beginnen an den sie beherbergenden Gewächse ihre zerstörende Thätigkeit. Nach viermaliger Häutung, welche innerhalb 4 Wochen bewerkstelligt wird, sind sie ausgewachsen und jetzt verpuppen sie sich an den oben näher bezeichneten Orten. Etwa 14 Tage nach dem Eierpuppen erscheint der Schmetterling.
Hiermit ist die erste Generation zum Abschluß gekommen und es beginnt nun die zweite. Die jetzt oft
Das Schiff war leer!
Mit einem wasserdichten Schiff in den Tay einzulaufen, davon konnte natürlich keine Rede sein.
Mr. Viggins erhielt nach Meldung beim Kapitän den Befehl, sofort wenden zu lassen und den Kurs auf Kap Lindesnaes zu nehmen.
Mr. Viggins machte zwar ein bedenkliches Gesicht. Allein der Kapitän wiederholte seinen Befehl: „Wenden, Mr. Viggins, unverzüglich wenden! Wir haben genug Zeit verloren!"
Der Befehl des Kapitäns mußte befolgt werden, und trotz des Unwillens unter der Mannschaft wurde das Manöver ausgeführt, und drei Tage später befand sich der Kreuzer „Claudia" endlich an der norwegischen Küste.
Beim ersten Anblick des aufsteigenden Landes ließ der Kapitän das Fahrzeug als Bark maskiren, um so jedes Mißtrauen gegen die wirkliche Natur des Schiffes zu verhindern.
Der maskirte Kreuzer konnte nun jeden Augenblick erwarten, daß sich ein Kaper herauslocken lassen würde, um ihm nachzufetzen. Infolgedessen wurde an Bord scharfer Auslug gehalten.
Mr. Viggins hatte auf Deck die Wache. Grübelnd, mit gesenktem Kopfe ging er auf und ab. Er sann über die eigenthümlichen Vorgänge der letzten Tage.
Plötzlich tönte es von der SeemarS: „Ein Segler!"
Mr. Viggins begab sich nach der Schanze und befahl einem dienstthuenden Kadetten nach dem Auslug hinauf- zusteigen und nähern Bescheid zu bringen ; Mr. Steffens beauftragte er, dem Kapitän drunten Meldung zu machen.
mastenhaft fliegenden Schmetterlinge legen ihreEier^und die aus diesen auskriechenden Raupen gelangen vor Winter in der Regel nur noch zum Verpuppen. Die Raupen dieser zweiten Generation sind es, welche in warmen, mehr trocknen als feuchten Jahren,außerordent- lichen Schaden anzurichten vermögen.
Soll nun eine wirksame Vertilgung der^Kohlweiß- linge vorgenommen werden, so muß diese sich erstrecken: 1. auf das wiederholte Aufsuchen und Zerdrücken der Eier, welche sich, wie gesagt, auf der unteren^Seite der kohlartigen Gewächse und stets in größerer Zahl auf einer kleinen Fläche vorfinden,
2. auf das Einsammeln und Vernichten der Puppen während der Wintermonate besonders während des Januars und Februars und ganz besonders
3. auf das Fangen der der ersten Generation 'angehörenden Schmetterlinge, welche im Frühjahr und im Vorsommer fliegen.
Das Fangen der Schmetterlinge der zweiten Generation bleibt erfolglos, weil die vorhandenen Masten dieser Generation gar nicht bewältigt werden können.
Derjenige verfährt somit rationell, welcher die Puppen im Winter vernichtet und die weiblichen Schmetterlinge der ersten Generation einfängt, denn hierdurch roub das Uebel an bet Wurzel angegriffen und im Keime erstickt.
Die weiblichen Schmetterlinge stnd aber leicht selbst im Flug an den schwarzen Flecken zu erkennen, welche sie auf der Mitte der Vorderflügel haben. Den Männchen fehlen dieselben.
Das Wegfangen unterliegt keinen Schwierigkeiten. Einmal ist die Zahl der Schmetterlinge im Frühling nicht groß und dann ist ja die Schmetterlingsjagd eine Lieblingsbeschäftigung der Jugend. Schaffe nur jeder Landwirth und Gartenbesitzer den Kindern Fangnetze an. Er setze für Einlieferung einer gewissen Anzahl dieser Frühlingsschmetterlinge Prämien aus. Es würde sich ohne Zweifel selbst lohnen, Tagelöhner mit dem Einfängen der Schmetterlinge zu betrauen.
Stadt- und Landgemeinden und die landwirthschaft- lichen Vereine sollten die Einlieferung der Kohlweißlinge ebenwohl angemessen prämiiren. Geschehe dies allgemein, so würde man des schädlichen Insekts bald Herr werden.
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Mittwoch den 4. Mai d. Js. von 9 Uhr Vormittags
Der fremde Segler erwies sich fürs erste als ein Dreimaster.
Nach einer halben Stunde war man darüber einig, daß es ein Kauffahrteischiff von ansehnlicher Größe sei.
Es lief wie die „Claudia" vor dem Wind und konnte also nicht dem englischen Kauffahrteigeschwader angehören, das wahrscheinlich schon durchgekommen war und dessen Kurs gerade der entgegengesetzte war.
Aller Wahrscheinlichkeit nach war es ein Ostindienfahrer, der zwischen den Orkney- und Shetlandsinseln nordwärts um Schottland gegangen war und möglicherweise Bergen angelaufen hatte; denn er befand sich bedeutend näher unter Land als die „Claudia".
Wie es schien, hatte man an Bord des Kauffahrers den Kreuzer noch nicht entdeckt oder jedenfalls ihn als unverdächtig angesehen; denn das Schiff steuerte unverändert seinen Kurs.
Lieutenant Lord gab Befehl, nach und nach ein paar Striche östlicher zu steuern, um so die Kurslinien der beiden Schiffe einander zu nähern. Aber auch dieser Umstand schien den fremden Segler nicht zu beunruhigen.
Er mußte sich vollständig durch das kauffahrteimäßige Aussehen des Kreuzers täuschen lassen.
Nach zwei Stunden war man auf Schußweite gekommen. Die „Claudia" wurde bei Wind gelegt, sodaß sie den Kurs des Ostindienfahrers quer durchkreuzte.
Dieses Manöver, das den Kauffahrer von der Küste abschnitt und mit der Schnelligkeit eines Kriegsschiffes ausgeführt wurde, konnte nicht verfehlen, Verdacht zu