Einzelbild herunterladen
 

y .........-"^'=K

Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.

Abonnementspreis vierteljährlich 1 Mark 40 Pfg. excl. Postaufschlag.

jP=.-7-^rr=------- . ..................... U

Die Jnsertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltzeile 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg.

Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.

X------- ...........

Gratisbeilagen:)lluftrirtss Sonnragsblatt^ n.)!lnitpirte lanSwirthschaftliche Beilage".

«r. 42.

IiMrstW Den 7. April

M.

am

4/3. für 10/3. H/3. 15/3. 16/3. 22/3. 29/3. 29/3. 30/3. 30/3.

31/3.

Amtlicher Tffeil.

Verzeichnis;

der im Monat März 1898 ausgestellten Jagdscheine.

Jahresjagdscheine:

Herrn Göbel, Forstmitaufseher, in Hersfeld.

Rittmeister von Jaeckel in Hersfeld.

Rechtsanwalt L. Suntheim in Hersfeld.

Bauunternehmer Georg Lämmerzahl in Hersseld.

Premier-Lieutenant Lindenberg in Hersfeld.

Gastwirth Conrad Grenzebach in Niederaula. "

Christoph Kleinkauf in Ludwigsaumühle bei Neilos.

Kaufmann Julius Kehr in Hersfeld.

G. Kehl, von Baumbach'scher Unterförster, in Goßmannsrode.

Premier-Lieutenant Viereck zu Oberrode.

stud. Arnold Rechberg in Hersfeld.

Wird bestehender Vorschrift gemäß hierdurch veröffentlicht.

Hersfeld, den 4. April 1898

Der Königliche Landrath Freiherr von Schlei nitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Ofer-e-Auction.

Freitag den 15. April d.Js., Nachmittags von 12*/.2 Uhr ab, sollen auf dem Königlichen Hauptgestüt zu Be­berbeck bei Hofgeismar ca. 3 ältere und jüngere Mutter- stuten und ca. 30 vierjährige Wallachen und Stuten öffentlich und meistbietend unter den im Termine bekannt zu machenden Bedingungen verkauft werden.

Sämmtliche Pferde sind angeritten oder gefahren und werden am Tage der Auction Vormittags 103/4 Uhr unter dem Reiter gezeigt.

Vormittags 10 Uhr werden am Bahnhof Hofgeismar Gestütwagen zur Beförderung der mit der Bahn ankom­menden Fremden nach Beberbeck bereit stehen.

Anmeldungen zur Benutzung dieser Wagen werden rechtzeitig durch die Post erbeten.

. Gedruckte Nationalisten der zum Verkauf kommenden Pferde können vom 25. März d. Js. ab hierselbst in Empfang genommen werden oder zur Versendung ge­langen.

Beberbeck, den 14. März 1898.

Königliche Gestüt-Direktion.

Auetiorrs-Auzeige.

Mittwoch den 4. Mai d. Js. von 9 Uhr Vormittags ab, sollen hierselbst ungefähr 80 Gestütspferde, bestehend

Unter der Kaperflagge.

See-Roman von ConstamiuS Food.

(Fortsetzung.)

Bei mir nicht, mein Bursche, und als anständiger Mann geht Ihr und Euer Steuermann mit, ohne Redens­arten so bedürft ihr keiner Armbänder. Ihr seht mir danach aus, als hättet ihr schon früher an Bord eines Kriegsschiffes gestanden und wisset, was das zu bedeuten hat. Ihr solltet als Seemann doch verstehen, daß wenn ein Schiff der Flotte Seiner Majestät Mann­schaft bedarf, der Chef das Recht hat, seine Leute zu nehmen, wo er sie finden kann."

Eine Bestimmung, die eine Schande ist für ein freies Land und die für einen Sklavenstaat passen könnte," murmelte Knud zornig.Aber Ihr habt die Uebermacht, Herr Lieutenant!"

Das ist die Rede eines verständigen Mannes. Ich bin überzeugt, daß ihr es nicht bereuen werdet, Jungens "

Mr. Steffens war offenbar besonders gut zufrieden mit dem Fang, den er so leicht gemacht hatte.

Die beiden gepreßten Seeleute schienen Burschen zu sein, die nicht jeden Tag in die Hände eines Preß- gängers fielen.

Daß er zwei Kapergasten gepreßt hatte^ bte gerade eine kühne Abrede besiegelt hatten, die sein Schiff betraf, das war ein Umstand, von dem sich der dritte Lieutenant derClaudia" nichts träumen ließ.

Der Kaperkapitän unb sein Freund hatten nämlich

aus Mutterstuten (zum Theil bedeckt), sowie 4jährigen Hengsten, Wallachen und Stuten meistbietend gegen Baar­zahlung verkauft werden.

Sämmtliche 4jährigen uno älteren Pferde sind mehr oder weniger geritten. Die zum Verkauf kommenden gerittenen Pferde werden am 2. und 3 Mai von 7 bis 10 Uhr Vormittags unter dem Reiter, sowie sämmtliche au denselben Tagen von 4 bis 6 Uhr Nachmittags auf Wunsch an der Hand gezeigt.

Listen über die zur Auction gelangenden Pferde wer­den am 23. April zum Versand rc. fertig gestellt sein und auf Ansuchen zugeschickt werden.

Für Personenbeförderung zu den bezüglichen Zügen vom und zum Bahnhof Trakehnen wird am 2., 3. und 4. Mai gesorgt sein.

Trakehnen, den 16. März 1898.

Der Landstallmeister gez.: von Oettinger.

Nichtamtlicher Theil.

Rarfreitag.

Dereinst als das große Wort ertönte: Es ist voll­bracht! da ist es ertönt für alle Zeit und für jede einzelne Menschenseele. Jeder von uns toll und darf dies Wort

nichts mehr und nichts weniger beschlossen, als selbst an Bord derClaudia" zu gehen.

Etwas Genaueres über das, was geschehen sollte, war nicht abgemacht worden, auch nicht darüber, wie sie selber davon kommen wollten. Vorläufig waren sie entschlossen, sich pressen zu lassen und an Bord des Fahr­zeuges zu gehen.

Dieser Plan war in Knud Ellingsens Kopf ent­standen, während der Wirth am vorigen Abend ihm die Eigenschaften der Kutterbrigg und ihre Bestimmung: Zerstörung der Kaperflotte um Lindesnaes, ausgeplaudert hatte eine Bestimmung, die gleichbedeutend war, mit Hunger, Noth und Elend daheim.

Konnte er diese Gefahr abwenden?

Furchtlos wie seine Natur war, dachte er in diesem Augenblick nicht an sich selber er mußte an Bord des Schiffes.

An Bord des Kreuzers seine Dienste anzubieten, hätte indessen Verdacht erregen können, der verhindert werden mußte.

Der junge Wagehals hatte deshalb am Morgen, ehe er das Wirthshaus verließ, seiner Wirthin einen Handel vorgeschlagen.

Sie sollte an Bord des Kreuzers gehen und die Frei­heit ihres Bruders erkaufen, indem sie die Preßgänger auf die beiden Seeleute aufmerksam machte, die man am gleichen Abend in der Schenke finden würde.

Dies war eine Maßregel, die geeignet schien, jeden Verdacht abzulenken.

auf sich beziehen; für jeden von uns ist das Werk der Erlösung vollbracht, wir haben es uns im Glauben an- zueignen. Aber allerdings, um es uns anzueignen, müssen wir aus der Natürlichkeit unsers alten Menschen heraus, müssen im tiefsten Grunde des Gemüthes den Kreuzes­weg gehen. Und dagegen sträubt sich der Sinn der Menschen, der auf irdische Ziele gerichtet ist und diese äußere Welt der Dinge für die wahre Welt nimmt, als gehörte der Mensch ganz und gar in diese sinnliche Welt hinein und "hätte darüber hinaus weder etwas zu erstre­ben noch zu erhoffen,

Die Wissenschaft dieser Zeit und aller Zeiten wurzelt bei allem ihrem Stolze auf den Reichthum ihrer Erkennt­nisse in nichts anderm als in dieser Sinnlichkeit und Aeußerlichkeit der Welt-Anschauung. Darum mag sie eine große Macht und Wirksamkeit besitzen, wo es gilt, die Natur zu beherrschen, Nützliches und Angenehmes zu schaffen und das äußere Leben zu bereichern und zu er­leichtern. Aber damit ist der Menschenseele nicht gehol­fen. Ihr Sehnen und Verlangen wird so leichten Kaufes nicht befriedigt. Wohlstand ist das sehnlichst erstrebte Ziel, die größte Menge der Güter und die leichteste Zu- gänglichkeit des Genusses für alle, und wenn man erreicht hat, was man bea°hn^Zo zeigt es sich, d"ß die Zunahme der äußern Güter nur das Gefühl der Armuth und der Entbehrung steigert, und daß die Menge des Genusses eine weit größere Menge des Verdrusses schafft, des Neides und des Hasses wider die andern, die es schein­bar besser haben im äußern Leben.

So gebiert der ungeheure Fortschritt aller Natur­wissenschaft und aller technischen Naturbeherrschung die Lust am Umsturz hier und die Verzweiflung am Leben dort. Diese vor allen frühern Epochen so hoch ausge­zeichnete Zeit um die Wende des Jahrhunderts ist die Zeit einer pessimistischen Lebens-Auffassung in weiten Kreisen der höher Gebildeten und Bessergestellten und einer tiefen Verbitterung gegen die gesammten staatlichen und gesellschaftlichen Einrichtungen in der großen Masse der minder Bevorzugten und minder Erfolgreichen. Wilde, ungezügelte Selbstsucht im Dienste materieller Interessen tritt mehr und mehr an die Stelle des Strebend nach den hohen Idealen der Freiheit und Vollkommenheit.

Eine Täuschung darüber ist gar nicht möglich, man müßte denn mit äußerstem Leichtsinn oder in muthwilliger Selbstverblendung an den sprechendsten Thatsachen vor­beisehen. Keine äußere Verbesserung des Lebens schafft in den Herzen die Befriedigung oder in den Verhältnissen

Mr. Steffens hatte also feinem Schiff einen ziemlich zweifelhaften Dienst geleistet, als er die beiden Kaper­gasten einfing, die er eine Stunde später an Bord brächte und auf dem deutschen Deck der Brigg einquartierte.

Beim Abschied von den Wirthsleuten hatte Knud noch ein Goldstück in die Hand der jungen Frau gleiten lassen und das Versprechen erhalten, daß sie dem Steuer­mann der Schaluppe von dem Vorgefallenen Nachricht geben wolle.

Eine halbe Stunde später sah Knud die Schaluppe im Nebel mit der Strömung den Fjord hinabtreiben. Die Sache war also in bester Ordnung.

XL

Es war eines Morgens in der Dämmerung, daß eine kleine Bark mit ihren Wintersegeln Jaederen ent­lang gefahren kam.

Wo die Bark herkam und wohin sie wollte, war eine Frage, welche die Leute drüben an der Küste beschäftigte. Daß es ein Kausfahrer aus Bergen wäre, meinten die einen, andere dagegen erklärten, daß man einen Wind­treiber vor sich habe, der durch den dreitägigen Sturm aus Süden nach Norden verschlagen worden sei. Aber die Bark war ziemlich weit in See, und was man von ihr drüben an der flachen Küste sah, war nur der Top, sodaß man keinen rechten Schluß ziehen konnte. Die Takelage war alles andere als gleichmäßig. Sie bot das Bild der Nachlässigkeit eines Kauffahrers. Die Stellung der Naaen und Masten war ebenfalls nicht