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Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.

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Die Jnsertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltzeile 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg.

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Hersselher Kreisblatt.

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9k. 38.IemerstW tajt März 1888.

DoiiilemeilK-IillÄNg.

Mit dem s. April beginnt ein neues Abonnement auf das wöchentlich 3 Mal erscheinende Hersselder Kreisblatt

mit den Gratisbeilagen

Wustrirtes Sonntagsblatt"» Jllnstrirte landivirthschaftl. Beilage".

DasKreisblatt" bringt außer den amtlicken Bekanntmachungen zuverlässige Mittheilungen über Er­eignisse in der Polttif, Berichte aus dem Kreise und der Provinz. Reichhaltige Nachrichten vermischten In­halts bringen alle sonstigen mittheilenswerthen Ereig­nisse des täglichen Lebens zur Kenntniß der Leser. Daneben werden sorgfältig ausgewählte Erzählungen einen weiteren Theil des Lesestoffes bilden.

'." Die wichtigsten Ereignisse gehen uns durch Telegramme zu und werden wir dieselben nöthigen- falls durch Extrablätter verbreiten.

Der vierteljährliche Abonnementspreis für das Kreisblatt" beträgt s Mark $Q pfg.

^tt^Vrt^ finden durch dasKreisblatt" zweckentsprechende Berbrei tung und kostet die fünsgespaltene Garmondzeile oder deren Raum 10 Pfg.

Zu zahlreichem Abonnement ladet ergebenst ein

die Expedition.

Amtlicher Theil.

Caffel, den 17. März 1898.

Nach einer Anzeige des Departements-Thierarztes ist es wiederholt vorgekommen, daß die Bürgermeister die Ausstellung von Bescheinigungen über Seuchenfreiheit verweigert haben. Ich ersuche Sie, die Ortspolizeibe­hörden anzuweisen, auf Erfordern die Bescheinigungen in Gemäßheit des § 3 meiner landespolizeilichen Anordnung vom 21. Juni 1897 A. III. 6310 auszustellen.

Der Regierungs-Präsident. J. B.: F l i e d n e r.

A. III. Nr/ 1332.

An die Herren Landräthe des Bezirks.

* *

Hersfeld, den 28. März 1898.

Wird den Herren Ortsvorständen des Kreises mit

Unter der Kaperflagge.

See-Roman von Constamius Food.

(Fortsetzung.)

Der Wirth sah etwas verblüfft aus und warf einen mißtrauischen Blick auf seine Gäste; es hatte eher den Anschein, als wäre er bange oder hätte Grund es zu

sein.

Der Kapitän hielt es darum für das Klügste, zu thun, als wenn er nichts verstanden hätte, und trank wieder dem Wirth zu, worauf er bezahlte und Tomstad einen Wink gab, ihm zu folgen. Die Frau war vor ihnen hinaus gegangen, nachdem sie einige Worte mit dem Mann am Schenktisch geflüstert hatte. AIs die beiden Kapergasten draußen stauben, sahen sie die Frau in ihrem Mantel und mit einem schweren Stock in der Hand der Stadt zugehen.

Tomstad hatte seine Mundbinde abgenommen.

Nun weiß ich, wohin wir zu gehen haben," sagte er,nach biftr botanischen Garten! Habt Ihr gehört?"

Der KaA-tän nickte stumm; er dachte darüber nach, was die Geschickte mit der jungen Frau zu bedeuten habe, und' ob nicht etwas dahinter steckte, das er sich zu Nutzen m/achen könnte.

Wißt Ihr vielleicht, was das für eine Uniform ist, die der Bursche trägt, Steuermann?" fragte er endlich.

Bezug auf die mittelst Verfügung vom 25. Juni 1897 I I. Nr. 3511, Kreisblatt Nr. 74, veröffentlichte Anord­nung zur strengen Nachachtung mitgetheilt.

I. 1653. Der Königliche Landrath

Freiherr von S ch l e i n i tz , Geheimer Regierungs-Ralh.

Dem Königlichen Landrathsamt in Hersfeld theile ich hierdurch ergebenst mit, daß in Herda die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und die Feldmarksperre für Herda unter dem heutigen Tage von mir verfügt wor­den ist.

Eisenach, den 23. März 1898.

Der Grobherzogliche Direktor des III. Verwaltungsbezirks.

I. V.: Dr. Vermehren.

An das Königliche Landrathsamt in Hersfeld. B. III. 1474.

* * * Hersfeld, den 28. März 1898.

Wird veröffentlicht.

I. 1636. Der Königliche Land rath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 26. März 1898.

Nach Mittheilung des Königlichen Landrathsamtes zu Homberg ist die unter den Schafen zu Ellingshausen ausgebrochene Räudekrankheit erloschen.

I. I. Nr. 1583. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Uichlamtlicher Theil.

3iiiii Geburtstage des Fürsten Mimik.

1. April.

Fürst Bismarck feiert au diesem Freitage seinen 83. Geburtstag. Rücksichten, die bei seinem hohen Alter erklärlich sind, haben dazu geführt, die zahlreichen Kund­gebungen der Verehrung, Liebe und Dankbarkeit, die ihm auch in diesem Jahre in Friedrichsruh entgegen gebracht werden sollten, auf ein geringes Maß zu be­schränken. Aber die Empfindungen, mit denen dieser Tag überall im Deutschen Reiche und darüber hinaus, wo Deutsche wohnen, begangen wird, sind dieselben Sie haben eher eine Verstärkung erfahren, weil jedes weitere Jahr, das die göttliche Vorsehung den alten Kanzler in körperlicher und geistiger Frische erleben läßt, dem deutschen Volke seinen Besitz köstlicher und theurer macht; ist doch Fürst Bismarck das lebende

Sollte es meinen habe mehrere solche Kerle hier in Leith durchgeprügelt," sagte Tomstad.

Also Polizei?"

Oder Nachtwächter, ja und würde nichts da­gegen haben, ihm eins auf den Schädel zu geben Pack das!"

Glaube es," meinte Knud.Ich hoffe aber, daß Ihr Euch nicht an dem da vergreifen werdet, denn es

ist die Frau des Hauses!

Tomstad schnitt ein erstauntes Gesicht und ließ ein langesHm" hören.

Ich sah wohl auch, daß der Bursche etwas ver­dächtig aussähe," erklärte er dann mit pfiffiger Miene. Was. meint Ihr, Kapitän, wie hängt das zusammen?"

Weiß nicht! Aber weil wir den gleichen Weg vor uns haben, so gehen wir ihr nach."

Sie geht schnurstracks nach der Stadt und um nach dem botanischen Garten zu kommen, müßen wir den gleichen Kurs innehalten," erklärte Tomstad.

So schritten sie im Halbdunkel weiter. Nach einer guten Viertelstunde waren sie mitten in der verkehrs­reichen Stadt, die schon damals bei 12000 Menschen zählte und von Seeleuten aus allen Gegenden der Welt wimmelte,

Es war keine besondere Gefahr vorhanden, in diesem Gewimmel und Sprachengewirr entdeckt zu werden.

Symbol des Ruhmes und der Größe unserer nationalen Auferstehung!

So flammt denn heute vom Meer bis zu den Alpen, von den tannenumkränzten Vogesen bis zur Memel, einem großen Freudenfeuer gleich, der Gruß der Hul­digung deutscher Herzen. Fürst Bismarck war es, der den Nanien Deutschland achtunggebietend erglänzen machte, in seiner Person stellt er seit drei Jahrzehnten einen wesentlichen Bruchtheil unsers nationalen Ansehens dar; er war es, bessert Rath Heere aufwog und bessert That Heere ersetzte, er ist uns Deutschen heute noch, im 83. Lebensjahre, für schwere Zeiten das große Landsturm- Aufgebot einer nimmer versiegenden nationalen Kraft. Kein Name unter den Lebenden wird mit größerer Ver­ehrung und Dankbarkeit genannt, als der des Fürsten Bismarck; kein Hoch auf Kaiser und Reich erklingt irgendwo auf deutscher Erde, in das der NameBis­marck" nicht als selbstverständlich und unzertrennlich verflochten wäre.

Wenn irgend etwas dem Altreichskanzler den Lebens­abend verschönt, so dürfte es die Wahrnehmung sein, daß das durch ihn geschaffene deutsche Vaterland nach innen und außen sich festigt und gedeiht. Namentlich wird Fürst Bismarck aus der Theilnahme des deutschen Volkes an der Hundertjahrfeier und an der Feier seines sechzigjährigen Militär-Dienst-Jubiläums die Zuversicht geschöpft haben, daß das deutsche Nationalgefühl noch ebenso stark in uns lebt, wie damals, als im Versailler Königschlosse die Kaiser-Proklamation erfolgte und der Traum unserer Vorfahren von Kaiser und Reich eine Erfüllung fand, wie sie niemand für möglich gehalten hatte. Waren wir damals mit einem Schlage den großen Nationen ebenbürtig an die Seite getreten, so gereicht es uns am Geburtstage des Schöpfers des Reiches, zu besonderer Genugthuung, daß unser deutsches Volk soeben durch die Annahme der Marine-Vorlage ge­zeigt hat, daß es der errungenen hohen Stellung würdig geblieben ist, und daß es sie zu behaupten wissen wird.

Möge Gott dem deutschen Volke den Fürsten Bis­marck auch fernerhin erhalten! Mit diesem Wunsche und mit der Bitte an den Lenker aller Geschicke, daß er dem greifen Staatsmanne den Abend seines großen, weltgeschichtlichen Lebens so freundlich wie möglich ge­stalte, glauben wir erschöpfend auszusprechen, was heute Millionen deutscher Herzen innerhalb und außerhalb der schwarz.weiß-rothen Grenzpfähle bewegt. Möge diesem Wunsche und dieser Bitte gnädige Erfüllung gewährt sein!

Aber in der Menschenmenge hatten die beiden Kaper­gasten ihren Mann aus den Augen verloren. Es war auch schließlich nicht besonders wichtig, die Sache auf- zuklären, und der Kapitän befahl seinem Steuermann, den Kurs nach dem botanischen Garten zu nehmen.

Eine halbe Stunde später lag die Stadt Leith hinter den beiden Abenteurern, die der Straße hinauf nach Edinburg folgten, bis Tomstad stehen blieb und dem Kapitän eine graue Mauer und einen Bretterzaun mit einem großen Gitterthor zeigte.

Es war der Eingang zu dem botanischen Garten, der schon zu jener Zeit zu den Sehenswürdigkeiten Edin- burgö gehörte. Das englische Parlament halte kurz vorher eine Summe von 40000 Mark für Treibhäuser und Pflanzungen bewilligt, ebenso wie die Stadt Edin­burg einen bedeutenden jährlichen Beitrag leistete. Der Garten umfaßte fünf Acker Land, von dem gerade ein Theil planiert und drainiert wurde.

Hier mußten die beiden mit ihren Operationen be­ginnen.

Für den Augenblick war der Garten verschlossen; nach einiger Mühe gelang es, an der Thür einen An­schlag zu lesen, der bekannt machte, daßPublikum und Interessenten" von zehn Uhr Morgens bis fünf Uhr Abends Zutritt erhielten.

Der junge Kaperkapitän, der einen Abstecher über