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telei" und gewährt in einzelnen Fällen (besonders bei vorübergehender Erwerbsunfähigkeit) Geldunterstützungen. An außerordentlichen Zuwendungen im abgelaufenen Jahre hat der Verein 346,90 Mk. zu verzeichnen. Für Kriegsfälle ist ein eiserner Bestand von 900 Mk. vor­handen. Der Verein unterhält eine Näh- und Flickschule, welche durchschnittlich von 50 Schülerinnen besucht wird und einen Zuschuß von 66,64 Mk. erforderte. Außerdem wurden Seitens des Vereins für arme Wöchnerinnen 53,40 Mk., für eine Weihnachtsbescheerung für arme Kinder 323,86 Mk., für Reisegeld und Unterstützung der nach Sooden zur Kur entsandten Kinder 118 Mk. ver­ausgabt. Einschließlich eines Vorjahrsbestandes von 1365,06 Mk. belief sich die Einnahme auf 2005,64 Mk, die Ausgabe auf 772,08 Mk., sodaß als Bestand 1233,56 Mk. verbleiben. Der Zweigverein Friedewald und Umgegend, (Vorsitzende Frau Amtsrichter Fuchs, Schriftführer Herr Pfarrer B ö t t e), hat 15 Mitglieder. Er unterstützt arme Kranke durch Verabreichung von Essen, auch werden innerhalb des Kirchspiels Instrumente für Kranke (Luftkissen, Eisbeutel, Irrigators u. s. w.) ver­liehen. Für arme Wöchnerinnen wird Kinderzeug gegeben, für sonstige arme Kranke auch Wein; ferner erhalten Arme zu Weihnachten kleine Gaben. Eine Nähschule erhält Unterstützungen. An Einnahmen hat der Verein einschl. eines Vorjahrsbestandes 181,33 Mk., an Ausgaben 77,63 Mk. zu verzeichnen, so daß ein Bestand von 103,70 Mk. verbleibt. Der Zweigverein Philippsthal (Vorsitzende Frau von R o s e n st o ck - R h ö n e ck , Schriftführer Herr Corvetten-Capitän a. D. v o n R o s e n st o ck - R h ö n e ck ,) hat 32 Mitglieder und unterstützt Kranke und Gebrechliche durch Verabreichung von Lebensmitteln. Durch eine zu Anfang des Jahres im Orte ausgebrochene Masern-Epidemie, welche viele Opfer dahinraffte, wurde die Thätigkeit des Vereins außergewöhnlich in Anspruch genommen. Vom Mutter­hause in Cassel wurde eine Schwester vom Rothen Kreuz gesandt, die zur Linderung der Krankheit das Möglichste geleistet hat. Seitens des Bezirksvereins Eassel wurden außer Wäsche und Fleischextract 60,50 Mk. und vom Haupivorstande in Berlin 100 Mk. gewährt. Am 1. WeihnachtStage sand eine Bescheerung statt, bei der Be­dürftige in 42 Parthien mit Lebensmitteln und warmen Kleidungsstücken bedacht wurden. Leider wurde dem Verein der stellvertretende Schriftführer Pfarrer Rosen- stock durch den Tod entriffen. Neben einem Vorjahrs- kassenbestande von 876,38 Mk. hatte der Verein eine Einnahme von 342,55 Mk. und eine Ausgabe von 344,15 Mk., so daß ein Bestand von 874,78 Mk. verbleibt.

(§) Hersfeld, 14. Februar. Bei einem übermäßig voll besetzten Hause hielt derSänger-Verein" seine alljährliche humoristische karneva - listische Abendunterhaltung gestern Abend im festlich geschmückten Saale des Gasthofs z u m S t e r n ab. Das Programm, welches derselben zu Grunde lag, war nicht nur ein äußerst reichhaltiges, sondern auch ein derart zusammengestelltes, daß die Lachmuskeln der an­wesenden Gäste sich in steter Bewegung befanden. Sämmt­liche Mitwirkende hatten ihr bestes Thun und Können eingesetzt und gelangten daher alle Nummern des Pro­grammes in großartiger Weise zum Vortrage. Reichen Beifall erndteten dieselben. Dem Konzert reihte sich ein Tänzchen an, welches die Theilnehmer dann bis in frü­her Morgenstunde in fröhlichster Stimmung zusammen- hielt. Hoffentlich tritt der beliebte Verein, welchem für den genußreichen Abend an dieser Stelle gedankt sei, recht bald wieder einmal an die Oeffentlichkeit.

§ Hersfeld, 14. Februar. Dem Vernehmen nach ist der Schutzmann Herr P i l g r a m aus Sondershausen, dessen Probezeit abgelaufen war, von den städtischen Be­hörden definitiv angestellt worden.

t Hattenbach, 13. Februar. Vergangenen Don­nerstag ereignete sich hier ein eigenartiger Un­glück s s a l l. Als der Zimmermeister Thomas Heupel von Breitenbach von einer Geschäftsreise zurückkam, kehrte

er in hiestger Gastwirthschaft eilt Dort traf er uner­wartet einen alten Bekannten, und in ihrer Freude um­armten sich die beiden Freunde. Hierbei jedoch kamen dieselben zu Fall, wobei rc. Heupel einen Bruch des linken Unterschenkels erlitt.

Caffel, 11. Febr. Als Warnung für Gastwirthe, genauer auf die in ihren Localen angewandten Karten­spiele zu sehen, möge folgender Fall dienen, welcher am hiesigen Schöffengericht zur Verhandlung kam. In dem Locale eines hiesigen Gastwirths unterhielten sich öfters einige Herren mit dem sogen.Peterspiele" ; öfters wurde auch ein Spiel,Lotterie" betitelt, ausgeführt. Der Gewinn- und Verlustumsatz betrug bei diesem Spielen gar oft 5060 Mark. Weil der Wirth dieses gestattet, war er nach § 285 des Strafgesetzbuches unter Anklage gestellt. Da der Angeklagte seither unbescholten war, so erkannte der Gerichtshof nur auf eine Geldstrafe von 20 Mark eventuell vier Tage Gefängniß und die Kosten des Verfahrens. (T.)

Marburg, 10. Februar. Heute Nachmittag gegen 5 Uhr erfolgte plötzlich in dem jetzt leer stehenden, früheren Heineberg'schen Verkaufslocal, welches jetzt durch Kauf in den Besitz des Herrn Kaufmanns Storck übergegangen ist, eine furchtbare Detonation. Zugleich sah man Glas­scherben, Holzstücke 20. die ganze Straße nach allen Richt­ungen hin bedecken. Es stellte sich bald heraus, daß im Souterrain die Gashähne aufgedreht waren und ein Arbeiter mit brennendem Streichholze den Raum betreten hatte, worauf die Explosion erfolgte. Der Mann wurde zu Boden geschleudert, kam jedoch, wie die oben im Laden befindlichen Leute, mit dem Schrecken davon, auch war die Straße zum Glück gerade menschenleer. Der Knall war weithin hörbar.

Wiesbaden, 11. Februar. In mehreren Orten längs der Lahn, so in Ems, Nassau und Braubach, wurden während letzter Nacht heftige Erdstöße verspürt, die Möbel und Bilder schwankend machten; die Erdbe­wegung dauerte 3 Sekunden.

Aus der Rhön, 10. Februar. In Löhrieth bei Neustavt fiel das außereheliche Kind der Elisabetha M. aus Kircheich in einen mit Treber angefüllten Bottich und ertrank. In ganz unmittelbarer Nähe des Bottichs stand der Kinderwagen, so daß ?man annehmen konnte, das Kind sei aus dem Wagen gefallen und so im Bot­tich um's Leben gekommen. Nachdem aber schwerwiegende Verdachtsmomente vorhanden, daß absichtliche Tödtung des Kindes vorliege, wurde die M. durch die Gendarmerie verhaftet und in das Amtsgerichtsgefängniß zu Neustadt eingeliefert.

Gießen, 10. Februar. Die bei Büdingen befind­liche bekannte Büdinger Glashütte ist vorgestern total eingeäschert worden.

Vermischtes.

In Klosdorf sind die drei von ihrer Mutter in der Stube eingeschlossenen Kinder des Arbeiters Gebauersche» Ehepaares im Alter von 1, 3 und 4 Jahren erstickt; Stücke Holz und ein Strohsack, die beim geheizten Ofen lagen, hatten zu schwelen angefangen und erstickenden Qualm verbreitet.

Ein halbes Jahr ist nun verflossen, seitdem in Ncudingen (Württbg.) dasschlafende M ä d ch e u" Johanna Mattes, nachweisbar die letzte Nahrung zu sich genommen hat. In letzter Zeit jedoch mehrten sich, wie demN. T." gemeldet wird, die Zeichen, welche eine, wenn auch unregelmäßige und dürftige Nahrungsaufnahme als denkbar erscheinen lassen. Die Kranke ist wiederholt von ihren Angehörigen außer Bett oder in Augenblicken, als sie aufzustehen sich anschickte, überrascht worden. Auch soll man einmal Brosamen in ihrem Bett entdeckt haben. Die Möglichkeit ist also nicht ausgeschlossen, daß das Mädchen in unbewachten Stunden lassen es doch die Eltern, wenn sie der Arbeit nachgehen, meistens allein Nahrung zu sich genommen hat.

In Währing bei Wien hat am Sonnabend der 10jährige Sohn des Kondukteurs Markowetz durch einen beim Spiel abgegebenen Schuß aus einem alten Gewehr seine Mutter erschaffen. Der Kondukteur hatte das alte Gewehr um einige Kreuzer gekauft, um daraus für seinen Sohn eine Windbüchse zu machen, und hielt das Gewehr versteckt. Die Kinder hatten das Ge­wehr aber in seiner Abwesenheit aufgefunden und schaffen damit einige Papierkapseln ab. Schließlich entzündeten diese eine in dem Lauf steckende alte Rehpostenladung, und diese traf unglücklicher Weise die Mutter der Kinder.

Bern, 11. Febr. Gestern hat ein Individuum auf den französischen Viceconsul zwei Revolverschüsse abgefeuert. Der Consul blieb unverletzt. Der Attentäter behauptet, Anarchist zu sein, man vermuthet aber, es mit einem Geisteskranken zu thun zu haben.

Aus Kalkutta, 19. Januar, wird ge­schrieben : Zu den mannigfachen Kalamitäten, von denen Indien im Laufe des vergangenen Jahres befallen wurde, ist Ende Oktober 1897 noch ein furchtbarer Zyklon hinzu­gekommen, welcher im Distrikt Chittagong schreckliche Verwüstungen angerichtet hat. Einem amtlichen Bericht des damaligen stellvertretenden Gouverneurs von Bengalen zufolge hat der Sturm 65 Dorfschaften mit einem Flächen­inhalt von 193 englischen Quadratmeilen überschwemmt, und man schätzt die Zahl der ums Leben gekommenen Menschen auf 1012 000 Personen.

In der Nacht zum Freitag ist in H u l l der DampferMarbella" in Folge eines Zusammenstoßes mit dem britischen KriegsschiffGalatea" gesunken. Die Marbella" hatte 27 werthvolle Rennpferde an Bord. Als dieGalatea" zur Feststellung des erlittenen Schadens ins Dock gehen wollte, strandete sie.

(Kurz u n d b ü n d i g.) Aus B ü t o w (Hinter« pommern) wird derD. Z." gemeldet: Fräulein Sch. zu Klein-Tuchen war im Begriff, den Besitzer G. zu Bernsdorf zu ehelichen. Auf dem Standesamt erfuhr sie, daß ihr Schatz zehn Jahre älter war, als er ihr gegenüber angegeben hatte. Kurz entschlossen sagte sie deshalbNein" und der Bräutigam tröstete sich, indem er sich mit einer anderen Maid verlobte.

(Gemüthliche Abwehr.) Gattin:Mir hat vergangene Nacht geträumt, ich hätte von dir ein wunderschönes Kleid bekommen!"Na, da bist du doch wohl einmal zufrieden gewesen!"

(E i n D i ch t e r w o r t.) Die ebenso ältliche, wie magere und gefallsüchtige Frau Müller tritt vor ihren Gatten in einem schweren Seidenkleide, das ein gewaltiges Geräusch macht. Frau Müller:Nun, Männchen, wie gefall' ich Dir?" Herr Müller:Hm. Mir fällt das Wort eines Dichters ein." Frau Müller:Ach, wirklich? Und welches?" Herr Müller:Es rauscht in den Schachtelhalmen!"

Standesamtsbezirk Hersfeld.

Vom 16. bis 31. Januar 1898. Eheschließungen.

Am 22. Andreas Hild, Fabrikarbeiter, mit Anna Christine Alt zu Heenes. 29. Gustav Hermann Paterige, Fabrikarbeiter, mit der Dienstmagd Katharine Pfaff von hier.

Geburtsanzeigen.

Am 16. Willi, S. des Kolporteurs Georg Dietzel. 18. Anna Martha, T. des Tuchmachers Johannes Klug. 19. Elisabeth, T. des Tagelöhners Johannes Strube. Kurt Arthur, S. der unverhei- ratheten Anna Catharina Stienmetz. 20. Heinrich Otto Rein­hard, S. des Kaufmanns Heinrich Wilhelm Kniese. - 21. Johann Friedrich, S. des Bürstenmachers Adam Christian Franke. 22. Bertha Lydia, T. des Schuhmachers Hermann Lange. 25. Wilhelm, S. des Küfers Wilhelm Hagedorn. 27. Christine, T. des Tage­löhners Christian Bust. 31. Johanna Elise Clothilde, T. deS Spedi­teurs, Gastwirths und Oekonomen Johann Heinrich Burghard Stuck- Hardt. Johannes, S. des Fabrikanten Konrad Seelig.

S t e r b e f ä l l e.

Am 17. JustuS Wille, Bäckermeister, 67 Jahre alt. 20, Wil- helmine Elisabeth Maria, Ehefrau des Kürschners Emil Groß, ß6 Jahre alt. 22. Max Mache, Tagelöhner auS Neu-Berun, 51 Jahre alt. Sophie Wilhelmine, T. des Fabrikarbeiters Johannes Braun, 8 Monate alt. 30. Helene Reinemann, ledig, 83 Jahre alt.

Entsprechend § 15 des Gesetzes über die Kandelskammer» vom 19. August 1897 bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß in der am Freitag den 11. Februar d. Js. abgehaltenen Neu­wahl im Wahlbezirk Kersfeld die Herren

Ad. Wovor,

Carl Conrad Ziekeudraht zu Mitgliedern der Kandels- Kammer gewählt worden sind.

Einspruch gegen diese Wohl ist mit entsprechender Begrün­dung, innerhalb zweier Wochen, bei der Handelskammer einzu- reicken.

Cassel, den 12. Februar 1898.

Die Handelskammer:

Pfeiffer. Vogt. Dr. Rohr.

Oberförsterei Siederaula.

Am

Dienstag den 22. Februar von Vormittags 10 Uhr ab, sollen in der Grenzebachfchen Wirthschaft hierselbst öffent-

lich

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