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«r. 26.

Iieilstog den 15. Februar

1888.

Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 11. Februar 1898.

Diejenigen Herren Ortsvorstände, welche mit Erle­digung meiner Verfügung vom 4. Januar d. Js. J. A. Nr. 30, Kreisblatt Nr. 7, die Einreichung des Verzeich­nisses über noch nicht geimpfte Kinder betreffend, im Rückstände sind, werden mit Frist bis zum 1 8. b. M t S. bei Di e i b u n g von 3 Mark Strafe hieran erinnert.

J. A. Nr. 30. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 8. Februar 1898.

Nach Mittheilung des Königlichen Landstallmeisters zu Dillenburg treffen die Königlichen Beschäler am 26. bezw. 27. d. Mls. auf Station Hersfeld bezw. PhilippS- lhal ein.

Die Herren Ortsvorstände werden hierdurch angewie­sen, solches den Pferde-Züchtern bezw. Stutenbesitzern milzutheilen.

J. I. Nr. 752. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Nichtamtlicher Theil.

Eilt sprechendes Bild.

Das englische WitzblattPunch" brächte kürzlich folgendes Bild: An einem Quai steht vor einer Tafel, die die Ausschrift:Britische Kohlenstation" trägt, ein behäbiger englischer Matrose, der drei mit leeren Kohlen- körben nahenden andern Matrosen, einem russischen, einem deutschen und einem französischen, zuruft:Was, Jungens, ihr wollt von meinen Kohlen für China haben? Gut so!" Und bei sich selbst denkt der Engländer, wie aus der Unterschrift des Bildes hervorgeht:Ich kann ja jederzeit die Lieferung einstellen!" Bild und Unter- schrrst reden eine deutliche Sprache und veranschaulichen ganz richtig die günstige Lage, in der sich England durch seine vielen Kohlenstationen befindet.

Die Engländer haben in der That ein Recht sich der

Unter der Kaperflagge.

See-Roman von Constaniiu« F l o o d.

(Fortsetzung.)

Knud dachte an Elisa, wenn sie nur neben ihm hätte sitzen können und all dies Schöne mitgenießen. Auf einmal wurden Stimmen laut. Eine große Barkasse kam mit der Strömung herab gegen die Schaluppe ge­trieben.

Es schienen Leute von der Fregatte zu sein. Knud kannte die Stimmen aus dem täglichen Verkehr, der zwischen den Offizieren der beiden Schiffe stattgefunden hatte. Die Stimmen näherten sich. Sie klangen sehr erregt.

^,Jch nenne es schlechte Erziehung, durch Streit den Leuten ein Fest zu verderben," tönte es von einer halb­trunkenen Stimme.Solchen Rum, wie der Gouverneur servierte, trinkt man nicht jeden Tag."

Ich nehme an, daß Ihr fürs erste Rum genug er­halte» habt," sagte ein anderer,und ich denke, daß Ihr selbst morgen die gleiche Erfahrung machen werdet."

Halte baß Maul!" lautete die Antwort Aber wie ging es denn eigentlich zu ? Blieb Mr. Dylow auf dem Platz? war kein Lebensfunke mehr in ihm?"

Der Doktor sagte, er sei fertig."

Ein böser Stoß! Mr. Stein hätte ihn doch seiner schönen Schwester halber schonen können, wenn er nicht in Betracht ziehen wollte, daß Dylow mir 1000 Rupien schuldet"

So, Dylow schuldet Euch 1000 Rupie», ehrenwerther

politischen Weitsichtigkeit zu rühmen, die sie auf den fernsten zahlreichen Kohlenstationen in überseeischen Ländern bewiesen haben. Ein englisches Kriegsschiff kann auf dem langen Wege von London bis nach dem fernen Osten wegen Kohlenmangels nicht in Verlegenheit kommen; eine englische Kohlenstation reiht sich an die andere: Gibraltar, Malta, Aden, Carache, Bombay, Ceylon mit drei Stationen, Madras, Calcutta, Pulo- Pinaez, Singapore, Hongkong. Ein Theil dieser Stationen ist befestigt. Keine andere seefahrende Nation kann sich eines ähnlichen Vortheils rühmen. Die Fran­zosen haben nur einige unbedeutende Stationen, Rußland besitzt in Ostasien nur den einen befestigten Hafen Wladiwostok, der obendrein hoch im Norden gelegen ist.

Der englische Matrose auf dem Bilde desPunch" hat ganz recht, wenn er den Kameraden der andern Marinen von seinen Kohlenvorrälhen etwas zukommen lassen will. Denn die Verweigerung von Kohlen auf > einer auswärtigen Station gilt allgemein als eine un­freundliche Handlung, und die Ausrede, selbst nicht genug Kohlen zu besitzen, würde nur Mißtrauen erwecken. Aber ebenso recht hat der englische Matrose mit seinem stillschweigenden Vorbehalt. Wenn es hart auf hart kommt, mache ich meine Kohlenlager zu. und dann -nagt ihr andern in Ostasien sehen, wo ihr bleibt. Erst kürz­lich noch hat bteSt. James Gazette" erläutert, daß sich fremde Flotten im Falle ernster Verwicklungen in Ostasien zwar eine Zeit lang in Wladiwostok oder in japanischen Häfen, falls diese nicht auf der englischen Seite wären, mit Kohlen versehen könnten, daß sie aber doch schließlich unter Kohlenmangel leiden müßten, zumal wenn auch Japan seine Lager sperre. Könnt?» so die verbündeten Kriegsschiffe anderer Nationen zwar nicht durch Kohlenmangel schachmatt gesetzt werden, so würden sie doch bei Sperrung der englischen Stationen so lange in Schach gehalten, bis England seine großen Kriegs­schiffe in genügender Zahl aus der Heimath herange­holt habe.

Es geht daraus hervor, wie nothwendig für Deutsch­land, das bisher überhaupt keinen Stützpunkt in Ostasien besaß, die Erwerbung von Kiaotschau war, und wie wichtig überhaupt eine größere Bewegungsfreiheit zur See ist.

Mr. Steffens 1" ließ sich wieder die etwas trunkene Stimme in höhnischem Tone vernehmen.Es war vielleicht der Preis für die Ehre, seine Schwester zu Tische führen zu dürfen. Ich vermuthe, daß der ehrenwerthe Mr. Steffens den Platz hat bezahlen müssen. Aber es sollte mich nicht wundern, wenn Ihr auf eine andere Weise zu Eurem Gelde kämet! '

Der Sprechende war einer von den Kadetten an Bord der Fregatte, ein junger, kecker Bursche, mit Namen Hugh Williams, den Knud öfter in Gesellschaft des Obersteuermanns gesehen hatte.

Was soll das Gerede!" mischte sich jetzt ein anderer in das Gespräch.Der ehrenwerthe Mr. Steffens ist ein Gentleman sein Großvater ist Lord und er selbst ein Gentleman, sage ich, und wenn Mr. Stein ihn um sein Glück bei Fräulein v. Dylow beneidet, dann werde ich Mr. Steffens Sekundant fein!"

Wieviel schuldet Ihr ihm, Mr. Knud?" kam es in gereiztem Ton von einer anderen Seite.Nun, es geht mich übrigens nichts an, aber wenn Mr. Stein seiner­seits um einen Sekundanten verlegen sein sollte, so bin ich sein Mann."

Du hast die Geschichte gesehen, Hugh Williams!" sagte ein anderer.

«Ja, das habe ich!" sagte der Angeredete. Mr. Stein schonte fortwährend den betrunkenen Burschen und suchte ihm Vernunft einzureden. Die Dänen sind wahrhaft größere Trinker als irgend einer von uns. Sie trinken wie Waschschwämme, und Dir. Dylow ist einer der schlimmsten. Er war nach Tisch ärger be-

Politische Nachrichten.

Jnland.

Berlin, 13. Februar.

Se. Majestät der Kaiser unternahm heule Morgen einen Spaziergang, machte dem Staatssekretair des Auswärtigen Amts, Staatsminister v. Bülow, einen kurzen Besuch und fuhr darauf bei dem Prinzen Georg von Preußen vor. Um 10 Uhr hörte Allerhöchstderselbe die Vorträge des Chefs des Generalstabes, Generaladju­tanten, Generals der Kavallerie v. Schlieffen, und des Chefs des Militairkabinets, Generaladjutanten, Generals der Infanterie v. Hahnke.

Se. Majestät der Kaiser hat für die im März in Würzburg stattfindende deutsche Brieftauben - Ausstel­lung eine große goldene Medaille gestiftet.

Großfürst Konstantin Konstantinowitsch von Rußland war in diesen Tagen von Petersburg auf der Durchreise zur Feier der Hochzeit des Prinzen Ernst von Sachsen- Altenburg in Berlin. Großfürst Konstantin wurde am 9. April vorigen Jahres von Kaiser Wilhelm II. zum Chef des Garde-Grenadier-Regiments Nr. 5 ernannt ruck benutzte seine Anwesenheit in Berlin, diesem seinem Regiment in Spandau einen Besuch zu machen. Der Kaiser erwartete den Großfürsten in Spandau. Nach der Besichtigung des Regiments fand in dessen Offizierkasino ein Diahl statt, wobei der Kaiser auf den Kaiser von Rußland ein Hoch ausbrachte, der Großfürst trank auf den deutschen Kaiser und das Regiment.

An dem diesjährigen K a i s e r m a n ö v e r sollen das X Armeecorps und das IX. theilnehmen.

Zu den Reden des Staatssektretärs von Bülow schreibt das WienerFremdenblatt" :Die Zustimmung, die der Rede des Staatssekretärs v. Bülow sowohl im Reichstage als auch in der Preffe zu Theil wurde, wird ihr gewiß auch im Volke selbst nicht fehlen. Die Rede war von ruhigem Freimuth im Tone, der dem Selbst­bewußtsein und der Loyalität einer Großmacht entspricht und der das sichere Krastgefühl der politischen Leiter des Reiches auch dessen Bürgern mittheilt. Inhaltlich war sie nicht weniger geeignet, sowohl in Deutschland, als auch im Auslande angenehm zu berühren." Das N. Wiener Tgbl." sagt:Durch diese Diplomatenrede ging ein frischer, kräftiger Zug. Man sieht sich einem klaren, festen Willen und einem scharfen Geiste gegen-

trunken denn je, ich glaube, daß Mr. Stein versuchte, ihn zum Gehen zu bewegen. Aber statt deffen wurde er noch lauter, und ein wenig nachher sah ich ihn den Degen ziehen und angreifen!"

Nun weiter!"

»Mr. Stein versuchte sich zurückzuziehen. Als ihm dann eine Hecke den weiteren Rückweg versperrte, blieb ihm nichts anderes übrig. als gleichfalls blank zu ziehen und sich zu vertheidigen 1"

»Und so rannte ihm Dylow den Degen durch den Leib."

Unsinn! Der betrunkene Bursche stürzte sich gegen Mr. Steins Degen und rannte ihn sich selber in den Leib. Darauf will ich einen Eid ablegen. Und wenn man gegen Mr. Stein deshalb gerichtlich Vorgehen sollte, so will ich als britischer Offizier hoffen, daß wir Ordre erhalten, ihn an Bord der Fregatte zu nehmen und unsere Flagge zu hissen. Wollen sehen, ob die Dänen die Kühnheit haben, seine Auslieferung zu ver­langen !"

»Gut gesprochen, Hugh! Hurra, Altengland! Jungens, wir nehmen Mr. Stein an Bord!"

Die Stimmen verloren sich. Es trat wieder Stille ein. Auch die Musik im Garten des Gouverneurs hatte aufgehört.

Plötzlich wurde drüben von der Brücke des Forts die Schaluppe augerufen. Es war der frühere zweite Steuer- Ulan» desGraf Bernstorff", der nach Jngmar Steins i Abgang an dessen Stelle gerückt war. Die Schaluppe wurde beordert, an der Brücke anzulegen.