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Gratisbeilagen:)tt«ftrirter Sonntag-blatt"* n.Allnstrirte lanSwirthschaftliche Beilage"".

Nr. 19. S-mben- -es 12. Februar 188t

Erstcs Blatt.

Bestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt mit den Gratisbeilagen Jllustrirtes Sonntagsblatt" »n» Jllnstrirte landwirthschaftl. Beilage" für die Monate Februar und März werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, kandbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Berlin, den 16. November 1897.

Bekanntmachung wegen AuSreickung der Zinsscheine Reihe XI zu den Stammaktien der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn.

Die letzten Zinsscheine Reihe XI Nr. 1 bis 14 zu den Stammaktien der Niederfchlesisch-Märkischen Eisen­bahn über die Zinsen für die Zeit vom 1. Januar 1898 bis 31. Dezember 1904 werden vom 1. Dezember 1897 ab von der Kontrole der Staatspapiere hierfelbst, Ora- nienstraße 92/94 unten links, Vormittags von 9 bis 1 Uhr, mit Ausnahme der Sonn- und Festtage und der letzten drei Geschäftslage jedes Monats, ausgereicht werden.

Die Zinsscheine können bei der Kontrole selbst in Empfang genommen oder durch die RegierungS-Haupt- kasse, sowie in Frankfurt o. M. durch die Kreiskaffe bezogen werden. Wer die Empfangnahme bei der Kon- trole selbst wünscht, hat derselben persönlich oder durch einen Beauftragten die zur Abhebung der neuen Reihe berechtigenden Zinsscheinanweisungen mit einem Ver­zeichnisse zu übergeben, zu welchem Formulare ebenda und in Hamburg bei dem Kaiserlichen Postamte Nr. 1 unentgeltlich zu haben sind. Genügt dem Einreicher eine nummerirle Marke als Empfangsbescheinigung, so ist das Verzeichniß einfach, wünscht er eine ausdrückliche Be­scheinigung, so ist es doppelt vorzulegen.

Unter der Kaperflagge.

See-Roman von Constanliu« Floo d.

(Fortsetzung.)

Die Offiziere eines solchen Schiffes wiren meistens Leute, welche die Seeakademie durchgemacht hatten. An Bord ging alles zu wie auf einem Kriegsschiff.

Ein Ostindienfahrer mußte einim Frieden zum Krieg bereites" Schiff sein.Graf Bernstorff", mit dem die beiden Leichtmatrosen Knud und Andreas ihre Reise machten, führte feine 20 Kanonen und hatte eine Besatzung von 80 Mann außer 20 Offizieren und Unter­offizieren.

An Bord desGraf Bernstorff" lernten unsere beiden Freunde mit den Kanonen umgehen unter Anleitung eines jungen Seemannes, dessen Name später neben demjenigen Knud EllingsenS und Andreas KristoffensenS in den Volksmund kommen sollte.

Hier an Bord desGraf Bernstorff" war er ihr Vorgesetzter als Obersteuermann oder erster Offizier des Schiffes, eine Stellung, die er ebensosehr durch seine seemännische Tüchtigkeit wie durch die Ausbildung er­rungen, die er auf der Seeakidemie erhalten hatte.

Er hatte indessen die Absicht, nur bis zur Ankunft in Tranquebär auf diesem Posten zu bleiben. Dort wollte er in der einen oder andern Stellung beim Gou­vernement zurückbleiben.

Es giebt etwas, das jede Mannschaft schätzt: gute Seewiffenschaft bei ihren Offizieren.

Im letzteren Falle erhalten die Einreicher das eine Exemplar, mit einer Empfangsbescheinigung versehen, sofort zurück. Die Marke oder Empfangsbescheinigung ist bei der Ausreichung der neuen Zinsscheine zurück- zugeben.

Zu Schriftwechsel kann die Kontrole der Staats­papiere sich mit den Inhabern der Zinsscheinanweis- ungen nicht einlassen.

Wer die Zinsscheine durch eine der obengenannten Provinzialkassen beziehen will, hat derselben die Anweis­ungen mit einem doppelten Verzeichnisse einzureichen. Das eine Verzeichniß wird, mit einer Empfangsbeschei­nigung versehen, sogleich zurückgegeben und ist bei Aus­händigung der Zinsscheine wieder abzuliefern. Formulare zu diesen Verzeichnissen sind bei den gedachten Provin­zialkassen und den von den Königlichen Regierungen in ben Amtsblättern zu bezeichnenden sonstigen Kassen un­entgeltlich zu haben.

Der Einreichung der Stammaktien bedarf es zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn die Zinsscheinanweisungen abhanden gekommen sind, in diesem Falle sind die Stammaktien an die Kontrole der Staats­papiere oder an eine der genannten Provinzialkassen mittels besonderer Eingabe einzureichen.

Hauptverwaltung bet Äaatsfchuldeu. gez. v. H o f f m a n n.

* * *

Cassel, den 24. November 1897.

Die vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch mit dem Bemerken veröffentlicht, daß die in derselben be­zeichneten Formulare von der hiesigen Regierungs­Hauptkasse und den Kreiskassen unseres Bezirks verab­reicht werden.

Königliche Regierung. Haussonville.

Aufgefangen: in der Werra ein Kahn. Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Harnrode.

Gesunden: eine Pferdedecke. Meldung des Eigen- lhümers bei dem Ortsvorstand zu Mecklar.

Politische Nachrichten.

Inland.

Berlin, 10. Februar.

Se. Majestät der Kaiser begab Sich heute Vor-

Doch sollte Jngmann Stein auch auf andere Weise Gelegenheit erhalten, sich als ein Mann mit kühnem Muth zu erweisen.

Graf Bernstorff" wurde eines Nachts an der Küste von Afrika von Seeräubern angegriffen, ein für einen Ostinoiensahrer jener Zeit kein seltenes Ereigniß.

Die Schnelligkeit, mit der dieser Angriff abgeschlagen und der Feind zu überstürzter Flucht getrieben wurde, verdankte man dem ersten Steuermann. Es war seine Wache, die sich aus Deck befand, und seine Wache, der die Ehre für den glücklichen Ausgang des kurzen, hitzigen Kampfes zusiel, der gerade zu Ende war, als die übrige Schiffsmannschaft auf Deck stürmte.

Bei dieser Gelegenheit war es, daß der erste Steuer­mann auf die beiden Leichtmatrosen ausmerksam ward. Auf seine Empfehlung hin wurden sie zu Vollmatrosen besördert und als Schaluppenruderer angestellt.

Die beiden hatten bei jenem Kampfe auch noch einen andern Freund gewonnen, den Bootsmann, Meister Joachim. Er war ein komischer kleiner Knirps, un­gefähr halb so groß wie ein gewöhnlicher Mensch, sonst aber ein tüchtiger Seemann.

Bei dem Uebersalle hätte Meister Joachim leicht noch um einen Kops kurzer werden können. Ein schwarzer Kerl war durch eine Kanonenpsorte hereingeschlüpft und stand eben im Begriff, mit dem Messer ihm den Hals zu durchschneiden, als Andreas in diesem bedenklichen Augenblick den Kerl schneller wieder hinaus beförberte, als er hereingekommen war. Gleichzeitig war auch

I mittag 10'/, Uhr von Potsdam zu Wagen nach Span- I bau, woselbst auch der Großfürst Konstantin von Rußland von Berlin aus eintraf. Ihre Majestät die K a i s e r i n ertheilte gestern Mittag mehrere Audienzen. Nachmittags besuchte Allerhöchstdieselbe mit der Prinzessin Eulalia von Spanien und der Prinzessin Heinrich von Preußen die Verkaufsräume der königl. Porzellanmanufaktur und das Kunstgewerbe-Museum.

Aus B o z e n wird die Nachricht verbreitet, daß Ihre Majestät die Kaiserin Auguste Viktoria dem­nächst zu längerem Aufenthalt in Meran eintreffen werde. DasWölfische Tel -Bur." ist in der Lage, mitzutheilen, daß diese Nachricht vollständig erfunden ist.

Dem Ober-Bürgermeister von Metz, Herrn Cramer, ging gestern ein Telegramm Sr. Majestät des Kaisers zu, in welchem der Monarch mittheilt, daß er in landes- väterlichem Wohlwollen und Interesse für die herrliche alte Stadt Metz, dem Wunsche derselben entsprechend, die alte Süd- und Ostumwallung fallen laffe und ihre Schleifung befohlen habe.

Der B u n d e s r a t h hat in seiner heutigen Sitzung der Vorlage, betr. die zollfreie Ablaffung von Manilla- Hanfgarn bei der Verwendung zum Schiffsbau, und dem Ausschußantrage, betr. den Zoll- und Salzsteuerverwal- tungskostenetal für das K< nigreich Preußen, die Zustim­mung ertheilt.

Der R e i ch S t a g hat sich nach Erledigung des Post­etats der Berathung des Etats des Auswärtigen Amtes zugewandt. Die Debatte, die bei dieser Gelegenheit stattfand, bezeichnet infolge der Reden des Staatssekre­tärs v. Bülow einen der Höhepunkte im parlamentarischen Leben. In musterhafter Darlegung gab der Leiter un« serer auswärtigen Angelegenheiten vor allem Rechenschaft über den Gang unserer ostasiatischen Politik. Er zeigte, wie die Erwerbung eines territorialen Stützpunktes in China nicht eine Improvisation, sondern das Ergebniß reiflicher Abwägung aller Verhältnisse und der Ausdruck eines ruhigen, zielbewußten Handelns gewesen ist. In allen nationalgesinnten Kreisen haben die hochbedeutsa­men Ausführungen ein lebhaftes Echo gefunden. Auch über Kreta äußerte sich der Staatssekretär in seiner frischen und bilderreichen Art, indem er eine Uebersicht über die deutsche Politik gab, die von Anfang an klar, durchsichtig und stetig" gewesen ist und nur dem Frieden gedient hat.

Der Abg. Herold (Ctr.) hat einen Antrag auf bal­dige Vorlage eines Gesetzentwurfs eingebracht, durch

Knud herbeigestürzt, und verhinderte das Eindringen weiterer Schwarzer durch die besagte Lücke.

Meister Joachim wollte zwar nicht zugeben, daß das Abschlagen des Angriffs durch die Stückpforte jemandem anders als seiner eigenen Trefflichkeit zu verdanken sei. Denn trotz seiner Unscheinbarkeit hielt er sich für einen Helden, was Muth und Kraft anbetraf. Er brächte auch meist von einem Aufenthalte am Lande eine tüchtige Tracht Prügel zurück, die er im Streit mit größeren Menschen davongetragen hatte.

Großen Männern war er überhaupt nicht Freund. Wenn er dagegen von seinen Eroberungen bei dem weiblichen Geschlechte erzählte, geschah es stets unter An­gabe ihrer Größe, die in einem Falle einmal die gewiß ganz anerkennenswerthe Höhe von sechs Fuß erreicht haben sollte.

Ueber dieses Maß hatte er bisher keine Eroberung gemacht; aber er vertraute Knud an, daß sich in Tran- guebar bei einem gewissen Justizrath v. Dplow eine Kammerjungfer befinde, die seiner Zeit in Bezug auf Größe etwas ganz Besonderes versprochen habe. Er kenne sie von Kopenhagen her und er habe immer die Empfindung, als wäre das eine paffende Frau für ihn, den Meister Joachim und wohlbestallten Bootsmann.

Die weitere Fahrt brächte keine besonderen Zwischen- fälle. Nach acht Monaten ging das Schiff glücklich im Hafen von Tranquebar vor Anker.

Das Gerücht, daß der Obersteuermanu hier das Schiff «erlassen würde, erwies sich als wahr.