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Dienstag hi 8. Februar

1898.

Vestellurrgerr

auf das

mit den Gratisbeilagen

Jllustrirtes Soniltaasblatt" und Jllustrirte laudwirthschaftl. Beilage" für die Monate Februar und Mir; werden von allen Kaiserlichen Mastanstalten, tandbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Berlin, den 14. Januar 1898.

Im Interesse der Schule ist es erwünscht, daß die Polizeibehörden von allen Strafverfügungen, die sie auf Grund des Gesetzes vom 23. April 1883 (G. S. S. 65) gegen Schüler (Schülerinnen) einer öffentlichen Lehran- stalt erlassen, den Schulbehörden ungesäumt Kenntniß geben. Ich ersuche daher, die Polizeibehörden des dor­tigen Bezirks mit entsprechenden Weisungen zu versehen. Die Mittheilungen sind, soweit es sich um Schüler- herer Lehranstalten handelt, an die AnstaltS-Direktoren und, wenn Schüler von Volksschulen in Frage kommen, an die Schul- und Kreisschul-Jnspektoren zu richten.

Der Minister des Innern, gez. von der Recke. AN den Herrn Regierungspräsidenten zu Caflel.

* *

Caffel, den 24. Januar 1898.

Abschrift zur Kenntnißnahme und weiteren Veran­lassung.

Der Regierungs-Präsident. H a u s s o n v i l l e. An den Herrn Polizeipräsidenten hier und sämmtliche Herrn Landräthe de» Bezirks.

* * *

Hersfeld, den 4. Februar 1898,

Wird den Herren OrtSpolizeiverwaltern zur Nachach- tuhg mitgetheilt.

I. 648. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regiernngt-Rath.

Hersfeld, den 4. Februar 1898.

Am 15. b. Mts. wird die Zahlung der für da« 4.

Großtante Helene.

Don H. Keller-Jordan.

(Schluß.)

Meine Geschichte ist hier eigentlich zu Ende, Elisa­beth," sagte diese sonst, indem sie die Hand des Lieb­lings warm zwischen die ihren schloß.Noch ein paar glückliche Monde, bis es Herbst wurde, verlebten wir zusammen. Hermann war ein anderer geworden, und alle reiche Liebe, die er, wie ich immer gewußt hatte, in seinem Herzen trug, die gab er seinem Sohne, und so reich war sie, daß Karl mir später oft sagte, er habe zurück und im voraus gegeben und ihn damit für alle Zeiten glücklich gemacht. Zuweilen schmeichelten wir uns, unsere Liebe und da« stille Glück, da« er empfand, müsse ihm die Gesundheit wiedergeben können. Aber Gott hatte es anders mit ihm vor. Mit dem Winter wurde er schwächer und schwächer, und als im Frühling die Osterglocken zum Gebete riefen und die Leute feier­lich zur Kirche gingen, da hat er zum letzten Male in die Sonne geschaut, die Hände gefaltet und mit dem NamenArabella" auf den Lippen sanft sein Haupt in die Kissen gebettet zur ewigen Ruhe!

Was dann weiter geschah, weißt du, Elisabeth. Dein Vater hat dir das oft erzählt.

Wir mußten das Schloß räumen und die Schwelle, die unsere theure Heimath war, wie wir damals glaubten, verlassen für immer. Ich zog mit deinem Vater nach

Quartal de« Etatsjahres 1897/8 zu entrichtenden Kreis­steuer fällig.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher werden hierdurch ersucht, dafür zu sorgen, daß die Zahlung bei der Kreir-Commuualkasse dahier (im Landrathsamtsge­bäude) pünktlich erfolgt.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

l. Am 29. v. MtS. dahier gestohlen:

Eine rothe Sammet-Plüschtischdecke mit gelblicher ge­häkelter Borde im Werthe von 25 Mk.

II. In der Zeit vom 29. bis 31. v. Mts. aus einer unverschlossenen Bodenkammer hierselbst entwendet:

1. ein weißes Herrenhemd (Oberhemd) gez. F. K., 2. drei desgl. gez. H. G., 3. zwei weiße Herren Nacht­hemden gez. F. K., 4. ein weißes Frauenhemd gez. P. G., 5. zwei grauwollene Unterjäckchen und 6. ein weißer Kopfkiffenüberzug gez. H. 8. im Gesammtwerthe von 45 bis 50 Mk.

Der oder die Thäter sind unbekannt.

Um Nachforschungen und eo. Nachricht wird ersucht. III. Um Auskunft über den jetzigen Aufenthaltsort des Elektrotechnikers Samuel Cohn aus Posen wird er­sucht. (I. Nr. P. 1230).

Hanau, den 2. Februar 1898.

Königl. Polizei-Direktion.

Nichtamtlicher Theil.

Schütz bes Stulschen Wbms.

Der amerikanische Obstbau leidet gegenwärtig em­pfindlich durch ein Insekt, die San Jose-Schildlaus. In dem Ende Oktober vorigen Jahres hier eingegangenen amtlichen Berichte des Ackerbau-Ministeriums der Ver­einigtem Staaten wird gesagt,daß vielleicht kein Insekt imstande sei, dem Obstbau der Vereinigten Staaten und der ganzen Welt größern Schaden zuzufügen, als die San Jose-Schildlaus." Ihre Gefährlichkeit für den Obstbau steht dem der Reblaus für den Weinbau keines­wegs nach. Sie befällt Zweige, Blätter und Früchte und findet ihren Nährboden nicht nur auf fast allen europäischen Obstarten, wie Birnen, Pfirsichen, Pflaumen, Aepfeln, Kirschen, Nüssen, Himbeeren, Johannisbeeren u. s. w., sondern auch auf Laubbäumen und Blumen

Nagon, wo er das Gymnasium besuchte Als er später zur Universität ging, gründete ich das kleine Mädchen- pensionat, von dem ich dir oft erzählt habe.

Du kennst auch die Gesckichte von deiner Eltern junger Liebe, Elisabeth. Sie hatte deinen Vater reich und glücklich gemacht. Du weißt weiter, daß er, nach­dem deine Mutter so früh von ihm gegangen, sich um die Obersörsterstelle seines Vaters bewarb und wieder hierher in unser altes, geliebtes Schloß zog, und daß ich wieder Mutterstelle zu vertreten hatte an dir und deinem Bruder.

Und Constanze?" fragte Elisabeth nach einer langen Weile schüchtern, während die Tante, in ihren Er­innerungen versunken, still vor sich hinschauend, die Gegenwart vergessen hatte.

Constanze? Ich weiß nicht, ob sie noch lebt ober gestorben ist. Aber Glück selbst in ihrem Sinne Hot sie keines gesunden. Ihr Mann verließ sie, wie sie selbst deinen Großvater verlassen hat!"

Elisabeth trat an das Fenster und schaute lange in die Helle Mondnacht. Ein feiner Nebel lag kalt und still über dem fernen Gebirge, und über ihre jugendlichen Wangen tropfte eine Thräne nach der andern. Die Großtante sah die Trauer in dem jungen Angesicht, aber sie schwieg.

Erst nachdem Elisabeths Augen wieder glänzend über die dunkeln Berge schweiften und die schmerzlichen Bilder der Vergangenheit sich in den goldenen der Zukunft ver­

verschiedenster Art (u. a. auf Ulmen, Linden, Erlen, Weiden, Rosen). Die von dem Insekt befallenen Pflanzen sterben in wenigen Jahren vollständig ab. Die Ver­mehrungsfähigkeit der Thiere ist außerordentlich; die Nachkommenschaft eines Weibchens vom Frühjahr bis zum Herbst ist auf 3000 Millionen Thiere berechnet worden. Zur Bekämpfung der Schildlaus sind in Amerika scharfe Gesetze erlassen.

Da Deutschland aus Amerika Obst bezieht, so hatte die Reichs-Regierung Birnen, die aus Kalifornien stammten, untersuchen lassen. Der Professor an der Landwirthschaftlichen Hochschule in Berlin Dr. Frank fand nun an diesen Birnen zahlreiche noch lebende und im vermehrungsfähigen Zustande befindliche Schildläuse und stellte durch mikroskopische Untersuchungen fest, daß die aufgefundenen Insekten echte San Jose-Schildläuse sind. Der genannte Professor gab sein Gutachten ferner dahin ab,daß unser einheimischer Obstbau durch den Import amerikanischen Obstes in eine unmittelbare große Gefahr gebracht worden sei." In einer Konferenz anderer hervorragender Sachverständiger und in dem Gutachten des Kaiserlichen Gesundheits-Amtes ist dieser Auffassung in allen Punkten beigetreten. Es lag somit die Nothwendigkeit zur Ergreifung schleuniger Abwehr- Maßregeln vor. Der Vundesrath hat daher die Ein­führung lebender Pflanzen und frischer Pflanzenabfälle gänzlich, die Einfuhr von Obst und Obstabfällen unter der Voraussetzung verboten, daß bei einer an der Ein­gangsstelle vorgenommenen Untersuchung der Sendung das Vorhandensein der San Jose-Schild- laus festgestellt wird.

In Amerika hat sich über die Maßnahme zum Schutze unsers Obstbaues ein Sturm der Entrüstung erhoben. Einige Senatoren haben das Verbot direkt als einen Vertragsbruch bezeichnet; die Maßnahme ziele nur auf die Ausschließung des amerikanischen Obstes hin, das mit dem deutschen im Wettbewerb trete; das Verbot sei zweifellos eine Wiedervergeltung für den ameri­kanischen Differenzialzoll auf deutschen Zucker. Auch in deutschen linksstehenden Blättern werden ähnliche An­schauungen vertreten. Der sozialdemokratischeVorwärts" redet sogar von einemagrarischen Vorstoß gegen Amerika."

Es bedarf demgegenüber kaum einer besonderen Ver­sicherung, daß es sich bei der Maßnahme des Bundes- ralhs lediglich um einen Akt der Abwehr handelt; es soll der Ruin unsers Obstbaues verhütet werden! Die Verwüstungen, die die gleichfalls aus Amerika einge-

loren, erst als wieder ein sanfes Lächeln ihre Lippen umspielte, trat sie zu ihr, legte den Arm um ihren Leib ! und sagte weich:Nicht um dich niederzudrücken, liebe Elisabeth, habe ich dir die Geschichte meines Lebens er­zählt. Du solltest daraus lernen, daß man in allen Lagen zufrieden sein kann und welches Elend über uns zu kommen vermag, wenn wir uns selbst verlieren. Gott segne dich, dich und Roderich!"

Unter der Kaperflagge.

See-Roman von ConstamiuS F I o o d.

I.

Frau Ellingsens Knud! War im Hafen etwas los gewesen, dann besam man ganz sicher zu hören: Frau Ellingsens Knud! Waren Boote draußen gewesen, um Schiffe oder Wracks zu retten, wenn brave Leute im Hafen am liebsten ihre Fensterläden schloffen und im Hause blieben, aus Furcht, es könnten ihnen Dachrinnen und Schornsteine auf die Köpfe fallen, hatte eine kleine Schlacht unter den jungen Seeleuten stattgefunden, die während der Wintermonate daheim im Hafen müßig gingen und Unfug trieben, oder war dem Zollbeamten ein ordentlicher Streich gespielt worden, in jedem dieser Fälle war es sicher genug, daß Frau Ellingsens Knud die Hand mit im Spiel gehabt hatte. Handelte es sich um den Zollbeamten, dann brauchte man nicht