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Amtlicher Theil.

Berlin, den 17. Dezember 1897.

Durch die Vorschrift in § 19 der Prüfungsordnung für Volksschullehrer vom 15. Oktober 1872 B. 2315 und durch die im Zusammenhangs mit derselben er­lassene Verfügung vom 15. Mai 1873 U. 17559 ist bestimmt, daß die Meldungen der einstweilig ange- stellten Volksschullehrer zur zweiten Lehrerprüfung durch den Kreisschulinspektor unmittelbar bei dem Königlichen Provinzial-Schulkollegium einzureichen sind. Die bei dieser Bestimmung maßgebend gewesene Absicht, den Ge­schäftsgang zu vereinfachen, ist nicht erreicht worden, weil das angeordnete Verfahren vielfach Rückfragen nö­thig gemacht hat.

Unter Aufhebung der erwähnten Vorschrift bestimme ich daher:

Von jetzt an sind die Meldungen der Volksschullehrer zur zweiten Lehrerprüfung im geordneten Instanzenwege durch den Rektor bezw den Ortsschulinspekior und durch den Kreisschulinspektor an die zuständige Königliche Re­gierung einzureichen. Wenn die betreffenden Schulauf- sichtsbeamten keine Bedenken gegen die Zulasiung des Lehrers zur zweiten Prüfung haben, ist die Meldung einfach mit dem VermerkEinverstanden" zu versehen und an die Königliche Regierung weiterzugeben. Sind dagegen Bedenken zu erheben, so sind dieselben in einem Begleitbericht geltend zu machen. Die Königliche Regie­rung prüft die Bedenken und befindet über die Zulasiung des Bewerbers.

Der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal- Angelegenheiten.

gez. Boße.

An die sämmtlichen Königlichen Provinzial'Schulkollegien und Regierungen.

* * *

Casiel, den 19. Januar 1898.

Abschrift erhalten Sie zwecks Mittheilung an die OrtSschulinspektoren im dortigen Kreise.

Königl. Regierung, Abtheilung für Kirchen- u. Schulsachen.

F l i e d n e r.

An die Herren Landräthe des Bezirks.

* * *

Hersfeld, den 2. Februar 1898.

Wird den Königlichen Herren OrtSschulinspektoren des hiesigen Kreises zur gefälligen Kenntnißnahme und Bescheidung der betreffenden Herren Lehrer ergebenst mit- getheilt.

I. 546. Der Königliche Landrath

Freiherr von S ch l e i n i tz , Geheimer Regierungs-Rath.

Hersseld, den 1. Februar 1898^

Mit dem heutigen Tage wird an der Schule in Frie­dewald eine Lehrerstelle frei.

Das Einkommen derselben beträgt 1100 Mark Grund­gehalt und der Einheitssatz der Alterszulage 130 Mark.

Bewerber um dieselbe wollen ihre MeldungSgesuche

nebst den erforderlichen Zeugnissen innerhalb 1 0 Tagen bei dem Unterzeichneten einreichen.

Der Schulvorstand von Friedewald.

Namens desselben: Freiherr von Schleinitz, Königlicher Landrath, Geheimer Regierungs-Rath.

I. I. Nr. 565.

Homberg, den 2. Februar 1898.

Die unter der Schafherde des Schäfers Heinrich Dippel zu Naboldshausen ausgebrochene Räuvekrankheit ist erloschen.

I. Nr 965. Der Landrath von Gehren.

An Königliches Landrathsamt zu Hersfeld.

*

Hersfeld, den 3. Februar 1898.

Wird veröffentlicht.

I. 627. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Ralh.

Hersfeld, den 2. Februar 1898.

Bestehender Vorschrift gemäß wird hierdurch zur öf­fentlichen Kenntniß gebracht, daß im Laufe des Monats

Januar d. Js. folgende I a h r >>.s - Jagdscheine dahier ausgestellt worden sind.

1.

2

3.

4.

5.

6.

7.

(*

am 3/1. 1898 für den Ackermann Jakob Kalbfleisch in

4/1.

8/1.

8/1.

8 1.

10/1.

12/1.

Die Scheine

Hilperhausen.

« Königlichen Forstaufseher Peter Kurz in Hatlenbach.

Landwirth Heinrich Fischer I. in Kathus.

Musikus Ernst Rüger daselbst.

Königlichen Hauptmann Weltzien in Hersfeld.

Königlichen Forstausseher Dru­sches in Friedewald.

Landgräflichen Hofsekretair H. Claus in Philippsthal.

zu 1., 3, 4 und 5. sind entgeltlich

15 Mk.) und die zu 2., 6. und 7. unentgeltlich. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Nichtamtlicher Theil.

Die orientalische Frage.

Nach dem griechisch türkischen Kriege und dem mühsam zustande gebrachten Frieden von Konstantinopel war mit Ausnahme der unglücklichen Insel, die den Anlaß zu jenem Kriege gegeben hatte, leidliche Ruhe im Orient. ; Die wilden Kämpfe auf Kreta, die sich zum Theil unter den Augen der Landungs-Truppen der Großmächte fort- setzten, bildeten zwar eine Mahnung an die Mächte, sich endlich über die Einsetzung eines tüchtigen Gouverneurs zu einigen, aber eine Versumpfung der kretischen An­gelegenheiten war immer noch besser als eine neue Ausrollung der orientalischen Frage im ganzen. Es läßt sich nicht verkennen, daß der Vorschlag, den griechischen Prinzen Georg als Gouverneur von Kreta dem Sultan aufzunöthigen, die Gefahr enthält, mit der Beruhigung der kretischen Wunde zugleich eine Reihe anderer wunder Punkte zu entzünden.

Unter den unruhigen Elementen auf dem Balkan ist seit den Aussichten, die durch jenen Vorschlag den grie­chischen Annexionsgelüsten eröffnet worden sind, sofort das Schlagwort: Kompensationen wieder an der Tages­ordnung. Die albanesischen Bergstämme verlangen Selbst­verwaltung ; in Macedonien, wo sich Serben, Griechen, Bulgaren unter einander und mit der türkischen Herrschaft reiben, bereitet sich eine neue Gährung vor; der bulgarische Agent in Konstantinopel hat schon Forderungen bei der Pforte angemeldet wegen angeblicher Grausamkeiten, be» gangen durch die Türken gegen bulgarische Christen in

Macedonien, die fortgesetzt durch das macedonische Komitee in Sofia aufgeregt werden. Die Berufung des Exkönigs Milan, der feierlichst versprochen hatte, sich nie mehr in Serbien zu zeigen, an die Spitze des serbischen Heeres erklärt sich einfach aus der Furcht des Königs Alexander vor Unruhen und Verwicklungen, bei denen er wenigstens des Befehlshabers der Armee ganz sicher sein will.

Diese Erscheinungen machen es hinlänglich begreiflich, daß die Regierung des an den Balkan-Angelegenheiten nahe interessierten Donaureiches der Kandidatur des Prinzen Georg bisher nicht zugestimmt hat und nicht zustimmen wird, und daß selbst Italien trotz alter grie­chischer Neigungen Zurückhaltung beobachtet. Um so weniger darf sich die im Orient am wenigsten interessierte deutsche Politik auf eine Unterstützung der griechischen Kandidatur einlassen. Daß die Einigkeit des Konzerts erst recht gefährdet wäre, wenn es sich darum handelte, den Widerstand des Sultans zu brechen, versteht sich von selbst. Von russischer Seite wird zwar versichert, an Zwangsmaßregeln gegen den Sultan denke man nicht; wie man aber ohne solche zum Ziele kommen will, läßt sich nicht absehen. Einstweilen sind Frankreich aus Rück­sicht auf russische Wünsche und England aus alter Griechen­freundlichkeit und der bewährten Erfahrung folgend, daß orientalische Wirren oen englischen Interessen oft förderlich waren, für die Kandidatur des Prinzen Georg eingetreten.

Politische Nachrichten.

Inland.

Berlin, 3. Februar.

Heute Morgen unternahm Se. Majestät der Kaiser einen Spaziergang und hatte später eine Kon­ferenz mit dem Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Staatsminister von Bülow. Um 10 Uhr hörte Se. Majestät den Vortrag des Kriegsministers, General­lieutenants v. Goßler, und daran anschließend den Vor­trag des Chefs des Militärkabinets, Generaladjutanten, Generals der Infanterie v. Hahnke.

Der konservative Parteitag, der soeben in Dresden abgehalten worden ist, darf in jeder Be­ziehung als eine bedeutsame Kundgebung in unserm innerpolitischen Leben betrachtet werden. Mögen auch kleinliche Neider und erbitterte Feinde noch so viel an dem Konservatismus herummäkeln, der Verlauf der im­posanten Dresdner Versammlung, der Geist und Ton, die hier herrschten, haben bewiesen, daß christliche Welt­anschauung und nationales Denken, das alte Erbtheil der Konservativen, doch noch eine Macht in unserm Volks­leben darstellen. Der diesjährige Parteitag trug in mancher Hinsicht ein abweichendes Gepräge von der Tivoli-Versammlung des Jahres 1892. Freilich die Grundlagen des damals aufgestellten Programms sind unverändert gewahrt worden, aber die Tonart ihrer Vertretung, die taktische Stellungnahme war eine ver­änderte. Nichts Unruhiges und Unreifes drängte sich diesmal in den Vordergrund, die Verhandlungen be­wegten sich durchaus auf der staatsmännischen Höhe, die von jeher das vornehmste Kennzeichen konservativer Politik gewesen ist. Alle Reden bestätigten, wie sehr der Ruf nach Sammlung in den konservativen Reihen gezündet hat. Die konservative Partei will Schulter an Schulter sümpfen mit allen gemäßigten Richtungen unseres Partei­lebens. Sie will auch keine rein agrarische Jnteressen- Vertretung sein. Ihr Wirken soll der Gesammtheit der nationalen Berufsstände dienen. Die Gefahren, die von der Sozialdemokratie drohen, fanden eine scharfe Kenn­zeichnung. Der Konservatismus ist sich seines Berufe«, das festeste Bollwerk wider den Umsturz zu sein, aufs neue im vollen Umfange bewußt geworden. Man hat erkannt, daß sich Milde und Zucht auf diesem Gebiete die Hand reichen müssen. Irregeleitetes Denken kann mit den Mitteln des Geistes zurecht gewiesen werden, aber freche Zügellosigkeit und bewußte Auflehnung fordern die gesetzliche Abwehr des Staates heraus, Deshalb verlangt der konservative Parteitag, daß dem verhetzenden