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Sr. 8.
Imtchi den 26. Januar
1898.
Amtlicher Theil.
HerSfeld, den 13. Januar 1898.
Die Baumwärterkurse im pomologischen Garten zu Casiel sind für das laufende Jahr wie folgt festgesetzt: 6 wöchentlicher Hauptkursus vom 24.Februar bis 6. April, 14tägiger Sommernachkursus vom 4. bis 16. Juli, 14tägiger Herbstkursus vom 19. Septbr. bis 1. Oktober.
Mit Bezug auf die im Kreisblatt Nr. 140 für 1893 veröffentlichten Statuten rc über die Ausbildung von Baumwärtern im pomologischen Institut in Cassel empfehle ich auf's Neue die Theilnahme an den diesjährigen Kursen, da nur auf diese Weise eine gedeihliche Entwickelung des Obstbaues auch im hiesigen Kreise erwartet werden kann.
J. I. Nr. 193. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schlei n i tz , _____'___________________Geheimer Regierungs-Nath.
Hersfeld, den 18. Januar 1898.
Die Herren Ortsvorstände zu:
Asbach, Eitra, Gershausen, Heringen, Hillarttz- hausen, Hilmes, Hilperhausen, Holzheim, Kathus, Kirchheim, Kleinensee, Kohlhausen, Kruspis, Lam- pertsseld, Meckbach, Petersberg, Reckerode, Reilos, Rohrbach, Rotterterove, Tann, Wehrshausen, Widdershausen und Wölfershausen sind noch mit Erledigung meiner Verfügung vom 22. Dezember 1897 J. I. Nr. 6643, die Zahl der in den Landgemeinden vorhandenen selbstständigen Handwerker betreffend, im Rückstände und werden hierdurch wiederholt hieran erinnert mit F r i st b is zum 2 4. d. M t S.
I. 307. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.
HerSfeld, den 18. Januar 1898.
Die alsbaldige umgehende Erledigung meiner Verfügung vom 6. d. MtS. A. 51 (Kreisblatt Nr. 4), be- richtliche Anzeige über die Offenlegung der Wählerlisten betr., wird hiermit in Erinnerung gebracht.
Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs>Rath.
Bestimmungen über freiwilligen Eintritt in die Schiffsjungen- Abtheilung.
1. Die Schiffsjungenabtheilung hat die Bestimmung, Matrosen, Unteroffiziere und Deckoffiziere für die Marine heranzubilden.
Großtante Helene.
Von H. Keller-Jordan.
(Fortsetzung.)
„Du liebst ihn nicht, Helene? Wen — liebst — du denn?"
Einen Augenblick war es mir, als stiege eine Ahnung in ihrer Seele auf, denn ihre Augen wurden groß, und eine fahle Bläffe zog über ihr Gesicht. Jetzt galt es meine ganze Kraft, jetzt oder nie! Ich ging zu meiner Schwester, legte den Arm um ihren Leib und sagte in festem Tone: „Den Vater und dich, Arabella, und ihr müßt schon zufrieden sein, mich zu behalten." Dann wurde es mir dunkel vor meinen Augen, ich mußte in mein Zimmer. Ich konnte Heinrich Waldau heute nicht sehen.
Am andern Tage sprach ich mit meinem Vater. Er verstand mich ohne viele Worte, und immer, bis zu seiner letzten Stunde, hat er mir mit unsäglicher Liebe das Opfer zu vergelten gesucht, das mein Herz bringen mußte und von dem er allein von allen Menschen gewußt hat. Hermann Feldners Name kam nicht über unsere Lippen. Mein Vater hätte mich gern als Waldaus Frau gesehen, er sagte mir das offen. Aber er wußte, ehe ich noch mit ihm davon gesprochen hatte, daß ich
2. Die Ausbildung als Schiffsjunge dauert zwei Jahre. Während dieser Zeit werden die Schiffsjungen nicht als Personen des Soldatenstandes, sondern als Zöglinge betrachtet.
3. Nach Ablauf von zwei Jahren werden die Schiffsjungen, sofern sie die genügende seemännische Ausbildung erlangt haben, zu Matrosen ernannt, in die Matrosen- divisionen bezw. Torpedoabtheilungen eingestellt und vereidigt. Die Ernennung zum Matrosen hat möglichst im Monat April zu geschehen.
Die weitere Beförderung ist von der Führung und Befähigung jedes Einzelnen, sowie von der Erfüllung der vorgeschriebenen Bedingungen abhängig.
4. Beim Vorhandensein besonders zu berücksichtigender Umstände darf ein Schiffsjunge, welcher sich nach zweijähriger Ausbildung noch nicht zum Matrosen bezw. Torpedo-Matrosen eignet, mit Genehmigung des Stationä- chefs ausnahmsweise ein drittes Jahr bei der Schiffsjungenabtheilung verbleiben.
5. Wird der Schiffsjunge wieder aus der Schiffs- jungeuabtheilung entlasten (§ 36), so hat er wie jeder andere Militairpflichtige seine Dienstpflicht zu erfüllen. Eine besondere Dienstverpflichtung für die in der Schiffsjungenabtheilung zugebrachte Zeit wird ihm nicht auferlegt.
8 33.
1. Der einzustellende Junge soll in der Regel 16 Jahre alt sein, darf jedoch das 18. Lebensjahr noch nicht überschritten haben.
Nur bei großer Körperstärke ist die Einstellung bereits im Alter vom vollendeten 15. Jahre ab gestattet.
2. Der Junge muß vollkommen gesund, im Verhältniß zu seinem Alter kräftig gebaut (starke Knochen, kräftige Muskulatur) frei von körperlichen Gebrechen und Anlagen zu chronischen Krankheiten sein, ein scharfes Auge, normales Farben-Unterscheidungsvermögen, gutes Gehör auf beiden Ohren und eine fehlerfrei (nicht stotternde) Sprache besitzen.
Der Einzustellende muß eine Größe von mindestens 1,47 m und einen Brustumfang von mindestens 0,73 m, nach dem Ausathmen gemessen, besitzen.
3. Der Junge muß leserlich und ziemlich richtig schreiben, ohne Anstoß lesen und die vier Grundrechnungsarten gebrauchen können.
4. Der Junge muß mit der zum Marsch nach dem Gestellungsort erforderlichen Bekleidung versehen sein. Ferner sind 6 Mark zur Beschaffung des nöthigen Putzzeuges spätestens am Tage der Absendung des Jungen dem Bezirks-Kommando behufs Uebermiltelung an die Schiffsjungenabtheilung zu übergeben. Auf dem Postabschnitt ist der Name des Einzahlers anzugeben.
I ihm nie angehören würde. Er kannte mein Herz zu I gut, und er verstand, daß ich mir selbst treu bleiben mußte. Und daß er das verstanden und es gut hieß, das war der erste Balsam, der sich auf meine wunde Seele legte. Ich schrieb noch an demselben Tage einen langen, ausführlichen Brief an Heinrich, ich legte ihm ohne Hermann zu nennen, meine ganze Seele klar und bot ihm meine Freundschaft an mit der schließlichen Versicherung, daß ich nie einem andern angehören würde.
Heinrich Waldau gehörte nicht zu jenen stürmischen, leidenschaftlichen Naturen, die alles wollen oder nichts. Er vermied mich eine kurze Zeit, aber er grollte mir nicht, und als er sich später mit einer andern vermählte, da war ich seine und seiner Frau treueste Freundin, und ich habe in manchen schweren Zeiten, die ich mit ihnen getheilt, den Schmerz abgetragen, den ich ihm in seiner Jugend bereitet hatte. Du weißt es, Elisabeth, was ich ihm nach seiner Frau Tod, als wir beide alte Leute geworden waren, noch gewesen bin, und daß er mir die edelste und ausdauerndste Freundschaft und Verehrung bewahrt hat bis zu seinem Tode!
Hermann Feldner war in die Residenz gereist, um bei der Regierung Geschäfte abzuwickeln. Ob ihm mein Vater gerade jetzt den Auftrag ertheilte, um mir seinen
5. Der Junge muß sich bei seiner Ankunft am Orte der Einstellung zu einer zwei- bezw. dreijährigen Lehrzeit und zu einer darauf folgenden siebenjährigen aktiven Dienstzeit verpflichten.
8 34.
1. Wer die Aufnahme in die Schiffsjungenabtheilung wünscht, hat sich persönlich bei dem Kommandeur des Landmehrbezirks seiner Heimath (oder, wer dazu Gelegenheit hat, persönlich bei dem Kommando der Schiffsjungenabtheilung zu Friedrichsort bei Kiel) zu melden.
2. Dabei sind folgende Papiere zur Stelle zu bringen : a) Geburtszeugniß,
b) schriftliche, von der Ortspolzei-Behörde bescheinigte Einwilligung des Vaters oder Vormundes.
Das Bezirks-Kommando fügt noch hinzu, daß eine größere Anzahl tauglicher Jungen zum 1. April 1898 in die Kaiserliche Schiffsjungenabtheilung zu Friedrichsort noch eingestellt werden kann.
Anmeldungen hierfür haben baldigst zu erfolgen. Königliches Bezirks-Kommando Hersfeld.
Gefunden: eine Peitsche und eine Laterne. Meldung der Eigenthümer bei dem Ortsvorstand zu Obergeis.
Nichtamtlicher Theil.
„Ier englische Wer," lautet die Ueberschrift eines Artikels, den der weltbekannte Mr. Stead, der Herausgeber des „Review of ReviewS", dem Vorgehen der Deutschen in China widmet. In England sagt man bekanntlich, daß der Engländer alles, was ihm besonders gut gefällt, „englisch" nennt. Vermuthlich ist Mr. Sjead dieser nationalen Gepflogenheit treu geblieben, als er schrieb: „Der deutsche Kaiser ist durch und durch englisch und wird es bis zu seinem Tode bleiben ; er ist der Heinrich Tudor des neunzehnten Jahrhunderts. Die deutsche Färbung läßt die englische Charakteristik schärfer hervortreten, als es der Fall gewesen sein würde, wenn er nicht der deutsche Kaiser wäre." „Die Engländer werfen nur Steine nach Glashäusern, wenn sie den Kaiser verlachen. Die Deutschen sind uns Engländern in ihrer auswärtigen Politik ebenso sehr überlegen wie in ihren industriellen Erzeugnissen. Wir erobern die Welt, ohne ein ausreichendes Heer, sie ohne eine ausreichende Flotte. Sie haben von uns gelernt und sind zugleich unsere Lehrmeister." Mr. Stead, der übrigens die Engländer dringend warnt, ihre EroberungS- gelüste nicht auch noch auf China auSzudehnen, zitiert noch folgende Stelle aus der Zeitschrift „Cosmopolis" :
Anblick zu ersparen, bis ich neue Kraft gewonnen hätte. Ich glaube es.
Wenn Hermann wieder kam, dann wollte ich ruhig mit ihm sprechen und von seinem Gewissen den Stein nehmen, der ihn doch furchtbar belasten mußte.
Es sollte anders kommen. Seine Leidenschaft war stärker als er selbst, und er vergaß in ihrer Allgewalt, mich, sein gegebenes Wort, seine eigene Ehre. An einem Sonntag Nachmittage kam ich mit Arabella aus der Kirche. Arabella fror — ich schickte sie deshalb voraus und ging allein nach dem Grabe der Mutter.
Als ich den Weg nach Hause einschlug, schimmerte mir schon aus dem Erkerzimmer das Licht entgegen.
Ich wollte Arabella überraschen und schlich, nachdem ich Hut und Mantel abgelegt hatte, in weichen Pantoffeln durch das große Zimmer, in dem der Flügel stand.
Auf einmal starrte mein Blut, ein eisiger Schauer schüttelte meine Glieder. Durch die offene Thür sah ich Arabella. In ihrem seligen Glück schön wie nie, saß sie neben Hermann im Sofa, sein Arm hielt sie umschlungen, und mit unbeschreiblichem Entzücken hingen seine Augen an ihren Zügen.
„Sag es noch einmal, nur noch ein einziges Mal, Arabella, daß du mein sein willst, daß uns keine Macht