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Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.

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GratrsbsUaSSn;3Utt stritte» Sonntagsblatt" «.Slinftrirte landwirthsehaftliche Beilage".

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Moiineiiinih-Jiiilnbiiiig.

mit dem j. Januar beginnt ein neues Abonnement auf das wöchentlich 3 Mal erscheinende Hersfelder Kreisdlatt

mit den Gratisbeilagen Mustrirtes Sonntagsblatt" -- Mustrirte landwirthschaftl. Beilage".

DasKreisblatt" bringt außer den amtlichen Bekanntmachungen zuverlässige Mittheilungen über Er­eignisse in der Politif, Berichte aus dem Kreise und der Provinz. Reichhaltige Nachrichten vermischten In­halts bringen alle sonstigen mittheilenswerthen Ereig­nisse des täglichen Lebens zur Kenntnis der Leser. Daneben werden sorgfältig ausgewählte Erzählungen einen weiteren Theil des Lesestoffes bilden.

~ Äb Die wichtigsten Ereignisse gehen uns durch j Telegramme zu und werden mit dieselben nöthigen- falls durch Extrablätter verbreiten.

Der vierteljährliche Abonnementspreis für das ,'Krcisblatt" beträgt I Mark 40 Psg.

3h?a**zw*a finden durch dasKreisblatt"

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Zu zahlreichem Abonnement ladet ergeben st ein

die Expedition.

Amtlicher Theil.

Hersseld, den 28. Dezember 1897.

Den Herren Bürgermeistern geht in den nächsten Tagen eine von dem Herrn Minister des Innern unter dem 30. v. Mts- erlassene zweite Anweisung zur Ausführung der Landgemeindeordnung vom 4. Augwl

Sie ich meinen Schwager lemn lernte.

Das eine Zwillingskind bin ich, das andere ist meine Schwester Trubchen. Daraus, daß ich im Sommer 1870 Ql® wohlbestallter Füsilier mit ins Feld abrückte, ist zu ersehen, daß ich nicht ebenfalls ein Mädchen bin, denn >>lit den Nachfolgerinnen einer Eleonore Prohaska gab ach das deutsche Heer damals wie heute grundsätzlich Hi^t mehr ab. Trotzdem sehe ich meinem lieben Schwester- ^in lächerlich ähnlich, imgroßen Jahre" noch viel mehr Qls letzt, sintemalen die schönste Manneszierde Lippen

Wangen durchaus noch nicht überschatten ivollte, als lch zum wirklichen Krieger aufrückte. Wir harrten eben des Befehls zum. Abmarsch nach dem Bahnhof, als noch eine Depesche an mich einlief:Soeben Trubchen mit Königlich?,» Bauführer Richard Riemann verlobt, Bräu- tigatn rückt auch ins Feld. Innige Grüße

Vater, Glatter, Trubchen, Richard."

Erstaunt war ich nicht sehr, denn Trubchen sonnte schieden als ein sehr hübsches Mädel gelten, mit w^4em Umstand ich als der andere Zwilling nicht prahle» will. Einundzwanzig Lenze zählte sie ebenfalls, a w warum sollte nicht die Anwartschaft zur Haube all- nahlig herankommen? Besagten Herrn Richard Rie- pUH kannte ich nicht; da« bereitete mir indessen keine

Aus Königlichen Bauführern können König Baumeister, Banräthe n. s. w werden, also Leute 'mit angenehmen Stellungen, die im staube lind, ihren rai 1 ^"' c*n ü'kiae« Hin« zu bauen. Jb kritzelte "neu liesgesühlten Glückwunsch, den der gefällige

d. I. betreffend die V e r w a l t u n g der Landgemeinden unentgeltlich zu. Dieselbe ist nach Jnventarisirung bei den Gemeindemahlen zu benutzen.

A. 3460. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schlei nitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Nichtamtlicher Theil.

Sie innere Politik M Reiches.

Das seinem Ende zuneigende Jahr wird in der Ge­schichte zu den am wenigsten fruchtbaren Abschnitten der innern Politik des Reiches gezählt werden. Es hat seine Eigenart wesentlich durch die fortwährenden Kämpfe der parlamentarischen Parteien mit der Reichsregierung um die Macht erhalten, welche der Thatkraft und den besten Absichten der leitenden Kreise auf Schritt und Tritt Hemmnisse bereiteten.

So begann schon das Jahr unter den heftigsten par­lamentarischen Angriffen gegen die im Interesse der deutschen Wehrkraft gemachten Vorlagen und überhaupt gegen die deutsche Armee und ihr Offizierkorps. Mit gesuchter Gehässigkeit wurde derFall Brüsewitz", der Geist der Reserveoffiziere, die Duellfrage und die Mili- tärstrasprozeß-Reform behandelt. Mit absichtlicher Breite verweilte man bei den Besprechungen über die sogenann­ten Hamburger Enthüllungen, über den Hamburger Aus- stand, über den Prozeß Leckert-Lützow und die politische Polizei. Die Elalsberathungen wurden wochenlang durch Parteianträge und Reden der sozialdemokratischen Wort­führer verzögert, wobei ihnen die andauernde mangel- hafte Besetzung des Hauses das Spiel außerordentlich erleichterte. Es gelang der demokratischen Mehrheit füglich, die wichtigen, von unserm Kaiser selbst empsoh- lenen Forderungen für die Zwecke der Marine durch die Verweigerung von zwei Kreuzern und durch Abstriche von 121 /,2 Millionen Mark bis auf ein Panzerschiff herabzu- setzen. Völlig vereitelt wurde die Reform des Strafpro­zesses und mit ihr die Einführung der Berufung gegen die Straskammerurtheile und die Entschädigung unschul­dig Verurlheilter. Zurückgewiesen wurde ferner die wichtige Dampfersubventions-Vorlage, unerledigt blieb die Versicherungs-Vorlage. An positiven Ergebnissen steht dem nur die Annahme des Handelsgesetzbuches unö

Depeschenbote gleich mitnahm, und saß eine halbe Stunde später im Eilgutwagen nach Paris. Leider fuhr der Zug nicht sofort nach seinem eigentlichen Bestimmungs­orte durch. Es traten heftige Verkehrsstockungen an der französischen Grenze ein, die vermittelst Aussteigens und größerer Spaziergäuge überwunden werden mußten. Selbst diese Spaziergänge stießen verschiedene Male auf Schwierigkeiten, und es ereignete sich auch häufig, daß infolge Ueberfüllung der Gasthöfe das reisende Publikum im Freien zu übernachten genöthigt war. Bei Gelegen­heit eines dieser billigen Freiquarltere im wunderschönen Monat September goß es vom feindlichen Himmel wie mit Waschkübeln herunter. Mit unendlicher Muhe glückte es mir mit meinem Kochkameraden endlich, unter Zuhilfe­nahme nassen Holzes und feuchter Streichhölzer auf dem klatschnaßen Boden des heiligen Frankrerch einem trüb qualmenden Feuerchen zu schwindsüchtigem Dasein zu verhelfen. Dem triefenden Brotbeutel entnahmen wir glitschigen Speck und ausgeweichten Zwieback; nach fürchterlichem Husten und Pusten entwrckelle sich aus diesen Genüssen schließlich wenigstens eine warme Suppe, welche ich allerdings später. in den berühmtesten Koch­büchern niemals entdecken konnte. Sie schmeckte aber und das war schließlich der Zweck der Uebung. Nach­her bummelte ich, da das Hinsetzen oder Legen in den braunen Matsch mir vorläufig noch keine Freude machte, ein bischen im Biwak herum und entdeckte dicht hinter dem Platze unseres Bataillons das Lager einer Ponton- Kolonne. Ich hatte die saubern Wasser-Droschken aus Eisenblech noch nie in der Nähe gesehen und suchte nun

der Grundbuch-Ordnung, des Margarine- und des Aus- wanderungsGesetzes und der Handwerker-Vorlage sowie die Aufbesserung der Gehälter im Reich gegenüber, ein sehr bescheidenes Ergebniß im Hinblick auf die lange Dauer der Sitzungen.

Als die preußische Regierung sich zur Vorlage des neuen Vereinsgesetzes veranlaßt sah, wurde im Reichstage künstlich ein nur agitatorischen Zwecken dienender Ent­rüstungssturm entfacht, welcher in einer Rede Richters seine Spitze unverkennbar gegen unsern Kaiser kehrte. Die Folgen der künstlichen Agitation gaben sich denn auch deutlich in den Resultaten verschiedener Ersatzwahlen zum Reichstage zu erkennen, bei denen die nationalen Parteien fast immer unterlagen.

So entschloß sich denn unser Kaiser zu einer that­kräftigen Abwehr dieses undeutschen Verhaltens. Schon die Centenarfeier für Wilhelm den Großen bedeutete in ihrem ganzen Verlauf einen Appell zur Sammlung an alle Vaterlandsfreunde. In zündenden Worten gab der Kaiser ferner in Bielefeld und Köln eine Richtschnur für die ganze innere Politik des Reichs. In den Ministerien fanden wichtige Veränderungen statt. Die Minister bezw. Staatssekretäre von Bötlicher, von Marschall und Holl- mann schieden au« ihren Aemtern, an ihre Stelle traten Finanzminrster u. Miguel als Vizepräsident des preußi­schen Ministeriums, Graf Posadowsky als Staatssekretär des Innern, Botschafter v. Thielmann als Staatssekre­tär des Reichsschatzamts und Admiral Tirpitz als Staats­sekretär des Reichs Marineamts. Gleichzeitig wurde General v. Pobbielski zum Nachfolger des verstorbenen Staatssekretärs der Reichspost bestellt.

Mit großer Thatkraft wurde eine neue Flotten-Vor- lage vorbereitet und dem Reichstage vorgelegt. Auch ein Entwurf zu einer Militär-Strafprozeßreform und zur Entschädigung im Wiederaufnahme-Verfahren Freige­sprochener wurde dem Reichstage überwiesen. So schließt das Jahr mit großen Plänen, welche große Hoffnungen des Volks erwecken, denen sich auch die Reichstags-Mehr- Heit kaum entziehen wird.

Politische Rachlichtcu.

Inland.

Berlin, 28. Dezember.

S e. Majestät der Kaiser unternahm gestern

! mit begreiflicher Neugier meine militärische Wissenschaft zu bereichern. Hm, sollte das etwa nicht erlaubt sein? Ein großer, bärtiger Vizefeldwebel von den Pionieren beobachtete mich so scharf, daß ich anfing, einigermaßen verlegen zu werden. Durch einen raschen Umblick über­zeugte ich mich, daß wenigstens anderthalb Schock meiner Füsilier-Kameraden dem gleichen Forscherdrang huldigten, der meine Brust durchströmte, ohne daß sie deshalb von Pionier-Vizefeldwebeln mit Blicken durchbohrt wurden.

Plötzlich schritt der argwöhnische Brückenbauer gerades­wegs auf mich zu. Ich nahm erschrocken die Hände an die Hosennaht und richtete mich stramm auf.

Wie heißen Sie?" fragte der Vize kurz und warf einen Blick auf meine Achselklappen.

Füsilier Bornemann von der 12. Kompagnie xten Füsilier-Regiments," meldete ich beklommenen Herzens.

Stimmt, Ihr Vorname?"

Hermann, Herr Feldwebel!"

Stimmt erst recht! Kommen Sie 'mal mit!*

Er schritt voran an eines der Pontons. Die Fahr- zenge lagerten umkehrt, das heißt mit der offenen Seite nach unten auf einem glatten Lager von Belagbalken und Bohlen und diese wieder auf einem eigens zu diesem Zweck konstruirten Wagen.Da hinauf!" Mit Hand- festem Griff packte mich der grimmige Gewalthaber am Hosenbund und hob mich unter bescheidener Nachhilfe meinerseits unter das Ponton ins Trockene. Es war hier wundervoll sauber und nett, wie in einem parket- lirten Prunkzimmer, so schien mir's wenigstens damals Der Herr Feldwebel entwickelte darauf aus einem ver«